Der Circle

von Dave Eggers 
3,8 Sterne bei659 Bewertungen
Der Circle
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (435):
Filip2806s avatar

Ein Roman, welcher uns vor der Zukunft warnen möchte :(

Kritisch (65):
R

Sehr realistische und gut beschriebene (nahe) Zukunftsvision, welche mich allerdings in ihrer Haupthandlung nicht gefesselt hat...

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Inhaltsangabe zu "Der Circle"

Der Nr.-1-SPIEGEL-Bestseller jetzt als KiWi-Taschenbuch Huxleys schöne neue Welt reloaded: Die 24-jährige Mae Holland ist überglücklich. Sie hat einen Job ergattert in der hippsten Firma der Welt, beim »Circle«, einem freundlichen Internetkonzern mit Sitz in Kalifornien, der die Geschäftsfelder von Google, Apple, Facebook und Twitter geschluckt hat, indem er alle Kunden mit einer einzigen Internetidentität ausstattet, über die einfach alles abgewickelt werden kann. Mit dem Wegfall der Anonymität im Netz – so ein Ziel der »weisen drei Männer«, die den Konzern leiten – wird die Welt eine bessere. Mae stürzt sich voller Begeisterung in diese schöne neue Welt mit ihren lichtdurchfluteten Büros und High-Class-Restaurants, wo Sterne-Köche kostenlose Mahlzeiten für die Mitarbeiter kreieren, wo internationale Popstars Gratis-Konzerte geben und fast jeden Abend coole Partys gefeiert werden. Sie wird zur Vorzeigemitarbeiterin und treibt den Wahn, alles müsse transparent sein, auf die Spitze. Doch eine Begegnung mit einem mysteriösen Kollegen ändert alles …

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783462048544
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:560 Seiten
Verlag:Kiepenheuer & Witsch
Erscheinungsdatum:08.10.2015
Das aktuelle Hörbuch ist am 08.08.2014 bei HörbucHHamburg HHV GmbH erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Minkys avatar
    Minkyvor 5 Tagen
    Der Circle

    Inhalt
    Mae Holland konnte einen Job in der weltweit größten Internet-Social-Media-Firma ergattern. Der "Circle", wie sich die Firma nennt, hat sich auf die Fahne geschrieben die Welt durch technische Möglichkeiten und Social-Community zu verbessern. Mae lässt sich von Anfang an von den Parolen der Firmengründer und deren Mitarbeitern mitreißen. Für sie ist klar: der "Circle" ist die Zukunft. Als sich die Firma dann auch noch um die Versicherung und Behandlung ihres kranken Vaters kümmert, hat Mae keinerlei Zweifel mehr, dass sie hier am richtigen Platz ist. Stück für Stück veröffentlicht sie immer mehr Details ihres Privatlebens, teilt ihren Alltag mit der Community und wird zum gläsernen Menschen, so wie der "Circle" es für alle Menschen möchte. Doch dann begegnet sie einem mysteriösen "Circle"-Mitarbeiter, der ihre Gefühle und Gedanken komplett durcheinander bringt ...

    Meinung
    "Der Circle" war eine Buchempfehlung, die ich bekommen habe. Der Titel und auch der Autor waren mir zuvor komplett unbekannt, doch der Klappentext hat mich sofort eingesprochen. Die Themen Social-Media, Internet, Datenschutz und gläserner Mensch sind die Themen unserer Zeit und dieser Roman greift genau diese Punkte und die damit verbundenen Ängste und Probleme auf.

    Ich persönlich empfinde das Buch als eine Warnung bzw. als ein aufmerksam machen. Man darf die Augen nicht vor den Schwierigkeiten, die technische Neuerungen mit sich bringen, verschließen. Man muss behutsam und sorgfältig mit den Möglichkeiten, die uns das Internet bietet umgehen. Das reale Leben ist weiterhin das, was zählt.

    Der Schreibstil von Dave Eggers ist angenehm zu lesen und der Aufbau der Geschichte sehr spannend. Das Ende ist offen gestaltet und lässt viel Spielraum für eigene Rückschlüsse und Vermutungen. Damit bleibt das Buch auch über das Ende hinaus im Kopf, man denkt über die Themen der Geschichte nach, überlegt wie man sich selbst verhalten hätte und diskutiert mit anderen Lesern. Und wahrscheinlich war genau das, das Ziel des Autors - Diskussionen anzuregen.

