Dave Eggers Der Circle

(22)

Lovelybooks Bewertung

  • 21 Bibliotheken
  • 1 Follower
  • 1 Leser
  • 8 Rezensionen
(4)
(9)
(6)
(3)
(0)

Inhaltsangabe zu „Der Circle“ von Dave Eggers

Mae Holland wird von dem Internetkonzern »The Circle« angeheuert. Ziel des Unternehmens ist, durch vollkommene Transparenz ein neues Zeitalter einzuläuten. E-Mails, Social Media, Bankdaten, Einkaufsverhalten werden vernetzt und zu einer Online-Identität verdichtet. Mae kann es kaum fassen: Sie darf für den einflussreichsten Konzern der Welt arbeiten! Doch was genau ist ihre Rolle? Der Circle beginnt als faszinierende Geschichte einer ehrgeizigen jungen Frau, wird jedoch bald zu einem atemlosen Thriller, der Fragen nach Privatsphäre, Demokratie und den Grenzen menschlichen Wissens aufwirft. Torben Kessler liest eindringlich diese Zukunftsvision, die hier und da schon gefährlich Nahe an unserer Realität kratzt. Werden Sie Teil der Community auf http://www.dercircle.de/

Ein sehr erschreckendes, weil vorstellbares Thema.

— kleine_welle
kleine_welle

Keine banale Angstmache, spannend, realistisch

— Durga108
Durga108

Tolles Thema, das eine sorgfältigere Bearbeitung verdient hätte. Dennoch unterhaltsam.

— JuergenEdelmayer
JuergenEdelmayer

Anfangs realistisch, dann erschreckend und dann fällt es jäh ab

— literat
literat

Stöbern in Romane

Ein Gentleman in Moskau

Ein grandioses Meisterwerk, einer vergangenen Epoche,Lebendig und Kraftvoll erzählt

Arietta

Die goldene Stadt

Es benötigt viel Aufmerksamkeit,die Infos aus dem Buch aufzunehmen und in die Handlung einzutauchen,eher an freien Tagen lesen und ausgeruht

Kallisto92

Der Sommer der Inselschwestern

Ein leichter Roman, der einen verzaubert.

Sarah_Knorr

Die Tänzerin von Paris

Streckenweise langatmige Analyse der Lucia Joyce zwischen Fiktion und Wahrheit.

SinjeB

Töte mich

Der einfache und schlichte Schreibstil steht im Kontrast zum ausgefallen Handlungsgeschehen bzw. zu den Gedankengängen der Figuren.

ameliesophie

Vom Ende an

Wow. Dieses Buch ist ungewöhnlich aber wirklich ein unglaublich gutes Buch. So wenig Worte vermögen eine solche Atmosphäre zu schaffen.Mega!

LadyIceTea

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Simply too much ...

    Der Circle
    engineerwife

    engineerwife

    09. June 2017 um 11:16

    Der Inhalt dürfte durch die weit verbreitete Werbung bekannt sein, da möchte ich nicht mehr näher darauf eingehen. Meinen Eindruck zu diesem Buch möchte ich jedoch kurz schildern, er ist definitiv zweigeteilt. Einerseits finde ich es gut, dass den Menschen durch eine, wenn auch recht überzogene, Darstellung eines totalen Kontrollszenarios mal wieder vor Augen geführt wird, wie schnell man in eine komplette Abhängigkeit und Überwachung geraten kann und was das auch für Folgen nach sich zieht. Andererseits ging mir eben dieses Überzogene doch etwas auf die Nerven. So naiv kann doch wohl kaum ein Mensch sein, oder? Ein ähnliches Szenario wurde auf kleinem Niveau in einem meiner Lieblingsfilme „Die Welle“ dargestellt, da aber viel glaubhafter! Schade, dass der Stoff im Buch „Der Circle“ so in Hollywood Manier aufgemacht wurde, als Film wird er sich aber sicher hervorragend eignen. Den werde ich mir im Herbst natürlich nicht entgehen lassen.

    Mehr
  • Privatsphäre ist Diebstahl!

