Daniela Matijevic Mit der Hölle hätte ich leben können

(9)

Lovelybooks Bewertung

  • 10 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 3 Rezensionen
(6)
(1)
(0)
(0)
(2)

Inhaltsangabe zu „Mit der Hölle hätte ich leben können“ von Daniela Matijevic

Was der Krieg vom Leben übriglässt Wir schicken unsere Soldaten in alle Welt. Daniela Matijevic ist eine von ihnen. Als Rettungssanitäterin hat sie Dinge erlebt, die die Grenzen unserer Vorstellungskraft sprengen. Die unfassbare Brutalität, die sie völlig unvorbereitet trifft, hat tiefe Wunden in ihrer Seele hinterlassen, die bis heute nicht verheilt sind. In ihrem Kopf hat der Krieg nie aufgehört, sie ist hochgradig traumatisiert, an ein normales Leben ist nicht zu denken. Ein aufrüttelnder Erfahrungsbericht, der zeigt, dass der Krieg alle zu Opfern macht. Kurz nach ihrer Ausbildung wird Daniela Matijevic völlig unerwartet zu einem Einsatz in den Kosovo geschickt. Sie will helfen und muss erleben, wie Gewalt und Verrohung um sich greifen und auch vor den eigenen Kameraden nicht haltmachen. Seit direkt vor ihren Augen zwei kleine Kinder von einer Mine zerfetzt worden sind, kann Daniela Matijevic über keine Wiese mehr gehen ... Noch nie hat eine Soldatin so offen über ihren Kriegsalltag gesprochen und darüber, was der Krieg mit ihr gemacht hat. Daniela Matijevic ist kein Einzelfall. Viele unserer Soldaten werden in den Krieg geschickt und setzen ihr Leben ein: in Afghanistan, vor der Küste Somalias ... – aber hinterher hilft ihnen keiner. Matijevic gibt all den Betroffenen eine Stimme, deren Leid kein Ende nimmt, auch wenn sie den Kriegsschauplatz längst verlassen haben. (Quelle:'Fester Einband/25.08.2010')
  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Rezension zu "Mit der Hölle hätte ich leben können" von Daniela Matijevic

    Mit der Hölle hätte ich leben können

    Clauschristian

    06. April 2011 um 00:28

    Frau Matijevic ist noch sehr krank und sie scheint es nicht zu wissen. Es erscheint mir so ziemlich sicher, dass Daniela Matijevic schlimme Dinge passiert sind, im Kosovo wie in Deutschland. Unglaubliche Dinge, die einer weiteren und tieferen Bearbeitung harren. Das Buch, das sie dazu geschrieben hat, ist ein Dokument ihres Verarbeitungsprozesses, es taugt allerdings nicht zur Veröffentlichung und hätte noch einige Jahre in der Schublade verdient gehabt, Jahre, die sich Frau Matijevic nicht nehmen wollte. Eine Ungeduld, die durchaus verständlich ist vor dem Hintergrund, dass sich die unter psychischen Krankheiten Leidenden durchaus dessen bewusst sind, welcher Lebensgenüsse, seien sie beruflicher oder privater Natur, sie jahrelang nicht teilhaftig sein können, weil sie nie ganz sie selbst sein können und immer, absurderweise auch und gerade in den schönen Erlebnissen, etwas Dunkles und Bedrohliches mitschwingt. Eine Ungeduld aber auch, die sich bitter rächen kann, wie wir jetzt sehen können, denn wir nehmen Anteil an einer menschlichen Katastrophe. Matijevic hat nach langen Jahren unverschuldeter Sprachlosigkeit, emotionaler Vereisung und damit verbunden auch sozialen Niederganges endlich einen Modus gefunden, ihrem aus den Fugen geratenen Innenleben etwas Kommunizierbares zu verleihen, und so auch, dem vermeintlichen Makel etwas abzugewinnen. Sie hat sich mit ihrem Problem beschäftigt, das lässt sich ihren Interviews entnehmen, etwas, was so manchem Kranken zu wünschen wäre. Sie hat Schlüsse gezogen, die sie auch öffentlich vertritt, vielleicht dann und wann mit einer Ausdauer, die ich ihr eher bei der weiteren Bearbeitung ihres Problems wünschen würde. Dabei, sie sprach in einem Interview von 700 Interviewanfragen, muss ihr irgendwie das Problem selber abhanden gekommen sein, obwohl es natürlich immer noch da ist. Ihr jetziges Verhalten, Anfragen, kritischere Kommentare wegzudrücken lässt sich eher als pathologisch beschreiben, so wenig Kritikfähigkeit findet man selten. Da gab es diese unglaublichen Erlebnisse und sie hat eine Möglichkeit gefunden, sie zu artikulieren, eine unter vielen, ich selber bevorzuge tiefer reflektierte, und Kritik daran versteht sie automatisch als Unterstellung, sie hätte sie sich gänzlich ausgedacht. So was kann schon mal als Zumutung empfunden werden, dass ihr Gegenüber vielleicht auch bei sehr schrecklichen Dingen eine gewisse Verifizierbarkeit schätzt, ist ihr schlicht nicht nachvollziehbar.und das zeigt meiner Meinung nach, dass sie den prekären Auswirkungen ihrer Erkrankung (sprich: verquere Realitätswahrnehmung) noch zu sehr unterliegt, viel mehr, als sie für wahr halten möchte. Die vielen Journalisten sind nicht die Lösung, die Streicheleinheiten, die sich so gewinnen lassen, sollten sie nicht davon abhalten, das Problem selber, ihr persönliches Problem weiterhin im Fokus zu behalten. Einer der wenigen Vorzüge dieses Buches besteht darin, dass eine breitere Öffentlichkeit Einblick darin gewinnen kann, wie es innerhalb eines Gesundungsprozesses aussehen kann, als Dokument einer gelungenen Genesung lässt es sich nur schwerlich verstehen, eher als eine Art Anklage und als Zeugnis beredter Sprachlosigkeit. Frau Matijevic ist nur das Beste zu wünschen, heißt für mich in diesem Zusammenhang, weiter suchen und nicht zu schnell das Vorgefundene für das zu halten, was man scheinbar schon immer gesucht hat.