    Als bekennender Krimi- und Thriller-Fan hätte mir persönlich an der ein oder anderen Stelle ein bisschen mehr Dramatik gut gefallen. Doch das ist wirklich nur ein kleiner Kritikpunkt an einem sonst sehr guten Buch.

    Fazit
    (Fast) alle Däumchen hoch für "Der Circle" von Dave Eggers.

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    Filip2806s avatar
    Filip2806vor 9 Tagen
    Kurzmeinung: Ein Roman, welcher uns vor der Zukunft warnen möchte :(
    Dystopischer Roman mit einer Warnung an dich und mich

    Dave Eggers Roman "Der Circle" habe ich mir schon auf Englisch durchgelesen, und folglich bin ich zum Endschluss gekommen, ihn auch auf Deutsch zu lesen. Allgemein hat das Buch um die 570 Seiten. Der Anfang zieht sich sehr in die Länge, jedoch wird es zum Schluss umso spannender. Im Fokus des Buches steht die Digitalisierung der Welt. Und wortwörtlich wird in diesem Roman alles auf der Welt digitalisiert. Menschen haben Chips eingebaut, welche ihre Gesundheit aufweisen und über Privatsphäre kann man in dieser dystopischen Welt kaum reden. Alles wird dokumetiert, und wer gegen die Digitalisierung ist, der kriegt halt Abzüge im Leben. So erkennt man im Roman die zwei verschiedenen Seiten der Digitalisierung. Einmal Mae, welche sich immer mehr dafür begeistert und einmal Maes Eltern sowie Maes Exfreund, welche eine abgeneigte Handlung zur Digitalisierung aufweisen. Ein spannender Kontrast zwischen den zwei Parteien, welcher sich im Roman immer mehr zuspitzt. Den Schreibstil von Dave Eggers fand ich recht monoton, wodurch ich auch festgestellt habe, dass mir der Hauch des Emotionalen fehlt. Jedoch warnt uns dieses Buch vor der Zukunft und immer voranschreitenden Digitalisierung. Wollen wir in so einer Welt leben? Ich glaube nicht... Was denkt ihr darüber :)?

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    CharleenDBZs avatar
    CharleenDBZvor 22 Tagen
    Kurzmeinung: Der dystopische Science-Fiction-Bestseller behandelt Reizüberflutung durch Medien und ihre Folgen für die soziale Interaktion von Menschen.
    Reizüberflutung und eine junge Frau, die das Offensichtliche nicht sehen will

    Dave Eggers hat mit "Der Circle" einen Bestseller geschrieben, der es in sich hat und den Leser dazu anregt seinen Umgang mit sozialen Netzwerken zu reflektieren. 

    In dem Roman dreht es sich um die Firma "Der Circle", die mit ihren Innovationen das Leben der Menschen vereinfachen will. Unter der Leitung der drei Weisen, die die drei Charaktere von Geschäftsführern darstellen, arbeiten Tausende junge Menschen auf der ganzen Welt an verschiedenen Projekten: Von der absurden Idee alle Sandkörner der Sahara zählen zu wollen zu einem Ortungssystem für Kinder, um Entführungen und Morde zu verhindern.
    Unter ihnen befindet sich Mae Holland, eine junge Frau, die es nicht erwarten kann von der langweiligen Tätigkeit bei den Strom- und Wasserwerken bei einem Unternehmen anzufangen, welches nachweislich die Welt verändert und verändern wird.
    Anfänglich in der "Customer Experience" arbeitet sich Mae immer weiter hoch, bis sie an den Punkt kommt, dass der Circle ihr Leben vollständig kontrollieren will. Während der Circle ihr damit ein volles Programm bietet und besonders lebendig beschrieben wird, steht im Kontrast dazu ihre Heimat. Ihr Vater, welcher an MS leidet, die gelegentlichen Konfrontationen mit ihrem Ex-Freund und den Kajakfahrten geben der ganzen Erzählung mehr Realität und dienen den Lesern als Vergleich für die beiden entstandenen Welten.

