Daniyal Mueenuddin Andere Räume, andere Träume

(3)

Lovelybooks Bewertung

  • 3 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 2 Rezensionen
(2)
(1)
(0)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Andere Räume, andere Träume“ von Daniyal Mueenuddin

Eine Villa in der Hauptstadt, eine Farm auf dem Land – der betagte K. K. Harouni ist ein vermögendes und einflußreiches Mitglied der pakistanischen Landbesitzerklasse. Verständlich, daß seine Beziehung zu einer Frau, die gesellschaftlich weit unter ihm steht, bei seiner Familie auf wenig Begeisterung stößt. Nach Harounis Tod wird sie dorthin verstoßen, wo sie herkam: auf die Straße.

Um den Clan dieses Patriarchen und seine Angestellten kreisen acht faszinierende Erzählungen: über Harounis Neffen, der sich in eine Amerikanerin verliebt; über Nawab, den Elektriker, unentbehrliche Arbeitskraft auf Harounis Besitztümern und immer auf der Suche nach neuen Einnahmequellen; über Saleema, die sich als Küchenhilfe durchschlägt, bis sie Harounis Diener Rafik begegnet und ihr Leben plötzlich ganz anders zu werden verspricht. Doch das Glück ist meist von kurzer Dauer in Mueenuddins Pakistan.

Daniyal Mueenuddins Debüt war bereits vor seinem Erscheinen ein Ereignis und machte Furore mit Vorabdrucken im New Yorker und in Salman Rushdies Best American Short Stories. Mitreißend, tragisch, elegisch und humorvoll webt es die Lebensgeschichten von Menschen ineinander und öffnet den Blick auf eine Welt, die man so schnell nicht vergißt.

Stöbern in Romane

Das Papiermädchen

Der beste Musso aller Zeiten!

aanaa1811

Der Sandmaler

Ein Buch mit wichtigen Botschaften.

Buecherwurm1973

Kleine Stadt der großen Träume

Wieder ein wunderschöner Roman. Ich kann ihn sehr empfehlen.

SLovesBooks

Lennart Malmkvist und der ganz und gar wunderliche Gast aus Trindemossen

Gelungene Fortsetzung, die auch wieder viel Spaß macht.

Kaddi

Alles wird unsichtbar

Ein wahnsinnig tolles Buch. Anders wie die anderen. Anders im positiven Sinne. Es macht süchtig 😍 Ich konnte es kaum weglegen!!

Kat_Von_I

Der Junge auf dem Berg

Erschreckend nah an der Realität. Aber das Ende ist irgendwie zu positiv, um wahr zu sein.

Eori

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Rezension zu "Andere Räume, andere Träume" von Daniyal Mueenuddin

