Rebecca

von Daphne Du Maurier 
4,4 Sterne bei334 Bewertungen
Rebecca
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Positiv (297):
TanyBees avatar

Wow, was für eine überraschende Wendung mitten im Buch. Du Maurier ist eine tolle Erzählerin!

Kritisch (7):
katzekatzekatzes avatar

Zuviel melodramatisches Blabla, zu stereotyp zu untief. Kein Buch, das man gelesen haben "muss"

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Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783704330482
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:319 Seiten
Verlag:Neuer Kaiser Verlag, Klagenfurt
Das aktuelle Hörbuch ist am 01.06.1988 bei Random House erschienen.

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Rezensionen und Bewertungen

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    Rodrik-Andersens avatar
    Rodrik-Andersenvor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Durchhaltevermögen wird mit starkem Finale belohnt.
    Durchhaltevermögen wird mit starkem Finale belohnt

    In Monte Carlo lernt die namenlose Protagonistin, aus deren Sicht die Geschichte erzählt wird, den englischen Aristokraten Maxim de Winter kennen. Die beiden heiraten und kehren auf seinen Herrensitz Manderley zurück. Dort muss sie sich mit Maxims erster Ehefrau Rebecca auseinandersetzen, die trotz ihres Todes allgegenwärtig ist und von einigen Bediensteten immer noch verehrt wird.

    Ich weiß nicht mehr genau, wo und wie ich über dieses Buch gestolpert bin. War es in einem Vlog oder in einem Blog? Auf jeden Fall ist mir die Erwähnung nachhaltig im Gedächtnis geblieben, weshalb ich mir den Roman auf meine Liste zu lesender Titel gesetzt habe.

    Die Geschichte beginnt mit einer Art Vorschau: Die ersten beiden Kapitel schildern, wie es der Protagonistin in der Gegenwart ergeht, bevor die eigentliche Erzählung einsetzt – ein ungewöhnlicher Auftakt, wie mir scheint. Offen gestanden habe ich diese Einleitung am Ende des Buches schon nicht mehr im Kopf gehabt. Dort wird das Verhalten und Auftreten der Protagonistin jedenfalls gleich auf den Punkt gebracht. Auf Seite 17 heißt es:

    „Und Selbstvertrauen ist eine Eigenschaft, die ich sehr schätze, obwohl ich sie erst ziemlich spät im Leben erworben habe. (…) Ich unterscheide mich sehr von jenem Ich, das zum ersten Mal nach Manderley fuhr, eifrig und hoffnungsfroh, gehemmt durch sein verzweifelt linkisches Wesen und von dem glühenden Wunsch erfüllt zu gefallen.“

    Ich finde es immer grenzwertig, wenn die Hauptperson keinen Namen trägt. In diesem Fall passt dieser Kunstgriff ausnahmsweise, da es sich bei der Erzählerin tatsächlich um eine junge Frau handelt, die langweilig, absolut unbedarft, willensschwach und eindimensional ist. Von Anfang an fügt sie sich allem und jedem, ist also ein Niemand: Sie agiert nicht, sondern reagiert nur auf Impulse von außen. Das wirkt sich unmittelbar auf die ersten zwei Drittel des Romans aus, die sich sehr langatmig gestalten. Deshalb wollte bei mir auch keine richtige Spannung aufkommen. Die Versuchung war groß, das Buch vorzeitig abzubrechen.

    Zum Glück bin ich aber drangeblieben. Der Wendepunkt kam in Kapitel 19 und leitete den furiosen Schlussteil ein, der für die Langeweile der vorherigen Abschnitte zu entschädigen wusste. Selbst die Protagonistin kommt dann aus sich heraus und fängt endlich an, sich einzubringen und zu kämpfen. Gewiss werde ich hier nichts zu den Geschehnissen verraten, weil eben genau die darauffolgenden Entwicklungen diesen Roman lesenswert machen.

