Dave Eggers Ein Hologramm für den König

(32)

Lovelybooks Bewertung

  • 28 Bibliotheken
  • 2 Follower
  • 1 Leser
  • 10 Rezensionen
(6)
(13)
(10)
(3)
(0)

Inhaltsangabe zu „Ein Hologramm für den König“ von Dave Eggers

»Eggers macht aus Wirklichkeit Literatur.« Der Spiegel Alan Clay ist ein Mann der Old Economy, der nicht ganz ohne eigenes Zutun so gut wie ausrangiert ist und nun darum kämpft, die Studiengebühren seiner Tochter bezahlen und einen Rest seiner Würde bewahren zu können. Er hat noch eine Chance, um seiner Finanzlage und damit seinem Leben die entscheidende Wendung zu geben: Für eine amerikanische IT-Firma fliegt er mit einem Team von jungen Leuten nach Saudi-Arabien. Dort, wo mitten in der Wüste eine funkelnde Wirtschaftsmetropole entstehen soll, wollen sie dem saudischen König ihre hochentwickelte IT-Technik vorführen, mit der sie die Stadt versorgen möchten. In einem Zelt am Rande der riesigen Baustelle, aus der eines Tages die Stadt erwachsen soll, kämpfen sie nicht nur mit drückender Hitze und wackligem WiFi, sondern warten auf einen König, der einfach nicht kommt. Eggers Roman über einen Mann, den die Globalisierung an den Abgrund drängt, ist ein literarischer Messerwurf ins Herz unserer Zeit.
  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Ein Hologramm für den König

    Ein Hologramm für den König
    littleowl

    littleowl

    22. November 2016 um 06:26

    Meine Meinung Für mich war das hier der erste Roman von Dave Eggers, daher kann ich keinen Vergleich zu seinen anderen Werken ziehen. "Ein Hologramm für den König" ist mir beim Stöbern in der Bücherei ins Auge gefallen und, nachdem der Klappentext mein Interesse geweckt hatte, spontan auf die Leseliste gewandert. Was den Schreibstil des Autors angeht, bin ich ehrlich gesagt zwiegespalten. Einerseits liest sich der Roman schön schnell und flüssig weg, andererseits fand ich die extrem kurzen, schnörkellosen Sätze am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig. Ich bin nun mal jemand, der anschauliche, detaillierte Beschreibungen liebt und sie braucht, um in eine Geschichte einzutauchen. Nach ein paar Kapiteln hatte ich mich dann aber eingelesen und bin mit dem außergewöhnlichen Stil des Autors doch noch warm geworden. Besonders gut hat mir sein Sinn für schrägen Humor gefallen, wobei das hier eins dieser Bücher ist, bei denen man oft nicht weiß, ob man lachen oder weinen soll. Die Situation des Protagonisten ist ohne Zweifel tragisch: Alan ist ein von der Globalisierung abgehängter, in nur wenigen Jahren ist er von einem erfolgreichen Geschäftsmann zu einem Verzweifelten geworden. Der Auftrag in Saudi Arabien ist seine letzte Chance, um seine Schulden zu bezahlen und seiner Tochter ein weiteres Semester an ihrem Wunsch-College zu ermöglichen. Ich fand die ganze Geschichte viel bedrückender und deprimierender als ich gedacht hatte, daran kann auch Eggers Galgenhumor nichts ändern. Dass sich die Lage extrem negativ und aussichtslos darstellt, ist zweifelsohne auch Alan selbst zu verdanken. Spätestens nach 100 Seiten hatte ich Schwierigkeiten, noch Mitgefühl für einen Protagonisten aufzubringen, der sich dermaßen ausgiebig in Selbstmitleid suhlt. Alan ist tatsächlich in einer prekären Lage, aber irgendwann hatte ich einfach genug davon, mir anzuhören, wer ihm was angetan oder weggenommen hat. Und sich in einem Hotelzimmer zu betrinken war noch nie ein besonders erfolgversprechender Weg, Probleme zu lösen. Was "Ein Hologramm für den König" trotz wehleidigem Protagonisten zu einem interessanten Leseerlebnis gemacht hat, war vor allem der Schauplatz Saudi-Arabien. Ich fand es wirklich spannend, mehr über das Land und das Leben der Menschen dort zu erfahren. Unglaublich, wie viele Gegensätze diese Gesellschaft in sich vereint und wie sehr sich das, was sich hinter den Kulissen abspielt, von der Fassade unterscheidet. In diesem Teil der Welt ticken die Uhren eben ein bisschen anders, da wartet man schon mal ein paar Wochen, um für den König eine Präsentation halten zu dürfen. Fazit "Ein Hologramm für den König" war für mich leider ein eher mittelmäßiges Leseerlebnis, vor allem das ständige Selbstmitleid des Protagonisten hat mich nach einer Weile genervt.