    Der Circle
    Durga108

    Durga108

    24. February 2017 um 14:29

    Schon wieder so ein Verschörungstheorieroman mit Endzeitstimmung über einen Überwachungsstaat? Ganz klares Nein! Ich finde den Roman sehr realistisch und spannend. Er zeigt wie eine junge Frau, Mae, langsam aber sicher in die Fänge des Internetunternehmens Der Circle gerät. Der Circle strebt die vollkommene Transparenz eines Menschen an und zeigt ausschließlich die positiven Seiten technischer Errungenschaften. Z. B. werden Kindern Chips eingesetzt, um sie vor Entführungen zu schützen. Überall werden Kameras aufgehängt. Die sind Teil des "See Change" Programms. Dadurch können z.B. Menschen, die an den Rollstuhl gefesselt sind, durch die Welt reisen. Maes Eltern werden mit in ihre Krankenversicherung beim Circle aufgenommen. Ein großes Glück für alle, da der Vater an Multipler Sklerose leidet, doch der Preis dafür ist hoch, denn auch die Eltern werden dadurch ab sofort Tag und Nacht überwacht. Mae nimmt ebenfalls mit großem Enthusiasmus am See Change-Projekt teil. D.h. sie trägt eine Kamera um den Hals, ist 24/24h online, die Mitglieder können jeden ihrer Schritte und jedes ihrer Gespräche mitverfolgen und kommentieren. Mae wird von ihrem Ex-Freund Mercer vor der immer enger werdenden Überwachung und der mangelnden Privatsphäre gewarnt, selbst ein Gründungsmitglied des Circles, Ty alias Kalden, warnt sie und bittet sie, den Circle nicht weiter zu unterstützen. Obwohl Maes Eltern deshalb den Kontakt zu ihre abbrechen, ihre Freunde wegen des Circles Gesundheit und sogar mehr verlieren, bleibt Mae Mitglied. Man kann sicherlich Maes Naivität kritisieren. Ich kann mir jedoch sehr gut vorstellen, wie sie immer mehr manipuliert und Gehirn gewaschen wird. Sie ist dadurch nicht mehr in der Lage, die negative Seiten der Technik zu sehen. Die literarische Qualität des Buches könnte besser sein, was evtl. auch an der Übersetzung liegt, doch der Inhalt ist einfach spannend und ich finde ihn ganz und gar nicht polemisch, sondern lesens- bzw. hörenswert.

    Mehr
    • 2
  • Schöne neue Social Media Welt

    Der Circle
    JuergenEdelmayer

    JuergenEdelmayer

    Mit der Anstellung beim Internetkonzern The Circle wird für Mae Holland ein Traum wahr. Die junge Frau steigt schnell auf und arbeitet kräftig mit, die vom Circle angestrebte Transparenz in allen gesellschaftlichen Bereichen zu verwirklichen. Die Skepsis ihrer Eltern und ihres Ex-Freundes Mercer, was Aufhebung der Privatsphäre und Konzentration von Machtfülle betrifft, kann die vom Enthusiasmus beflügelte Mae nicht nachvollziehen. Bei der Umsetzung der vom Circle gesetzten Ziele scheint die Karrierefrau keine Skrupel zu kennen. Berauscht von den Möglichkeiten, die ihr zur Verfügung stehen, verliert sie jedes Gefühl für die persönlichen Belange ihrer Mitmenschen. Die Ansicht, dass nicht jeder alles über jeden wissen muss und manche Wahrheit besser nicht ausgesprochen wird, ist für Mae und den Circle keine Option. Wer kann sie stoppen? Dave Eggers widmet sich wichtigen gesellschaftlichen Themen, behandelt sie aber zumindest in der gekürzten Hörbuchversion zu oberflächlich. Auch die Charaktere lassen Tiefe vermissen. Die Entwicklung Maes von der unsicheren Anfängerin hin zur skrupellosen Fanatikerin erschien mir zu sprunghaft und so nicht nachvollziehbar. Vielleicht wird das ja in der Buchedition erschöpfender behandelt. Insgesamt war „The Circle“ für mich eine streckenweise durchaus unterhaltsame Geschichte, allerdings mit einem relativ langen Einstieg und einem für mein Empfinden recht abruptem Ende. Die Möglichkeiten, die das Thema Privatsphäre in einer von sozialen Medien beherrschten Welt bietet, hat der Autor trotz einiger gesellschaftskritischer Zwischentöne meiner Ansicht nach leider nicht genutzt. Sprecher Torben Kessler macht seine Sache gut. Er liest unspektakulär und verfügt über eine angenehme Stimme, der man auch über längere Zeit gut zuhören kann. Diese Rezension habe ich auch auf meinem Blog veröffentlicht:http://autoreninfo.over-blog.de/2017/01/rezension-horbuch-der-circle-von-dave-eggers.html