    Fazit: Ein langer Atem wird schlussendlich mit einem großen Finale belohnt. Trotzdem handelt es sich bei „Rebecca“ um kein Buch, das mich begeistern konnte. Das liegt vor allem an der passiven Hauptperson, die aber vermutlich das antiquierte Frauenbild der damaligen Zeit (späte 1930er Jahre) akkurat widerspiegelt, was gleichermaßen interessant wie befremdlich ist. Aus heutiger Sicht hätte es dem Roman gutgetan, wenn die Geschehnisse auf dem Herrensitz Manderley gestrafft und früher der Endspurt eingeleitet worden wäre. Trotzdem handelt es sich um einen Klassiker, der sich zu Recht auch heute noch großer Beliebtheit erfreut.

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    katzekatzekatzes avatar
    katzekatzekatzevor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Zuviel melodramatisches Blabla, zu stereotyp zu untief. Kein Buch, das man gelesen haben "muss"
    Rezension "Rebecca"

    Nun, mal sollte bei der Rezension dieses Buches wohl berücksichtigen, wie alt es mittlerweile ist. Ich persönlich tue mir jedenfalls ein wenig schwer damit. Gleich zu Anfang langweilt und zieht es sich mit seitenweise melodramatisch um den heißen Brei herumreden, pseudo-neugierig machen wollen auf die kommende Geschichte, aber meiner Meinung nach überspannt die Autorin den Bogen damit maßlos. Man stöhnt mehrfach genervt auf und denkt sich, wann geht es denn nun endlich los mit der Geschichte?
    Als es dann endlich losgeht, muss man noch seitenweise ertragen, wie ungeheuer wichtig das junge Alter und die damit automatisch verbundene Unerfahrenheit der Protagonistin ist, als sei Alter das einzig Ausschlaggebende im Wesen einer Person. Aber vielleicht erwarte ich von einem Buch das in den vierziger Jahren geschrieben wurde zuviel.


    Die Story an sich ist ganz interessant und ich muss eine Überraschung meinerseits einräumen, da ich mit der Auflösung am Schluss so nicht gerechnet hatte.

    Ansonsten plätschert es eher dahin. Leider lässt die gesamte Story eine Chemie zwischen den Hauptcharakteren – der jungen Ich-Erzählerin deren Name nervigerweise nicht einmal erwähnt wird, weshalb sie recht formlos bleibt, und Maxim de Winter – vermissen. Die beiden interagieren kaum miteinander und wenn sie es tun, wirken sie dabei wie Fremde und jede Verletzung und Kränkung, die die junge Protagonistin durch de Winter erfährt wird hingenommen und am Ende kriecherisch als eigene Verfehlung ihrerseits abgetan. Das alles ist sehr befremdlich und unsympathisch auf mich. Wie gesagt, vielleicht erwarte ich von einem Buch aus dieser Zeit etwas zu viel, aber es gibt eben auch andere Werke aus derselben Zeit, die einen gerade nicht mit teilweise sexistischen Stereotypen nerven. Die Auflösung war wie gesagt spannend zu lesen, das war es aber leider auch schon.
    Wirklich nachvollziehen kann ich den Status dieses Buches als „Klassiker“ nicht, da es weder mit Stil noch mit Story flasht, und kann hier auch nicht unbedingt eine Leseempfehlung aussprechen. Es ist was Nettes für Zwischendurch, mehr aber auch nicht.