    Mehr
  • Kreuzweg in der Wüste

    Ein Hologramm für den König
    Duffy

    Duffy

    29. July 2016 um 18:51

    Alan Clay wird von seiner Firma nach Saudi-Arabien geschickt, um dem König für eine neue Retortenstadt ein hochmodernes IT-System zu präsentieren. Nicht nur für die Firma ist es ein großer Deal, sondern für den 45jährigen Clay ebenso, denn er steht kurz vor dem Bankrott und am meisten stört ihn, dass die Collegeausbildung seiner Tochter auf dem Spiel steht. Doch in der Wüste läuft es nicht wie erwartet, der König kommt nicht und die Stadt steckt in den Anfängen und keiner weiß, ob sie weitergebaut wird. Inmitten dieser Wartezeit setzt sich Clay mit seinem Leben und dessen Kreuzwege auseinander. Es steht alles auf Messers Schneide.Eggers, dem gerade mit "De rCircle" ein internationaler Bestseller gelungen ist, hat sich in diesem Werk mit den Spitzfindigkeiten und Unbarmherzigkeiten der Globalisierung auseinandergesetzt, Was in der ersten Hälfte des Buches gut funktioniert, verflacht in der zweiten immer mehr, anstatt auf einen Endpunkt hinauszulaufen. Doch die Erwartungen des Lesers werden enttäuscht, der große Erkenntnisgewinn bleibt aus, die Liason mit einer saudischen Ärztin scheint ein wenig konstruiert und ist nicht ganz schlüssig und nimmt dem Roman einiges von seinem Hauptanliegen. Es trägt zwar zur Grundaussage bei, gibt dem Ganzen aber einen etwas unwahrscheinlichen Anstrich. Schade, man hätte sich mehr Konsequenz bei der Stoffverarbeitung gewünscht.

    Mehr
  • Geld regiert die Welt

    Ein Hologramm für den König
    Buchstabenliebhaberin

    Buchstabenliebhaberin

    Die Weltwirtschaft braucht immer weniger Menschen, immer mehr Arbeit erfolgt vollautomatisch. Produktionen werden in Billiglohnländer ausgelagert, der Konkurrenzkampf am Markt um die Kunden ist barbarisch. Globalisierung machts möglich, viele Manager rationalisieren sich im Wahn gleich selbst mit weg. So geht es auch Alan. Einst ein erfolgreicher Vertriebsspezialist, befindet er sich inzwischen auf einem steil absteigendem Ast. Dabei hat er selber aktiv mitgewirkt, an den Outsourcingaktivitäten amerikanischer Produktionen. Die Warnung seines Vaters, einem streitsamen Gewerkschaftler, schlug er leichtfertig in den Wind. Er hätte es besser wissen müssen - trotzdem versuchte er seinen Traum von hochwertigen Luxusfahrrädern zu realisieren. Und scheiterte kläglich. So sitzt er nun auf einem Berg Schulden, seine letzte Chance: Als Vertriebsexperte einem saudi-arabischen Scheich eine innovative IT-Anlage zu verkaufen, für ein riesiges Stadtprojekt, dass in der Wüste aus dem Boden gestampft werden soll. Doch das ganze Projekt steht auf äußerst wackligen Beinen, die Fertigstellung ist zweifelhaft. Der Druck auf Alan ist hoch, seine drei blutjungen Kollegen belächeln ihn mitleidig. Was ihm nicht entgeht. Alan ist abgelenkt, ein Lipom im Nacken, zu viel Alkohol, Sorgen um die Tochter, der Dauerstreit mit der anstrengenden Ex. Midlifecrises. Dass der amerikanische Marktführer einen gefährlichen chinesischen Konkurrenten hat, übersehen alle ... Dave Eggers kennt diese brutalen Global Player. Wie kein anderer beschreibt er, mit welche subtilen Mitteln die Chefs ihre Mitarbeiter unter Druck setzen, wie wenig Empathie in diesen Unternehmen vorherrscht, in denen außer Zahlen nichts zählt. In denen Menschen nur eine notwendiges Übel sind, die im Zweifelsfalle immer ersetzt werden können. Am besten durch "HR" in anderen Ländern, wo Arbeitsrecht keine Rolle spielt und das Lohnniveau am Boden dümpelt. Eine Arbeitswelt, die erbarmungslos die Schwachen und Alten aussortiert, die jung und dynamisch ist. Bis einer kommt, der noch billiger ist ... Nicht ganz so stark wie "The Circle", wobei das Thema nicht weniger wichtig und brisant ist. Was passiert mit einstmals erfolgreichen Mitarbeitern, deren Stärken plötzlich nicht mehr gefragt sind, weil der Arbeitsmarkt sich im Zuge der Globalisierung immer mehr, zum Nachteil der Mitarbeiter, verändert? Werden diese zur Zielscheibe, werden die abgeschoben, altes Eisen, dass keiner mehr braucht?! Ein wichtiges Buch über ein wichtiges Thema.