    Mehr
    • 3
  • Enttäuschend

    Der Circle
    50kwords

    50kwords

    02. March 2015 um 20:36

    Die 24jährige Mae Holland wiegt sich im Glück als sie eine Stelle im coolsten Unternehmen jenseits der Sonne erhält. Schnell verliert sich Mae in der Firma, im “Circle”, und treibt deren Wahn nach völliger Transparenz mit Feuer und Flamme voran. Natürlich regen sich auch Stimmen des Widerstands, aber können sie Mae wirklich retten? … Ich mache jetzt mal etwas, das ich sonst nicht mache und verrate das Ende: Nein, Mae ist nicht zu retten. Und zu allem Überfluss verhilft sie dem Circle zur Weltmacht und besiegelt damit das Schicksal aller in totaler Überwachung unter zu gehen. Es ist ja nicht so, dass die vorgestellten Technologien des Circles nicht interessant wären. Dass der Circle die totale Transparenz einfordert und dabei gründlich über das Ziel hinaus schießt, ist — im Sinne des Buchs — auch zu erwarten. Und natürlich spielt das Buch auch mit den Ängsten vor einem Überwachungsstaat. Dass es dabei aber so furchtbar langweilig daher kommt und bis auf Ängste schüren nichts anderes passiert, ist doch arg enttäuschend. In der ganzen Geschichte gibt es nur zwei Personen, die Mae ins Gewissen reden: zum einen ihr Exfreund Mercer, zum anderen ein “mysteriöser” Grauhaariger innerhalb der Firma (dessen tatsächliche Identität aber ziemlich offensichtlich ist). Leider tauchen diese Figuren aber nur selten auf und auch nur Mercer versucht Mae den Kopf zu waschen von den verqueren Ideen und der verqueren Logik des Circles. Leider bleibt Mae taub und die Geschichte verschenkt ihr Potential, eine differenzierte Sicht zu bieten wohin wir uns in der Realität mit unserer neuen Teile-alles-mit-allen-Mentalität bewegen. Sehr schade, denn das hatte ich eigentlich erwartet und nicht ein Buch, das nur eine Überwachungstechnik nach der anderen auspackt, mir flache Charaktere vorsetzt und null Spannung bietet. Was es Gutes zu berichten gibt? Nun, Torben Kessler tut sein Bestes mit seiner Stimme noch etwas aus dem Roman heraus zu holen — was ihm bei der flachen Schreibe aber auch nur bedingt gelingt. Glücklicherweise ist das Hörbuch nur zehn Stunden lang und ließ sich somit schnell weghören. Insgesamt gesehen bleibt es aber trotzdem eine Enttäuschung und wer es bisher nicht gelesen hat, hat auch nichts verpasst.

