Daniella Carmi Lucy im Himmel

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Inhaltsangabe zu „Lucy im Himmel“ von Daniella Carmi

Eine neue, ungewohnt mutige Stimme aus Israel: Lucy im Himmel erzählt die Geschichte einer jungen israelischen Araberin, die sich nicht der herrschenden Logik ihres Landes unterwirft, sondern allein ihrem eigenen Kompass folgt. Als Nadja und Salim kinderlos bleiben, entschließen sie sich zur Adoption. Sie warten lange, bis man Nadja eines Tages auf dem Amt ein Kind anbietet, das könne sie gleich mitnehmen. Doch kein wohlriechendes, zartes Etwas wird ihr in den Arm gedrückt - Netanel steht da, dreizehn Jahre alt, geht schweigend neben ihr her, sitzt stumm im Bus. Ein bleicher verschlossener Junge, der nicht isst und nicht spricht und sich am liebsten in der Krone des Feigenbaums versteckt. Bis Nadja ihn unter der Dusche von strawberry fields singen hört und ihm Erdbeeren gibt. Die isst er, und unter dem alten Anhänger im Hof singt er ein Lied vom yellow submarine. Daniella Carmis Roman wohnt ein seltener Zauber inne. Sie erzählt eine Geschichte, die in der arabischen Welt Israels angesiedelt ist, eine Geschichte der anderen, der Träumer und der Schweigsamen. Eines der schrägsten, unkonventionellsten Bücher aus Israel, ein Buch, dessen Humor und entwaffnende menschliche Wärme zu Herzen gehen.

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  • Familienkonstellation einmal anders

    Lucy im Himmel
    Clari

    Clari

    24. August 2013 um 15:12

    Hinter dem lustig bunten Buchumschlag vermutet man nur schwer die traurig komische Geschichte eines Pflegekindes in Israel. Nadja und Salim können keine Kinder bekommen. Als man ihnen nach langen Fragen und umständlichem Behördenkram ein Kind zur Adoption anbietet, ist das Kind nicht wie erwartet ein Baby sondern bereits dreizehn Jahre alt. Salim ist Moslem, Nadja Christin und nun gesellt sich zu ihnen der Jude Netanel! Sie sollen auf seine religiöse Erziehung achten, doch das erweist sich als gar nicht so einfach, denn hinter dem Auftrag verbirgt sich eine kompliziert vertrackte Geschichte. Netanel ist ein verschlossener und eigenartiger Junge, der schweigt und in unruhigem Gang immer hin und her geht. Mit Vorliebe versteckt er sich im Feigenbaum, isst nur Erdbeeren und singt und weint zu Liedern aus der Beatles - Szene. Er reißt mit Vorliebe Knöpfe ab und verkriecht sich unter Autos, die Salim zur Reparatur bei sich stehen hat. Er nennt sie „Unterseeboot“. In stockendem Ton, stoisch und ruhig wird hier die Geschichte eines Pflegekindes erzählt, das seiner Umgebung zahlreiche Rätsel aufgibt. Schon dass das erwartete Adoptivkind ein bereits heranwachsender Junge ist, wirft so einige Fragen auf. Warum plagen sich Nadja und Salim mit diesem skurrilen Kind? Sind sie etwa selbst ein wenig skurril, er ein ehemaliger Anwalt ohne Aufträge und sie Sozialarbeiterin mit von ihr liebevoll betreutem Klientel? Nicht zuletzt in humorigem Ton berichtet Daniella Carmi vom Leben als Araberin in Israel mit all’ den bevölkerungsspezifischen Komplikationen, die man dort antreffen kann. Ob Moslem, Jude oder Christ: hier treffen Nationen und Religionen aufeinander und auch davon wird in dieser Geschichte zu hören sein. Man staune und wundere sich über die heitere Erzählung, besonnen, komisch und liebevoll erzählt. Daniella Carmi wurde mit verdienstvollen Preisen ausgezeichnet. Sie lebt in Israel.

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  • Eine schräge Geschichte von denen, die anders sind

    Lucy im Himmel
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    23. August 2013 um 10:31

    In ihrem neuen Buch erzählt die in Deutschland im Gegensatz zu ihrem Heimatland Israel noch wenig bekannte Schriftstellerin Daniella Carmi eine ungewöhnliche Geschichte, die in der arabischen Welt Israels spielt, die leider immer viel zu wenig unserer Öffentlichkeit bekannt ist. Sie handelt von Nadja und ihrem Mann Salim. Nadja ist eine Christin, die über viele Jahre gegenüber ihren Eltern durchsetzen musste, dass sie den Moslem Salim heiraten durfte. Salim ist Rechtsanwalt, hat aber mangels Aufträgen den Beruf aufgegeben und verdient sich etwas Geld, indem er alte Autos repariert und aufbereitet. Nadja arbeitet als Sozialarbeiterin in der Verwaltung, wo sie im Verlauf des Buches auch das Ehepaar Marina und Roman kennenlernt.   Insbesondere Roman wird ihr bisheriges Leben etwas durcheinander bringen. Dieses Leben hat sich vor kurzem schon dramatisch verändert, weil das kinderlos gebliebene Ehepaar Nadja und Salim nach langem Warten ein Angebot zur Adoption bekommt. Doch es ist ein zierliches Baby, sondern ein dreizehnjähriger Junge namens Netanel kommt zu ihnen mit nach Hause.   Über eine sehr lange Zeit redet der Junge nichts, schweigt permanent und klettert mit Vorliebe auf die Bäume im Garten, wo er stundenlang sitzt und Melodien summt. Bald findet Nadja heraus, dass es immerzu Melodien der Beatles sind, die der Junge in seinem Vorleben offenbar oft gehört haben muss. Seine ganze Welt besteht aus Figuren wie „Lucy in the sky with diamonds“ und anderen.   Nadja widmet sich dem Jungen mit viel Geduld, die sie im Übrigen auch für ihren immer schweigsamer und seltsamer werdenden Ehemann  Salim aufbringen muss. Dazu kommt die Tatsache, dass Netanel offenbar von zwei widerstreitenden Gruppen ins Visier genommen wird. Streng religiöse Juden wollen ihn  unterrichten, während andere in mysteriösen Briefen davor warnen. Alles ist recht rätselhaft und erst spät lüftet sich das Geheimnis um Netanel. Doch dann ist er plötzlich verschwunden. Und es ist „Lucy im Himmel“, die eine Lösung bietet.   Daniella Carmi hat einen Roman geschrieben, der schräg ist, und der sich erst langsam dem Leser öffnet. Eine Geschichte erzählt sie von denen, die anders sind, die wenig reden und noch weniger zu sagen haben. Sie tut es auf eine humorvolle Weise, mit einer geradezu entwaffnenden menschlichen Wärme, die einem die Figuren im Laufe des Buches ans Herz wachsen lässt.

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