Meine Cousine Rachel

von Daphne du Maurier 
4,1 Sterne bei41 Bewertungen
Meine Cousine Rachel
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Die Protagonisten waren mir zu steif und die Geschichte für mich zu unnahbar und wenig nachvollziehbar.

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War sie es oder war die es nicht?

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Inhaltsangabe zu "Meine Cousine Rachel"

Seit dem Tod seiner Eltern lebt Philipp bei seinem wohlhabenden Vetter Ambrose in Cornwall – bis der langjährige Junggeselle auf einer Florenzreise überraschend heiratet. In Briefen erzählt Ambrose Philipp von seinem Eheglück mit Rachel. Mit der Zeit jedoch werden die Briefe seltener, die Inhalte verwirrender. Eines Tages trifft ein beunruhigender Hilferuf aus Italien ein: Ambrose ist an einem rätselhaften Leiden erkrankt und fühlt sich von Rachel bedroht. Philipp reist alarmiert nach Florenz, doch er kommt zu spät: Ambrose ist tot, und von der jungen Witwe fehlt jede Spur ... bis Rachel vor Philipps Tür in Cornwall steht. Und sie ist ganz anders, als er erwartet hätte: humorvoll, intelligent und zurückhaltend. Mehr und mehr verfällt Philipp der schönen Frau, doch plötzlich erkrankt auch er …Ein faszinierender und dramatischer Spannungsroman, jetzt in neuer Übersetzung.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783458361978
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:415 Seiten
Verlag:Insel Verlag
Erscheinungsdatum:15.01.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    Gelindes avatar
    Gelindevor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Die Protagonisten waren mir zu steif und die Geschichte für mich zu unnahbar und wenig nachvollziehbar.
    Meine Cousine Rachel

    Meine Cousine Rachel, von Daphne du Maurier

    Cover.
    Geheimnisvoll und für meinen Geschmack viel zu modern für die Geschichte.

    Inhalt:
    Englischer Landadel und eine sich als „höhere“ Gesellschaft sehende Familie.
    Der alternde Junggeselle Ambros hat sich in Italien überraschend verheiratet und stirbt kurz darauf.
    Durch verwirrende Briefe glaubt sein „Pflegesohn“ Philip dass seine Frau Rachel etwas mit dessen Tod zu tun hat und sinnt auf Rache.
    Doch als sie plötzlich in Cornwall auftaucht, geraten alle unter ihren Bann, auch Philip.

    Meine Meinung:
    Ich konnte mich nicht mit dem Buch anfreunden.
    Die Protagonisten, sowie alle Dialoge und die ganzen Handlungen, Konversionen und Denkweiseen, waren mir viel zu hölzern, steif und nicht nach vollziehbar. Irgendwie war es für mich wie ein Blick in eine andere Zeit, aber so unglaubwürdig, dass ich mich nicht hinein fühlen konnte.
    Eigentlich lese ich gerne historische Romane, aber hier konnte ich nicht eintauchen.

    Das Ende war dann vorhersehbar und auf die eigentliche Frage des Buches, hat man dann meiner Meinung nach keine Antwort bekommen.

    Autorin:
    Daphne du Maurier, geb. 13.05.1907, entstammt einer Künstlerfamilie und wuchs in London und Paris auf. Sie starb 1989 in Cornwall.

    Mein Fazit:
    Ich wurde mit dem Buch nicht warm.
    Die Protagonisten waren mir zu steif und die Geschichte für mich zu unnahbar und wenig nachvollziehbar.
    Deshalb auch nur ganz knapp 3 Sterne.

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    Fleur91s avatar
    Fleur91vor 8 Monaten
    Kurzmeinung: War sie es oder war die es nicht?
    Wenn Liebe zur Obsession wird..