    Der Roman erzeugt sehr viele Momente, die einen die Luft anhalten lassen, weil man einfach so schockiert von dem Geschehen ist. Man hinterfragt sein eigenes Verhalten und hat oft das Gefühl, dass man das Gewissen von Mae ist. Man will sie einfach mal schütteln oder ihr eine verpassen, weil ihre Entscheidungen so dämlich sind. Das macht den Charme des Buches definitiv aus und man will weiterlesen, weil einen das Gefühl nicht loslässt, dass noch mehr passieren wird. Dabei kann man sich gar nicht ausmalen, wie das noch weitergeht.

    Die Passagen in der Mae Kajak fährt nehmen für mich das Tempo aus der Geschichte, sie sind interessant und haben auch ihre Bedeutung, sind doch etwas langatmig erzählt. Für manche sicher eine gelungene Atempause der Reizüberflutung, die das Buch definitiv auch beim Lesern erzeugt, aber für mich ein Grund, dem Buch nur 4 von 5 Sternen zu gehen, da mir die Passagen einfach zu lang waren.
    Generell würde ich das Buch jedem ans Herz legen, einfach weil das Thema sehr aktuell ist und man sich auch mit sich selber beschäftigt.

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    sopsobs avatar
    sopsobvor einem Monat
    1984 als realistisches Zukunfsszenario

    Das Buch war echt spannend und ließ sich flüssig lesen. Die beschriebenen technischen Möglichkeiten sind definitiv alle vorstellbar, wenn auch sehr erschreckend.
    Der Charakter und die Gedanken der Hauptfigur Mae haben mich allerdings immer wieder zum Kopfschütteln gebracht, manchmal hätte ich gerne ins Buch gegriffen, um sie mal kräftig wach zu rütteln.
    Das Ende war für mich leider etwas plötzlich und zu kurz. Hier hätte ich gerne mehr erfahren, der Hauptteil hätte dafür gerne knapper gehalten werden können

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    cvcoconuts avatar
    cvcoconutvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: eine erschreckende Aussicht auf die Zukunft
    Immer online!

    Mae bekommt einen neuen Job, im „Circle“ einem großen Internetkonzern, der immer mehr dabei ist, die Transparenz der Menschen umzusetzen.

    Ich fand das echt ein tolles Thema, gerade in der heutigen Zeit, wo man immer wieder das Gefühl hat, die Technik überholt einen, sobald man mal stehen bleibt. In dem Roman ist allerdings auch sehr deutlich dargestellt, welche Ausmaße das annehmen kann und das ist sehr erschreckend. Eigentlich kann man nur hoffen, dass die Zukunft nicht so aussieht.

    Sehr deutlich wurde das auch bei der Entwicklung der Protagonisten. War Mae anfangs doch sehr euphorisch und fanatisch, erlebt sie doch eine Wende und beginnt die Dinge aus anderen Blickwinkeln zu betrachten.

    Trotz des interessanten Plotts, fand ich es stellenweise doch sehr zäh zu lesen und ich musste mich durch einige Kapitel etwas durchquälen. Es ist schon sehr lesenswert, aber man sollte doch dafür ein bisschen mehr Zeit einplanen.

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    Rdannyvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Sehr realistische und gut beschriebene (nahe) Zukunftsvision, welche mich allerdings in ihrer Haupthandlung nicht gefesselt hat...
    Hat mich leider nicht gefesselt..

    Leider habe ich mir von dem Buch mehr erhofft - die Geschichte entwickelt sich sehr langsam und hat mich nicht wirklich gefesselt. 
    Hier war durchaus mehr drin - da die "Zukunftsvisionen" aus meiner Sicht sehr realistisch und auch sehr gut beschrieben sind. 

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    readingflowers avatar
    readingflowervor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Gute Idee, aber leider sehr schlecht umgesetzt. Wirkte auf mich nur wie eine endlose Aufzählung von Erfindungen.
    Aufzählung ohne Höhepunkte

    "Das muss ich unbedingt auch mal lesen" dachte ich mir monatelang, nachdem "Der Circle" von aller Welt so gehypt wurde.
    Vor drei Monaten (ja, drei) habe ich es dann endlich mal in Angriff genommen und das Buch begonnen zu lesen.

