Daryl Gregory

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Die erstaunliche Familie Telemachus

Die erstaunliche Familie Telemachus

 (32)
Erschienen am 23.02.2018
Uns geht's allen total gut

Uns geht's allen total gut

 (19)
Erschienen am 26.01.2017
Afterparty

Afterparty

 (11)
Erschienen am 26.01.2017
Planet der Affen Comicband

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 (1)
Erschienen am 01.05.2014
Die erstaunliche Familie Telemachus

Die erstaunliche Familie Telemachus

 (0)
Erschienen am 20.05.2019
Die erstaunliche Familie Telemachus

Die erstaunliche Familie Telemachus

 (3)
Erschienen am 23.02.2018
Afterparty

Afterparty

 (1)
Erschienen am 15.08.2014
We Are All Completely Fine

We Are All Completely Fine

 (1)
Erschienen am 12.08.2014

Neue Rezensionen zu Daryl Gregory

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Wortmagies avatar

Rezension zu "We Are All Completely Fine" von Daryl Gregory

Willkommen bei der skurrilsten Selbsthilfegruppe der Welt
Wortmagievor 4 Monaten

„We Are All Completely Fine“ von Daryl Gregory hat eine interessante Entstehungsgeschichte. Es erschien 2014, ein Jahr, bevor Gregory den lovecraftischen Horror-SciFi-Fantasy-Young Adult-Roman „Harrison Squared“ veröffentlichte. Diese Veröffentlichungsreihenfolge entspricht allerdings nicht der Reihenfolge, in der Gregory die Bücher geschrieben hat. „We Are All Completely Fine“ entstand nach „Harrison Squared“ und hätte ohne den YA-Roman wohl nie das Licht der Welt erblickt. In diesem geht es um den jungen Harrison, der seine Stadt Dunnsmouth vor einer Monsterinvasion retten muss. Nachdem er diese Geschichte abgeschlossen hatte, fragte sich Gregory, welche Konsequenzen sie für seinen Protagonisten haben könnte. Wie schlüge sich Harrison als Erwachsener? Garantiert wäre er traumatisiert, müsste Psychopharmaka schlucken und eine Therapie absolvieren. Was wäre, wenn es allen Held_innen von Monster- und Horrorgeschichten so erginge? Was wäre, wenn sie einmal die Woche zusammenfinden würden – in einer Selbsthilfegruppe?

Wir treffen uns einmal die Woche: Harrison, Barbara, Stan, Martin, Greta und die Leiterin unserer Gruppe, Dr. Jan Sayer. Wir alle haben Schreckliches erlebt. Wir tragen Wunden, Narben und unser ganz privates Trauma mit uns herum. Niemand glaubte uns. Man erklärte uns für verrückt, geistesgestört, psychotisch. Erst Dr. Jan hörte uns zu und gab uns einen sicheren Ort, um über unsere Erfahrungen zu sprechen. Wir sind die exklusivste Selbsthilfegruppe der Welt. Wir wurden vom Unnatürlichen berührt. All die Menschen, die an unseren Geschichten zweifeln, sollten sich eins fragen: was wäre, wenn sie wahr sind?

