Rebecca ist ein Meisterwerk des psychologischen Unbehagens. Die namenlose Ich-Erzählerin ist nicht nur namenlos, sie ist identitätslos. Sie existiert in Manderley als Nachahmung einer Frau, die sie nie gekannt hat, und jeder um sie herum hilft dabei, dieses Phantom lebendig zu halten. Du Maurier hat etwas beschrieben, das tiefer geht als Eifersucht: die Auslöschung eines Selbsts durch die bloße Existenz eines anderen. Psychologisch präzise und atmosphärisch unübertroffen.
Daphne du Maurier
Lebenslauf
Alle Bücher von Daphne du Maurier
Rebecca
Meine Cousine Rachel
Die Vögel und Wenn die Gondeln Trauer tragen
Die Frauen von Cornwall
Jamaica Inn
Ein Tropfen Zeit
Jamaica Inn
Der Apfelbaum
Neue Rezensionen zu Daphne du Maurier
«Rebecca» ist ein psychologischer Schauerroman, der seine Spannung fast ausschliesslich aus Atmosphäre, inneren Konflikten und der Eifersucht zwischen den Figuren zieht. Das Haus Manderley steht unter der totalen Dominanz der verstorbenen Rebecca, die als erdrückendes Ideal wirkt.
Die namenlose Ich-Erzählerin verharrt lange in Selbstzweifeln und passiver Eifersucht. Ihre endlosen Selbstbeobachtungen bremsen den Roman und wirken nervend. Ähnlich ergeht es Maxim, der unter gesellschaftlichem Erwartungsdruck leidet. Der empfundene Druck beider ist weitgehend selbst erzeugt.
Erst sehr spät wird das scheinbare Idealbild von Rebecca demontiert: Sie erscheint nun nicht mehr als Projektionsfläche der idealen Ehefrau, sondern als selbstbewusste Frau, die sich nimmt, was ihr scheinbar zusteht. Die Erzählerin gewinnt dadurch endlich Eigenständigkeit. Diese späte Wendung verleiht dem Roman Fahrt.
Atmosphärisch stark, doch der erste Teil, der die Selbstzweifel schildert, ist deutlich zu lange. Dennoch beschreibt Du Maurier einige sehr interessante Figuren, allen voran Mrs. Danvers, deren obsessives Verhältnis zu Rebecca eine eigene Ebene der Interpretation eröffnet.
Daphne du Mauriers „Rebecca“ von 1938 gilt meiner Meinung nach zu Recht als moderner Klassiker.
Die Geschichte wird aus der Perspektive einer jungen Frau erzählt, die namenlos bleibt. Durch ihre Heirat mit Maxim de Winter, einem englischen Adligen, wird sie die zweite Mrs. de Winter. Als sie nach der Hochzeit mit Maxim auf sein imposantes Anwesen „Manderley“ zieht, muss sie feststellen, dass dort Rebecca, seine verstorbene erste Frau, noch immer allgegenwärtig ist. Zunehmend wird die junge Frau immer eifersüchtiger und unsicherer, bis dunkle Ereignisse aus der Vergangenheit ans Licht zu kommen drohen.
Was zunächst als eine Art Liebesgeschichte beginnt (junge, unbedarfte Frau heiratet überstürzt einen älteren, reichen Witwer) entwickelt sich schnell zu einem spannenden Psychodrama. Motive von Unsicherheit, Eifersucht und Manipulation ziehen sich durch die Handlung, man fiebert mit der Protagonistin mit, auch wenn sie durch ihre Naivität und Unsicherheit oft irritiert. Das seltsame Verhalten der Bewohner von Manderley und undurchsichtige Andeutungen lassen darauf schließen, dass Rebeccas Tod ein Geheimnis birgt. Oder bildet sich die junge Frau alles nur ein? Mit jeder Seite wird der Leser unsicherer, was Wirklichkeit und Imagination ist. Du Maurier versteht es meisterhaft, Atmosphäre aufzubauen. Ihre fantastischen Beschreibungen von Wetter, Landschaft und Anwesen tragen zusätzlich zur unheimlichen Atmosphäre bei. Ich war von Anfang bis Ende im Bann von Rebecca und die Plotwists, die der Roman bereithält, habe ich absolut nicht kommen sehen. Ich bin mir sicher, dass die Geschichte mir noch lange in Erinnerung bleiben wird.
FAZIT: Ein atmosphärisch dichter und psychologisch raffinierter Roman, der nicht nur durch seine spannende Handlung, sondern auch durch seine literarische Qualität beeindruckt. Ich wünschte ich könnte das Buch noch einmal lesen, ohne das Ende zu kennen. Allen die es noch nicht gelesen haben, kann ich die Lektüre uneingeschränkt empfehlen!
Gespräche aus der Community
Das umjubelte literarische Debüt von »Rebecca«-Autorin Daphne du Maurier erstmals in vollständiger deutscher Übersetzung: »Die Frauen von Cornwall« ist ein fesselnder Roman über Leidenschaft, dunkle Geheimnisse, Intrigen und eine Liebe, die stärker ist als der Tod.
Irgendwie hatte ich mir unter diesem Titel etwas anderes vorgestellt. Ich bin etwas holprig hineingezogen, fand es aber von Seite zu Seite spannender!
Welcome to this special issue of our English discussion group. We will start reading this book together on 15 January 2023.
I would never have expected this twist in the plot. And the reaction to this, quite bizarre: Ok, you killed her, I understand, there was no other way. This is kind of weird.
I am surprised that the staff did not notice.
I'm curious to see where things go from here. At the very beginning, the current life of the two was already described and it didn't sound like a happy ending.
Klassiker-Leserunde im Juli
Beginn: 1.7.
Lang hats gedauert, aber hier nun meine Rezension:
Das war wirklich ein toller Buchtipp. So hat mein Sommer gleich aufregend begonnen!
Zusätzliche Informationen
Daphne du Maurier wurde am 13. Mai 1907 in London (Großbritannien) geboren.
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