    Philip Ashley wächst bei seinem Cousin Ambrose auf. Die beiden führen einen "Männerhaushalt" und umso überraschter ist Philip, als er eine Nachricht aus Italien bekommt, in der Ambrose ihm mitteilt, dass er geheiratet hat. Nämlich seine Cousine Rachel. Die Briefe aus Italien werden irgendwann jedoch immer merkwürdiger und Ambrose wird krank und stirbt. Philip ist überzeugt, Rachel ist schuld daran. Bis sie eines Tages vor seiner Tür steht und ganz anders ist als erwartet.

    Ein Klassiker, der eine sehr interessante Geschichte erzählt. Philip verfällt seiner Cousine Rachel voll und ganz und seine Liebe wird zu einer richtigen Obsession.

    Rachel selbst kann man schlecht einschätzen. Einerseits wirkt sie normal und unscheinbar, aber andererseits gibt es viele Gerüchte.
    Als Leser weiß man eigentlich bis zum Schluss nicht, was man von ihr halten soll.

    Einer meiner Lieblingscharaktere war auf jeden Fall Louise. Eine intelligente und besonnene Frau, die schon sehr lange mit Philip befreundet ist und versucht ihm zu helfen.

    Die Geschichte lässt sich gut lesen und Daphne du Maurier erschafft eine bedrückende, aber auch ruhige Stimmung.

    Die Geschichte kommt für mich nicht ganz an "Rebecca" heran, aber ist auf jeden Fall sehr lesenswert.

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    KaterinaFrancescas avatar
    KaterinaFrancescavor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Psychologisch, obsessiv und voll düsterer Atmosphäre, sodass sich die Nackenhaare aufstellen.
    "Es gibt Frauen [...], die ohne eigenes Verschulden Unglück bringen."

    Philips ganze Welt sind das Familienanwesen in Cornwall und sein geliebter Cousin Ambrose, der ihn aufzog. Nachdem Ambrose aus heiterem Himmel in Italien heiratet, erhält Philip bald verwirrende Briefe von Ambrose, die andeuten Rachel wolle ihm etwas antun. Er reist nach Italien, kommt jedoch zu spät. Wieder in England, ist er entschlossen, seine Cousine Rachel büßen zu lassen. Doch als sie vor ihm steht, wird er nach un nach in ihren Bann gezogen. Ambrose Briefe jedoch schüren Misstrauen und Verzweiflung und seine Liebe zu Rachel steigert sich zur Obesession.

    "Meine Cousine Rachel" ist ein ungebrochen spannender Roman. Der junge Philip, der behütet im ländlichen Cornwall aufgewachsen ist, weiß nichts von dem mondänen Leben in großen Städten und erblüht ganz in seiner Heimat und in Einsiedlerei. Seine wenigen Kontakte hat er mit seinem Paten und dessen Tochter Louise, die in der Nähe wohnen. Charakterlich seinem älteren Cousin Ambrose ähnlich, ist dieser seine ganze Familie. Als Ambrose, der als eingefleischter Junggeselle galt, sich urplötzlich verheiratet, ist Philip zutiefst verunsichert. Mit Rachel schafft Daphne du Maurier eine stark ambivalente Frauenfigur, deren wahrer Charakter nie ganz entschlüsselt scheint. Durch die Erzählung der Geschichte aus Philips Perspektive werden die Leser in seine überschwänglichen Emotionen eingebunden und selbst Opfer von Paranoia, Misstrauen und Obsession. Augrund von Philips Abneigung entwicklelt quasi auch der Leser eine hefitge Abneigung gegen Rainaldi, dem Italiener, der sich um Rachels Geschäfte kümmerte, aber auch eine tiefere Beziehung zu ihr zu haben scheint. Dennoch bleiben sowohl Rainaldis Vergangenheit als auch Rachels stets anfällig für Spekulationen und Hörensagen. Doch schwankt die Erzählung immer zwischen Vermutungen und Philip selbst steht so in Rachels Bann, dass er jeglicher Vernunft beraubt wird. Ein grandioser Roman, in dessen düsterer Atmosphäre sich die Nackenhaare aufstellen und einem Schauder über den Rücken laufen, und indem weder Philip noch der Leser seinem eigenen Verstand vollends vertrauen kann.