    Mehr
  • Zeitverschwendung

    Der Circle
    guybrush

    guybrush

    Mae Holland wird von dem Internetkonzern »The Circle« angeheuert. Ziel des Unternehmens ist, durch vollkommene Transparenz ein neues Zeitalter einzuläuten. E-Mails, Social Media, Bankdaten, Einkaufsverhalten werden vernetzt und zu einer Online-Identität verdichtet. Mae kann es kaum fassen: Sie darf für den einflussreichsten Konzern der Welt arbeiten! Doch was genau ist ihre Rolle? Die Frage hatte ich schnell beantwortet. Die der dummen Vorzeige-Tusse, der das Gehirn nur zu Deko-Zwecken dient. Ignorant und oberflächlich wie sie ist, ist sie noch nicht einmal in der Lage ein Problem zu Ende zu denken, geschweige denn sich mit der Problematik auseinanderzusetzen. Und genauso platt wie die Protagonistin ist die Story. Um es auf den Punkt zu bringen. Die erste Hälfte des Buches hat mich gelangweilt. Die Realität ist längst weiter, als Dave Eggers in seiner Geschichte. Der gläserne Mensch existiert schon lange, das ist uns spätestens seit Snowden allen bekannt. Wer die Daten hat, hat die Macht und wer die Macht hat missbraucht sie. Auch die Gefahren der totalitären Überwachung sollten jedem denkenden Menschen längst bewusst sein. Wir alle prostituieren freiwillig unsere Meinungen und unsere Intimsphäre – und das ganz freiwillig – wie ich gerade mit dieser Rezension. Inhaltlich hat „Der Cicle“ also nichts Neues zu erzählen. In der zweiten Hälfte des Buches bin ich dann langsam aggressiv geworden. Hält der Autor den Leser für blöd? Man könnte es meinen, denn gebetsmühlenartig werden die spärlichen Argumente wiederholt. Mit dem Holzhammer werden sie uns eingeschlagen. Und wer es immer noch nicht verstanden hat ist selber schuld. Ein Buch für Paranoikern und Internethasser. Für mich war es reine Zeitverschwendung.

    Mehr
    • 2
  • Was lassen wir da alle zu?

    Der Circle
    Gruenente

    Gruenente

    07. December 2014 um 15:18

    Mae Holland ist glücklich: sie hat einen Job in der angesagtesten  Firma der Welt. Im Circle bekommt sie nicht nur Arbeit, sondern auch freie Krankenversicherung (selbst für ihren kranken Vater), Übernachtungsmöglichkeit, jeden Tag Partys, Events, Sportereignisse. Ihre Leistung wird nicht nur anhand der Arbeitsmenge und -Qualität gemessen, sondern auch an ihrer Teilnahme an Social Media Events und Foren.  Der Circle will eine neue Ära einleiten und ruft die Menschheit  zur größtmöglichen Transparenz auf. Angefangen mit einer eindeutigen Internetidentität über Kameras an allen Orten, deren Bilder von jedem gesehen werden können bis zu transparenten Menschen, die immer eine Kamera und ein Mikro mit sich tragen. Jeder, der da nicht mitspielt macht sich verdächtig und  wird zu Tode gehetzt. Mae ist recht naiv und lässt sich von dieser Firma und ihren Leitlinien total vereinnahmen und erkennt nicht, wie sie dabei vereinsamt. Eine Einsamkeit, obwohl ständig viele Menschen genau verfolgen was sie gerade tut. Sie bricht alles hinter sich ab. Die Verbindung zu den Eltern, zum Exfreund zu der Freundin, die sie in den Circle gebracht hat. Die Sprache dieses Buches ist ehrlich gesagt banal. Die Figuren sind recht einfach gezeichnet. Einiges ist voraussehbar. Und Mae möchte man immerfort schütteln, damit sie endlich kapiert was da abgeht. Aber die Sprache ist der simpel gestrickten Mae angepasst. Die entworfenen Szenarien sind nicht so weit hergeholt. Die Gefahren einfach mal auf die Spitze getrieben. Für jeden verständlich. Ein Thema, mit dem wir uns alle beschäftigen sollten. Und zwar jetzt. Aber was schreibe ich. Allein durch diesen Blog bin ich irgendwie selbst Teil des Circle. Fragt Euch selbst: was passiert bei dessen Vollendung?

    Mehr
  • Eine düstere Zukunftsvision, die zum Nachdenken anregt. Jedoch mit sehr flachen Charakteren!

