In dem Werk „Der Totenkopf aus Schweden“ der französischen Comickünstlerin Daria Schmitt gibt es mehrere Handlungsebenen. Im Vordergrund steht der Totenkopf des Rene Descartes. Descartes ist im 17. Jahrhundert in Schweden gestorben und beerdigt worden. Sein Skelett wurde später in seine französische Heimat überführt. Der Schädel hatte noch weitere Wege vor sich, unter anderem als das Naturkundemuseum von Paris 1910 von der Seine überschwemmt wurde.
Zugleich wird die Geschichte eines an der französischen Küste gestrandeten Wales erzählt, dessen Skelet ebenfalls durch Europa gewandert ist. Die Parallel drängen sich hier auf.
Doch das eigentliche Thema ist die Beschreibung der Tiere als Maschinen durch Descartes. Descartes, der Begründer der Philosophie der Moderne, legt damit auch die Grundlage für die industrielle Verwertung des Tieres. In dem Comic ist dies immer wieder Gegenstand der Diskussionen zwischen dem Totenkopf von Descartes und den Skeletten von verschiedenen Tieren in dem Naturkundemuseum.
Daria Schmitt ist eine grandiose Comickünstlerin, ihre Bilder strotzen vor Detailreichtum. Die Farben erzählen die Geschichte auf ihrer eigenen Ebene. Vorwiegend ist der Band schwarz-weiß, jedoch wenn die Tiere in den Vordergrund treten, explodieren die Farben.
Der Comicband aus dem Splitter Verlag hat im Anhang noch mehrere informative Aufsätze zum Leben und zur Philosophie Descartes und zur vergleichenden Forschung im Bereich der Anatomie.
Ein erhellender und sehr lesenswerter Band. Es ist zu wünschen, dass nach „Das Traumbestiarium des Mr. Providence“ und „Der Totenkopf aus Schweden“ noch weitere Bände von Daria Schmitt kommen.