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    Miri1135s avatar
    Miri1135vor einem Jahr
    Faszinierend und dramatisch

    Seit dem Tod seiner Eltern lebt Philipp bei seinem wohlhabenden Vetter Ambrose in Cornwall – bis der langjährige Junggeselle auf einer Florenzreise überraschend heiratet. In Briefen erzählt Ambrose Philipp von seinem Eheglück mit Rachel. Mit der Zeit jedoch werden die Briefe seltener, die Inhalte verwirrender. Eines Tages trifft ein beunruhigender Hilferuf aus Italien ein: Ambrose ist an einem rätselhaften Leiden erkrankt und fühlt sich von Rachel bedroht. Philipp reist alarmiert nach Florenz, doch er kommt zu spät: Ambrose ist tot, und von der jungen Witwe fehlt jede Spur ... bis Rachel vor Philipps Tür in Cornwall steht. Und sie ist ganz anders, als er erwartet hätte: humorvoll, intelligent und zurückhaltend. Mehr und mehr verfällt Philipp der schönen Frau, doch plötzlich erkrankt auch er …
    "Meine Cousine Rachel" ist mein erstes Buch von Daphne du Maurier und ich bin sehr angetan von ihrem Schreibstil. Die Sätze waren nicht zu lang oder verwirrend und auch die Übersetzung finde ich gut; man musste sich nicht mühselig mit altertümlichen Fremdwörtern rumschlagen. Ich brauchte etwas Zeit um rein zu kommen, da Philipps Art zu Denken manchmal etwas verrückt ist, war dann aber relativ schnell sehr fasziniert von ihm.Gefallen hat mir auch die Zeit, in der die Geschichte spielt - Kutschen, die Etikette etc...Obwohl gar nicht allzu spannende Szenen in dem Buch vorkommen, kam es mir doch immer total spannend vor, da man sich immer gefragt hat: Na, was ist denn jetzt mit Rachel??? Ich habe selber mitgerätselt und mich sehr oft versucht in Philipp hinein zu versetzen, auch wenn das mal gar nicht so einfach ist.Das Ende hat mich dann doch etwas erstaunt- nicht unbedingt der Vorfall, aber das es so offen für den Leser bleibt. So kann man seiner eigenen Fantasie freien Lauf lassen =)
    Ich bin gespant auf weitere Bücher von Daphne du Maurier

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    Yolandes avatar
    Yolandevor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein ruhiger, aber atmosphärisch sehr dichter Roman
    Schuldig oder nicht schuldig?