    Die ersten 100 Seiten gefielen mir ganz gut. Mir gefiel die Idee, einen Ausblick in die Zukunft zu gehen, die womöglich auf uns zukommt. Dabei lernt der Leser zusammen mit der Hauptfigur Mae das Unternehmen "The Circle" kennen. Es werden viele Erfindungen und Projekte vorgestellt, die der Circle entwickelt hat. Klingt erstmal sehr spannend, doch mehr passiert leider in dem Buch auch nicht.
    Ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, der Autor würde denken, ich hätte noch nicht verstanden, wie viele Ideen der Circle wirklich hat. Das hat mich sehr stark gelangweilt, wodurch ich eben auch besagte drei Monate für das Buch gebraucht habe. Oftmals wollte ich es einfach nur noch in die Ecke werfen und nicht mehr weiter lesen. Ich konnte mir einfach nicht erklären, wieso das Buch so gute Bewertungen bekommen hat und habe deshalb auf ein überragendes Ende gehofft, was jedoch auch ausblieb.

    "Der Circle" hatte absolut keine Höhepunkte, die Charaktere waren durch ihre Aufgesetztheit und Naivität unsympathisch und platt und auch der Schreibstil hat nicht viel rausgeholt.

    Die Idee hat wirklich Potenzial, welches meiner Meinung nach leider in keinem Fall ausgeschöpft wurde.
    Bei den Erfindungen war der Autor wirklich kreativ, was mir wiederum gefallen hat. Jedoch waren es einfach wie gesagt viel zu viele Aneinanderreihungen.
    Die Handlung an sich ist schlüssig und lässt keine Fragen ungeklärt. Trotzdem fehlt es dem Roman an jeglicher Spannung, was es für mich einfach langweilig und eintönig gemacht hat.

    Daher ist mir das Buch höchstens zwei Sterne wert. 

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    Aleshanees avatar
    Aleshaneevor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Ich schwanke hier zwischen 3 und 4 Sternen: Brisantes, aktuelles und wichtiges Thema - leider durch die Umsetzung etwas misslungen
    Brisantes und hochaktuelles Thema, leider etwas plump rübergebracht: trotzdem lesenswert!

    Als erstes muss ich ganz kurz auf das Cover eingehen, das mit der Schlichtheit und dem Firmenlogo des "Circles" eine gute Wahl getroffen hat, die Farbe aber einem deart ins Auge sticht, dass man es kaum anschauen kann.
    Aber man soll ja nicht das Innere nach dem Äußeren beurteilen - übrigens habe ich mir direkt nach dem Lesen auch die Verfilmung dieser Geschichte angeschaut, bei der einiges an der Umsetzung besser war, vieles aber leider zwecks der Kürzungen unter den Teppich gekehrt wurde. Die Bewertung dazu fällt ähnlich aus, nur aus anderen Gründen.

    Wir befinden uns mit der Protagonistin Mae Holland in Kalifornien. Sie bekommt durch ihre Freundin Annie einen der begehrtesten Arbeitsplätze beim Circle (wenn man hier übrigens schon das englische Wort beim Titel übernimmt, sollte man auch "the" davorsetzen) und kann ihr Glück kaum fassen. Ja sie ist schier überwältigt von den vielen Möglichkeiten, die eine weltweite Vernetzung bieten und vor allem die Transparenz und das Weitergeben von Wissen. Das Konzept der Firma ist in einigen Teilen ja auch sehr auf die Mitarbeiter zugeschnitten und bietet eigentlich alles, was das Herz begehrt, ein Rundum Programm mit allem was man braucht plus Freizeitaktivitäten und Wochenendpartys - so dass man eigentlich ein Leben außerhalb des Circles gar nicht mehr nötig hätte - oder?
    Jetzt hat der Autor die liebe Mae mit ihren 24 Jahren wirklich extrem naiv dargestellt, ich würde sogar sagen: dumm. Das hat mich eine zeitlang ein bisschen geärgert, wobei ich mittlerweile zu der Auffassung gelangt bin: vielleicht hat er das extra so ins Extreme gezogen, um auch wirklich JEDEM klarzumachen, was er mit diesem Buch aussagen möchte. Der Schuss kann aber auch nach hinten losgehen, gerade weil Mae so doof ist und man denken könnte, nur "solche Menschen" lassen sich so einfach einer Gehirnwäsche unterziehen.
    Wir alle, also Menschen an sich, sind beeinflussbar und lassen uns leicht lenken, überzeugen, wenn der richtige Ansatz da ist und es uns etwas gibt, was uns fehlt.

