Daniele Ganser NATO-Geheimarmeen in Europa

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Inhaltsangabe zu „NATO-Geheimarmeen in Europa“ von Daniele Ganser

Dieses Buch zeichnet ein erschreckendes Bild:
Ein durch die NATO und die militärischen Geheimdienste
koordiniertes Netzwerk von Geheimarmeen
war bis zum Auseinanderfall der Sowjetunion in
mehreren westeuropäischen Ländern in schwere Verbrechen
verwickelt, darunter Mord, Folter, Staatsstreich
und Terror.
Daniele Ganser ist in seiner mehrjährigen Forschungsarbeit
auf brisante Dokumente gestoßen: Sie belegen,
dass die von den USA angeführte Militärallianz nach dem
Zweiten Weltkrieg in allen Ländern Westeuropas geheime
Armeen aufgebaut hat, welche von den Geheimdiensten
CIA und MI6 trainiert wurden. Ihr Ziel: im Falle
einer sowjetischen Invasion als Guerilla zu kämpfen,
um die besetzten Länder wieder zu befreien. Doch dabei
ist es nicht geblieben. Gezielt wurden Attentate gegen
die eigene Bevölkerung ausgeführt, um Unsicherheit zu
erzeugen und den Ruf nach einem starken Staat zu
unterstützen. Sowohl die ursprüngliche Planung als auch
die antikommunistisch motivierten Verbrechen sind
heute der Öffentlichkeit noch weitgehend unbekannt.

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— sabisteb

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  • Rezension zu "Nato-Geheimarmeen in Europa" von Daniele Ganser

    NATO-Geheimarmeen in Europa

    Buecherfrosch

    Es ist eher selten, dass sich eine Doktorarbeit so gut auch einem breiteren Publikum verkaufen lässt. Doch Daniele Gansers Dissertation hat es geschafft und erscheint bereits in der achten Übersetzung seit ihrer Erstveröffentlichung im Jahre 2005. Ganser hat den Anspruch, die bis anhin umfassendste Darstellung der 'NATO Geheimarmeen' in Europa verfasst zu haben. So widmet er in dieser Untersuchung allen NATO Staaten ein Kapitel (auch Luxemburg). Zentral ist seine Vermutung, dass alle Stay Behind Organisationen der NATO Länder in einem grossen Netzwerk organisiert waren, das von Washington bzw. Langley aus gesteuert wurde. Genau diese These ist es aber, die zwar über das gesamte Buch hinweg immer wieder dem Leser ins Gedächtnis gerufen wird, die aber letztlich sehr diffus und unbewiesen bleibt. Auch wenn die hintergründige Idee war, einen Überblick über die Stay Behind-Forschung seit der Aufdeckung des sogenannten Gladio Netzwerks 1990 zu erstellen, so bleibt doch die Frage nach dem Wert dieser Ergebnisse für einzelne Kapitel (Dänemark, Luxemburg), wenn sich die Quellenbasis praktisch ausschliesslich aus eineigen wenigen Zeitungsartikeln zusammensetzt. Ein weiterer Schwachpunkt bildet die Begrifflichkeit. Logischerweise wirken Begriffe wie 'Geheimarmee' oder 'verdeckte Kriegführung' sehr sexy und anziehend für das Publikum. Die Begriffe werden aber derart häufig und zum Teil leider auch falsch verwendet, dass sie sich am Ende des Buches derart abgenutzt haben und nichts mehr von ihrem glänzenden Versprechen von Illegalität übrig bleibt. Das Buch ist mehr Kompilation denn Enthüllung. Was Ganser auf den dreihundert Seiten präsentiert ist eine Analyse von Open Source Intelligence um einen Fachbegriff aus Gansers Welt zu benutzen. Damit ist eigentlich auch ausgeschlossen, dass er wirklich Neues präsentiert. Mein Urteil nach zweimaligem lesen lautet deshalb: bedingt empfehlenswert. Der interessierte Leser sollte sich lieber auf die Studien einzelner Länder konzentrieren (z. B. von Olav Riste für Norwegen).