    Dame Daphne du Maurier wurde am 13. Mai 1907 in London geboren. Ihre Eltern waren sehr wohlhabend, deshalb war sie finanziell unabhängig und fing schon sehr früh mit dem Schreiben an. Ihre ersten Kurzgeschichten schrieb sie 1928 und 1931 veröffentlichte sie ihren ersten Roman "Der Geist von Plyn". 1932 heiratete sie den General Frederick Browning, mit dem sie 3 Kinder hatte.Berühmt wurde Daphne du Maurier durch die Romane "Gasthaus Jamaika" und "Rebecca", die beide von Alfred Hitchcock verfilmt wurden. 1963 folgte die Verfilmung ihrer Kurzgeschichte "Die Vögel", ebenfalls durch Alfred Hitchcock. Ähnlich erfolgreich war die Verfilmung ihrer Kurzgeschichte "Dreh dich nicht um", die unter dem Titel "Wenn die Gondeln Trauer tragen" in die Kinos kam.1969 wurde Daphne du Maurier durch Königin Elizabeth II. zur Dame Commander of the Order of the British Empire (DBE) ernannt.Am 19. April 1989 starb Daphne du Maurier in Cornwall.
    Inhalt (Klappentext):Seit dem Tod seiner Eltern lebt Philip bei seinem wohlhabenden Vetter Ambrose in Cornwall - bis sich der langjährige Junggeselle auf einer Florenzreise verliebt und überraschend heiratet. In Briefen erzählt Ambrose Philip von seinem Eheglück mit Rachel. Er scheint wie besessen von ihr. Mit der Zeit jedoch werden die Briefe seltener und die Inhalte verwirrender. Eines Tages trifft ein beunruhigender Hilferuf aus Italien ein: Ambrose ist an einem rätselhaften Leiden erkrankt und fühlt sich von Rachel bedroht. Philip reist nach Florenz, doch er kommt zu spät: Ambrose ist tot, und von der jungen Witwe fehlt jede Spur...Kaum zurück in Cornwall steht Rachel plötzlich vor Philips Tür. Und sie ist ganz anders, als er erwartet hätte: humorvoll, intelligent und zurückhaltend. Mehr und mehr verfällt Philip der schönen Frau, bis plötzlich auch er Symptome eines seltsamen Leidens zeigt...
    "Meine Cousine Rachel" ist der erste Roman von Daphne du Maurier, den ich gelesen habe und ihr Schreibstil gefällt mir sehr gut. Schon von Beginn an herrscht eine düstere und unheilvolle, aber auch melancholische Atmosphäre in der Geschichte vor, die aus der Sicht des Erzählers Philip in der Ich-Form geschrieben ist. Durch diese Schreibweise kann man die emotionalen Gedankengänge des jungen Hauptprotagonisten sehr gut nachempfinden. Die Geschichte verläuft ruhig und völlig unspektakulär, aber durch diese unterschwelligen düsteren Schwingungen baut sich mit der Zeit eine Spannung auf. Auch dass der Roman viele Fragen offen lässt, finde ich sehr gut. So kann jeder Leser für sich über die Frage von Schuld oder Unschuld nachdenken und entscheiden. Das ist einfach grandios gemacht. Fazit: Ein ruhiger, aber atmosphärisch sehr dichter Roman, den man guten Gewissens weiterempfehlen kann.

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    vanessablns avatar
    vanessablnvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Gut geschriebener Roman mit leiser Spannung und einem jungen Mann, bei dem Bewunderung fast zum Wahn wird...
    Gut geschriebener Spannungsroman

    Dies war mein erstes Buch von Daphne du Maurier und von ihrem Schreibstil war ich gleich begeistert. Sie hat eine feine und stimmungsvolle Art zu schreiben, auch die Neuübersetzung ist sehr gelungen. "Meine Cousine Rachel" ist 1951 erschienen, spielt aber zu einer Zeit, als es noch Kutschen gab, was mir vorher gar nicht bewusst gewesen war.

    Der Roman ("leiser psychologischer Thriller" wäre auch nicht falsch) ist aus der Sicht von Philip geschrieben, einem jungen Mann, der bei seinem Vetter Ambrose aufgewachsen ist. Als dieser auf einer Italienreise unerwartet heiratet, steht die Welt für Philip auf dem Kopf. Er ist eifersüchtig, zugleich sinnt er darüber nach, was für eine Frau Rachel wohl ist. Nach einigen mysteriösen Briefen stirbt Ambrose ganz plötzlich und Rachel reist nach Cornwell. Philip fühlt sich immer mehr zu der Witwe seines Vetters hingezogen. Seine Bewunderung scheint keine Grenzen zu kennen. Dabei ist nicht klar, ob Ambrose tatsächlich an einem Hirntumor gestorben ist...

    Die Autorin versteht es ganz wunderbar, Philips Welt zu beschreiben. Auch die Menschen um ihn herum werden gut porträtiert, manchmal mit feinem Humor. Obwohl ich einige Zeit für das Buch gebraucht habe, war es bis zum Ende spannend. Zum Schluss wird nicht alles aufgeklärt, aber vielleicht ist das gerade das Besondere an diesem Buch. Wenn man nochmal das erste Kapitel liest, ist auf jeden Fall alles rund.

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    Miamous avatar
    Miamouvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Eine mysteriöse Romanze und über die Macht einer Frau...Lesenswert!
    Besessenheit...