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    Yolandes avatar
    Yolandevor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ziemlich zähe Geschichte mit einem unbefriedigenden Ende. Ich hatte mir mehr erhofft :/
    Eine zähe Angelegenheit

    Dame Daphne du Maurier wurde am 13. Mai 1907 in London geboren. Ihre Eltern waren sehr wohlhabend, deshalb war sie finanziell unabhängig und fing schon sehr früh mit dem Schreiben an. Ihre ersten Kurzgeschichten schrieb sie 1928 und 1931 veröffentlichte sie ihren ersten Roman "Der Geist von Plyn". 1932 heiratete sie den General Frederick Browning, mit dem sie 3 Kinder hatte.Berühmt wurde Daphne du Maurier durch die Romane "Gasthaus Jamaika" und "Rebecca", die beide von Alfred Hitchcock verfilmt wurden. 1963 folgte die Verfilmung ihrer Kurzgeschichte "Die Vögel", ebenfalls durch Alfred Hitchcock. Ähnlich erfolgreich war die Verfilmung ihrer Kurzgeschichte "Dreh dich nicht um", die unter dem Titel "Wenn die Gondeln Trauer tragen" in die Kinos kam.1969 wurde Daphne du Maurier durch Königin Elizabeth II. zur Dame Commander of the Order of the British Empire (DBE) ernannt.Am 19. April 1989 starb Daphne du Maurier in Cornwall.
    Inhalt (Klappentext): In einem Hotel an der Côte d'Azur lernt Maxim de Winter eine junge Frau aus einfachen Verhältnissen kennen. Die beiden verlieben sich, und schon nach kurzer Zeit nimmt sie seinen Heiratsantrag an und folgt dem Witwer nach Cornwall auf seinen prächtigen Landsitz Manderley. Doch das Glück der Frischvermählten währt nicht lange: Der Geist von Maxims toter Ehefrau Rebecca ist allgegenwärtig, und die ihr ergebene Haushälterin macht der neuen Herrin das Leben zur Hölle, sie droht nicht nur die Liebe des jungen Paares zu zerstören. Als ein Jahr später plötzlich doch noch Rebeccas Leiche gefunden wird, gerät Maxim de Winter unter Mordverdacht...
    Ich habe vor kurzem das Buch "Meine Cousine Rachel" der Autorin gelesen und mir hat vor allem der Schreibstil sehr gut gefallen. Da "Rebecca" eines ihrer bekanntesten Bücher ist, war ich natürlich sehr gespannt.Hier wie da beginnt das Buch mit dem eigentlichen Ende der Geschichte, bzw. der Ich-Erzähler (in "Rebecca" ist es die junge Ehefrau) beschreibt die Vorgänge in einer Rückschau. Auch in diesem Buch schafft es Daphne du Maurier eine unheilvolle und düstere Atmospäre entstehen zu lassen. Man ist ständig der Meinung, dass gleich etwas ganz Fürchterliches geschehen wird, nur leider passiert insgesamt nicht viel :/. Die Erzählerin verliert sich sehr oft in endlosen Beschreibungen, die dem Leser die Umgebung zwar sehr bildlich darstellt, auf die Dauer aber ziemlich langatmig wird. Auch die Angewohnheit der Erzählerin, Ereignisse, die noch gar nicht eingetreten sind, bzw. auch nicht eintreten werden, in aller Ausführlichkeit gedanklich weiterzuspinnen, ging mir mit der Zeit auf die Nerven. Erst zum Ende hin nahm die Geschichte etwas Fahrt auf, aber es kam in meinen Augen zu spät und endete dann auch irgendwie unbefriedigend.
    Schade, ich hatte mir etwas mehr erhofft :/: 



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    BeaSwissgirls avatar
    BeaSwissgirlvor einem Jahr
    Rebecca


    Mein Leseeindruck subjektiv, aber spoilerfrei ;)


    Im Moment bin ich gerade ein bisschen im Klassiker- Fieber und als ich dann diese Ausgabe hier billig entdeckte musste ich einfach zugreifen....


    Vor gefühlten hundert Jahren habe ich diese Geschichte schon einmal gelesen konnte mich aber ehrlich gesagt nicht mehr detailliert erinnern.
    Vorab möchte ich noch sagen, dass ich das Buch grösstenteils in der Hörbuchvariante gelesen von Eva Mattes gehört habe, welche einer anderen Übersetzung entspricht. Deshalb zuerst ein paar Worte zum Hörbuch.