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    • 3
  • Im Westblock gibt es keine Demokratie und gab es auch noch nie eine Demokratie

    NATO-Geheimarmeen in Europa

    sabisteb

    20. May 2014 um 11:40

    Nachdem ich Foschepoths „Überwachtes Deutschland“ gelesen habe, hatte ich schon nur noch sehr wenige Illusionen, in einer Demokratie zu leben. Dieses Buch jedoch, zerreißt auch noch den letzten dünnen Schleier der Illusion, den der Westen als seine ach so grandiosen Ideale rühmt. Wenn man nach Foschepoths Buch noch die Hoffnung hatte, dass man an diesem System irgendwas retten oder verbessern könnte, macht einem diese Buch klar, dass da nicht mehr zu retten ist, sondern, dass diese Strukturen mit Stumpf und Stiel eliminiert werden müssen und etwas vollkommen Neues her muss. Dafür muss aber erst das amerikanische Imperium entmachtet werden. Aber beginnen wir am Anfang. Jeder hat schon mal irgendwie von Gladio (dem italienischen Zweig der stay-behind Armeen) gehört, eine Geheime Armee im Auftrag der Nato. Die eigentliche Idee, geboren aus den Erfahrungen des zweiten Weltkrieges war gar nicht so schlecht. Diese geheimen Armee, auch stay-behind genannt, sollten im Falle einer Invasion, den Kontakt zur Exilregierung halten und den Widerstand im Land organisieren. Das an sich ist nicht verwerflich und dass so eine Armee geheim gehalten werden muss, ist verständlich. Was jedoch CIA, MI6 und die NATO letztendlich aus diesem eigentlich sinnvollen Projekt gemacht haben, ist so widerwärtig, dass man sich fragt, warum die Europäischen Regierungen überhaupt noch mit den USA und UK zusammenarbeiten, oder besser, nach diesem Buch fragt man es sich nicht mehr. Wenn man dieses Buch liest, erkennt man, was da gerade in der Ukraine passiert, denn es ist schon mehrfach passiert, und die NATO verwendet immer noch die alten Methoden der 60er Jahre  und irgendwie fallen die Leute doch immer noch darauf hinein. Was ist so verwerflich an dem, was die NATO mit den Geheimarmeen veranstaltet hat? Ich denke, die Beispiele sprechen für sich selbst: •    Stay-behind Strukturen waren eine Grundvoraussetzung zum Beitritt zur NATO. •    Stay-behind Mitglieder wurden nur aus der rechten Szene und aus ultrakonservativen Kreisen rekrutiert, also Mitglieder der SS (Klaus Barbie, Gehlen) und GESATPO. In Italien arbeiteten (und arbeiten) mit der Mafia zusammen und rekrutierte gesuchte Terroristen (die auch in den verschiedenen Ländern untereinander weitergereicht wurden). •    Stay-behind Armeen  verübten Terroranschläge gegen die eigene Bevölkerung und schoben es den unbequemen Linken, Sozialisten und Kommunisten in die Schuhe, um damit die Bevölkerung dazu zu bringen, mehr Sicherheit zu fordern, sogenannte False Flagg Anschläge. (Brabant- Anschläge in Beligien, Oktoberfestattentat, …) •    Stay behind Armeen putschten mehrfach gegen kommunistische, Linke, demokratisch gewählte Regierungen. Das war auch ihre Hauptaufgabe, mit ihrer Hilfe entfernt die CIA unbequeme Regierungen und installiert anschließend NATO Marionetten: 1967 in Griechenland, 1980 in der Türkei, 1961 in Frankreich (gescheitert – Warum wohl haben die Franzosen die NATO aus ihrem Land rausgeschmissen?!) •    Die italienische Gladio hatte die Aufgabe „Italiens Ausrichtung am Westblock unter allen Umständen zu garantieren, selbst wenn die Wähler eine andere Einstellung zeigen.“ (S. 62) – Wer da noch an Wahlen und Demokratie glaubt, ist naiv und beratungsresistent. •    In Frankreich wurde diese Armee von der Industrie gesponsert (Peugot z. Bsp), damit diese die Gewerkschaften, Sozialisten und Kommunisten schwächen. (S. 147) – Ich gehe mal davon aus, daran hat sich bis heute nichts geändert, nur dass nun wohl auch die Banken massiv sponsern würde ich vermuten. •    Laut FM 30-31 Handbuch der CIA ist „in Friedenszeiten Gewaltakte durchzuführen und diesen dann den Kommunisten anzulasten, um somit ein Klima der Furcht und der Wachsamkeit zu erzeigen (S. 361) “ Eine Standartvorgehensweise. - 9/11? Der Absturz der polnischen Regierung vor ein paar Jahren (die wollten eine Mittelmacht etablieren, die sich weder an Ost noch an West bindet). Schlussfolgerungen: •    Kein einziger europäischer Staat kontrolliert seine eigenen