    Mehr
  • Rezension zu "Mit der Hölle hätte ich leben können" von Daniela Matijevic

    Mit der Hölle hätte ich leben können

    Arwen10

    04. November 2010 um 17:49

    Dieses Buch hat mich sehr berührt. Es wurde vor einiger Zeit hier beim Fragefreitag vorgestellt und ich habe es mir dann direkt besorgt. Im ersten Teil des Buches erfahren wir, wie es dazu kam, dass Daniela Matijevic im Kosovo eingesetzt wurde und was sie alles dort erlebt hat. Im zweiten Teil berichtet Frau Matijevic, wie es ihr nach ihrer Rückkehr nach Deutschland ergangen ist. Frau Matijevic hat sich freiwillig 4 Jahre bei der Bundeswehr verpflichtet, sie wollte helfen, hatte hohe Ideale. Aufgrund ihrer Sprachkenntnisse wird sie unerwartet im Kriegsgebiet eingesetzt. Nun erlebt sie jeden Tag Unvorstellbares: Kinder, die von Minen zerfetzt werden, ermordete Menschen in verlassenen Dörfern, schwerstverletzte Menschen usw. Dazu muss sie noch bei der Identifizierung von Leichen aus Massengräbern helfen oder das Erlebte von Vergewaltigungsopfern dolmetschen. Für uns, die wir "gemütlich " zu Hause sitzen, ist es kaum vorstellbar, was Soldaten im Krieg erleben. Deshalb ist es wohl auch so, dass nach Frau Matijevics Heimkehr alle Behörden so reagiert haben, als wäre das gar nicht so schlimm.. Im Buch wird ja nur ein Teil der Zeit im Kosovo wiedergegeben, es ist noch viel mehr, was die Soldaten im Kosovo erlebt haben und man fragt sich als Leser unwillkürlich. Kann man das überhaupt jemals verarbeiten ? Die Soldaten, die wieder nach Hause kommen, müssen das Erlebte erst verarbeiten. Sie haben Alpträume, können nicht schlafen, leiden unter Flashbacks uä. Ein normales Familienleben wird für einen Familienvater nach der Rückkehr aus dem Krieg kaum möglich sein. Es ist gut, dass es solche Bücher gibt, damit es ein Umdenken gibt. Leider viel zu spät, für viele Betroffene. Es zeigt auch, Krieg ist kein Spaziergang, Krieg ist eins der schlimmsten Dinge auf der Welt und hinterlässt neben vielen Toten und Verletzten, auch viele seelische Verletzungen. Daniela Matijevic konnte ihren Wunschberuf Ärztin, nicht mehr ergreifen, sie fühlte sich nicht mehr in der Lage, mit Leichen zu arbeiten. Normales Arbeiten ist nicht möglich, da sie unter Flashbacks (in denen erlebt man eine bestimmte Situation immer wieder und plötzlich) leidet, dazu kommen noch Schlaflosigkeit und schwere Schuldgefühle ua. Selbst im normalen täglichen Leben sind Tätigkeiten wie Braten von rohem Fleisch beinahe unmöglich. Bestimmte Gerüche wecken sofort Erinnerungen an den Krieg oder führen zu Flashbacks. Es bleibt mir nur, ihr alles Gute zu wünschen mit der Hoffnung, dass sie eines Tages weniger darunter leidet. Das Buch ist sehr gut zu lesen und sehr persönlich und sehr zu empfehlen für alle die sich für das Thema interessieren.