Ich liebe Autor_innen, die den Mut aufbringen, eine völlig absurde Geschichte lässig zu erzählen und ihre Leser_innen im Brustton der Überzeugung vor vollendete Tatsachen zu stellen. Mit „We Are All Completely Fine“ sucht Daryl Gregory die Konfrontation mit seinem Publikum. Er präsentiert eine komplett abgedrehte Szenerie und überlässt es seinen Leser_innen, aus den Fakten eine kohärente Geschichte zu formen. Er schubste mich in die Handlung hinein und erwartete von mir, mich selbst zurechtzufinden. Er hielt es nicht für nötig, irgendetwas zu erklären – er stellte die Weichen, damit ich selbst Erklärungen finden konnte. Ich hatte keinerlei Schwierigkeiten, mich auf dieses Konzept einzulassen. Ich fand es toll, dass Gregory durch seine selbstverständliche, entschiedene Zurückhaltung immensen gedanklichen und emotionalen Spielraum ermöglichte. Er zwang mir nichts auf, keine Schlussfolgerungen, keine Interpretationen. Er ließ mich einfach machen. Ich konnte vollkommen selbstbestimmt, ja geradezu emanzipiert lesen und die Handlung von „We Are All Completely Fine“ erleben, wie es mir passte. Und die hat es in sich, eine stimulierende Mischung aus oberflächlichem Wahnsinn und nachdenklicher Tiefe. Im Mittelpunkt stehen die Biografien von sechs Menschen, die ihre Begegnungen mit dem erschreckenden Unnatürlichen traumatisiert überlebten und nun versuchen, ihre Traumata durch eine Selbsthilfegruppe zu überwinden. Ich musste mich unwillkürlich fragen, was es hieße, hätten all die Menschen, die behaupten, Kontakt mit dem Übernatürlichen, Fantastischen und Überirdischen gehabt zu haben, keine Wahnvorstellungen. Angenommen, sie sagten die Wahrheit, wurden wirklich von Außerirdischen entführt oder von Monstern verfolgt – was bedeutete das für unsere Wahrnehmung der Realität? Die unfreiwillige Korrektur ihres Weltbildes spielt im Aufarbeitungsprozess der Figuren eine fundamentale Rolle. Sie müssen nicht nur verkraften, was sie physisch durchlitten, sie müssen auch lernen, diese neue, alternative Wirklichkeit zu akzeptieren. Dabei gehen sie ganz unterschiedlich vor. Obwohl sie alle auf ähnlich verstörende Erfahrungen zurückblicken, verarbeiten sie ihre Erlebnisse äußerst individuell. Ich kann mir bildlich vorstellen, wie viel diebische Freude es Daryl Gregory bereitet haben muss, diese sehr verschiedenen Persönlichkeiten in einen Raum zu sperren und sie zur Interaktion zu zwingen. Die Selbsthilfegruppe ist ein Experiment, sowohl für den Autor, als auch für die Figuren, die passend zu ihren Charakteren mal mehr, mal weniger bereit sind, ihre Geschichten preiszugeben. Gregory beweist erneut vornehme Zurückhaltung und nötigt sie nicht, mehr zu erzählen, als sie möchten. Er offenbart nichts, was sie nicht selbst berichten, wodurch es für mich umso spannender war, ihre Biografien langsam und Stück für Stück ans Licht zu bringen. Ich hatte das Gefühl, dass er sich in der Rolle des Erzählers stark mit der Gruppe identifiziert, ein Eindruck, der durch seinen ungewöhnlichen Erzählstil unterstützt wurde. Der Erzähler spricht von sich oft als Teil der Gruppe, bleibt die ganze Handlung über jedoch anonym und taucht in den Sitzungsbeschreibungen nicht auf. Aber wenn er teilnimmt, ohne physisch anwesend zu sein, wer erzählt dann da eigentlich? Daryl Gregory beantwortete diese Frage in einem Interview – ich werde euch die Antwort allerdings nicht verraten. Wo bliebe sonst der Spaß? ;-)

„We Are All Completely Fine“ ist ein köstliches Vergnügen, voller Wahnsinn, Absurdität und philosophischem Surrealismus. Die Lektüre erfordert einen wachen, aufgeschlossenen Geist und die Bereitschaft, ein unkonventionelles Experiment zu wagen, ohne jede Kleinigkeit zu hinterfragen und auf explizite Erklärungen zu warten. Ich warne euch, es wird seltsam, fantastisch, abgefahren und manchmal sogar ein bisschen beängstigend. Daryl Gregory mag es extrem und schreckt vor Brutalität nicht zurück. Der Trick ist, hinter die schrillen, nervenaufreibenden Szenen zu blicken und auf die Bedeutung der stillen, nachdenklichen Momente zu achten. Wer sich auf diese Herangehensweise einlassen kann, wird ein einzigartiges Abenteuer erleben – mit der skurrilsten Selbsthilfegruppe aller Zeiten.