    Ich denke, deshalb kommt überhaupt alles, was er hier beschreibt, sehr überzogen vor, seien es die Charaktere, aber auch das Zukunftsszenario dieser alles registrierenden und überwachenden Präsenz des "Circles", das an sich gar nicht so weit hergeholt scheint. Vieles davon kann man schon jetzt beobachten und Dave Eggers hat hier so unendlich viele Ansätze und Umsetzungen angesprochen, die möglich sind, dass ich hier nur auf einige eingehen werde.

    "Würden Sie also ganz allgemein sagen, dass Sie sich anders verhalten,
    wenn Sie wissen, dass Sie beobachtet würden?"
    S. 320

    Na klar, wird jeder sagen. Es geht bei dem Zitat im Buch darum, etwas verbotenes zu tun oder nicht. Das Abhalten von illegalen Handlungen: an sich ein guter Vorsatz. Keine kriminellen Handlungen mehr, wenn jeder weiß, dass er beobachtet wird: schöne heile Welt. Aber immer und überall beobachtet werden - wer würde das wollen?

    Die Gehirnwäsche, die Mae Holland erlebt, seit sie beim Circle arbeitet, kann man sehr schön verfolgen. Sie wird langsam herangeführt und immer tiefer hineingezogen, dabei an ihr "minderes" Selbstwertgefühl appelliert und gleichzeitig an ihren Egoismus, nicht alles für sich zu behalten. Teilzunehmen - und vor allem andere teilnehmen zu lassen - an allem was sie denkt und tut. Privatsphäre? Wozu, wieso soll man anderen sein Wissen und seine Erlebnisse vorenthalten? Hat nicht jeder ein Recht darauf zu erfahren, welche Hobbys man hat, wo man im Urlaub ist, was man einkauft ... ja, und natürlich interessiert das ja schließlich auch den Rest der Welt, oder?
    Klicks, Smileys, Daumen hoch, alle Welt zeigt wie wichtig jeder Post, jeder Tweet, jede Meinung ist und das ist im Endeffekt ja auch das, was zählt. Die realen sozialen Kontakte haben keinen großen Stellenwert mehr, man wird ja schließlich von so vielen fremden Freunden auf der ganzen Welt gesehen und gemocht, oder?
    Ganz bezeichnend fand ich hier auch, wie enttäuschend und vorwurfsvoll reagiert wird, wenn nicht prompt auf eine Email oder ähnliches reagiert wird. Ein quit pro quo gefordert wird für jedes Like, das man gibt.

    Die Handlung bezieht sich im Grunde darauf, wie spielerisch so etwas seinen Anfang nimmt und wie schnell und enger der Kreis sich zieht. Es gibt natürlich auch positive Ansätze in dem ganzen die tatsächlich sinnvoll erscheinen. Das Vernetzen an sich hat durchaus Züge, die auch ich gut finde, aber genau da setzt es an und vor allem setzt sich fort, wenn plötzlich die negativen Aspekte überwiegen.
    Der "Circle" nimmt sich dementsprechend die Themen vor, die allen Menschen am Herzen liegen:
    Die Sicherheit der Kinder, die Verbrechensbekämpfung, die Liebe, und der Wunsch, "gesehen" und akzeptiert zu werden - hier natürlich á la Ranking. Wer hat die meisten Klicks und wie hoch ist mein Engagement gegenüber anderen: alles öffentlich einsehbar, na klar. Man will ja zeigen wie toll und engagiert man ist.

    Mercer, Maes Exfreund, ist eigentlich der einzige Charakter, der mir sympathisch war, aber selbst er wird etwas seltsam dargestellt, wie eigentlich alle Figuren. Auch der mysteriöse Freund, der auch im Klappentext erwähnt wird, aber hier möchte ich nicht spoilern.

    Wie viel wissen will ich denn in der Öffentlichkeit preisgeben? In der Familie, bei Freunden, bei Bekannten, im Internet ... gibt es hier Grenzen? Hat jeder das Recht auf die uneingeschränkte Wahrheit oder hab ich das Recht auf Privatsphäre? Muss ich alles wissen über mir wildfremde Menschen oder sollte ich nicht lieber denjenigen Menschen näher kommen, vertrauter werden, die mir wirklich nahestehen?

    "Kein Mensch braucht diese Menge an Kontakt, die ihr ermöglicht. Das verbessert nichts.
    Es ist nicht gesund. Es ist wie Junkfood."
    S. 156

    Es ist ein wirklich sehr weit umfassendes Thema, über das ich sicher noch länger nachdenken werde und einige der Gedankengänge des Autors sicher (leider) in der Zukunft zum Problem werden könnten. Denn es gibt solche Menschen wie Mae und den vielen Massen, die den "Circle" in dieser Geschichte unterstützen und bejubeln, weil sie das naheliegende aus den Augen verloren haben.
    Auch wenn es mir in der Umsetzung nicht wirklich gefallen hat bin ich doch froh, das Buch gelesen zu haben, denn manche angesprochene Dinge haben mich dazu gebracht, auch über mein eigenes Verhalten nachzudenken, was meinen Umgang mit den Social Media Kanälen betrifft.

    © Aleshanee
    Weltenwanderer

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    Keris avatar
    Kerivor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Ein gutes Buch welches man mal gesehen haben sollte. Bringt einem zum nachdenken. Realistischer Schreibstil.
    Rezension zu dem Buch „Der Circle“

    Autor: Dave Eggers

    Verlag: Kiepenheuer & Witsch

    Inhalt: In dem Buch geht es um Mae die einen Job bei dem großen, weltberühmten Unternehmen „Circle“ bekommt. Schon in kurzer Zeit steigt sie in der Firma immer höher auf. Sie ist begeistert von den Zielen und Taten des Unternehmenes. Doch ist wirklich alles so gut wie es auf den ersten Blick scheint?

    Meine Meinung: Das Cover passt sehr gut zur Geschichte mit dem Logo des Circles. Dadurch das es ansonsten schlicht in rot gehalten ist finde ich, lenkt es nicht zu sehr von der eigentlichen Botschaft des Buches ab. Der Schreibstil des Autors ist sehr eindringlich und lässt sich gut lesen. Mae hat mich manchmal als Charakter ziemlich aufgeregt, aber auch andere Personen die in der Geschichte vorkommen. Im Laufe des Buches fragt man sich immer mehr wieso die Menschen so begeistert von allem sind und ob sie gar keine Probleme sehen. Der Autor führt einem wunderbar vor Augen was für Nachteile die Überdigitalisierung mit sich führen kann. Am Anfang war es noch relativ einfach das Buch zu lesen, doch mit der Zeit konnte ich immer weniger mit Maes Sicht übereinstimmen. Ich kann nicht glauben das die Menschen wirklich so naiv seien können und hoffe das diese Geschichte nur eine Geschichte bleibt und nie zur Realität wird. Das Ende ist realistisch geschrieben und so wie sich die Protagonistin wohl am wahrscheinlichsten verhalten hätte. Das Buch lässt einen trotzdem etwas fassungslos zurück.

    Fazit: Ein wichtiges Buch, welches man unbedingt mal gelesen haben sollte. Aufrüttelnd. Beängstigend. Es bringt einen zum nachdenken und man sollte sich nicht davor scheuen es zu lesen.

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    luna_LBBs avatar
    luna_LBBvor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Ein Roman der wachrüttelt. Nachdem man es ließt findet man immer wieder Situationen aus dem Roman im Alltag wieder.
    Der Circle - Ein Roman der wachrüttelt

    „Es ist langsam so, als wären wir nie allein. Jedes Mal, wenn ich dich sehe, sind noch hundert andere Leute mit im Raum. Du schaust mich immer durch die Augen von hundert anderen Leuten an.“
    (Der Circle, S. 153)

    In einer Welt der Transparenz, in der Privatsphäre ein Fremdwort und Unwissenheit das schlimmste Übel ist, wie würde unsere Zukunft, die Gesellschaft aussehen und die bedeutendste Frage von allen: wärst du Mitläufer, oder Rebell?