    Der Circle
    Schmoekermaedchen

    Schmoekermaedchen

    30. November 2014 um 20:55

    Protagonistin Mae, eine junge und in ihrem bisherigen Job mehr als unzufriedene Freundin der erfolgreichen Circle-Anhängerin Anni, ergattert durch deren Empfehlung einen der begehrtesten Arbeitsplätze der Welt - einen Job beim Circle! In diesem Unternehmen, in dem alle Mitarbeiter eine große Familie bilden und das oberste Gebot 'Transparenz' lautet, hat Mae zum ersten Mal in ihrer Karriere das Gefühl, etwas Produktives für die Gesellschaft zu leisten. Der Circle ist ein Unternehmen der Zukunft. In keiner anderen Firma der Welt wird soviel für das vermeintliche Wohl der Mitarbeiter getan, wie hier. Kostenlose Gesundheits-Checks durch betriebseigene Ärzte, Campus-Parties und ein Raum voller Gratis-Testmuster - von der Markenjeans bis hin zum Schokoriegel - sorgen für eine stets positive Stimmung unter den Circle-Anhängern (und vermitteln ganz nebenbei das Gefühl, dem Circle verpflichtet zu sein). Mae startet also in der "CE" - der "Customer Experience", einer Abteilung, die sich hauptsächlich mit Kundenanfragen und deren Feedbacks beschäftigt. Nach und nach werden ihr allerdings immer mehr Aufgaben zugeteilt und Mae gerät immer mehr in einen Sog aus absoluter Überwachung und ständigem "Social Networking". Mit der Zeit verwandelt sie sich von der anfangs zwar begeisterten, doch leicht introvertieren Neueinsteigerin in eine selbstbewusste Verfechterin der Visionen des Circle - und damit zum Idol von Millionen Anhängern vor den Bildschirmen. Dabei merkt sie nicht, wie weit sie sich dabei von der Realität und jeglicher Menschlichkeit entfernt.. 'Geheimnisse sind Lügen' Dieses Hörbuch hat mich wirklich sehr zwiegespalten zurückgelassen. Auf der einen Seite erlebt der Leser eine unglaublich düstere Zukunftsvision einer Welt, in der die Technologie so weit vorangeschritten ist, dass der Mensch nur noch als gläserne Hülle, ohne Geheimnisse (denn "Geheimnisse sind Lügen") und ohne Privatsphäre existiert. Ich war erschrocken über die Projekte, die innerhalb des Circle realisiert wurden - beispielsweise die Einführung von Chip-Implantaten, um Kinder jederzeit orten zu können und sie so vor Entführungen zu bewahren; oder etwa die Wahlpflicht, die es unmöglich macht im Amerika der Zukunft nicht wählen zu gehen, ohne von der Gesellschaft (in dem Fall den Social Networks) ausgeschlossen zu werden. Auf der anderen Seite steht eine flache Geschichte, durch die sich unglaubwürdige Charaktere ohne Tiefe bewegen. Auch wenn der Leser Mae bereits seit den ersten Kapiteln begleitet, so hatte ich nie das Gefühl, sie wirklich kennen zu lernen. Ich konnte ihre Handlungen und ihre Gedankengänge nur schwer nachvollziehen und vieles ist mir bis jetzt rätselhaft. Für den Circle opfert Mae bedingungslos jegliche Privatsphäre. Sie treibt es schließlich sogar so weit, dass sie ihr Leben 24 Stunden am Tag per Live-Stream ins Internet überträgt, alles dreht sich nur noch um "Likes" und "Frowns" und darum, wie sehr sie sich an Online-Umfragen oder Campus-Parties beteiligt. Nicht ein einziges Mal hinterfragt sie eine Entscheidung ihrer Vorgesetzten. Nicht einmal stellt sie sich die Frage, wie weit dieser Wahn führen soll. Stattdessen verrät sie ihre Familie und verletzt die Menschen, die ihr einst nahe standen. Freunde oder soziale Kontakte scheint es ausserhalb des Circles nicht zu geben und die gab es offenbar auch nie, denn ausser ihrem Ex-Freund, ihren Eltern und der Studienkollegin Anni wird niemand sonst erwähnt. Alles ein wenig merkwürdig. Ein weiterer Kritikpunkt war für mich Maes Verhältnis zu Männern. Scheinbar wahllos verliebt sie sich Hals über Kopf in einen Wildfremden, nur um diesen einige Tage später abgrundtief zu hassen und sich in die nächste große Liebe zu stürzen. Es mag sein, dass dies alles einen höheren Sinn hat, der sich mir als Hörerin nur nicht ganz erschlossen hat. Vielleicht sind diese unverständlichen Handlungen nur ein Beispiel für die gnadenlose "Verdummung" der Menscheit, die die technologischen Entwicklungen mit sich bringen werden. Leider sieht man ja selbst