Daniela Rohr Im Turm des Panopticons

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Inhaltsangabe zu „Im Turm des Panopticons“ von Daniela Rohr

Unglaublich gut. Beklemmend, überraschend und zeitgleich witzig.

— jillnollauthor
jillnollauthor

Ungewöhnlich spannend und mit einer überraschenden Auflösung. Sehr empfehlenswert!

— Ulrike_Jonack
Ulrike_Jonack

Lesenswerte SciFi aus deutscher Feder

— burnedeyez
burnedeyez

Eine zwingende Novelle, der man sich einfach nicht entziehen kann!

— Wortmagie
Wortmagie
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  • Spannend!

    Im Turm des Panopticons
    Ulrike_Jonack

    Ulrike_Jonack

    04. November 2015 um 15:50

    Ich weiß gar nicht mehr, wie ich auf „Im Turm des Panopticons“ von Daniela Rohr aufmerksam wurde. Wahrscheinlich über einen Blog. Jedenfalls war es kein Blindkauf, sondern ich hatte mich von guten (Kurz)Rezensionen anlocken lassen.   Inhalt   Die Novelle, wie Daniela Rohr selbst die Geschichte nennt, erzählt von Linea, die einen sechsmonatigen Job im Panopticon absolviert. Dies ist ein über der Erde schwebendes Gefängnis für Aufrührer und Quertreiber; Linea soll die Gefangenen überwachen. Und zwar buchstäblich: Die Zellen haben Glaswände, es gibt nicht den geringsten Rückzugsraum – nicht mal fürs Waschen oder den Toilettengang –, und Linea kann jederzeit jeden beobachten.   Schon am Anfang der Geschichte kommt es jedoch zu seltsamen Dingen. Es beginnt damit, dass ein Gefangener in die Kamera starrt, als könne er seinerseits Linea sehen. Dann scheinen die Reaktionen anderer darauf hinzudeuten, dass die Gefangen sie auch hören. Sekundenlang ist eine Zelle leer. Und der Computer Alexa, der Linea eigentlich unterstützen und schützen soll, beginnt offenbar zu lügen. Auch ein Systemneustart hilft nicht …   Ausführung   Ich habe selten eine so hochspannende Story gelesen. Die zunehmenden Probleme, die immer offensichtlichere Lügerei des Computers, beängstigende Halluzinationen – sind es welche? fühlt sich nicht so an – und das immer verrücktere Verhalten der Gefangenen verdichten sich gekonnt zu einem Spannungsbogen, wie man ihn so effektiv nicht sehr oft antrifft. Schade, dass die Auflösung so viel Raum einnimmt – auch wenn auch sie absolut nicht langweilig ist, wäre eine kompakterer Schluss perfekt gewesen.   Dabei ist der Klang des Textes durchaus nicht ungewöhnlich, Sound und Rhythmus verlangen dem Leser nicht viel ab. Die Wortwahl hingegen ist mitunter ungewöhnlich und geht auch schon mal schief; die Bilder zu Lineas nervlichem Zustand zum Beispiel habe ich nicht immer problemlos vor meinem inneren Auge sehen können.   Auch in Sachen Logik ist nicht alles perfekt, wobei mich am allermeisten der Schlusssatz massiv irritiert. Es mag „politisch korrekt“ sein, aber ich habe keine Ahnung, auf welche Stelle im Plot er sich bezieht. Ohne zu viel verraten zu wollen: Linea fragt Alexa, wie sie sie zu etwas bestimmten gebracht hat, und ich habe auch mit Nachblättern nicht gefunden, wo Alexa das getan haben soll. Aber vielleicht ist das ja der „Gag“, vielleicht ist das das Problem, auf das die Autorin hinaus wollte …   Bevor der Eindruck entsteht, dass das Buch an diesen „Fehlern“ leidet: Das tut es nicht, ich meckere mal wieder auf hohem Niveau. Dass das Buch im Selfpublishing (über den entsprechenden amazon-Service) erschienen ist, merkt man nur am Impressum und den Werbe-Seiten am Schluss.   Fazit   „Im Turm des Panopticons“ ist ein hochspannendes Buch, mit nur sehr, sehr wenigen Macken. Die größte: Es ist mit knapp 100 Seiten irgendwie zu kurz, sowas möchte ich gern länger genießen. Andererseits erlaubt diese Kürze, einiges, was logisch nicht ganz durchdacht wirkt, im Unklaren zu lassen, ohne dass dem Leser das Logik-Poblem zu sehr unter die Nase gerieben wird.   Übrigens …   … wer bei dem Thema „Linea überwacht von Staats wegen selbst die Intimsphäre der Leute“ glaubt, er ahne schon, worauf die Auflösung hinausläuft, wird sein blaues Wunder erleben. DAMIT hab selbst ich nicht gerechnet und ich habe inzwischen eine gewisse Routine beim Vorhersehen der Schluss-Optionen.