    Sich solch eine Situation vorzustellen mag anfangs etwas schwer und abstrakt sein. Der Bestseller Roman „ Der Circle“ jedoch, vermittelt dieses Szenario sehr lebhaft und real. Es geht um die 24 jährige Mae, die gerade noch in den Strom- und Gaswerken ihrer Heimatstadt gearbeitet hat und nun durch ihre Freundin Annie einen Arbeitsplatz beim Circle sichern konnte. Dies ist ein Unternehmen, welches mit einer simplen Idee gestartet hat: nie wieder unterschiedliche Passwörter merken, keine doppelten Identitäten und keine Anonymität im Internet mehr. Das „TruYou“ ist entstanden und hat den Grundstein für das nun sehr erfolgreiche Unternehmen gesetzt. Mae hat nun mit den neuen Arbeitsweisen zu kämpfen und will die Karriereleiter  immer weiter erklimmen. Doch ihr mysteriöser Kollege Kalden stellt ihre Welt und das was sie dort tut komplett infrage…

     

    Sicherheit im Internet, Privatsphäre im Digitalleben, Geheimhaltung der Daten,… alles Top aktuelle Themen,  mit denen sich wirklich jeder beschäftigen sollte. Genau das vermittelt dieses Buch: gib nicht wahllos alles von dir Preis, lerne deine Privatsphäre zu schätzen und hinterfrage Dinge. Das ist der Grund, warum ich absolut begeistert von diesem Roman war. Zunächst kommt einem die dystopische Gesellschaft  überzogen und sehr fiktiv vor, doch dass wir gar nicht so weit von solch einer Zukunft entfernt sind, äußert sich nachdem man es zu Ende gelesen hat, oder sogar während man es ließt. Man legt das Buch zur Seite, greift zu seinem Handy, schaut sich vielleicht die letzten Storys von Leuten Auf Snapchat oder Instagram an und fragt sich: „ Was tue ich hier eigentlich?“ Das mag sich jetzt vielleicht sehr übertrieben anhören, aber genau so eine Wirkung hat dieses Buch auf einen. Es hebt immer die guten Seiten, die so etwas ebenfalls hat, hervor und da die Protagonistin selber es kaum oder gar nicht hinterfragt, wird der Wahnsinn dahinter dem Leser selbst bewusst. Vor allem das Ende konnte mit seiner direkten und schlichten Art und den Überraschungen überzeugen, wo ich aber natürlich ab dieser Stelle nicht weiter drauf eingehen werde. Der Schreibstil unterstützt diese Art der Geschichte, indem er hauptsächlich aus Dialogen besteht. Dadurch lässt es sich angenehm lesen und das Ganze wirkt nochmal viel realer. Das einzige was mich etwas gestört hat, war der Anfang. Es war etwas schwer sich in die Geschichte hineinzufinden und zudem nicht wirklich klar, wo einen das Buch hinführen möchte.
    Auch das Cover ist mit seiner knalligen Farbe sehr gut gelungen, da es Aufmerksamkeit auf sich zieht und wichtig erscheint, was sehr gut zum Inhalt passt.
    Abschließend würde ich sagen, dass ich dieses Buch wirklich jedem empfehlen kann, und dass es möglichst viele Leute lesen sollten, um auf dieses Thema aufmerksam zu machen, weil es wirklich jeden etwas angeht.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    diewortklauberins avatar

    Eine Macht, die die Welt verändern kann – zum Besseren?


    Wie lebt es sich in einer Welt, in der es keine Geheimnisse gibt? In der alles geteilt wird, in der jede noch so persönliche Information bekannt ist, in der jeder mit jedem vernetzt ist – zu jeder Zeit, an jedem Ort? Mit "Der Circle" hat Dave Eggers einen hellsichtigen, hochspannenden Roman über die Abgründe des gegenwärtigen Vernetzungswahns geschrieben. Ein beklemmender Pageturner, der weltweit Aufsehen erregt hat und nun in die Kinos kommt! 

    Ihr seid neugierig geworden und würdet gerne mit "Der Circle" einen Blick in eine mögliche Zukunft werfen? Gemeinsam mit dem KiWi Verlag verlosen wir 10 Exemplare des Bestsellers! Zusätzlich gibt es auch Kinotickets zu gewinnen!