heute schon genug Mitmenschen, die ohne größere Überlegungen Unmengen an persönlichen und privaten Daten ins Netz schütten, ohne über mögliche Konsequenzen nachzudenken. Ich kann mir also vorstellen, dass der Autor seine Hauptfigur deshalb so überzogen naiv dargestellt hat. Und doch muss ich zugeben, hat mich die Geschichte fasziniert. Ich war schockiert, mit welchen Argumenten - die in meinen Augen oft logisch und nachvollziehbar waren - der Circle seine Privatsphäre-verletztenden Projekte durchsetzen wollte und es letztendlich auch tat. Das Erschreckende daran war, wie schleichend dieser Prozess von statten ging und dass vieles, das wir bereits heute als selbstverständlich erachten (wie beispielsweise Clouds zur Datenspeicherung oder Live-Tracking-Programme, die jeden unserer Schritte aufzeichnen) uns eines Tages zum Verhängnis werden könnte. Und doch muss ich sagen, dass ich zu jeder Zeit sowohl die positiven als auch die negativen Argumente für und gegen die absolute Transparenz nachvollziehen konnte. Torben Kessler, erzählt und spricht die verschiedenen Charaktere so, dass man sie wunderbar auseinanderhalten kann und mit einer sehr angenehmen Erzählstimme, die auch nach vielen Kapiteln nicht anstrengend wird. Ich bin froh, das Hörbuch "Der Circle" gehört zu haben. Selten hat mich eine Geschichte so ratlos zurückgelassen. Ratlos, weil ich einfach nicht weiß, wie ich es bewerten soll. Jedes andere Buch mit derart zahlreichen Logikfehlern hätte von mir eine vernichtende Kritik bekommen. "Der Circle" aber regt zum Nachdenken an; man beginnt sich zu fragen, wie weit die Technologien uns noch treiben werden. Die Idee hinter diesem Buch ist großartig, auch wenn man aus der Geschichte definitiv mehr hätte machen können. Auch das Sprachniveau konnte mich nicht überzeugen. Der Schreibstil ist sehr einfach gehalten und wahrlich keine Meisterleistung, was hoffentlich nur an der Übersetzung lag. Wer eine actiongeladene, spannungsreiche Handlung erwartet, wird leider enttäuscht. Wer sich allerdings auf ein technisches Gedankenspiel in der nahen Zukunft einlassen und auch über eine seichte Story und flache Charaktere hinwegsehen kann, der wird sicherlich den einen oder anderen Denkanstoß erhalten und vielleicht in Zukunft etwas vorsichtiger mit seinen persönlichen Daten im Netz umgehen. Bei meinem Liebsten und mir hat "Der Circle" jedenfalls schon für reichlich Diskussionsstoff gesorgt :-) Vorallem das beunruhigende Gefühl, das nach dem HörBuch zurückbleibt, regt zum Nachdenken an. Durch die leicht verständliche Sprache ist die Story wahrscheinlich für viele ansprechend und gut zu verarbeiten. "Der Circle" von Dave Eggers wird ganz bestimmt noch lange in meinem Gedächtnis bleiben. Leider gibt es kaum einen richtigen Spannungsbogen und das Ende wirkt vorhersehbar. Die Charaktere sind leblos und flach und auch die Protagonistin war in vielen Situationen unglaubwürdig und naiv. Außerdem werden lediglich zwei Seiten dargestellt: die eine, die den Circle in seinem vollen Umfang befürwortet (Mae und der Circle selbst); und die andere, die sich rigoros gegen alle technischen Fortschritte sträubt (Maes Exfreund Mercer). Dazwischen gibt es nichts - was nicht sehr nah an der Realität liegt, schließlich hat jede Sichtweise ihre Vor- und Nachteile. Nichtsdesto trotz denke ich, dass "Der Circle" ein wichtiges Werk ist, dass gerade in unserer heutigen Internet-fixierten Zeit möglichst viele Menschen lesen sollten, allein schon, um sich der Gefahren, die neuartige Technologien mit sich bringen könnten, bewusst zu werden. Schließlich darf man nicht vergessen, welche Macht die großen Internetkonzerne bereits heute haben und wie groß der digitale Fußabdruck heute schon ist, den wir dank Facebook, Twitter und allerlei Apps im World Wide Web hinterlassen. Ich bin in meiner Bewertung sehr zwischen 2 und 3 Schmöker-Raben hin- und hergerissen, empfehle aber jedem, der sich für "Den Circle" und diese Art von Zukunftsvisionen interessiert, sich ein eigenes Bild von Dave Eggers Werk zu machen - es eröffnet in jedem Fall eine neue Perspektive auf die Sicht von Google und Co.! Meine Wertung

    Mehr
  • 1984 reloaded

    Der Circle
    Ginevra

    Ginevra

    Irgendwann, in nicht allzu ferner Zukunft: ein gigantisches IT- Unternehmen namens "The Circle" hat etliche Soziale Netzwerke und Software-Anbieter aufgekauft und einen modernen Konzern geschaffen, der - auf den ersten Blick - seinen Mitarbeitern unglaubliche Vorteile bietet: Wohnen auf dem Campus, jeden Abend kostenlose Konzerte namhafter Künstler, beste Restaurants, inspirierende Weiterbildungen, medizinische Rundum- Versorgung, hohe Gehälter, rasche Aufstiegschancen.  Die junge Mae ist überglücklich, als sie durch ihre Freundin Annie einen heißbegehrten Job im "Circle" bekommt. Mit blindem Ehrgeiz schafft sie es rasch, unter die schnellsten und beliebtesten Mitarbeiter zu kommen - denn jeder Arbeitsvorgang wird kommentiert und geliked, jeder kennt und bewertet jeden. Die Anzahl der "Freunde", der Kommentare und Likes bestimmt immer stärker Maes Leben. Bald meldet sich Mae zu den ersten Freiwilligen, die "transparent" werden, d.h. die sich rund um die Uhr öffentlich überwachen lassen. Dadurch genießt sie die Aufmerksamkeit von Bailey, dem geistigen Mentor und Begründer der Firma, und Teil des Triumvirats, das den Circle leitet. Doch in ihrem früheren Umfeld erntet Mae heftige Kritik: ihre Eltern sind schockiert über die Veränderungen, ihr Ex-Freund kämpft darum, dass Mae umdenkt. Doch Mae ist davon überzeugt, was Bailey sagt: wenn der Circle sich schließt und alle Menschen Teil einer weltweiten, transparenten Kommunikationswolke sind, wird es keine Verbrechen und nichts Böses mehr geben...  Dave Eggers, geb. 1970, lebt als Schriftsteller in Nordkalifornien. Er gründete einen unabhängigen Verlag und war für seinen Roman "Ein Hologramm für den König" für den National Book Award nominiert, für "Zeitoun" erhielt er den American Book Award. Er gilt als Visionär, der sich auch kritisch mit gesellschaftlichen Trends auseinandersetzt. Mich hat die beklemmende, absolut detaillierte Beschreibung des Zukunftskonzerns sehr beeindruckt, auch Maes Einstieg in ihren Job und die Entwicklung zur Vorzeige-Mitarbeiterin fand ich total spannend. Ich hätte sie mir allerdings etwas kritischer gewünscht - die Kritik kommt fast nur von anderen Personen: von ihrem Ex-Freund und einem geheimnisvollen Unbekannten. Beide kommen aber gegen Baileys Charisma und seine fadenscheinigen Argumente nicht an - Maes Hunger nach Aufmerksamkeit und Anerkennung ist so immens, dass sie Gefahren gegenüber blind ist. Gerade das Zusammenwirken von Elementen wie Facebook, LinkedIn, Twitter, die Weiterentwicklung neuer Tools und die Eigendynamik, die sich im Verlauf des Romans entwickelt, finde ich einfach genial konstruiert.  Als Hörbuch konnte ich sehr gut folgen, es wird von dem bekannten Schauspieler und Sprecher Torben Kessler flüssig und mit angenehmer Stimme vorgelesen. Für mich beinhaltet dieses Buch einiges, was ich erst noch verdauen muss - obwohl ich mich mit dem Thema "Digitale Zukunft" schon oft beschäftigt habe, bin ich sehr ins Grübeln gekommen. Worauf steuert diese gesellschaftliche Entwicklung hin, wenn die Technologie in die falschen Hände gerät? Von mir 5 von 5 Sternen!

    Mehr
    • 2