Dauthendey Max Max Dauthendey (25. Juli 1867–29. August 1918). Die Lichter dunkeln

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Inhaltsangabe zu „Max Dauthendey (25. Juli 1867–29. August 1918). Die Lichter dunkeln“ von Dauthendey Max

Maximilian Dauthendey
Macht die Metrik ganz entzwei,
Reime setzt er vorne dran,
Daß man sie nicht merken kann,
Seiner Verse Katarakt
Hat nicht Rhythmus, hat nicht Takt,
Kurz, die deutsche Poesie
Purzelbaumt hier, wie noch nie.

Meine Herrschaften! So was ist noch nicht dagewesen! Dieser Mann nimmt ein geschliffenes Crystallglas, steckts in den Mund, zerbeißt es, spuckt die Splitter auf den Tisch und murmelt verklärt: Sehet her und Staunet an, ich habe die alte Form überwunden, und eine neue liegt vor euch, die so schön ist, daß Indianer vor Seligkeit darüber weinen müßten!
Es ist kein Wunder, daß dieser Dichtereines seiner Bücher von hinten nach vorrne hat drucken lassen, so daß ein naiver Leser seekrank wurde, weil er auch die Worte von rechts nach links las.
Und wer wäre so primitiv, sich darüber zu wundern, daß eines seiner Dramen im Gehirne des Menschen spielt?
Wahrlich, wahrlich ich sage euch: wer sich bei Dauthendey über irgend etwas wundert, ist ein Kalbsgekröse und würdig, daß dieser Dichter sein nächstes Drama in der Zirbeldrüse des Beklagenswerten spielen läßt.
Sämtliche Setzer, die die Werke Maximilians gesetzt haben, sind in der Blüte ihres Mannesalters tobsüchtig geworden; ein Backsteinkäs, den man in das Drama hineinzuwickeln die Unvorsichtigkeit hatte, wurde ultraviolett und roch plötzlich nach Veilchen.
Maximilian selber aber ist ganz gesund.
[Text von Otto Julius Bierbaum über Max Dauthendey, um 1900]

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