    Andere Räume, andere Träume

    yoko

    07. August 2010 um 09:13

    Ich schalte den Fernseher aus, schließe meine Augen und sehe alles noch immer genau vor mir. Das Bild hat sich auf die Netzhaut eingebrannt. So kommt es mir vor. Die Mengen von Wasser, die die Landschaft verschlingen. Menschen, die hilflos mit leeren Augen in die Kamera schauen. Sie hatten vorher schon nicht viel und nun gar nichts mehr. Jetzt spüre ich eine Müdigkeit vom angestrengten Gucken, denn ich habe auch nach einigen Menschen gesucht, in einem Land, das ich bis vor kurzem nur aus den Nachrichten kannte. Nawab, Saleema, K.K. Harouni, Lily und Murad, um nur einige zu nennen. Frauen und Männer aus einer anderen Welt, ganz weit entfernt und doch ganz nah bei mir. Mit ihren Träumen und Sehnsüchten. Auch wenn sie im Zentrum fiktiver Geschichten stehen, bin ich mir sicher, dass es sie dort draußen in den Weiten von Pakistan gibt. Sie heißen vielleicht ganz anders, sehen anders aus, sie sind jedoch da und mit ihnen noch unzählige andere Menschen, an die ich die Tage so oft denke. Daniyal Museenuddin erzählt in seinem Buch „Andere Räume, andere Träume“ acht Lebensgeschichten verschiedener Menschen in Pakistan. Im Mittelpunkt steht K.K. Harouni – ein vermögendes Mitglied der pakistanischen Landbesitzerklasse. Um ihn herum zerstreuen sich wunderbare Erzählungen über die Menschen, die ihn umgeben. Museenuddin berichtet von ihren Sehnsüchten und Träumen, die alle anders aussehen. Für den einen ist es ein Motorrad, für die andere die Anerkennung als Frau. Überall hängt der große Wunsch nach Glück. Es streift die Menschen auf ihre eigene Weise. Ein Wispern, ein Zucken oder eine Bewegung. Ein besonderer Moment schnellem Augenzwinkern gleich. Man wünscht es jedem Einzelnen und doch wissen wir bereits von Beginn an, wenn sich die Sonne zwischen die Regenwolken schiebt: Nichts bleibt wie es ist. Gutes kommt, Gutes geht. Das ist das Leben. So verweilt das Glück nur kurz in den Händen der Menschen, bevor es weiterzieht in die Bäume, in das Land. Zurückbleiben die Sehnsucht, die Träume in den Herzen und der Sand unter den Fingernägeln. Ich bin immer noch fasziniert von den Erzählungen, denn ich habe meinen Kopf in eine Vielfalt getaucht. Teilweise war sie vollkommen neu, irgendwie exotisch. Wie ein Äffchen bin ich von Liane zu Liane gesprungen. Neugierig auf jede einzelne Geschichte, auf jeden Menschen. Ein großer Entdeckerdurst krabbelte meine trockene Kehle runter. Hier ein Krächzen, dort ein Prickeln. An anderer Stelle hingegen fand ich Altbekanntes wieder, westliche Züge, die ich nicht erwartet hatte und ungläubig ein überraschtes „Tatsächlich?“ ausstieß. Ich denke da an meine liebste Erzählung „Lily“. Hier geht es um die Liebe zwischen Lily und Murad. Eigentlich zwei vollkommen unterschiedliche Wesen. Er ist bodenständig, ehrgeizig, darauf bedacht, in die Fußstapfen seines Vaters zu treten, die Farm weiterhin erfolgreich zu führen. Sie ist lebenshungrig, selbstzerstörerisch und von einer Unruhe getrieben. Wie zwei Planeten umkreisen sie sich vorsichtig, bedächtig und fragend, selbst nach der Hochzeit. Wie weit kann die Liebe einen Menschen ändern? Oder gar nicht? Jede Erzählung ist so kraftvoll und üppig. Selbst jetzt verspüre ich noch einen großen Appetit nach dem Leben, was nicht vorm Horizont aufhört. Suchen und finden. Fallen und Aufstehen. Dazwischen viel lachen, aber auch weinen. Hoffen und bangen. Und natürlich in Sehnsüchten baden und von Träumen träumen. Der Autor ist für mich ein Akrobat der Sprache. Er hat an den richtigen Stellen, Tempo herausgenommen, dafür eine große Portion Gefühl eingestreut, um an anderer Stelle wieder ein amüsantes Lächeln hervorzulocken. Murad nimmt in einem Gespräch mit Lily das Wort Popcorn-Philosophie in den Mund. Genau das ist es, was uns in dem ganzen Buch begegnet. Wie sich so eine luftige, leicht melancholische und doch nachhaltige Gedankenwelt anfühlt? So wie dies hier: "Nach dem Laufen kam ich nach Hause und legte mich auf den Rasen und sah zu, wie der Tag sich neigte und die Sterne herauskamen. Geradewegs nach oben geschaut, während der Schweiß dir über das Gesicht läuft und die Moskitos in einer kleinen Formation um dich herumschwirren, und darüber nachgedacht, dass das All sich unendlich ausdehnt und wie wenig du bedeutest und wie unwichtig deine Probleme sind?" Kraftvoll bis zum letzten Satz. Das ist das Buch mit seinen Erzählungen. Kraft. Die wünsche ich an Tagen wie diesen den Menschen in Pakistan.

    Mehr
  • Rezension zu "Andere Räume, andere Träume" von Daniyal Mueenuddin

    Andere Räume, andere Träume

    giulianna

    06. August 2010 um 11:19

    Daniyal Mueenuddins "Andere Träume, andere Räume" läßt uns eintauchen in eine für uns fremde Kultur, eine Welt, die nicht zu funktionieren scheint wie die unsere, eine Welt mit anderen Ansichten und Gesellschaftsstrukturen. In 8 Erzählungen bringt uns Mueenuddin auf unterhaltsame Art und Weise Pakistan und seine Menschen näher. Dieses ferne Land erhält dank seiner Geschichten zunehmend ein Gesicht für uns. Wir lernen reiche Menschen kennen und arme, wir begegnen Träumen und Hoffungen, tauchen ein in Familienleben und großherrschaftliche Strukturen, empfinden einiges als fremd, anderes kommt uns hingegen sehr bekannt vor. Eine unbedingte Leseempfehlung an Weltenbummler und In-die-Ferne-Träumer, Augen-offen-Halter und neugierige LeserInnen. Taucht ein in ein kleines Stückchen andere Welt und seid offen für das, was euch dort begegnet!

    Mehr
  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks