Dava Sobel

 4.1 Sterne bei 90 Bewertungen
Autorin von Längengrad, Galileos Tochter und weiteren Büchern.
Dava Sobel

Lebenslauf von Dava Sobel

Dava Sobel wurde 1947 in der Bronx in New York City geboren. Nach dem Abschluss an der High School of Science studierte sie an der Binghamton University. Sobel arbeitet als Wissenschaftsredakteurin bei der New York Times und schreibt wissenschaftliche Artikel für andere Magazine wie das Harvard Magazine, The New Yorker und Life. 2005 wurde ein Asteroid nach ihr benannt. Sobel lebt und arbeitet in New York City.

Alle Bücher von Dava Sobel

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Längengrad

Längengrad

 (73)
Erschienen am 17.09.2013
Galileos Tochter

Galileos Tochter

 (10)
Erschienen am 10.01.2008
Das Glas-Universum

Das Glas-Universum

 (4)
Erschienen am 02.11.2017
Die Planeten

Die Planeten

 (3)
Erschienen am 01.07.2007
Und die Sonne stand still

Und die Sonne stand still

 (1)
Erschienen am 20.08.2012
Das Glas-Universum

Das Glas-Universum

 (0)
Erschienen am 03.09.2019
Longitude

Longitude

 (4)
Erschienen am 04.06.1998

Neue Rezensionen zu Dava Sobel

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Rodrik-Andersens avatar

Rezension zu "Längengrad" von Dava Sobel

Musterbeispiel eines unterhaltsamen Wissenschaftsbuches
Rodrik-Andersenvor 5 Monaten

Dieser wissenschaftlich angehauchte Roman beschäftigt sich mit dem Längengrad-Problem – und wie es einem genialen, schottischen Handwerker gelang, eine Lösung zu finden.

In der heutigen Zeit fällt es schwer, sich vorzustellen, wie es ohne GPS gewesen sein muss, die aktuelle Position auf der Erde zu ermitteln. In Wirklichkeit hatte die Schifffahrt mit diesem Problem jahrhundertelang zu kämpfen, wie die Autorin eindrucksvoll zu schildern weiß. Während jeder erfahrene Seemann die geografische Breite problemlos ermitteln kann, erwies sich die Bestimmung des Längengrades als schwierig, weil es eben keine zuverlässige Methode gab – mit der Konsequenz, dass es immer wieder zu Schiffsunglücken kam. Auf den Ozeanen verließ man sich beim Navigieren also gezwungenermaßen auf sein Glück. Kein Wunder also, dass das britische Parlament Anfang des 18. Jahrhunderts mit dem „Longitude Act“ eine fürstliche Belohnung für denjenigen ausschrieb, der eine praktikable Lösung entwickelte.

Hier betritt nun John Harrison das Parkett, der Protagonist des Buches sozusagen. Der Schotte aus einfachen Verhältnissen widmete diesem Projekt sein Leben. Die Autorin geht dabei nicht nur auf seinen Werdegang ein, sondern schildert auch, welches handwerkliche Genie und welcher Erfindergeist in ihm schlummerten. Aufgrund der hohen Ansprüche, die er an sich selbst stellte, entwickelte er über mehrere Jahrzehnte hinweg vier Uhren, die alle für sich genommen ein Meisterwerk darstellen.

Die (Nach-)Erzählung nimmt an Fahrt auf, als parallel zur fortschreitenden Entwicklung eines zuverlässigen Chronometers ein weiterer Lösungsansatz ins Spiel kommt. Plötzlich fand sich der Uhrmacher nämlich in einem Wettstreit wieder. Sein Kontrahent: Nevil Maskelyne, der die Methode der Monddistanzen vorantrieb, also einen astronomischen Ansatz verfolgte. Die Schilderung dieses Wettlaufs las sich ungemein spannend. Genauso wie John Harrisons Kampf um Anerkennung für seine Erfindungen und den Erhalt des ausgeschriebenen Preisgeldes.

Einziger Kritikpunkt meinerseits: Die Vielzahl an Namen, die in manchen Kapiteln genannt werden, aber meistens eine Randnotiz bleiben und daher schnell wieder in Vergessenheit geraten. Eine Beschränkung auf die wichtigsten Personen hätte an diesen Stellen gutgetan.

Fazit: Die Autorin nimmt uns mit auf eine Zeitreise, die sich mit einer der größten Herausforderungen der Seefahrtsgeschichte auseinandersetzt. Dabei schafft sie es, dem schottischen Uhrmacher John Harrison und seinen bahnbrechenden Uhren H-1 bis H-4 ein Denkmal zu setzen. Eine Lektüre, die aufschlussreich, kurzweilig und mit einer Prise Humor gespickt ist. Alles in allem eine unterhaltsame Wissensvermittlung par excellence.