    Mehr
    • 5
    Buchstabenliebhaberin

    Buchstabenliebhaberin

    29. July 2015 um 09:46
  • Opfer der Globalisierung

    Ein Hologramm für den König
    fcbfrosch

    fcbfrosch

    Darum geht es Für den Amerikaner Alan Clay bietet das Millionenprojekt des saudischen Königs „KAEC“ (King Abdullah Economic City) die Möglichkeit, einen guten Abschluss zu erzielen. Alan ist Consultant und soll in der geplanten High-Tech-Stadt in Saudi-Arabien seinem Unternehmen den IT-Ausbau sichern. Als er sich mit einem kleinen Team junger Experten schließlich vor Ort einfindet, um die entscheidende Präsentation vor König Abdullah abzuhalten, ist von der Stadt noch nicht viel zu sehen. Während er auf die verzögerte und unsichere Ankunft des Königs wartet, zieht sein bisheriges Leben noch einmal vor seinem inneren Auge vorbei. Meine Meinung Alan Clay hat mit seinen 54 Jahren schon einen großen Teil seines Lebens erlebt. Er ist geschieden, hat eine Tochter, die studiert. Er hat verschiedene Unternehmungen in den Sand gesetzt und eine Menge Schulden. Trotz allem geht er voller Optimismus nach Saudi Arabien, hat sich für diesen Auftrag seiner Meinung nach auch optimal vorbereitet. Voller Neugierde und Vorfreude auf die King Abdullah Economic City, deren Entstehung für viele Jahre geplant ist, findet sich Alan in einem spärlichen Zelt ohne Klimaanlage oder WLAN wieder. Die Ankunft des Königs ist ungewiss, verschiebt sich jeden Tag, manchmal sogar um eine ganze Woche. So bleibt Alans Aufenthalt mit seinem jungen Expertenteam auf Dauer ungewiss. Nun ist die erste Eigenschaft, die ich an Alan kennenlerne ausgerechnet eine, die ich absolut furchtbar finde: Unpünktlichkeit. Er schafft nicht den Bus, den das Team gemeinsam zum Veranstaltungsort der Präsentation transportieren soll. So kommt er mit einiger Verspätung und einer neuen Bekanntschaft (Yousef, der Taxifahrer) vor Ort an. Auch wenn das am Ende egal ist, denn der König kommt an diesem Tag nicht, fällt mir Alan, mit dem ich eine ganze Weile verbringen soll, gleich negativ auf. Mit der Unpünktlichkeit ist es nicht getan. Während er sein Leben Revue passieren lässt – angestoßen von Gesprächen mit Yousef, der Bekanntschaft mit Hannah, die in der KAEC arbeitet, oder durch sein Geschwulst, was er in der Nähe seiner Wirbelsäule aufgespürt hat – zeigt sich, das Alan in seinem Leben durch eigenes Verschulden oder Pech, einige Dinge nicht auf die richtige Spur bringen konnte. So hat er dank der Globalisierung wichtige Aufträge verloren, ein Unternehmen in den Bankrott getrieben und durch seine eigene kleine Produktionsstätte einen Berg an Schulden angehäuft. Das Ende vom Lied: Er ist so hoch verschuldet, dass er kaum das nächste Semester seiner Tochter bezahlen kann. So gibt er sich während seines Aufenthalts im Wüstensand einiger Träume hin. In KAEC zu wohnen ist einer davon. Den Auftrag vom König zu bekommen ein anderer. Und während er vor sich hin sinniert, erzählt er einige Geschichten seines Lebens, die ich unfassbar halte. Einerseits, weil sie an sich von Übermut, Leichtsinnigkeit und Voreiligkeit gezeichnet sind – und das in Situationen, die stark mit verantwortungsbewusstem Handeln zusammenhängen. Andererseits weil ich stets das Gefühl habe, dass er aus seinen Fehlern, die ihn in seine jetzige Situation gebracht haben, nicht gelernt hat. Die Naivität mit der er in Saudi Arabien Erfolg zu glauben hofft, ist für mich unverständlich. Überhaupt ist mir seine ganze Person ein einziges Rätsel. Er betrachtet sich als Opfer der Globalisierung, als Opfer seines Geschwulstes und seines Lebens, anstatt seinen eigenen Anteil daran zu suchen. Er unterwirft sich bedauernd und bedauernswert seinen Krisen, anstatt sie aktiv anzupacken. Er ist ein Träumer, der auf der Nase gelandet ist und liegen bleibt. Zudem ändern sich seine Stimmungen von Hoch zu Tief, dass es eine wahre Freude ist. Plötzlich ist er hoffnungsfroh, fühlt sich aktiv und fit. In der nächsten Stunde verliert er jeglichen Lebensmut, sieht sich am Ende seiner Lebenstage angelangt. Irgendwo ist das wohl bei seinen Krisen begreifbar. Für mich jedoch auf Dauer kaum auszuhalten. Das Buch zeichnet wirklich nach, was die Globalisierung mit Menschen anrichten kann. Es kann in diesen Zeiten auch nicht jeder ein Held sein. Anpassung gehört dennoch zu den wichtigsten Eigenschaften, die Individuen durch die Evolution mitbekommen haben. Diese Anpassung fehlt Alan völlig. Statt auf den fahrenden Zug aufzuspringen, lässt er sich von ihm überfahren. Mein Fazit Ich hatte mir in der Tat von diesem Buch mehr erhofft. Womöglich hatte die Hauptfigur einen großen Anteil an meiner Enttäuschung. Das bedauernswerte und bemitleidenswerte Verhalten des Alan Clay, der in Saudi Arabien trotz aller Lebenskrisen den Geschäftsabschluss seines Lebens zu machen gedenkt, hat mich irritiert und angestrengt. Es ist ein Buch, bei dem man schon von Anfang an merkt, auf welches Ende es zusteuert. Nichts desto trotz führt es auf jeden Fall vor Augen, was Globalisierung alles mit dem Leben eines Menschen anstellen kann.