    Die Sprecherin fand ich grandios, jedenfalls für diese Art von Geschichte. Beim recherchieren habe ich festgestellt, dass Eva Mattes einige Klassiker vorliest und ich finde ihre Stimme eignet sich dafür wahnsinnig gut.
    Ihre Art zu lesen ist sehr angenehm, da sie eine ruhige, tiefe, anmutige, undramatische, aber dennoch nicht unlebendige Stimme hat. Ich konnte mich so richtig fallen lassen und es war als würde sich vor meinen Augen ein Film abspielen.


    Zeitweise habe ich auch die ein oder andere Seite im Buch gelesen, welche aber wie oben schon erwähnt einer anderen Übersetzung entspricht als das Hörbuch von Eva Mattes.
    Der Schreibstil hier gefiel mir aber äusserst gut ich war auch erstaunt, dass er überhaupt nicht altbacken oder extrem anspruchsvoll ( wie in vielen Klassiker) daherkommt. Im Gegenteil er war unkompliziert, bildhaft, detailliert, atmosphärisch, sprachgewandt und flüssig zu lesen. 
    Erzählt wird in Ich- Form aus der Sicht von....tatsächlich wird der Name der Hauptprotagonistin nie erwähnt, was ich zwar sehr speziell fand, wahrscheinlich ist dies aber von der Autorin so gewollt.


    Die Charaktere sind gut ausgearbeitet und alle auf ihre Art faszinierend, unsympathisch, interessant, oder unterhaltsam so richtig in mein Herz geschlossen habe ich aber eigentlich Niemanden. Die Sprecherin hat hier übrigens eine grossartige Leistung erbracht in dem sie den Figuren Leben einhauchte und ihre Betonung meiner Meinung nach einfach perfekt war.
    Bei unserer Hauptprotagonistin musste ich so oft die Augen verdrehen, denn sie ist einfach so was von naiv, beeinflussbar und unselbständig...aber es gehört einfach zum Plot der Geschichte und passt deshalb wie die Faust auf s Auge...;)


    Ein wirklich lesenswerter, unterhaltsamer, sehr bildgewaltiger und atmosphärischer Klassiker.


    Ich vergebe hiermit sehr sehr gute vier Sterne

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    HEIDIZs avatar
    HEIDIZvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Rebecca steht bis zum bitteren Ende zwischen den beiden Liebenden. Sie erleben Hochs und Tiefs, wie im Leben auch.
    DER KLASSIKER von Daphne du Maurier


    Ich habe diesen Klassiker schon verfilmt gesehen und nun endlich auch einmal gelesen.

    Mir hat dieser Roman sehr gut gefallen, da er für meine Begriffe durchweg spannend und lebendig geschrieben ist. Ich fühlte mich involviert in die Handlung, die eine düstere Stimmung vermittelte, die ich im Film gesehen habe, dennoch kam die Liebe zwischen den beiden Hauptcharakteren zur Geltung, ihrer Beider Geschichte und die Charaktere in ihrer Entwicklung im Lauf der Handlung.

    Rebecca steht bis zum bitteren Ende zwischen den beiden Liebenden. Sie erleben Hochs und Tiefs, wie im Leben auch. Sie sind altersmäßig weit auseinander und das ist auch zu spüren. Alles in allem eine perfekt konstruierte glaubwürdige Geschichte, die mich von Anfang bis Ende gefesselt hat.

    Die beiden Hauptcharaktere lernen sich kennen und lieben. Sie geht mit ihm auf den Landsitz seiner Vergangenheit, wo immer noch seine Frau Rebecca herumspukt. Sie muss sich dagegen wehren und auch gegen die Hausdame, die sie immer abschätzig behandelt und ihr unmöglich entgegentritt. Es passiert viel, dichte Handlung und am Schluss ein fulminantes Ende, welches ich so nicht erwartet hatte.