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VanessasBibliotheks avatar

Rezension zu "Die erstaunliche Familie Telemachus" von Daryl Gregory

Skurril, aber interessant
VanessasBibliothekvor 7 Monaten

Ich habe mich wirklich über diese Überraschung aus dem Eichborn-Verlag gefreut, als sie bei mir eintrudelte. Da es um übersinnliche Kräfte ging, war mein Interesse auch schon geweckt.

Das Buch hat mich auch gut unterhalten, hatte aber leider seine Längen. Manchmal waren die einzelnen Abschnitte der Familienmitglieder einfach zu lang. Interessant war das Buch alle Male, da ich ja auf übersinnliches stehe. Ob die Familie wirklich Gaben hat oder nicht, da war ich schon neugierig, die verschiedenen Andeutungen zu hinterfragen. Die Gaben an sich waren auch echt interessant und außergewöhnlich.

Der Schreibstil war ungewöhnlich, aber gut und das ganze Buch etwas skurril, aber im positiven Sinne. So etwas außergewöhnliches habe ich schon lange nicht mehr gelesen und ich finde es gut, dass sich dieses Buch nicht in eine Schublade stecken lässt.

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MartinaSuhrs avatar

Rezension zu "Die erstaunliche Familie Telemachus" von Daryl Gregory

Etwas ganz anderes
MartinaSuhrvor 8 Monaten

Gesamteindruck:
Cover: Das Cover hat mich neugierig gemacht – nicht so sehr, weil ich es besonders schon fand, vielmehr wohl, weil es etwas anderes ist. Die orangefarbene 70er-Jahre Tapete mit dem schon fast psychodelisch anmutenden Muster, darauf gerahmte Familienportraits. Alleine vom Titelbild hätte ich mich nicht überzeugen lassen, hier gab der Klappentext den Ausschlag, dass ich es lesen wollte.

Schreibstil: Der Schreibstil liest sich sehr angenehm. Frech, lustig und bildreich – man hat Spaß der Geschichte zu folgen.

Plot & Charaktere: Eine außergewöhnliche Familie und eine ungewöhnliche Handlung. Dieses Buch lässt sich irgendwie schwer kategorisieren, denn irgendwie will es nirgendwo recht reinpassen. Auch der Aufbau ist etwas gewöhnungsbedürftig, denn die Handlung ist aufgeteilt in verschiedene Episoden, die sich jeweils einem Familienmitglied widmen, das man dann besser kennenlernt. Die einzelnen Figuren sind sehr authentisch und damit wirklich charmant. Der Roman, der in zwei Zeitebenen spielt, wird im Verlauf immer spannender, bis sich am Ende alle Puzzlesteine zusammengesetzt haben. Das Ende war für mich extrem unerwartet und hat mich wirklich begeistert.

Stärken & Schwächen: Die größte Stärke dieses Buches liegt in seiner Andersartigkeit. Der Autor kommt ohne große Action-Elemente aus und verbindet irgendwie so ein bisschen von allem. Genau das war aber auch das, was mir so viele Schwierigkeiten bereitet hat. Zu Beginn konnte mich das Buch noch nicht so wirklich fesseln. Kapitelweise las ich und legte es immer wieder weg. Schön geschrieben und Unterhaltsam, aber zu Beginn nicht so, dass ich es kaum aus der Hand legen wollte. Erst zum Ende hin, als sich die Fäden so langsam fügten und sich ein Bild für mich ergab, konnte der Funke überspringen.

Mein Fazit:
Wer Action, Spannung, extremes Drama, überschwängliche Gefühle oder einen Lacher nach dem anderen sucht, wird hier nicht fündig. Dieses Buch hat seine Stärken in den leiseren Zwischentönen und baut sich aus einem Elementemix auf. Für mich war dieses Buch nett für Zwischendurch, wenn ich ein paar Minuten Zeit hatte. Kapitelweise näherte ich mich dann jedoch einer Story, die mich am Ende wirklich fasziniert hat, denn irgendwie hatte ich mit etwas anderem gerechnet.

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