    Mehr zum Inhalt 

    Huxleys schöne neue Welt reloaded: Die 24-jährige Mae Holland ist überglücklich. Sie hat einen Job ergattert in der hippsten Firma der Welt, beim »Circle«, einem freundlichen Internetkonzern mit Sitz in Kalifornien, der die Geschäftsfelder von Google, Apple, Facebook und Twitter geschluckt hat, indem er alle Kunden mit einer einzigen Internetidentität ausstattet, über die einfach alles abgewickelt werden kann. Mit dem Wegfall der Anonymität im Netz – so ein Ziel der »weisen drei Männer«, die den Konzern leiten – wird die Welt eine bessere. Mae stürzt sich voller Begeisterung in diese schöne neue Welt mit ihren lichtdurchfluteten Büros und High-Class-Restaurants, wo Sterne-Köche kostenlose Mahlzeiten für die Mitarbeiter kreieren, wo internationale Popstars Gratis-Konzerte geben und fast jeden Abend coole Partys gefeiert werden. Sie wird zur Vorzeigemitarbeiterin und treibt den Wahn, alles müsse transparent sein, auf die Spitze. Doch eine Begegnung mit einem mysteriösen Kollegen ändert alles …

    »Eggers futuristischer Silicon-Valley-Horror ist kein Orwell’sches 2084, sondern eine der Wirklichkeit nur wenig vorauseilende, im Grunde ziemlich realistisch anmutende Vision.« NZZ

    Mehr zum Autor
    Dave Eggers wurde am 8. Januar 1971 in Lake Forest, Illinois geboren. Er wuchs in der Nähe von Chicago auf und besuchte die Universität von Illinois. Er gründete 1998 den unabhängigen Verlag McSweeney’s, in dem er seine Bücher veröffentlichte. Darüber hinaus gibt der Verlag auch ein vierteljährliches Literaturmagazin, die Monatszeitschrift „The Believer“ und die Website www.mcsweeneys.net heraus. Im Jahr 2000 publizierte Dave Eggers seinen ersten und bisher bekanntesten Roman mit dem Titel „A Heartbreaking Work of Staggering Genius“ (dt.: „Ein herzzerreißendes Werk von umwerfender Genialität“). Das Buch war ein Bestseller und wurde für den Pulitzer-Preis nominiert. Dave Eggers lebt heute in San Francisco.

    Gemeinsam mit dem KiWi Verlag verlosen wir zum Kinostart 10 Exemplare von "Der Circle"Was ihr dafür tun müsst? Bewerbt euch bis einschließlich 30.08. über den blauen "Jetzt bewerben"-Button und beantwortet folgende Frage: 

    Was ist eure beängstigendste oder schönste Vision von der Zukunft?



    Bitte beachtet vor eurer Bewerbung unsere Richtlinien für Buchverlosungen.

    Viel Glück!


    Gewinnt Kinotickets!

    Die Verfilmung des Bestsellers kommt ab September in die Kinos! Die Starbesetzung mit Tom Hanks und Emma Watson verspricht ein großartiges Kinoerlebnis. KiWi verlost in Kooperation mit Universum Film Kinotickets! Was ihr tun müsst, um Tickets zu gewinnen? Einfach hier klicken!





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    Little-Cats avatar
    Letzter Beitrag von  Little-Catvor einem Jahr
    Heute endlich kam mein Buch an, vielen Dank
    Zur Buchverlosung
    Insider2199s avatar

    Wir haben beschlossen in der INSIDER-Voting-Challenge zusammen "Der Circle" von Dave Eggers zu lesen. 

    Wir beginnen am 01.09.2017 und lassen uns bis zum Ende des Monats Zeit, um es zu beenden. Rezensieren ist keine Pflicht, aber bei der Challenge erhält man ein Los dafür. 

    Jeder liest mit seinem eigenen Leseexemplar, es gibt kein Buch zu gewinnen! 


    Es kann natürlich jeder mitmachen, der Lust dazu hat, auch wenn er nicht bei der Challenge angemeldet ist.    


    Da es im Buch keine Kapitel gibt, war die Unterteilung etwas schwierig, aber ich habe 5 gleiche Teile gemacht und immer da Cuts gemacht, wo es eine Zwischenzeile gab.


    Vielleicht könnt ihr ne kurze Info geben, wann ihr mit Lesen anfangen wollt. Danke. 

    Viel Spaß uns allen :)
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