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Sabo07

vor 3 Jahren

(6)

Klappentext:
Der Monteur Gero Schmidt führt ein Leben wie jeder andere, bis er eines Tages unter mysteriösen Umständen aus der Gegenwart gerissen und einige hundert Jahre in die Zukunft transferiert wird. Dort kommt er im Körper von Darius Buechili wieder zu sich, in einer Zeit, in der sich die Elitestadt Anthrotopia vom Rest der Welt abgeschottet hat und sehr erfolgreich an wissenschaftlichen Grenzthemen arbeitet. Die größten Geißeln der Menschheit, Alterung und Krankheit, sind weitgehend überwunden. Nur der Tod ist immer noch ein Problem. Schmidts Transfer nach Anthrotopia erfolgt genau zu jenem Zeitpunkt, als eine praktikable Lösung gefunden zu sein scheint: die Konvertierung sämtlicher biologischer Körperzellen in synthetische. Ausgerechnet an Lucy Hawling, Buechilis engster Freundin und Schwester des Spitzenwissenschaftlers Ted Hawling, soll der Pilotversuch vorgenommen werden. Und das, obwohl niemand weiß, wie viel von Lucys Persönlichkeit dabei erhalten bleiben wird.



Nun will ich mich an eine Rezension für dieses überaus gelungene Buch wagen und möchte zu Beginn sagen, dass es nicht einfach ist.
Zunächst handelt es sich hier nicht um einen 08/15 Science-Fiction Roman, der sich mit einem anderen Vergleichen ließe. Die Schwierigkeit beginnt schon damit, dass richtige Genre auszuwählen. Neben SiFi passt es sicher auch in die Fantasy/Dystopie Sparte und irgendwie auch in die philosophische Richtung...und irgendwie auch wieder nicht.
Genauso vielfältige wie die Stilrichtungen sind die Inhalte. Ich sage bewusst Inhalte, denn dieses Buch hat verschiedene Handlungen, die scheinbar keine einheitliche Richtung verfolgen und im Verlauf der Geschichte doch zu einer einzigen zusammenschmelzen...und zwar nahtlos. Ebenso, wie die Genre in denen dieses Buch angesiedelt ist.


Der Schreibstil ist mit Sicherheit gewöhnungsbedürftig und auch an einigen Stellen nicht sofort greifbar. Vieles wird erst klar, wenn das Thema später wieder darauf zurückkommt. Aber immer gibt es etwas, worüber es sich nachzudenken lohnt. Ich hatte das Glück, dieses Buch mit anderen zusammen in einer Leserunde zu lesen und war ganz fasziniert davon, wie unterschiedlich über dieselben Stellen gedacht wurde...nicht nur, wegen persönlicher Präferenzen, sondern vor allem, weil beim Lesen das Augenmerk auf andere Details gelegt wurde. Dieses Buch gab mir nicht nur Anreiz über ein mögliches Leben in fernerer Zukunft nachzudenken, sondern auch über das heutige und so hat es noch lange Wellen in mir geschlagen.


Die Charaktere der Geschichte haben alle eine Persönlichkeit. Zuerst kamen mir einige recht distanziert vor, doch in Wirklichkeit sind sie genau richtig, sie sind, wie sie sein müssen...auch wenn sie sich anders entwickeln als gedacht und gewünscht.


Ich kann dieses Buch nur wärmstens empfehlen...aber ich muss euch auch warnen...es ist kein Mainstream-Buch für nebenbei...und wer das erwartet, wird enttäuscht werden. Der Leser muss sich auf das Buch einlassen und es miterleben...ansonsten hat er keine Chance die Verwandlung zu fühlen.

Autor: Darius Buechili
Buch: Chronik eines Grenzgängers: Lucys Verwandlung
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