Diese Rezension ist auch auf meiner Webseite erschienen: https://www.rodrikandersen.de/zum-buch-laengengrad/

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M

Rezension zu "Das Glas-Universum" von Dava Sobel

Akribisch und dicht erzählte Wissenschaftsgeschichte
michael_lehmann-papevor 8 Monaten



„Pickering lobte Mrs. Flemings Herangehensweise, auch wenn er damit die willkürliche, empirische Herangehensweise ihrer Klassifikation missbilligte“.

Und das, wo auch galt:

„Es gab eigentlich keinen Grund mehr für Mrs. Draper, an dem Traum festzuhalten, die Forschungsarbeit ihres Gatten (Henry Draper) selbst fortzuführen“.

Nach damaliger gesellschaftlicher Norm, nach damaliger Betrachtung der „Stellung der Frau“ und im Blick darauf, dass Ende des 18., Anfang des 19. Jahrhunderts gerade auch die gesamte Wissenschaft in Händen von Männern lag, wäre also klar gewesen, dass die Witwe Draper sich still in ihr Kämmerlein zurückzieht.

Weit gefehlt aber, was den Charakter dieser und anderer, ähnlich denkender Frauen betrifft.

„Mrs. Draper hat sich dazu entschlossen, Cambridge ein 71-Zentimeter-Spiegelteleskop einschließlich Montierung zu übereignen“. So verkündet es Edward Pickering, Leiter des „Harvard College Observatory“ am 1. März 1887. Und das ist nur der erste Schritt der Mrs. Draper.

Aber nicht als „Forscherinnen“ oder „Astronominnen“ galten sie und ihre Weggefährtinnen, sondern maximal als „Assistentinnen“, welche die akribische Feinarbeit der Auswertung der damaligen, frühen Fotografien von Sternen, Lichtbrechungen durch Prismen und anderes mehr „im Hintergrund“ zu erledigen hatten.

Doch die Geschichte wird sich drehen. Die „Damen im Hintergrund“ werden detailliert und akribisch noch ganz anders fündig werden und, am Ende, wichtige Beiträge zur Astronomie und zu Erklärungen des Sternensystems beitragen.

Was Dava Sobel zwar eher in nüchterner Sprache biographisch erzählt, aber auch mit Spannung zu versehen versteht und dabei einen prägnanten Einblick in das Wirken als „Wissenschaftlerin“ jener Tage mit all den Vorbehalten der „wissenschaftlichen Welt“ vor Augen führt.

„Auch wenn Miss Cannon Tausende von Meilen von dem Ort der Tagung entfernt war…..Henri Norris Russel, der derzeitige Vorsitzende des Ausschusses für Sternenklassifikation hatte sie Anfang 1919 um ihre Mitarbeit gebeten“.

Nach und Nach fand das Werk der Frauen auch bei Männern Beachtung, nachdem zu Beginn nur 2, 3 Wissenschaftler Mrs. Draper und die Ihren unterstützt hatten.

Eine fundierte biographische Beschreibung konkreter „Wissenschaftsleben“, zugleich Abbild der Gesellschaft jener Tage und Zeugnis der eigenen „Bewegung“ mit Gründung eigener „Gesellschaften“, Dissertationen und beachteten Ergebnissen, die anderen Frauen den Weg später ebneten.

Eine interessante Lektüre, wenn auch überaus sachlich im Ton.

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Irves avatar

Rezension zu "Das Glas-Universum" von Dava Sobel

*+* Dava Sobel: "Das Glas-Universum" *+*
Irvevor 10 Monaten

Ein jedem von uns gehen beim Blick in den Sternenhimmel vermutlich andere Gedanken durch den Kopf. Für mich sind die leuchtenden Punkte seit der Lektüre des Glas-Universums viel mehr als bloße Inspirationen für Träumereien.

Die Allgemeinheit sieht viele leuchtende Flecken am Firmament, erkennt das eine oder andere Sternbild oder auch Planeten. Die völlig zu Unrecht unbekannten Hauptdarstellerinnen dieses Buches haben zwar nicht die Sterne vom Himmel geholt, aber durch ihre innovativen und kreativen Auswertungsmethoden von Fotomaterial haben sie viele bahnbrechende Grundlagen für die Astronomie geschaffen. (Die Rezension ist meinem Bücherblog entnommen.) Dieser hervorragend recherchierte Sachbuchroman setzt ein in den 1880ern, als Anna Palmer Drapin die Himmels-Forschungen ihres viel zu früh verstorbenen Mannes fortgesetzt wissen wollte. Doch nicht nur sie nährte die Erkundung der Sternenwelt durch großzügige Geldspenden und tatkräftige praktische Unterstützung, auch andere begeisterte Freundinnen der Astronomie machten unglaubliche Entdeckungen durch ihren unermüdlichen Einsatz, Fleiß und Klugheit. In Zeiten, in denen Frauen noch längst nicht wählen durften, machten sich viele von ihnen einen Namen in der Erforschung des Himmels. Obwohl das erarbeitete und erschaffene Wissen bis in unsere Gegenwart hinein wichtige astronomische Grundlagen bildet, sind diese Wissenschaftlerinnen in Vergessenheit geraten. Dava Sobel holt sie aus den verborgenen Winkeln heraus und widmet ihnen völlig zu Recht dieses Buch, das schon fast einer Hommage an die vergangenen Leistungsträgerinnen gleicht.

