Danilo Kis

 3.7 Sterne bei 17 Bewertungen
Autor von Ein Grabmal für Boris Dawidowitsch, Die Dachkammer und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Danilo Kis

Danilo Kiš, 1935 in Subotica als Sohn eines ungarischen Juden und einer Montenegrinerin geboren, zählt zu den bedeutendsten europäischen Autoren der Gegenwart. Er starb 1989 in Paris. Sein Werk umfasst Romane, Erzählungen, Gedichte und Essays. Neben dem Schreiben arbeitete Kis auch als Übersetzer aus dem Ungarischen, Französischen und Russischen.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Danilo Kis

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Cover des Buches Ein Grabmal für Boris Dawidowitsch9783446205338

Ein Grabmal für Boris Dawidowitsch

 (4)
Erschienen am 10.09.2004
Cover des Buches Familienzirkus9783446246799

Familienzirkus

 (2)
Erschienen am 29.09.2014
Cover des Buches Garten, Asche9783518018781

Garten, Asche

 (2)
Erschienen am 21.04.1997
Cover des Buches Enzyklopädie der Toten9783446142770

Enzyklopädie der Toten

 (2)
Erschienen am 01.01.1986
Cover des Buches Der Heimatlose9783446187580

Der Heimatlose

 (1)
Erschienen am 06.08.1996
Cover des Buches Psalm 449783446263949

Psalm 44

 (1)
Erschienen am 23.09.2019
Cover des Buches Anatomiestunde9783446194892

Anatomiestunde

 (1)
Erschienen am 20.08.1998
Cover des Buches Homo poeticus9783446170520

Homo poeticus

 (0)
Erschienen am 01.01.1994

Neue Rezensionen zu Danilo Kis

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Rezension zu "Psalm 44" von Danilo Kis

Hinterm Zaun
JoBerlinvor 5 Monaten

„Um deinetwillen werden wir täglich getötet und sind geachtet wie Schlachtschafe. Wach auf, Herr! Warum schläfst du? Werde wach und verstoß uns nicht für immer! Warum verbirgst du dein Antlitz, vergissest unser Elend und unsre Drangsal? Denn unsre Seele ist gebeugt zum Staube, unser Leib klebt am Boden. Mache dich auf, hilf uns und erlöse uns um deiner Güte willen!“*

Auschwitz Winter 1944, kurz vor Evakuierung, die Alliierten rücken vor, Kanonendonner aus der Ferne kündigt das Ende der Schreckensherrschaft der deutschen Teufel an.

Die Jüdin Maria kann nicht mehr warten, mit ihrem neu geborenen Sohn macht sie sich für die Flucht bereit. Das Kind gibt dabei Mut und Kraft, es ist der „Beweis für das Lebensprinzip und den Lebenshunger“  - in Gegenwart des Todes im Lager. Im Warten auf die Flucht am dunkelsten Punkt der Nacht , reflektiert Maria im Perspektivwechsel von Innen und Außen unter anderem über das Lagerleben und in Rückschau auch über ihr Kindsein in Serbien im Angesicht des menschenverachtenden Judenhasses. Die Reflexionen sind nicht einfach zu lesen, manchmal zu detailreich. Und doch – diese Schilderungen, insbesondere die des Massakers in Novi Sad - von Danilo Kis stilistisch expressionistisch wie auch philosophisch angelegt, entfalten eine enorme Wirkung, sie treffen ins Mark, und tiefer ins Herz, sie taumeln durch meinen Körper, ich fühle die Angst, ich spüre den Horror.

Danilo Kis hat den Text 25jährig für einen Wettbewerb in nur einem Monat unter Verwendung von Motiven des 44. Psalms geschrieben. Zum 30. Todestag legt der Carl Hanser Verlag hier erstmals eine deutsche Übersetzung vor.

*Psalm 44, Exzerpt

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Rezension zu "Garten, Asche" von Danilo Kis

Rezension zu "Garten, Asche" von Danilo Kis
Hallogenvor 10 Jahren

Diese Auseinandersetzung mit der tragischen Gestalt seines Vaters hat mir einiges abverlangt, irritiert mich und die aufgeweichte Realitätswahrnehmung erschwert die Lektüre zusätzlich. Durch manche (fast schon neurotisch-zwanghafte) Passagen wie eine Aufzählung von einigen Hundert Adjektiven oder extrem lange Sätze mit Hunderten Wörtern (einer hat fast 300!) habe ich mich regelrecht gequält, weil ich sie unbedingt verstehen wollte. Man kann sie aber vielleicht auch einfach überlesen. Viel störender ist die starke Kodierung, denn für meinen Geschmack ist einfach zuviel in Andeutungen verschlüsselt und in Fetzen zerrissen. Auch sind mir die religiösen Aspekte zu fremd, um sie voll zu durchdringen. Auf mich wirkt das Buch etwas überfrachtet und zu 'verkopft'. Dieses Buch braucht Leser, die einen sehr ähnlichen Erfahrungshorizont haben oder aber die bereit sind, sich sehr intensiv mit einem Autor zu beschäftigen.

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Rezension zu "Die Dachkammer" von Danilo Kis

Rezension zu "Die Dachkammer" von Danilo Kis
Hallogenvor 10 Jahren

Das handlungsarme Buch zeigt Schriftsteller auf der Suche nach Ideen, die sie dann aneinander austesten, und ist v. a. ein Werk, das die Gedanken anregt. Überaus phantasievoll und klug, vielgestaltig und ein wenig nachdenklich. Etwas störend ist die Vielzahl der Sprachen, die – ebenso wie die Aufzählung von literarischen Werken – etwas zu künstlich wirkt. Das hier aber einer der großen Autoren Südosteuropas schreibt, merkt man bei so ziemlich jedem Satz. Ein sehr gutes Buch zum Nachdenken und Erinnern. Ein erstaunliches Debüt.

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