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    awogflis avatar
    awogflivor 2 Jahren
    Book2Movie Rezension des alten Schinkens

    Schon zu Beginn baute sich eine schwierige Hürde für dieses Buch auf: Da ich den Film schon als Kind gesehen habe, konnte mich daher der Plot bedauerlicherweise nicht mehr überraschen. Aus diesem Grunde drängt sich eine Book2movie-Rezension nahezu auf und ist unvermeidbar.

    Buch 3,5 Sterne wohlwollend aufgerundet auf 4
    Die Hauptprotagonistin nervt ganz schön mit ihren ermüdenden Selbstzweifeln, der anstrengenden Unsicherheit und ihrer naiv romantischen Attitüde, aber sie ist derart authentisch und konsistent gezeichnet, dass es eine Freude ist. Leider sind die Zweifel des Charakters dieser dummen Gans und ihre schmalztriefenden romantischen Anwandlungen viel zu ausufernd beschrieben. Gottseidank steht ihr als Antagonistin gegenüber die verschlagene Haushälterin Mrs. Danvers, die grandios beschrieben ihre fiesen Spielchen inszeniert, man sieht sie förmlich hinter den Türen lauern. Die böse alte Vettel mit dem Totenkopfgesicht lässt Mrs. De Winter Numero 2 anlässlich des Balls so richtig grandios auflaufen - das ist herrlich. Max, der Mann dazwischen ist eher ein ambivalenter Charakter, der irgendwie gar nix checkt und hin und wieder brummig dahinspinnt.

    Daphne Du Maurier hat die Hauptcharaktäre und auch alle Nebenrollen sehr liebevoll entwickelt und tief gezeichnet, leider hat sie bei der Handlung nicht so ein gutes Händchen bewiesen. Immer wenn etwas spannendes passiert, wird sehr schnell über das Ereignis hinweggegangen, und eher die entbehrlichen Gedanken und Kommentare der Mrs. de Winter fokussiert, die eh keiner mehr hören kann. Dieser Stilgriff nimmt dem gesamten Plot, der übrigens ausgezeichnet innovativ und grandios konzipiert ist, die Spannung, wenn alles aus der Sicht der naiven Gans beleuchtet wird, die ewig in ihren Zweifelen egozentrisch um sich und ihren Angebeteten kreist. Leider konnte ich natürlich die Überraschungen in der Handlung nicht mehr genießen, denn ich kannte ja die Geschichte schon durch den Film.

    Die Sprache kann sich aber sehen lassen: Sehr stimmungsvolle Beschreibungen schon der erste Satz (sowohl im Buch als auch im Film) reißt einem vom Hocker.

    "Gestern nacht träumte mir, ich sei wieder in Manderley....."

    Der Schluss ist übrigens das größte Übel an diesem Roman. Da fackelt die fiese Haushälterin diesen alten Kasten Manderley aus Bosheit ab, und wenn nicht das vorletzte Wort des gesamten Romans Asche gewesen wäre, hätte ich gar nicht gecheckt, dass die Bude brennt. Wie kann man sich als Autorin nur ein derartiges, durch den Spannungsbogen selbst konzipiertes Ereignis, das man perfekt beschreiben und inszenieren könnte, entgehen lassen. Das ist handwerklich, schriftstellerisch, sprachlich und dramaturgisch einfach komplett idiotisch!

    Film 4 Sterne wohlverdient
    Grandios vom good old Meister Alfred Hitchcock umgesetzt. Schwarzweiss, wundervoll gemacht, a bissi Grusel, die Musik punktgenau inszeniert, Nebel, Dunkelheit etc. schaffen die perfekte Atmosphäre.