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  • Undurchsichtig bis zum Schluss

    Im Turm des Panopticons
    anra1993

    anra1993

    25. June 2015 um 11:01

    Ich finde, dass das Cover schon verdeutlicht, um welches Genre es sich handelt. Durch seine Aufmachung und die Farben finde ich es gut gelungen. Mich erinnern die Kreise an ein Auge, ein Auge, welches allwissend ist. Ob das eine wichtige Rolle spielt? Eigentlich hatten wir in der Geschichte nur Linea als Charakter. Linea war für mich ein Rätsel und etwas oberflächlich gestaltet. Lediglich hat man von ihr nur erfahren, dass sie über viele Gefangene wacht und nach und nach das Gefühl hat, dass seltsame Dinge vor sich gehen oder sie an Wahnvorstellungen leidet.Ich konnte mit Linea gut mitleiden und mich auch in sie hineinversetzen. Wer möchte denn schon gerne hören, dass mit einem etwas nicht stimmt?Ansonsten treffen wir noch auf die Stimme aus dem Off, Alexa. Alexa versucht immer wieder Linea zu helfen, aber auch sie zu beeinflussen. Der Spannungsbogen hatte etwas geschwankt, jedoch finde ich, dass das Buch sich gut hat lesen lassen. Die Autorin hatte es geschafft, mich auf eine falsche Fährte zu lotsen und somit war das Ende für mich nicht offensichtlich und hatte mich doch überrascht. Ich muss auch sagen, dass die Autorin mich zum Teil echt verwirren konnte. Irgendwann wusste ich selbst nicht mehr genau, was jetzt die Wahrheit ist und was nicht.

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  • Lesenswerte SciFi aus deutscher Feder

