Es ist eine herzergreifende Lebensgeschichte, die Dame Daphne Sheldrick erzählt. Ihre Lebensgeschichte tief verbunden mit ihrem Mann und die der geretteten Tiere in der Waisenauffangstation Sheldrick Wildlife Trust in Kenia.
Selten habe ich bei einem Buch so mitgelebt, mitgelitten, mitgeweint, mitgefreut!
Und ich habe die letzten Seiten ganz langsam gelesen, weil ich nicht wollte, das das Buch zuende geht.
Selbst habe ich drei Paten-Elefanten, wovon mein erster, Kithaka, nun schon 14 Jahre ist und ausgewildert. Er hat es geschafft. Dank Daphne Sheldrick und ihrer wunderbaren Elefanten- & Wildtier-Waisenstation.
Dazu gehören natürlich auch die Keeper, die sich fröhlich und unermüdlich um die geretteten Baby-Elefanten kümmern, die in den ersten Wochen absolute Fürsorge rund um die Uhr brauchen!
Ich lege dieses Buch jedem zu Herzen, der Tiere liebt. Es ist unglaublich, was Daphne mit ihrem Mann zusammen aufgebaut hat und was noch heute, auch nach ihrem Tod, weiter Früchte trägt. Dabei waren die Jahre von Daphne hart, doch kein Weg war ihr zu weit, kein Stein zu holprig, keine Hürde zu hoch – trotz schwerer Schicksalsschläge und Widrigkeiten. Eine so starke Frau, die jede Ehre und Würde verdient hat!
Und dann lebt man mit ihr und den verwaisten Tieren, die ohne ihre Liebe, Wärme und Fürsorge nicht mehr leben würden. Ihr unerschütterlicher Kampf, alles für die Tiere zu geben, beeindruckt in jeder Hinsicht.
Ich lese dieses Buch in regelmäßigen Abständen immer mal wieder, weil es einfach zu schön ist und hoffe, dass es durch meine Rezension noch einmal ein paar Leser mehr findet 😊
Daphne Sheldrick
Lebenslauf
Quelle: Verlag / vlb
Alle Bücher von Daphne Sheldrick
Eine afrikanische Liebesgeschichte
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Tsavo, Paradies der wilden Tiere
Neue Rezensionen zu Daphne Sheldrick
»David spürte meine Traurigkeit. Er erinnerte mich daran, dass alle wilden Findelkinder nur Leihgaben waren und niemals uns gehören würden. Wir waren lediglich ihre Hüter, solange sie abhängig waren und unsere Hilfe brauchten; anschließend mussten sie ihren Platz im Leben nicht als Gefangene zum Nutzen der Menschen, sondern bei ihren wild lebenden Angehörigen finden.«
Daphne Sheldrick wurde 1934 in Kenia geboren und begann schon im Kindesalter damit, sich um Tierwaisen in Not zu kümmern. Die Sorge um Wildtiere prägte ihr ganzes Leben, gemeinsam mit ihrem Mann David, dem Mitbegründer des Tsavo-East-Nationalparks, rettete sie eine enorme Zahl von Elefanten, Nashörnern, Zebras, Büffeln, Antilopen, Warzenschweinen, Zwergmungos, Vögeln aller Art und vermutlich noch diversen anderen Spezies, die es aus Platzgründen nicht alle ins Buch schaffen konnten ;-)
Von besonderer Bedeutung war dabei, dass es ihr gelang, eine Ersatzmilch für Baby-Elefanten zu entwickeln. Diese vertragen keine Kuhmilch, haben ein extrem empfindliches Verdauungssystem und benötigen doch sehr nährstoffreiche Milchnahrung. Erstmalig konnten so kleine Elefanten gerettet werden, die jünger als ein Jahr waren.
In ihrer Autobiographie erzählt Daphne Sheldrick, die sich mittlerweile Dame Daphne Sheldrick nennen darf, von einem Leben unter Afrikas Sonne, immer umgeben von Natur und Tieren. Sie beginnt bei ihren Vorfahren, die als Siedler ins Land kamen, erzählt von einer glücklichen Kindheit, auf die Sorgen und Bedrohungen während des Mau-Mau-Krieges folgten.
Sie erzählt von David, dem Mann ihres Lebens, mit dem sie eine tiefe Seelenverbundenheit teilte, an dessen Seite sie am Aufbau des Tsavo-East-Nationalparks arbeitete, gegen Wilderer kämpfte und gegen Korruption. Von ihren Töchtern, zu denen sie ein wundervolles und liebevolles Verhältnis hat und die ebenfalls ihr Leben den wilden Tieren gewidmet haben. Und immer wieder von Tierkindern aller Art, die sie geduldig und aufopfernd versorgte, aufzog und irgendwann in die Freiheit entließ.
Viele Glücksmomente wurden ihr beschert, aber auch reichlich Tragödien. An erster Stelle natürlich der viel zu frühe Tod ihres Mannes und dann immer wieder der Tod geliebter Tiere. So schön die Freiheit ist, sie ist auch gefährlich. Und solange es Menschen gibt, die bereit sind, Geld für Elfenbein und das Horn von Nashörner zu bezahlen, solange wird es kleine Waisen geben, die hilflos neben ihren ermordeten Müttern stehen.
Daphne Sheldrick ist heute schon über achtzig Jahre alt und blickt auf ein enorm arbeitsreiches Leben zurück. Neben ihrer Familie gibt es mittlerweile mehr als 50 engagierte Pfleger, die in der Lage sind, neugeborene Elefanten aufzuziehen und die das auch sehr erfolgreich tun. Und der „David Sheldrick Wildlife Trust“ hat dank seiner zahlreichen Erfolge ein hohes internationales Ansehen und viele Unterstützer auf der ganzen Welt. Der größte deutsche Unterstützer ist die Organisation „Rettet die Elefanten Afrikas e.V.“, auf deren Webseite man jederzeit Informationen über die Arbeit des Trusts und die aktuell versorgten Waisenelefanten erhalten kann.
Daphne lebt natürlich immer noch in Kenia, ihrer Heimat, und zumindest 2012, als das Buch erschien, arbeitete sie immer noch so gut es ging mit. Ob sie das heute noch kann, weiß ich nicht, aber ich stelle mir vor, wie sie in ihrem Garten sitzt, auf ihre Tiere schaut oder bei Nacht hoch in ihren afrikanischen Sternenhimmel und ich denke, dass sie aus ihrem Leben und für das von so vielen Tierkinder das absolut Beste gemacht hat, was möglich war.
Das Buch liest sich wunderbar, Daphne erzählt leicht und emotional, vermittelt aber gleichzeitig viele Informationen. Neben vielen interessanten Dingen, die der Leser über Tiere erfährt, schreibt sie unter anderem über die Geschichte des Nationalparks und politische Hintergründe. Alles zusammen ergibt ein fesselndes Ganzes, das zudem mit vielen Fotos und Kartenmaterial ergänzt wird.
Fazit: Ein wundervolles Buch über eine faszinierende und beeindruckend engagierte Frau! Wer ein Herz für wilde Tiere hat, wird es lieben!
»Wenn ich unter den Sternen sitze, denke ich oft darüber nach, wie glücklich ich immer noch darüber bin, hier zu sein, unauflöslich mit dieser magischen Gegend verbunden. … Wenn ich an meine Enkel denke, weiß ich, dass der Fortbestand des Trusts und Davids Visionen gesichert sind, und immer werde ich tief berührt von der weltweiten Unterstützung bleiben, mit der Menschen an weit entfernten Orten sein Erbe weiterhin fördern.«




