Daniela Schetar-Köthe , Friedrich Köthe DuMont Bildatlas Sachsen

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Inhaltsangabe zu „DuMont Bildatlas Sachsen“ von Daniela Schetar-Köthe

Kompakt zusammengefasst beschreibt der DUMONT Bildatlas anschaulich und übersichtlich die Region und bietet ein umfassendes Service- Paket. Jedes Kapitel beinhaltet fundierte Hintergrundtexte und übersichtliches Kartenmaterial. Darüber hinaus die Top- Sehenswürdigkeiten (»Highlights«) sowie ein Informationsteil mit Adressen der jeweiligen Tourismusbüros, empfehlenswerten Hotels und Restaurants, immer mit Anschrift, Öffnungszeiten und Internet-Links versehen. Hinzu kommen von den Autoren selbst getestete Aktiv-Tipps und eingestreute Reportagen und Specials, die kenntnisreich und kritisch über die Besonderheiten der Region berichten. Abgerundet wird der Bildatlas durch das abschließende Servicekapitel, das praktische und allgemeine Informationen zum Alltag und für die Vorbereitung der Reise beinhaltet. Der DUMONT Bildatlas überzeugt durch lebendige Fotos, Informationen, Tipps und Karten und ist ideal zum Vorbereiten einer Reise, zur Orientierung vor Ort oder als Erinnerung an eine schöne Reise.
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  • Sachsen aus der Fremde erklärt