    Im Turm des Panopticons
    burnedeyez

    burnedeyez

    08. April 2015 um 23:05

    Ich möchte gleich vorweg sagen, dass diese Besprechung nicht ganz ohne Spoiler auskommen wird. Zwar widerstrebt es mir aus genau diesem Grund, sie zu schreiben, aber wie sagt man so schön “Was muss, das muss”. Wer sich also daran stört, möge nicht auf “Weiterlesen” klicken, sondern die Besprechung an dieser Stelle einfach mit den Worten “Keine schlechte SciFi-Novelle” beschließen und sich selbst eine Meinung bilden. “Im Turm des Panopticons” ist die dritte Veröffentlichung von Daniela Rohr und wandelt, wie auch ihre Kurzgeschichtensammlung “Der Zeit-Zwirbel-Effekt & seine Knöpfchendrücker” auf Science Fiction-Pfaden. Durch die Novellenform nimmt die Geschichte schnell Fahrt auf und schnell erwischt man sich dabei, dass man das Büchlein nicht mehr aus der Hand legen möchte. Fast möchte man sagen, dass die Autorin durch gezielt eingesetzte Schockmomente, wie ich es bei Filmen betiteln würde, den Leser immer wieder dann am Kragen packt, wenn der Spannungsbogen etwas abzusacken droht. Das macht Spaß, das ist gelungen. Auch die Stimmung in der Kommandozentrale der Raumstation ist sehr gut präsentiert, man fühlt mit Linea mit und kann sich gut in sie hinein versetzen. Klaustrophobisch, düster, teilweise erschreckend. Bis dann schließlich der Story-Twist kommt. Und an dieser Stelle auch der bereits angekündigte Spoiler. Man kann nicht sagen, dass die Story ab diesem Moment weniger bedrückend und erschreckend wird, eher ist das Gegenteil der Fall. Allerdings stellt man auch fest, dass Daniela Rohr sich ab diesem Moment recht großzügig bei einem meiner persönlichen Highlight-Filme aller Zeiten bedient, “Event Horizon”. Das stößt mir persönlich ein wenig bitter auf, ändert aber nichts daran, dass die Novelle auch (oder vielleicht besser gesagt besonders”) ab diesem Zeitpunkt ein regelrechter Schlag in die Kauleiste wird. Ein Ende, welches sicherlich nicht vorhersehbar, dafür aber bedrückend und auf seine Art und Weise zudem ziemlich grausam ist und dafür sorgen wird, dass man sich als Leser sicherlich auch noch eine Weile nach dem Genuss des Büchleins damit beschäftigen wird. Charakterlich kann man zu “Im Turm des Panopticons” nicht viel sagen. Das ganze ist im Grunde genommen eine ziemliche One Woman-Show mit ein paar kurzen Gastauftritten. Gerade deshalb ist die Hauptfigur Linea jedoch zu jeder Zeit überzeugend. Bedingt durch die Kürze der Geschichte wie auch der Handlung wäre nicht viel Platz für eine große Ausarbeitung und Entwicklung von vielen Figuren gewesen. Das umschifft die Autorin gekonnt, indem sie sich auf eine Person konzentriert, dem Leser gerade genug vom persönlichen Hintergrund mitteilt, um diese echt wirken zu lassen und sich davon abgesehen auf das Hier und Jetzt und die aktuellen Gedankengänge zu beschränken. Das funktioniert gut, sorgt nur noch mehr für klaustrophobische und beängstigende Stimmung und sorgt für ein gehöriges Maß an Identifikation mit Linea. Am Stil gibt es nichts auszusetzen. Daniela Rohr präsentiert mit “Im Turm des Panopticon” einen gelungenen Science Fiction-Thriller, der trotz der Kürze nicht oberflächlich ist, sondern den Leser gefangen nimmt. Die Story ist zugänglich geschrieben und lässt sich flott in einem Rutsch durchlesen. Wer bei dem Wörtchen “Selbstverlag” nun an ein schlecht korrigiertes Manuskript, welches nur ein paar Euro in die Tasche des Autoren spülen soll, denkt, kann beruhigt werden. Die Novelle hat offensichtlich ein gutes Korrektorat genossen, so dass es keine störenden Tippfehler, Buchstabenverdreher oder ähnliches gibt. Fazit: “Im Turm des Panopticons” ist eine gelungene Mischung aus Science Fiction, Thriller und letztlich auch Dystopie. Spannend und atmosphärisch geschrieben mit einer überzeugenden Hauptfigur sind die gut 100 Seiten schnell Geschichte. Das Ende ist auf seine Weise brutal und in jedem Fall unvorhersehbar. Abzüge in der B-Note gibt es aber dennoch, denn die starke “Event Horizon”-Anlehnung kann ich als Freund des Films einfach nicht unkommentiert übersehen und stehen lassen.

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  • Kannst du deinen Erinnerungen trauen?