Geheimdienste. Die sind alle in der Hand der CIA und des MI6 bzw. Außenstellen dieser Organisationen. Egal, was Foschepoth auch über Verträge schreiben mag, die Ausrüstung stammt seit dem zweiten Weltkrieg von der CIA und NSA, die Leute werden und wurden dort ausgebildet und die Geheimdienste kooperieren länderübergreifend miteinander als eine einzige Struktur, egal wer gerade regiert. Der italienische Geheimdienst wird durch ein geheimes Protokoll reguliert, das Italien von den USA aufgezwungen wurde (S. 116) Es stellt sich nun nur noch die Frage, wer steuert die CIA, die die anderen Geheimdienste wie Marionetten tanzen lässt? Die Banken? Die amerikanischen Oligarchen? •    Da braucht man sich nicht mehr lange fragen, warum unsere SPD nicht mit den LINKEN zusammenarbeitet, obwohl die letzten Wahlen eine linke Mehrheit ergeben haben… Wer glaubt, dass diese Strukturen nicht mehr existieren, der irrt. Wenn Deutschland eine linke Regierung bekäme, hätten wir hier sehr bald einen Putsch durch diese CIA Truppen, da hat die SPD keinen Lust drauf, und dass die Politiker der Linken auch heute noch vom Verfassungsschutz beobachtet werden ist auch bekannt. •    Während die Sowjetunion ihre Archive öffnete, bleiben jene der Amerikaner verschlossen (S. 140). Wem sollten wir da wohl eher trauen? Den USA sicherlich nicht. •    „Es ist unsere Überzeugung, dass die erste Phase politischer Aktivität Bedingungen generieren muss, welche die Schaffung von Chaos in allen Strukturen des Regimes ermöglichen.“ (S. 193) – Klingt schwer nach Ukraine 2014. •    Mit ein paar ideologischen Zaubertricks bezeichnete Truman das korrupte und rechtslastige Regime in Athen plötzlich als demokratisch und tat deren Opposition als Terroristen ab( S. 333). Klingt erneut nach Ukraine 2014. Fazit: „Die Fakten über Gladio zeigen, dass die Legislative nicht in der Lage war, die versteckten Zweige der Exekutive zu kontrollieren, und es in den Demokratien auf beiden Seiten des Atlantiks keine parlamentarische Kontrolle der Geheimdienste gibt oder, wenn es sie gibt, sie nicht funktionieren. Schon lange ist bekannt, dass totalitäre Staaten eine ganze Reihe von Geheimarmeen unterhielten. Doch sollte ersthafte Fehlfunktionen auch in zahlreichen Demokratien zu entdecken ist zumindest überraschend.“(S. 380) Hier irrt sich der Autor meiner Meinung nach. Im Westen hat es noch nie eine Demokratie gegeben.  Wenn nur totalitäre Regime diese Mittel verwenden, muss man halt einsehen, dass man auch in einem totalitären Regim lebt und eben nicht in einer Demokratie oder nur in einer Scheindemokratie Marke DDR. Wenn es doch einmal zu demokratischen Wahlergebnissen kam, wurden diese gewählten Regierungen von den Geheimarmeen entfernt und durch Marionettenregime ersetzt. Der Osten und der Westen unterscheiden sich nur in einem Punkt, die im Osten wussten, dass es eine Farce ist, die im Westen glaubten an die Farce und waren und sind somit dümmer und naiver als der von ihnen bekämpfte Osten. Aber auch im Westen wachen die Menschen langsam auf und erkennen, dass alles, was sie bisher glaubten, eine Lüge ist. Man kann an diesem Buch natürlich kritisieren, dass der Autor nicht auf Originalunterlagen zurückgreifen konnte, ABER Geheimdienste operieren nicht im Luftleeren Raum. Sie hinterlassen Spuren in der Realität wie Trevor Paglen auf der 30c3 in Six Landscapes sehr schön zeigte. Was ich aus diesem Buch schließe? Wählen bringt nichts. Entweder man wählt brav seine Unterdrücker oder die gewählte Regierung wird ausgetauscht. Bisher wurde in Deutschland durch die Massenmedien verhindert, dass die CIA durchgreifen musste und die Illusion von Freiheit zerstört wurde. Warum die Politiker sich nicht währen und Mitspielen? Warum sie alle Rückratlose Wendehälse sind? Das ist Teil des Systems. Wählen bringt nichts. Auch der Autor konnte nicht belegen, wer wirklich hinter all diesen Geheimarmeen steckt. Wer steuert die CIA? Wer bestimmt den Kurs, den dem der westliche Block zu folgen hat? DAS wäre meiner Meinung nach, eine sehr wichtige Frage und die Antwort ein Teil der Lösung des Problems. Was ich vermisse, ist ein Schaltbild der Verstrickungen, das das Problem visualisiert.

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