Daniela Engist

 3,8 Sterne bei 12 Bewertungen
Autorin von Kleins Große Sache, Lichte Horizonte und weiteren Büchern.
Autorenbild von Daniela Engist (©Foto: Anja Limbrunner)

Lebenslauf

Daniela Engist, 1971 bei Schwäbisch Gmünd geboren, lebt mit ihrer Familie in Freiburg im Breisgau. Studierte Germanistik, Anglistik und Musikwissenschaft, behauptete in ihrer linguistischen Doktorarbeit, dass der Dialekt nicht aussterbe - unter gewissen Umständen. Freie Journalistin, PR-Managerin, "Managerseelenstreichlerin". Nach dreizehn Jahren bei multinationalen Konzernen in der Schweiz tauschte sie Brot gegen Kunst und widmet sich seitdem dem Schreiben. "Kleins Große Sache" hieß 2017 ihr erfolgreicher, sehr gelobter Debütroman. Im März 2021 erschien ihr zweiter Roman "Lichte Horizonte".

Neue Bücher

Cover des Buches Mein Basel (ISBN: 9783910228375)

Mein Basel

Neu erschienen am 12.03.2024 als Gebundenes Buch bei 8 grad verlag GmbH & Co. KG.

Alle Bücher von Daniela Engist

Cover des Buches Kleins Große Sache (ISBN: 9783863514525)

Kleins Große Sache

 (9)
Erschienen am 30.08.2017
Cover des Buches Lichte Horizonte (ISBN: 9783520750013)

Lichte Horizonte

 (3)
Erschienen am 23.03.2021
Cover des Buches Mein Basel (ISBN: 9783910228375)

Mein Basel

 (0)
Erschienen am 12.03.2024

Neue Rezensionen zu Daniela Engist

Cover des Buches Lichte Horizonte (ISBN: 9783520750013)

Rezension zu "Lichte Horizonte" von Daniela Engist

Anlaufen - Abspringen - Aufkommen
Ein LovelyBooks-Nutzervor einem Jahr

„Wenn man nicht gerne fängt und nicht gerne gefangen wird, ist man dann nicht furchtbar allein? Aber wie allein ist man erst, wenn man dasteht und wartet!“ (Zitat Seite 131)

 

Inhalt

Anne ist als Autorin zu diesem Festival-Wochenende eingeladen, Stéphane als Musiker, sie treffen einander beim gemeinsamen Frühstück der Teilnehmer. Ein Gespräch, gegenseitige Anziehung und in Annes Gedanken bereits ein „was wäre, wenn“. Sie schreiben einander Emails, öffnen sich in dieser Virtualität gegenseitig, schreiben über ihre Gedanken und Wünsche. Doch beide haben Familie und beide sind sich darüber einig, dass sie nicht aus ihrem gewohnten Leben ausbrechen wollen. Dies wird Anne besonders deutlich, als Stéphane ihr schon am Beginn der Weihnachtstage schreibt, er werde ihr während der Feiertage nicht schreiben können. Als tatsächlich keine Emails von Stéphane eintreffen, ist Anne traurig und gereizt. Doch dann, zwei Tage vor Jahresende, beginnt sie zu schreiben, keine Emails, sondern an ihrem neuen Buch. Es würde wieder nicht das Buch zum Thema Geschwister werden, das sie schreiben wollte, sondern ein ganz anderes. Es wird eine Reise in der Vergangenheit, auf der Suche, wer sie damals war, wer sie heute ist.

 

Thema und Genre

In diesem Roman geht es um das Leben einer Frau, irgendwo zwischen Mitte und Ende Vierzig. Zwischen ihren Erinnerungen, ihrer nach mehr als zwanzig Jahren im Alltag festgefahrenen Ehe und der Sehnsucht nach Stéphane will sie schreibend herausfinden, wer sie heute ist und ob sie immer noch die ist, die sie sein will. Gleichzeitig handelt diese Geschichte auch vom Entstehen eines Romans.

 

Charaktere

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Anne, Ehefrau, Mutter, Schriftstellerin. So wie sie sich beim Schreiben ihres neuen Romans fragt, wie viel sie von sich selbst preisgeben will und wie viel verbergen, fragt sie sich auch, ob der Zauber ihrer Emails mit Stéphane nur in der Phantasie und dem Traum von einer möglichen Realität besteht und ob dies genug sein kann. Stéphane möchte nicht ein einer Geschichte vorkommen, er schreibt, so sagt er, seine Chansons auch nicht nach der Wirklichkeit.