    Durch das Genre Film wird der Cineast zudem von den entbehrlichen Gedanken der Mrs. de Winter 2 verschont. Klar sieht man durch die gute schauspielerische Leistung der Darstellerin, dass sie unsicher, naiv verliebt und von Selbstzweifeln geplagt ist, aber man muss gottseidank nicht das Innere in ihrem Hirn über sich ergehen lassen..
    Mrs. Danvers der alte Drache klatscht übrigens den gesamten restlichen Cast an die Wand: so gut gespielt, das versteinerte Gesicht ohne irgendeine Muskelregung, die sanfte Stimme, herrlich. Die beiden Frauen bleiben im Gedächtnis haften, alle männlichen Rollen überhaupt nicht.

    Und dann wurde auch noch die Handlung - im Drehbuch genau dort umgeschrieben, wo der Roman gravierende Schwächen aufwies. Der Mord war ein Unfall und das Ende wird wirklich auszelebriert inklusive lebendiger Abfackelung der Haushälterin im Zimmer von Rebecca. So geht ein Finale mit Paukenschlag!

    Das einzige, das ich mich die ganze Zeit frage: Als Kind hatte ich den Film wesentlich gruseliger in Erinnerung. Warum wohl?

    Fazit: Wieder mal einer jener Fälle, die Buchliebhaber gerne verdrängen möchten, aber der Film ist einfach besser.

    Kommentare: 2
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    RenateTauchers avatar
    RenateTauchervor 2 Jahren
    Geliebt und gehasst

     Maxim de Winters junge Ehefrau kämpft gegen den Geist seiner ersten Frau Rebecca an, die schon lange tot ist, aber anscheinend   noch immer in den Köpfen und Herzen der Bewohner von Manderley herumspukt. Ein echter Klassiker, den ich immer wieder gern zur Hand nehme, obwohl ich ihn  schon oft gelesen habe.   Der Roman hat mich bereits als Mädchen fasziniert, und er hat für mich in den vergangenen Jahrzehnten nichts von seinem Zauber eingebüßt.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Lose Jane-Eyre-Adaption mit neuem Gruselfaktor und einem typischen byronischen Helden.
    "Rebecca" von Daphne DuMaurier

    Autorin: Daphne DuMaurier
    Titel:
    Rebecca
    Gattung: Roman, Erzählung, Liebesgeschichte, Horror
    Erschienen: 1938
    Gelesene Ausgabe: insel, 2016
    ISBN: 978-3-458-36134-3
    Gelesen auf: Deutsch (Englisch)
    Gelesen im: Dezember 2016

     

    Zum Buch:
    Zwar ist Rebecca bereits 1938 erschienen und war damals ein großer Erfolg und wurde sogar von Alfred Hitchcook verfilmt, die Neuübersetzung des Duos um Brigitte Heinrich und Christel Dormagen, kam dieses Jahr frisch auf den Markt. Aus der Sicht der nie benannten Erzählerin, schildert das Buch die Geschichte einer jungen, mittellosen Frau, die den wohlhabenden, verwitweten Aristokraten Maxim de Winter heiratet. Zusammen ziehen sie auf seinen Landsitz Manderley, der von dem Geist von Maxims Exfrau Rebecca durchdrungen ist, die unter geheimnisvollen Umständen ums Leben kann und von der kein Bewohner Manderleys lassen kann. So spannend der Roman teilweise auch ist, so sehr besitzt er an anderen Stellen leider Längen. Rebecca kann man mit gutem Gewissen lesen, sollte man sich dagegen entscheiden, verpasst man allerdings auch nicht unbedingt etwas.

     

    Eine der Lieblingsstellen:
    Zitat: "Ich glaube, es gibt eine Theorie, wonach Männer und Frauen als bessere, stärkere Menschen aus Leiden hervorgehen, und dass wir solche Feuerproben bestehen müssen, um in dieser oder einer anderen Welt voranzukommen. Wir haben das in vollem Maße getan, so ironisch es klingen mag. Wir beide haben Angst und Einsamkeit kennengelernt und größten Schmerz."[1]

    Stil und Sprache: Leicht lesbar, relativ kurze Sätze.
    Zitat: "Rebecca, immerzu Rebecca. Wo ich in Manderley auch ging und stand, selbst in meinen eigenen Gedanken und Träumen, begegnete ich Rebecca."[2]

    Schlüssigkeit der Handlung: Rückblende und Erzählung aus Sicht der Hauptperson.