Völlig fasziniert begleitete ich von Anfang an die Damen bei ihren Tätigkeiten und staunte ein ums andere Mal. Konnte kaum glauben, welches Wissen sie aus simplen Fotografien der Sterne, aus deren Festhalten auf Glasplatten, ziehen konnten. Helligkeit, Farbspektrum, verschiedene Klassifizierungen und noch andere Aspekte, das alles ließ sich aus den hellen Flecken ableiten! Da die Forschung und ihre Disziplinen immer umfangreicher, die Himmelsaufnahmen immer zahlreicher und somit die fotografischen Glasplatten immer zahlreicher wurden, wurde nach und nach ein irdisches „Glas-Universum“ des Universums erschaffen – was sich sehr treffend im Buchtitel niederschlägt.

Die Autorin hat intensiv recherchiert und trägt ihr Wissen sehr detailliert an ihre Leser heran. So fasziniert der Sachbuchroman zwar durch die Tätigkeiten der begeisterten Himmelsforscherinnen, lähmt aber hin und wieder auch den Lesefluss durch die entstandenen Längen. Dava Sobel verknüpft interessant die Biografien der Frauen, die manchmal unterschiedlicher nicht sein könnten, mit den Forschungen, Fortschritten und lässt auch ganz sacht historische Entwicklungen einfließen, soweit sie relevant für die Projekte waren. Inmitten der Erzählung ist ein Bildteil eingearbeitet, der viele Einblicke in die Forschungsarbeiten gibt.

Ein ausführlicher Anhang schließt das Buch ab. Glossar, Quellenverzeichnis, Anmerkungen der Autorin sowie eine Übersicht über die „Höhepunkte in der Geschichte sowie Persönlichkeiten im Umfeld des Harvard-College-Observatoriums“, einem der Schauplätze des Geschehens, sowie Verweise auf Bibliografien und Bildnachweise und ein Register runden das Buch umfassend ab.

Auch wenn durch den großen Detailreichtum hin und wieder der Lesefluss gebremst wird, möchte ich dennoch eine Empfehlung für „Das Glas-Universum“ aussprechen, da die Sternenforschung und ihre Hintergründe sehr anschaulich und faszinierend umgesetzt sind.

Inhalt
Es war die Zeit, in der Edison mit seiner elektrischen Glühbirne für Aufsehen sorgte, als Frauen an der amerikanischen Ostküste erstmals die Gestirne erkundeten. Ein Professor der Harvard University engagierte sie Anfang der 1880er-Jahre zunächst als »Computer« – als Rechnerinnen – am Observatorium. Darunter nicht nur Familienmitglieder von Astronomen, sondern auch Absolventinnen der neuen Frauen-Colleges und begeisterte Sternbeobachterinnen. Und sie leisteten wahrlich Erstaunliches: Die ledige Mutter und ehemalige Haushälterin Williamina Fleming etwa machte durch ihre Berechnungen allein schon an die 300 Sterne ausfindig. Die Pfarrerstochter Antonia Maury entwickelte eine eigene Klassifikation der Planeten, die heute als Grundstein der modernen Astrophysik gelten kann. Doch wenige der Harvard-Frauen fanden später die verdiente Anerkennung auf einer eigenen Forschungsstelle. Dem Wirken der ambitionierten Wissenschaftlerinnen ein Denkmal zu setzen ist daher Dava Sobels Anliegen mit ihrem neuen, spannend erzählten Buch.
Übersetzt von Thorsten Schmidt, Christiane Wagler

Autorin
Dava Sobel ist eine vielfach ausgezeichnete Wissenschaftsredakteurin der New York Times. Weltweit bekannt wurde sie als Autorin des Bestsellers »Längengrad«, mit dem sie eine völlig neue und überaus erfolgreiche Form des populären Wissenschafts-Sachbuchs begründete. Im Berlin Verlag erschienen auch die Romane »Planeten« und »Galileos Tochter«. Dava Sobel lebt in East Hampton und in New York.
Quelle: Piper Verlag

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Zusätzliche Informationen

Dava Sobel wurde am 14. Juni 1947 in New York City (Vereinigte Staaten von Amerika) geboren.

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