    „Sie hat mich besiegt, Rachel, meine Peinigerin!“ Das sind die letzten Worte, die Philip Ashley von seinem Cousin Ambrose entgegennimmt. Philip hat schon länger ein ungutes Gefühl ergriffen: Sein Cousin, Eigentümer eines Gutshaus in Cornwall, auf dem Philip seit seiner Kindheit lebte, war vor Monaten aus gesundheitlichen Gründen nach Italien gereist. Sehr unvermittelt kam dann die Nachricht, dass Ambrose geheiratet hat und zwar seine Cousine Rachel. Philip fühlte sich vor den Kopf gestoßen, dass ausgerechnet Ambrose, der jede Weiblichkeit aus seinem eigenen Gut verbannt hat, plötzlich verheiratet ist. Als seine Briefe immer verwirrter werden und Philip die verzweifelte Anschuldigung am Briefrand findet, macht er sich auf den Weg nach Florenz um Ambrose aus den Händen der geheimnisvollen Rachel zu entreißen. Aber er kommt zu spät, denn Ambrose ist bereits verstorben, als er in Italien ankommt. Als Rachel, die in Philips Fantasie nur ein männermordendes Monster und eine Erbschleicherin sein kann, einige Wochen später bei ihm in Cornwall auftaucht, ist sie ganz anders, als er erwartet hat. Sie weckt Gefühle in dem jungen Mann und ein Verlangen, von dem er gar nicht wusste, dass er es hat.

    Neben „Rebecca“ ist „Meine Cousine Rachel“ das zweite Buch, welches ich von Daphne du Maurier gelesen habe und um es vorweg zu nehmen, einerseits ist die Autorin ihren unnachahmlichen Schreib – und Erzählstil treu geblieben, andererseits ist „Meine Cousine Rachel“ auch wieder ganz anders, als ich es erwartet habe.

    Von der ersten Zeile an wir die Geschichte atmosphärisch sehr dicht erzählt und nach und nach baut sich eine sehr subtile Spannung in der Handlung auf, die an der ein oder anderen Stelle auch mit überraschenden Wendungen daherkommt. Man darf sich auch auf eine gehörige Portion Mystery einstellen. Daphne du Maurier schafft es, den Leser in ihrem Bann zu halten und dass, obwohl, um es so brutal auszudrücken, gar nicht recht viel passiert. Die Handlung dreht sich im Grunde darum, wie sich Philip in der Gegenwart seiner Cousine verändert, wie er sich mit ihr auseinandersetzt und was in der Vergangenheit, besonders mit seinem Cousin Ambrose, passiert ist. Dies geschieht aber in sehr leisen Tönen und klammheimlich baut sich in Philip ein Verdacht auf. Schlussendlich stellt sich der Leser mit ihm gemeinsam die Frage: Ist Rachel schuldig oder nicht?

    Die Geschichte wird aus Philips Sicht in der Ich – Form erzählt. Er ist ein ziemlich naiver junger Mann, der einen sehr skeptischen, ja sogar ablehnenden Blick auf Frauen hat. Seine Welt ist sehr klein, da sie sich nur auf das Gut in Cornwell einschränkt. Rachel dominiert ihn dadurch. Sie weiß um die Zustände in der Welt und versteht sich zudem auch noch in Testamenten und Rechtsangelegenheiten mehr, als er ahnt. Genau das macht ihre Figur aber sehr ambivalent und spannend. Ihre Gefühlsregungen ändern sich in Sekundenbruchteilen und man kann sie daher nie so recht einschätzen. In ihr finden sich Themen wie Emanzipation, Kampf um Unabhängigkeit und Gleichberechtigung wieder. Ganz im Gegensatz zu ihr ist Philip dann doch der Charakter, den man recht schnell sympathisch findet und den man auch gern hat – er ist jung, auf der Stufe ein Erwachsener zu werden. Seine Handlungen und Gedanken sind nachvollziehbar, schießen des Öfteren aber über das Ziel hinaus und werden ihm schlussendlich dann auch zum Verhängnis. Manches Mal kann er einem leidtun, manches Mal möchte man ihn aber auch einfach nur schütteln wegen seiner Naivität und seiner Unvorsichtigkeit.