    Im Turm des Panopticons
    Ajana

    Ajana

    26. February 2015 um 19:48

    *Inhalt* Das Panopticon: Raumschiff, gläsernes Gefängnis und Arbeitsplatz von Linea Wermut. Im Turm – einer beengten Kapsel, in der sie lebt, alles steuert und überwacht – ist die sanfte Stimme des Computers ihre einzige Gesellschaft. Knapp eintausend Gefangene stehen unter Lineas Aufsicht. Keiner von ihnen kann sie sehen – keiner weiß, wann sie zusieht. Nur warum scheint es plötzlich so, als wüssten die Insassen genau, wann sie von ihr beobachtet werden? Linea glaubt nicht an Zufälle. Entgegen aller Widerstände versucht sie das seltsame Verhalten der Häftlinge zu ergründen. Ein großer Fehler, wie sie bald feststellen wird … Quelle: Homepage der Autorin *Meine Meinung* Vielen Dank erstmal an die Autorin, die mir das Ebook als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat =) Ich habe es jetzt auch endlich geschafft, die Geschichte zu lesen. Über den Inhalt möchte ich jetzt nicht so viel sagen, da das Buch nur 102 Seiten hat, da es sich um eine Novelle handelt. Ich denke die Beschreibung oben sagt auch schon viel aus. Ich muss sagen, dass ich schnell gefesselt war von dem Inhalt des Buches. Die Autorin hat wirklich eine packende Geschichte rund um LInea geschrieben, die in einer Kapsel lebt und Wächterin über viele Gefangene ist. Eigentlich ist ihr Leben sehr langweilig und einsam. Nur der Computer ist ihre einzige Gesellschaft. Es passiert nicht viel den ganzen Tag bis Linea das Gefühl hat, dass die Gefangenen sie beobachten. Sie starren in die Kamera und sie scheinen ihr etwas zuzuflüstern. Was ist da nur los? Hat Linea eine typische Weltraumkrankheit, dass sie sich jetzt schon Sachen einbildet oder ist das ganze vielleicht eine große Verschwörung gegen sie? Die Autorin hat es geschafft, die ganze Novelle über die Spannung zu halten, sodass es einem nicht langweilig wird. *Mein Fazit* Leider kann ich ja zu dem Inhalt an sich nicht viel sagen, sonst würde ich die ganze Entwicklung vorwegnehmen. Ich muss gestehen, dass ich nicht wirklich ein Fan von Novellen bin. Das Ende kam deshalb auch sehr schnell und hat mich ein wenig verwirrt zurückgelassen. Wenn man überhaupt über ein Ende sprechen kann. Das Buch endet mit einer Frage von Linea und für mich finde ich es schade, dass die Geschichte damit endet. Ich bin kein Fan von offenen Enden und so kam es für mich rüber. Was passiert weiter mit Linea? Ich hätte gerne noch mehr von ihr gelesen. Die Geschichte an sich hat mir wirklich sehr gut gefallen, auch wenn manche Details vielleicht auch ein wenig überzogen waren. Da ich aber  das Ende nicht so ganz nachvollziehen kann und mir ein paar mehr Seiten gewünscht hätte, kann ich dem Buch leider nur 3 Sterne geben. An sich würde ich aber gerne mal eine längeres Buch von der Autorin lesen. Wenn es genauso packend wie diese kurze Novelle vom Schreibstil her wäre, könnte ihr mir so ein Buch zwischen 300-400 Seiten gut vorstellen. Allein aus dieser Novelle hätte man einen richtig guten Science Fiction Roman machen können, wenn man die ganze Geschichte insgesamt erzählt hätte und auch mehr von Linea und den Jahren davor erfahren würde.

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  • Im Weltall hört dich niemand schreien

    Im Turm des Panopticons
    Wortmagie

    Wortmagie

    25. February 2015 um 10:22

    Die Autorin Daniela Rohr trat vor zwei, drei Wochen mit der Bitte um eine Rezension an mich heran. Sie schlug mir vor, entweder ihre Roman-Collage „Der Zeit-Zwirbel-Effekt und seine Knöpfchendrücker“, die aus 11 zusammenhängenden Kurzgeschichten besteht, oder die Novelle „Im Turm des Panopticons“ zu rezensieren. Beide Werke sind dem Genre Science Fiction zuzuordnen. Reine Science Fiction lese ich sonst eher nicht, aber für mich klang „Im Turm des Panopticons“ so spannend und interessant, dass ich neugierig wurde. Ich nahm ihre Bitte mit Freuden an. Im Turm des Panopticons erfüllt Linea Wermut ihren Dienst. Das Herz des gigantischen, interstellaren Gefängnisses ist bereits seit über 5 Monaten ihr Arbeitsplatz. Als Wärterin ist es ihre Aufgabe, rebellische SystemkritikerInnen zu beobachten – ohne dass die Insassen es bemerken. Unzählige Kameras, gläserne Zellen und das zentrale Computersystem „Alexa“ machen die totale Überwachung möglich. Alles ist genau wie immer für Linea – das heißt, hauptsächlich sterbenslangweilig. Doch dann scheint einer der Gefangenen bei einer Routineüberprüfung der Zellen genau in die Kamera zu starren. Direkt in Lineas Gesicht. Als wüsste er, dass sie da sei. Was absolut unmöglich ist. Linea fühlt sich unbehaglich, schiebt den Vorfall jedoch schnell gedanklich beiseite. Er kann sie nicht sehen. Keinesfalls. Aber als Linea weitere seltsame Verhaltensweisen der Insassen auffallen, kommt ihr der Gedanke, dass sie sie doch sehen könnten, plötzlich gar nicht mehr so absurd vor… Dafür, dass ich reine Science Fiction normalerweise meide, hat mich „Im Turm des Panopticons“ sehr positiv überrascht. Vielleicht sollte ich dem Genre doch ab und zu eine Chance einräumen und mich darauf einlassen. Diese Novelle von Daniela Rohr ist ein wirklich spannender Psycho-Trip, der die LeserInnen schnell in eine Dimension führt, in der Realität und Einbildung parallel zueinander zu existieren scheinen. Es ist, als würden sich verschiedene Versionen derselben Situation über einander legen, sodass alles irgendwie zusammen passt, irgendwie aber auch überhaupt nichts. Ich fühlte mich, als würde ich durch dicken Nebel waten; am Rande konnte ich immer wieder Schemen der Wahrheit ausmachen, die jedoch konturlos blieben. Umso spaßiger und aufregender war es, zu raten, was denn nun tatsächlich mit Linea geschieht. Erst ganz am Ende löst Daniela Rohr diesen Nebel auf – mit einem Knall, der sich gewaschen hat. Die Zugkraft der Geschichte geht meines Erachtens nach von der Protagonistin Linea aus. Sie ist eine wirklich starke Figur, in die ich mich sofort hineinversetzen konnte. Ich denke, die Identifikation mit ihr fiel mir besonders leicht, weil ich mich in einigen Szenen vermutlich ganz ähnlich verhalten hätte. Als ihre Paranoia zunehmend drängender wurde, konnte auch ich mich ihrem Einfluss nicht ganz entziehen. Ich begann zu zweifeln. Trotzdem ließen sich all die Jahre Thriller-Erfahrung nicht völlig ausknipsen, am Ende war meine Intuition doch unbestechlich. Aber ich liebe ja den Moment, in dem mir vom Autor oder in diesem Fall der Autorin gesagt wird, dass ich auf der richtigen Fährte war. Die Auflösung der tatsächlichen Situation konnte ich in ihren Details selbstverständlich nicht vorhersehen, was auch gut so war, allerdings war es ein gutes Gefühl, zu wissen, dass mich Daniela Rohr nicht völlig verwirren konnte. ;) Darüber hinaus hat mich die bedrohliche, beklemmende Atmosphäre nachhaltig beeindruckt. Die Darstellung der absoluten Isolation, in der sich Linea befindet, ist Daniela Rohr hervorragend gelungen. Diese Isolation ist der Ausgangspunkt aller Entwicklungen, denn Linea ist nicht nur von den Insassen des Gefängnisses komplett abgeschottet, sondern auch von der Erde. Sie kann telefonieren, aber ansonsten ist ihr einziger Kontakt die künstliche Intelligenz des Computersystems Alexa. Wie sagt man so schön? „Im Weltall hört dich niemand schreien“. Genau das macht die Situation so vertrackt und unheimlich. Sie ist ganz allein. Niemand kann ihr helfen. Niemand versteht ihre Ängste. Wie reagiert man, wenn man das Gefühl hat, langsam verrückt zu werden und außer der unausweichlichen Rationalität eines Computers keinen Beistand bekommt? Ich konnte voll und ganz nachvollziehen, wie verzweifelt Linea sich gefühlt hat. Wem sollte sie glauben? Ihren eigenen Augen oder Alexas Logik? „Im Turm des Panopticons“ ist eine zwingende Novelle, der man sich als LeserIn gedanklich einfach nicht entziehen kann. Man kommt nicht darum herum, sich zu fragen, wie man selbst handeln würde, wäre man in Lineas Position. Daniela Rohr hat meiner Meinung nach eine Menge Potential und Talent, das sich vor allem darin zeigte, dass ich selbst irgendwann nicht mehr sicher einschätzen konnte, was Wirklichkeit ist und was Einbildung. Das Ende der Geschichte setzt dann noch mal einen drauf; völlig unvorhersehbar, selbst wenn man glaubt zu wissen, was mit Linea passiert und ebenso nachhaltig wie die Atmosphäre. Ich erwische mich auch jetzt noch manchmal dabei, dass ich darüber nachdenke, weil mich die aufgeworfene Frage einfach beschäftigt. Ich kann euch dieses kurze Werk begeistert empfehlen, aber wenn ihr es lesen möchtet, nehmt euch einen Tag Zeit, an dem ihr sonst nichts anderes vorhabt, denn ich bin überzeugt, ihr wollt und könnt es nicht mehr aus der Hand legen. Ich bedanke mich von Herzen bei Daniela Rohr, die mir ihr Werk als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat und außerdem wahnsinnig freundlich war. Wollt ihr mehr über sie und ihr Schaffen wissen? Dann schaut doch mal auf ihrer Website vorbei!

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  • Spannend bis zum Schluss!

    Im Turm des Panopticons
    victoria1986

    victoria1986

    08. February 2015 um 10:29

    Inhalt Linea hat die Aufsicht über die knapp 1000 Gefangenen im Panopticon, einer Raumstation im All. Die Computerstimme Alexa ist ihre einzige Gesellschaft in dem beengten Überwachungsturm, von dem Linea aus alles steuert und überwacht. Obwohl die Insassen nicht wissen, ob und wann sie beobachtet werden, machen sie plötzlich den Eindruck, als könnten sie Linea sehen und hören. Linea glaubt nicht, dass dies Zufall ist. Sie möchte herausfinden was vor sich geht und wird auf schreckliche Dinge stoßen... Rezension Der Schreibstil der Autorin ist sehr flüssig und spannend. Die Seiten flogen nur so dahin und ich konnte mich nicht mehr losreißen und las die kurze Geschichte in einem Schwung durch. Linea lebt für sechs Monate allein in der Raumstation Panopticon als Gefängniswärterin. Sie hat zu den Insassen keinen persönlichen Kontakt. Einzig allein der intelligente Computer Alexa leistet ihr Gesellschaft. Linea ist eine taffe, resolute junge Frau, die so leicht nichts erschrecken kann. Doch das alles ändert sich, als die Insassen plötzlich den Eindruck machen, als ob sie wüssten, dass Linea sie beobachtet. Zudem geschehen sehr merkwürdige und erschreckende Dinge. Linea hört Stimmen und bekommt langsam das Gefühl psychisch krank zu sein. Die Handlung ist sehr spannend aufgebaut. Der Spannungsbogen nimmt schon nach wenigen Seiten zu und kann sich bis zum Ende permanent weiter steigern. Ich wusste nicht, was genau mich erwartet, und dachte nach einer Weile ich wüsste worauf es ungefähr hinausläuft. Doch ich wurde überrascht! Das Ende der Geschichte, sowie die Entwicklung dahin blieben spannend und unvorhersehbar. Mein Fazit Dieses eBook war eine überaus positive Überraschung. Ich habe mit einer interessanten Geschichte gerechnet, aber nicht auf diesem Niveau! Die Autorin hat mit Linea einen glaubhaften Charakter erschaffen. Die Handlung ist äußerst spannend und Lineas Kampf mit ihrer Psyche nachvollziehbar. Ein sehr überzeugender Science-Fiction-Psychothriller für zwischendurch, der mich nachdenklich zurückließ. Absolut empfehlenswert! Ich vergebe 5 Sternchen.

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