    Das hat mir gefallen: Manderley, das wunderbare Gutshaus, teils die wunderbaren Landschaftsbeschreibungen.
    Das hat mir nicht gefallen: Ein paar Längen und deutliche Anlehnungen an Brontes Jane Eyre

    In One Sentence: Lose Jane-Eyre-Adaption mit neuem Gruselfaktor und einem typischen byronischen Helden.
    Sterne: 2


    [1] S.14
    [2]
    S.326

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 2 Jahren
    "Gestern Nacht träumte ich, ich sei wieder in Manderley..."

    Inhalt:

    Knapp ein Jahr nach dem tödlichen Bootsunfall seiner Frau Rebecca, heiratet Maxim de Winter erneut.  Für die junge und schüchterne Frau, die sich von allen herumschubsen lässt und nie offen ihre Meinung sagt, scheint die Hochzeit ein Ausweg aus ihrer Situation und damit ein Neuanfang zu sein. Doch das gemeinsame Leben auf dem Landsitz Manderley entwickelt sich schnell zu einem Spießrutenlauf für die unsichere Protagonistin, die nicht nur von ihrem Umfeld ständig mit der verstorbenen Rebecca verglichen wird…

     

    Meinung:

    Der Leser schlüpft in die Rolle von Maxims zweiter Frau, die als unerfahrene Ich-Erzählerin eindringlich ihre Gefühle schildert, welche von Naivität und Unsicherheit, aber auch von Abscheu gegenüber ihrem eigenen Verhalten und dem Wunsch stärker zu sein, geprägt sind. Bereits auf den ersten Seiten, wo sie sich noch nicht auf Manderley befindet, fühlt sie sich von Rebeccas „Geist“ geradezu eingeschüchtert und versucht alles auszulöschen, was mit ihr im Zusammenhang steht. Was in den Anfängen der Beziehung noch zu gelingen scheint, lässt sich auf Manderley, wo alles von Rebecca geprägt wurde, nicht mehr verleugnen.

    Während der gesamten Lesezeit liegt eine unheilvolle Atmosphäre über dem Geschehen. Das Tempo nimmt nur sehr langsam zu. Die Autorin konzentriert sich bis zum Plottwist eher darauf, die Beziehungen der Figuren untereinander zu schildern und deren Psychospielchen. Gerade im Mittelteil hatte ich damit so meine Schwierigkeiten, weil viele kleine Szenen beschrieben werden, die auf mich nicht so gewirkt haben, als ob sie von Belangen wären.

    Doch am Ende ergeben all diese Szenen plötzlich einen Sinn und jedes noch so kleine Puzzleteil wird an die richtige Stelle gerückt. Jeder Dialog, jedes Detail hat eine Bedeutung. Daphne du Maurier versteht es dem Leser versteckte Hinweise zu geben, ohne dabei das Offensichtliche auszusprechen. Die Wendung in der Handlung kommt unvorbereitet.

    Die Erzählsprache ist nicht so kompliziert, wie man es bei einem „Klassiker“ erwartet. Hat man sich erst einmal eingelesen, liest sich dieser Roman genauso schnell wie jedes andere Buch, was die Protagonistin, die aus einfachen Verhältnissen stammt, nur noch authentischer wirken lässt.

    Fazit: 4/5 Ein wundervoller Schreibstil, eine spannende Geschichte mit einer überraschenden Wendung und einem furiosen Ende. Einziges Manko: das Tempo bis zum Plottwist...

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    Mrs-Jasmines avatar
    Mrs-Jasminevor 2 Jahren
    Wundervolles Buch

    Ein tolles Buch, dass ich bestimmt wieder lesen werde!

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