 

Handlung und Schreibstil

Anne ist die Ich-Erzählerin. Sie erzählt uns die Geschichte dieser Tage im Dezember und Januar, verbindet diese jedoch mit vielen Erinnerungen, weit zurück in ihre Jugend, die erste Liebe, ihre Beziehungen und das Scheitern derselben. Sie schreibt über ihre Wünsche und Träume, über die frühe Zeit ihrer Ehe mit Alexander, mit dem sie inzwischen mehr als zwanzig Jahre verheiratet ist. Gleichzeitig jedoch bindet sie uns in den Schreibprozess ein, eine Geschichte in der Geschichte, denn wir erleben fiktiv, wie das vorliegende Buch geschrieben wird. Die Sprache ist klar, dennoch intensiv, und passt zu dieser Geschichte mit ihren Unterbrüche, im dauernden Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit. Drei große Abschnitte tragen den Titel Anlaufen – Abspringen – Aufkommen. Am Ende des Buches finden sich einige kurze, ergänzende Texte.

 

Fazit

Eine facettenreiche Geschichte, die gekonnt auch das Schreiben einer Geschichte selbst in die Handlung einbindet, so mit den Handlungen und Möglichkeiten spielt und uns viel Raum für eigene Gedanken lässt

Cover des Buches Lichte Horizonte (ISBN: 9783520750013)
dr_y_schauchs avatar

Rezension zu "Lichte Horizonte" von Daniela Engist

Ein suggestiver Lesesog
dr_y_schauchvor 3 Jahren

Anne, Ende vierzig, verheiratet und Mutter, schreibt ihr zweites Buch. Dieses soll „ihr“ Buch werden, das Buch, in dem viel von ihr selbst, ihrem Leben, ihrer Vergangenheit und ihren persönlichen Erfahrungen steckt. Die Rekapitulation vergangener Ereignisse weckt Erinnerungen: an die Frau, die sie einst war, an ihre Träume, Vorstellungen und Sehnsüchte, an die Männer, die sie einst liebte – oder nicht liebte – und an die Männer, die sie einst liebten – oder auch nicht liebten.

Ihre Auseinandersetzung mit der Anne von damals führt unweigerlich zu einer Betrachtung der Anne, die sie jetzt ist, des Lebens, das sie führt, der Gegenwart, die nicht nur ein gut situiertes, solides Familienleben vorhält – sondern auch Stéphane, den faszinierenden, äußerst anziehenden Musiker, der ebenso gebunden ist wie Anne, mit dem sie aber mehr verbindet, als – möglicherweise – ihrem Seelenfrieden zuträglich ist.

„Lichte Horizonte“ war ganz anders, als ich mir vorgestellt habe. Ich dachte, es handele sich um einen dieser Romane, die mal humorvoll, mal melancholisch, manchmal auch dramatisch oder gar tragisch das Leben einer Frau von Mitte/Ende vierzig reflektieren, ein – im besten Sinne – perfektes „Buch für zwischendurch“. Doch ich musste rasch feststellen, dass die Lektüre mich mehr bewegte, beschäftigte, gedanklich vereinnahmte, als ich erwartet habe. Und das lag vor allem an der Protagonistin und Ich-Erzählerin Anne, die mir nah genug war, um mich mit ihr zu identifizieren, und zugleich fern genug, um mich zu faszinieren. Ihre Worte, ihre von zahlreichen literarischen Anspielungen begleiteten Erinnerungen und Abschweifungen in die Vergangenheit (für mich als Literaturwissenschaftlerin ein besonderer Genuss) fügen sich zu einem assoziativen Erzählfluss, einem suggestiven Sog, der mich vereinnahmte, mich nahezu absorbierte. Eine für mich intensive Lektüre, die mich auch nach ihrem Abschluss noch eine Weile weiterbeschäftigt hat.

Cover des Buches Kleins Große Sache (ISBN: 9783863514525)
Sylwesters avatar

Rezension zu "Kleins Große Sache" von Daniela Engist

müsste für mich viel kürzer und straffer sein
Sylwestervor 7 Jahren

Anfangs hatte ich viel Freude an der Sprache, den witzigen und einfallsreichen Wort- und Satzkonstruktionen, aber spätestens ab der Mitte des Buches wurde es mir viel zu langatmig. Nachdem ich aus anderen Gründen das Buch zur Seite gelegt hatte, habe ich leider den Einstieg nicht mehr geschafft, und somit bewerte ich hier nur die erste Hälfte des Buches. 


Das Buch beschreibt den alltäglichen „Wahnsinn“ der Büroarbeit in einem durchaus austauschbaren Konzern. Hierarchien, Networking, Seminare… alles ganz witzig dargestellt. Leider fehlte irgendwas, was mich weiterlesen ließ. In den Protagonisten Harald konnte ich mich trotz der seitenlangen Beschreibung seiner Gedanken nicht wirklich reinversetzen. 


Da ich selbst seit Jahren in einer großen Firma arbeite, ist mir vieles bekannt. Daher ist es jedoch für mich von geringem Interesse, darüber in meiner Freizeit zu lesen. 


Insgesamt konnte mich das Buch leider nicht begeistern und bekommt von mir für die kreativen Wort- und Satzschöpfungen 3 von 5 Punkten.

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