Daniela Ohms

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Interview mit Daniela Ohms

Interview von LovelyBooks mit Daniela Ohms im März 2012

1) Wie bist Du zum Schreiben gekommen und was begeistert dich daran besonders?

Das Schreiben hat mich schon begeistert, als ich meine erste Geschichte zu Papier gebracht habe. Etwa mit 14 Jahren bin ich dann dazu übergegangen, den Großteil meiner Freizeit mit dem Schreiben zu verbringen. Seitdem war mein Berufsziel klar und im Erwachsenenalter habe ich dem Schreiben alle anderen Berufsideen untergeordnet. Beim Schreiben fasziniert mich, dass ich dabei nicht mehr an die Realität gebunden bin. Vor allem in der Fantasy sind wenige Grenzen gesetzt. Solange ich es so darstelle, dass es dem Leser glaubwürdig erscheint, kann ich alles zum Leben erwecken, was meine Phantasie hergibt. Ich kann die Welt aus vielen verschiedenen Perspektiven betrachten und ich liebe es, zusammen mit meinen Figuren ein spannendes Parallelleben zu führen.

2) Welche Bücher/Autoren liest Du selbst gern und wo findest bzw. suchst Du Empfehlungen für den privaten Buchstapel?

Ich selbst lese gerne düstere Bücher mit spannend dargestellten Emotionen, die man miterleben kann. Vom Genre her gerne Fantasy oder Historienromane. Aber ob ein Buch gut ist oder nicht, hängt meiner Meinung nach nicht nur am Thema sondern vor allem daran, ob die Figuren „lebendig“ und glaubwürdig sind oder nicht. Das jetzt an speziellen Autoren festzumachen, wäre mir zu einseitig. Dadurch, dass ich viel mit anderen Autoren zu tun habe und allzu oft spannende Verlagsprogramme vor der Nase habe, ist meine Wunschliste von ganz allein weit umfangreicher, als meine Lesezeit. Die ist nämlich leider ziemlich eingeschränkt, da ich ohnehin nicht mehr zwischen Arbeits- und Freizeit trenne und fast jede Minute zum Schreiben verbrauche.

3) Wo holst Du Dir die Ideen und Inspiration fürs Schreiben?

Die Ideen kommen von überall her. Es kommt immer wieder vor, das aus ganz kleinen Anstößen eine gute Idee wird, aus einer kleinen Beobachtung oder einer interessanten Bemerkung, die jemand macht. Manchmal habe ich zuerst ein Thema, manchmal eine Figur. Ich habe sogar schon Ideen aus einem interessanten Schauplatz entwickelt. Aber am leichtesten ist es, wenn ich die Figur zuerst habe. In der Fantasy sind die Protagonisten ja meistens spezielle Kreaturen und damit habe ich dann auch schon ein Repertoire an Problemen, die sie mitbringen. Dann suche ich Mitstreiter und Gegner der Figuren, am liebsten sind mir dabei Charaktere die Gutes und Böses in sich vereinen, so dass sich Helfer und Feinde nicht immer gleich erkennen lassen. Für die fehlenden Puzzlestücke recherchiere ich dann viel im Internet. Dort stoße ich in der Regel auf eine Fülle von interessanten Ideen, die sich mit dem verknüpfen lassen, was ich schon habe. Gepaart mit viel Phantasie wird dann meistens etwas Innovatives daraus. Und jetzt fragt mich bitte nicht, woher die Phantasie kommt. Keine Ahnung ;-)

4) Wie und wann schreibst Du normalerweise, kannst Du dabei diszipliniert vorgehen oder wartest du, bis Dich in einer schlaflosen Nacht die Muse küsst?

Ich gehe ziemlich diszipliniert vor und schreibe morgens und mittags, wenn meine Kinder in der Schule und im Kindergarten sind, und abends, wenn sie schlafen. Das muss ich auch, sonst würde ich einen Roman gar nicht innerhalb der Fristen fertig bekommen. Natürlich ist es schön, wenn mich die Muse küsst, dann geht es schneller. Aber das ist vor allem dann wichtig, wenn ich gerade ein Exposé entwickele. Ich strukturiere die Geschichte immer zuerst von vorne bis hinten. Dazu schreibe ein Treatment, wo ich in 50 bis 70 Seiten schon einmal alle Handlungsstränge in die richtige Reihenfolge bringe und auch die Szenen bereits entwickele. Wenn man das sorgfältig gemacht hat, geht das „Ausschreiben“ hinterher vergleichsweise schnell und ich muss dann auch nicht mehr auf den Musenkuss warten, weil ich ja immer schon weiß, was als nächstes passieren soll.

5) Welche Wünsche hast Du im Bezug auf Deine Bücher und Deine Arbeit für die kommenden Jahre?

Ich wünsche mir, dass sich viele Leser für meine Bücher finden und dass sie meine Figuren und Geschichten genauso gerne mögen wie ich. Für meine Arbeit wünsche ich mir im Grunde, dass es so weitergeht, wie es jetzt begonnen hat, dass meine Verlage weiterhin gerne mit mir zusammenarbeiten und noch viele schöne Bücher entstehen. Nebenbei (wenn ich mal einer Zauberfee begegnen sollte) hätte ich gerne noch ein bisschen Extra-Zeit zum Schreiben, denn so wie es aussieht, habe ich in den nächsten Jahren sehr viel zu tun.

6) Wie fühlt man sich, wenn man erfährt, dass das erste eigene Buch veröffentlicht wird?

Ich dachte immer, dass ich dann total euphorisch sein müsste. Aber so ist es nicht. Es zeichnet sich ja vorher schon ab: Das erste Buch, das ich verkauft habe (welches jetzt das zweite ist, was veröffentlicht wird), habe ich schon zusammen mit einer Lektorin vom Knaur-Verlag entwickelt und alle waren immer sehr begeistert. Ich habe das Buch also mit sehr viel Euphorie geschrieben, immer mit dem Hintergedanken, dass es schon mit dem Teufel zugehen müsste, wenn daraus nichts wird. Als ich dann irgendwann den Vertrag in den Händen hatte, war ich vor allem erleichtert. Das war auch das vorherrschende Gefühl, als ich für „Harpyienblut“ die Zusage bekommen habe. Als Autor lernt man es mit der Zeit, die Emotionen bei Bewerbungen möglichst flach zu halten. Entsprechend wird es dann am Ende nicht der Luftsprung, sondern ein ziemlich schwerer Stein, der vom Herzen fällt.