    Das Ende nimmt eine sehr überraschende Wendung an und ich gestehe, dass ich nicht eine Minute damit gerechnet habe. Allerdings steht man ziemlich alleingelassen damit da.

    Alles in Allem bekommt das Buch aber auf jeden Fall eine Leseempfehlung von mir. Ein moderner Klassiker, der von der ersten Seite zu fesseln vermag und auch nach dem Lesen nicht so schnell loslassen wird.

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    Karin_Kehrers avatar
    Karin_Kehrervor einem Jahr
    Kurzmeinung: Romantisches Drama vom Feinsten!
    Schuldig oder unschuldig?

    Der alternde Gutsbesitzer Ambrose Ashley glaubt, sein Glück in Italien in der Heirat mit der schönen Rachel zu finden. Doch bald darauf befällt ihn ein merkwürdiges Leiden. Als er seinen Neffen Philip um Hilfe bittet, reist dieser tief beunruhigt nach Florenz. Doch er kommt zu spät. Ambrose ist tot.Als Rachel nach Cornwall kommt, verliebt sich Philip in die impulsive Frau. Was zu einem noch größeren Verhängnis führt …
    Wie jeder Leser dieser Story der berühmten englischen Schriftstellerin (bekanntestes Werk Rebecca und Die Vögel  - beides Vorlagen für Filme von Alfred Hitchcock) frage auch ich mich: Ist Rachel eine Giftmörderin oder ein Opfer der Umstände? Der Roman ist eine meisterhafte Charakterstudie, wie ich finde. Der in einem reinen Männerhaushalt aufgewachsene, unerfahrene und impulsive Philip Ashley erzählt in der Ich-Perspektive, was wohl einen intensiven Blick auf seinen Charakter zulässt, die Beweggründe Rachels aber im Dunklen lässt. Philip ist ein „viktorianischer“ Held, wie er im Buche steht. Er erinnert in vielen Zügen an die übersensiblen Figuren E.A Poes oder E.T.A. Hoffmanns, die sich selbst am meisten im Weg stehen und deren Gefühlsleben in ein wahres Chaos ausartet. Manchmal möchte man den Kerl einfach nur schütteln, um ihn zur Besinnung zu bringen!Rachel ist einmal aufmerksame, liebenswürdige Frau, die jeden in ihren Bann zieht. Dann wieder eiskalt und berechnend. Schlau wird man aus ihr nicht.Die Sprache ist ganz der Zeit und den historischen Gegebenheiten angepasst, das Tempo eher langsam. Die düstere Kulisse Cornwalls ist natürlich das geeignete Setting und bildet den würdigen Rahmen für dieses Drama. Ein psychologisches Meisterwerk! 

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    Federfees avatar
    Federfeevor einem Jahr
    Psychologisch raffinierter, sehr spannender moderner Klassiker

    Es fängt so schön an: Ambrose lebt in seinem Herrenhaus in der Nähe des Meeres in der idyllischen Landschaft Cornwalls. Seine Ländereien werden von Pächtern bewirtschaftet und um sein Haus kümmert sich die Dienerschaft, nur Männer, denn er ist ein eingefleischter Junggeselle, der aber durchaus liebenswürdig wirkt. Er kümmert sich hingebungsvoll um seinen viel jüngeren Cousin Philip, der früh beide Eltern verloren hat. Es ist die Zeit der Pferdekutschen und der Kerzenbeleuchtung am Abend.

    Die kalten, feuchten Monate muss Ambrose auf Anraten des Arztes in wärmeren Gegenden verbringen, während sich Philip um die Ländereien kümmert. Eines Tages übermittelt ein Brief eine riesige Überraschung: Ambrose hat in Florenz seine (und Philips) Cousine Rachel geheiratet. Das löst bei Philip keine Freude, sondern Eifersucht aus und die bange Frage, wie sein Leben wohl weitergehen wird. Weitere Briefe treffen ein, seltsame Briefe, die bei Philip so viel Besorgnis auslösen, dass er sich auf die tagelange Reise nach Florenz macht, zu spät …

    Für den Leser wird die vermeintliche Idylle schon auf den ersten Seiten getrübt, denn Philip, aus dessen Sicht die Geschichte erzählt wird, deutet eine Schuld und eine Frage an, die ihn sein restliches Leben lang quälen wird: War Rachel schuldig oder unschuldig?

