Danijela Albrecht Balkan bittersüß - Abenteuer Alltag in Bosnien-Herzegowina

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Inhaltsangabe zu „Balkan bittersüß - Abenteuer Alltag in Bosnien-Herzegowina“ von Danijela Albrecht

Mit einem Augenzwinkern erzählt die Autorin von einem aufregenden Land, in dem das Leben nicht immer einfach ist, Gastfreundschaft großgeschrieben wird, unterschiedliche Konfessionen sich ihren eigenen Mikrokosmos schaffen – und man immer stutzig werden sollte, wenn die Antwort „nema problema“ (kein Problem) lautet.

1908 gehörte das Land zu Österreich-Ungarn, 1918 wurde es Teil des Königreichs der Serben, Kroaten und Slowenen, 1941 von Deutschland besetzt, 1945 bis 1980 folgte die Herrschaft Titos, danach ein Staatenbund, 1992 der blutige Krieg, bis dieser 1995 mit dem Vertrag von Dayton beendet wurde.

Was nach über 100 Jahren wechselhafter Geschichte bleibt, sind je ein bosniakisches, ein serbisches und ein kroatisches Staatsoberhaupt im rotierenden System, mit Bosnisch, Serbisch und Kroatisch drei offizielle Sprachen, Polizeistreifen, die immer aus je einem bosnischen und einem kroatischen Polizisten bestehen müssen – und der bunte Alltag in Bosnien-Herzegowina.

Mit dem Kauf dieses Buches unterstützen Sie die SOS-Kinderdörfer in Bosnien-Herzegowina. Für jedes verkaufte Buch fließt ein Spendenbeitrag von 50 Cent an den Verein.
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    Balkan bittersüß - Abenteuer Alltag in Bosnien-Herzegowina

    HeikeM

    22. April 2013 um 11:09

    Danijela Albrecht nimmt den Leser in ihrem Buch mit auf die Reise nach Bosnien-Herzegowina. Aber was ist das für ein Buch, das sie ihren Lesern präsentiert? Eine Biografie, ein Reisebericht? Von jedem ein wenig trifft es wohl am ehesten. Wohin der Ausflug geht, ist klar. Denkt man an das Land, fällt einem sicher zuerst der brutale Krieg ein, der in den 1990er Jahren dort tobte und der auch an Danijela Albrechts Familie nicht spurlos vorüberging. Episodenhaft erzählt die Autorin von Erlebnissen mit ihrer Familie, die zum Teil in der ganzen Welt verstreut lebt, zu Familientreffen aber immer wieder zusammen findet und für die schon das simple Passieren der Landesgrenze zur Grenzerfahrung wird. Da ist Großvater Milan, der von einer Wiedervereinigung der Familie nach seinen Tod träumt. Der Leser lernt neben vielen anderen Begebenheiten das Big Biznes kennen und wird Zeuge einer traditionellen Hochzeit. Bei dieser steht nicht das Essen im Mittelpunkt, sondern das Trinken, der wilde Tanz der Männer, das würdevolle Tanzen der Frauen und die Unterhaltung. Aber für Danijela Albrecht scheint ihre Baka, die Großmutter, die fest in ihrem traditionellen Leben verankert ist und die das moderne Leben der Familienmitglieder nicht wirklich versteht und erst recht nicht gut heißt, die wichtigste Person in Drežnica zu sein. Das wird in der liebevollen Art, wie sie über ihre Baka berichtet, überdeutlich. Es sind aber nicht nur die Familienangehörigen, die das Buch mit Leben füllen. Unterhaltsam und äußerst informativ erzählt Danijela Albrecht von einem kulturell und religiös zerrissenen Land, diese Kluft ist Bestandteil des täglichen Lebens und für jeden deutlich spürbar. Sie beleuchtet die Schwierigkeiten im bosnisch-kroatisch-serbischen Zusammenleben bis hin zu der Frage, warum für Amerikaner immer andere Regeln und Gesetze gelten als für den Rest der Welt. An der warmherzigen Erzählweise der Autorin wird deutlich, wie tief sie noch in Bosnien-Herzegowina verwurzelt ist und wie sehr sie dieses Land liebt. Aber sie scheut auch nicht die kritischen Töne, die sie auf eine sehr charmante Art anschlägt. Davon lässt sie auch ihre Familie nicht gänzlich unverschont. Diese literarische Reise mit Danijela Albrecht in das Land ihrer Familie fand ich sehr unterhaltsam und nicht minder informativ. Der gefällige Schreibstil der Autorin macht das Buch sehr leicht zu lesen und vermittelt schon nach wenigen Seiten das Gefühl zu dieser Familie zu gehören und alte Bekannte zu treffen, die auf der letzten Seite vom Leser wie gute Freunde verabschiedet werden. Auch schwierige Themen im Zusammenleben der Kulturen und Religionen spart sie nicht aus, erzählt aber immer mit einem Augenzwinkern und viel Verständnis für alle Seiten. Ich kann das vom Dryas Verlag veröffentlichte Buch guten Gewissens weiterempfehlen.

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