    DuMont Bildatlas Sachsen
    R_Manthey

    R_Manthey

    07. March 2017 um 09:57

    Sachsen ist zwar nur ein kleines Bundesland, dafür aber eines mit einer reichhaltigen Geschichte,  vielen Traditionen und einem kulturellen Erbe, das für ganz Deutschland von Bedeutung ist. Abgesehen davon verzaubern ganz unterschiedliche Landschaften und Städte Sachsens Besucher. Die Autoren versuchen das in diesem Reiseführer einzufangen. In einer für diese hervorragende Reihe typischen Vorgehensweise befassen sie sich zunächst mit Dresden, aber auch mit der ewigen und völlig verschiedenen Konkurrentin Leipzig. Wer Dresden besucht kommt auch nicht am Elbsandsteingebirge und dem Elbland vorbei. Es liegt quasi vor Dresdens Haustür. Nicht viel weiter entfernt findet man die östlichen Ausläufer des Erzgebirges und die Oberlausitz. Das ganz auf der anderen Seite Sachsens liegende sächsische Vogtland bekommt in diesem Heft schließlich auch noch seinen ihm gebührenden Platz. Im Band 182 der Reihe sucht man den Begriff  "Dumont-Bildatlas" zwar nicht vergeblich, aber er ist inzwischen so klein auf dem Cover versteckt, dass man ihn glatt übersehen kann. Ich fand diese Bezeichnung sowieso schon immer etwas irreführend, denn in Wirklichkeit handelt es sich bei diesen Heften um spezielle Reiseführer mit einem hohen Anteil sehr schöner Bilder, die dem Betrachter einen Besuch erst so richtig ans Herz legen wollen. Das ist auch in diesem technisch sehr gelungenen Band nicht anders. Der Informationsteil ist dem eines normalen Reiseführers ebenbürtig, will aber nicht umfänglich informieren, sondern nur Hinweise für die vorgestellten Reiseziele liefern. Und das tut er sehr gut. Der auswärtige Leser dieses Buches, und um den geht es schließlich,  wird es vielleicht nicht merken, der Kenner jedoch sehr schnell: Den Text schrieben hauptsächlich zwei Autoren, die von sich glauben, Sachsen zu kennen, weil sie aus dem Westen kommend nach der Wende hier ein paar Jahre gelebt haben. Das ist ungefähr so, als ob ein Verfasser von Reiseführen aus Madrid Touristen in Barcelona das Lebensgefühl der Katalanen erklären möchte. Wenn er das dann auch noch mit Werturteilen verbindet, würde man es als eine gewisse Anmaßung empfinden. Leider verhalten sich Daniela Schetar-Köthe und ihr Mann Friedrich genau so. Es geht  in einem Reiseführer (und besonders in dieser Reihe) doch darum die Stimmung und das Lebensgefühl einer Stadt oder einer Region so zu beschreiben, das die Leser eine gewisse Vorstellung erhalten, die nicht von der persönlichen Einschätzung der Autoren von vorneherein verzerrt wird. Ich möchte das an zwei Beispielen erläutern: So erfährt man, dass die Bundeswehr über dem Elbsandsteingebirge Tiefflüge veranstaltet, die nicht nur den dort lebenden Menschen, sondern auch dem Tourismusverband und Naturschützern auf die Nerven gehen. Dass die beiden Autoren diese Tiefflüge auch noch irgendwie verteidigen, verblüfft. Warum dies allerdings überhaupt Einzug in den Text fand, ist rätselhaft, es sei denn, man will den Eindruck erwecken, dass einem Besucher ständig Kampfflugzeuge um die Ohren fliegen. Davon kann jedoch überhaupt keine Rede sein. Mir sind  (ohne  dass man mich in Reiseführern gewarnt hätte) an den deutschen Küsten  an wenigen Tagen im Sommer schon mehr Tiefflieger begegnet als jemals im Elbsandsteingebirge. Nachdem ich den Tieffliegerhinweis  in diesem Heft gelesen hatte, verfestigte sich mein Eindruck, dass die beiden genannten Autoren nicht wirklich aus eigenem Erleben wissen, wovon sie schreiben. Ich finde so etwas ärgerlich. Wie wenig sie von der Mentatlität der Sachsen und insbesondere der  oft dickköpfigen Dresdner verstehen, offenbart sich auch im Kapitel "Potemkinsches Elbflorenz". Wenn man mit Begriffen arbeitet, dann sollte man sie auch verstehen. Die beiden oben genannten Autoren meinen kritisieren zu müssen, dass die Dresdner ihren Neumarkt historisch wiedererstehen lassen haben. Hinter den historischen Fassaden würden dann aber moderne Gebäude stehen, wird erstaunt festgestellt.  Sollte man etwas anderes erwarten? Wenn das der Anlass für die Wortwahl "Potemkinsches Elbflorenz" sein sollte, dann empfehle ich einen Blick in ein Lexikon oder eine Suchmaschine, um herauszufinden, was Herr Potemkin tatsächlich gemacht hat. "Hat Dresden also Angst vor zeitgenössischer Architektur",  liest man dann weiter. Es zeugt von einem verinnerlichten linientreuen Zeitgeist, wenn die beiden Autoren absichtlich eine gewisse Abneigung gleich einmal in eine Angst umdefinieren. Ja, in Dresden liebt man keine moderne Architektur, man will sie nicht. Na und? Es gehört zum Stolz der Dresdner, dass ihre Stadt nun wieder endlich so erscheint, wie sie einmal war, bevor sie sinnlos zerstört wurde. So sind sie eben, diese Menschen.  Man kann darüber selbstverständlich denken, was man will, muss es aber anderen nicht belehrend auf die Nase binden. Toleranz gilt eben nicht nur für die anderen. Wenn man woanders hinfährt und sich eine Stadt oder eine Gegend von einem lokalen Reiseführer zeigen und erklären lässt, dann erwartet man schließlich auch keinen Fremden, sondern einen Einheimischen, der mit dieser Welt vertraut, aber dennoch intelligent und weltoffen genug ist, sie Auswärtigen gut zu erklären. So sollten auch Bücher geschrieben werden, die eben dieses Ziel haben. Diese Bemerkungen ändern jedoch nichts an der ansonsten hervorragenden Qualität der Informationen in diesem Band. 

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