    Mit dieser Frage im Hinterkopf baut du Maurier immer mehr Spannung auf, subtil am Anfang, zunehmend befeuert durch verstörende Briefe Ambroses, die zufällig entdeckt werden und alles noch rätselhafter machen. Außerdem ist Daphne du Maurier die Autorin der Kurzgeschichte 'Die Vögel' (verfilmt von Hitchcock). Da muss man geradezu Unheil erwarten.

    Zum weiteren Verlauf will ich aber kein Wort mehr verlieren, um nichts vorweg zu nehmen. Auf jeden Fall ist dies ein lesenswerter, ungemein spannender Klassiker, erschienen in neuer Übersetzung.

    Kommentare: 3
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    Janinezachariaes avatar
    Janinezachariaevor einem Jahr
    Kurzmeinung: wahnsinnig spannend und sehr fesselnd
    ein kleines Highlight ...

    WOW! Ein sehr spannendes Buch über die Cousins Ambrose und Philip, die ein gutes Leben in Cornwall lebten und eigentlich keine Sorgen hatten. Ambrose war für Philip verantwortlich, nachdem er keine Eltern mehr hatte und sie haben viel gemeinsam erlebt.

    Ambrose ist viele Jahre älter als Philip und hatte trotzdem noch nie eine Frau bei sich gehabt, bis er eines Tages nach Italien aufbricht und dort die Cousine Rachel kennen lernt und sie schließlich auch schnell heiratet.

    Philip erhält die überraschende Nachricht und verfolgt alles, was es dazu gibt, mit Argusaugen. Denn irgendwann werden die Briefe weniger und mit einem besorgten Inhalt. Ambrose hatte Angst und wurde krank. Er glaubte nicht an einen Zufall und doch konnte er nichts beweisen.

    Als Philip erneut viele Wochen nichts von ihm hört, macht er sich auf den Weg nach Italien und erfährt, dass sein Cousin verstorben sei.

    Betäubt und verstört kehrt er zurück und eines Tages steht tatsächlich Rachel vor ihm. Er beschloss, bevor er sie sah, dass er sie hassen und die Wahrheit schon noch erfahren wird. Doch als sie schließlich wirklich da ist und sie sich kennen lernen …

    Ambrose hat seiner Frau nichts hinterlassen, doch Philip glaubt einfach, dass er keine Gelegenheit mehr dazu hatte und beschließt etwas, was …

    ***

    Es ist ein wirklich sehr spannender Roman, der mich nicht mehr losgelassen hat. Von der ersten bis zur letzten Seite war ich gefesselt von der Erzählart und Denkweise von Philip, aus dessen Sicht alles geschieht. Man erfährt, wie er sich fühlte, bekommt mit, wie eng die Verbindung zu Ambrose ist und was sein Verlust in ihm ausgelöst hat.

    Selten hab ich so ein interessantes und bis zur letzten Seite offenes Buch gelesen. Natürlich hatte ich zwischenzeitlich meine Vermutungen, aber an dieses Ende hab ich erst geglaubt, als …

    Das alles spielt etwa Anfang des 20. Jahrhundert.

    Buch ist erstmalig 1951 erschienen.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Apfelgruens avatar
    Herzlich willkommen zur aktuellen Leserunde der Gruppe "Wir lesen Klassiker der Weltliteratur"!

    Im Oktober wollen wir zusammen "Meine Cousine Rachel" von Daphne du Maurier lesen.

    Die Leserunde beginnt am 1.10. und wir freuen uns über jeden, der mit uns liest. :-)
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