    Mehr
  • Frage zu "Mit der Hölle hätte ich leben können" von Daniela Matijevic

    Mit der Hölle hätte ich leben können

    Garfield

    Wann hast Du Dich entschlossen aus Deinen Erfahrungen ein Buch zu machen? Gab es einen bestimmten Auslöser oder erschien es Dir einfach als einzig richtige Lösung zur Verarbeitung? Und wer ist überhaupt dieses Hundetier auf dem Bild?
    Garfield *schnurr*

    • 2
  • Rezension zu "Mit der Hölle hätte ich leben können" von Daniela Matijevic

    Mit der Hölle hätte ich leben können

    elschummi

    18. September 2010 um 13:10

    Was der Krieg vom Leben übrig lässt. Daniela Matijevic, deutsche Soldatin im Kosovo schrieb das Buch "Mit der Hölle hätte ich leben können. Eine junge Frau von 35 Jahren, die ihre Erlebnisse von ihrem Kosovo-Einsatz vor 10 Jahren schildert, Erfahungen und quälende Gedanken, die keinen mehr loslassen. Blutende Kinder, Männer und Frauen. Eine brennende Hölle für die Menschen im Krieg, egal ob für Soldaten, Soldatinnen, Helfer oder Zivilisten, die diese Erlebnisse ihr Leben lang mit sich tragen und nicht mehr zum gewohnten Leben zurückkehren können. Sie werden mit den Jahren wohl etwas verblassen doch niemals wieder verschwinden, sie werden immer Teil der Menschen sein, die diesen Kosovo-Krieg mit- und überlebt haben. Daniela Matijevic war stark genug, ihre Erlebnisse und Alpträume in diesem Buch aufzuschreiben und so den Druck, der auf ihr lastet etwas zu verringern. Denn wem soll man von seinen Qualen erzählen? Familie und Freunde damit belasten? Jeder kann sich selbst entscheiden, dieses Buch zu lesen und dann nur erahnen, was Daniela Matijevic und viele andere Menschen in der Hölle des Kosovo erleben mussten. Daniela Matijevic hat nun den Deutschen Verteranenverband gegründet, für die Menschen, die Einsätze im Krieg hatten und diese schrecklichen Erlebnisse ertragen müssen. Dort kann vielleicht geholfen werden, diese Erlebnisse zu verarbeiten, darüber zu reden, den Menschen Hilfen zukommen zu lassen. Bei einem Interview am 06.09.2010 zum Hamburger Abendblatt, sagt sie und das hat mich zum Nachdenken gebracht: Klar ist es schlimm was in einem Einsatz passiert. Aber zurückkommen und behandelt zu werden wie ein Penner, das hat mich wütend gemacht. So eine Behandlung hätte mich auch wütend gemacht. Ich kenne Daniela Matijevic nicht und auch nicht ihr Buch. Eine Freundin hat mich auf sie aufmerksam gemacht und ich finde, Daniela Matijevic hat verdient, dass ihr Buch eine breite Masse von Menschen erreicht, die wissen wollen was unsere Landsleute erleben müssen.

    Mehr
  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks

    Mit der Verwendung von LovelyBooks erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir und unsere Partner Cookies zu Zwecken wie der Personalisierung von Inhalten und für Werbung einsetzen.