    Mehr
    • 2
  • einfach nur warten kann ziemlich unterhaltsam sein

    Ein Hologramm für den König
    dominona

    dominona

    28. October 2014 um 23:11

    Wie fühlt sich das an, wenn die Globalisierung einen Menschen abserviert? Niemand scheint Alan zu brauchen und jetzt sitzt er in Saudi Arabien und wartet mit einem Team junger Leute auf den König um Teil seiner Investitionen für eine neue Stadt zu werden. Nur weiß niemand, wann der König kommt und dann wäre da noch diese Geschwulst im Nacken und seine Tochter (auch im Nacken), die kann nämlich ihr Studium nicht fortsetzen, wenn er den Auftrag nicht an Land zieht. Alles wartet und nichts passiert – ist das die Zukunft?

    Mehr
  • Das lange, lange Warten auf den König...

    Ein Hologramm für den König
    Callso

    Callso

    11. October 2014 um 18:03

    Das Warten auf den König. Mitten in der Wüste, dort wo eine Vorzeigestadt entstehen soll. Er soll bald kommen, der König. Oder nicht? Oder doch? Vielleicht am nächsten Tag. Dave Eggers hat eine ulkige und unterhaltsame Story geschaffen. Alan Clay ist dabei ein Verlierer Typ mit leichtem Verkäufer-Charme. Wie er sein Leben, seine Liebeleien und das Leben in Saudi Arabien meistert, davon handelt dieser Roman. Dabei kommt das Buch auf den ersten 100 Seiten mit einer herrlichen Unaufgeregtheit daher. Viel Raum für nichts. Selten ist eine lange Wartezeit mit so viel Begeisterung ge- und beschrieben worden.  Schlicht und charmant. Schön und abstossend, der Roman bewegt sich mitten in der Wüste auf sicherem  Sand. Doch so ein wenig verfängt sich - in meinen Augen - die Story. Alan Clay lernt merkwürdige Menschen kennen, die ihn in verschiedenen Grenzsituation bringen. Es wird dramatischer und zugleich ein wenig unrealistischer... Der Schluss indes erfolgt abrupt und scheint etwas zusammengeschustert - gleichwohl dank einer fabelhaften Story ein höchst unterhaltsamer Roman. Man darf auf die Verfilmung gespannt sein...  

    Mehr
  • Eggers – EIN HOLOGRAMM FÜR DEN KÖNIG

    Ein Hologramm für den König
    Haeddl

    Haeddl

    31. March 2014 um 15:44

    In EIN HOLOGRAMM FÜR DEN KÖNIG geht es um einen alternden IT-Fachmann, der für die im Bau befindliche King Abdullah Economic City (KAEC – das saudische Pendant zu Dubai) auf den Abschluss eines Vertrages hofft, der seiner Firma den Auftrag erteilt, die Stadt in Zukunft mit Informationstechnik zu versorgen. Damit wäre die Firma finanziell abgesichert, und er selbst vor dem Bankrott gerettet. Während er mit seinem Team (alle zwanzig, dreißig Jahre jünger) wochenlang in der sengenden Hitze der Saudischen Wüste auf den König wartet, wird er nach und nach von Tatenlosigkeit und Langeweile zermürbt und flieht mit einem Taxifahrer ins arabische Hinterland. Ziemlich nüchtern das Ganze, an manchen Stellen hätte ich mir ein bisschen mehr Pfeffer gewünscht. Zwischendurch aber gute, fast weise Sätze über Gott und die Welt. Alles in Allem gute Unterhaltung, aber kein großer Wurf – 4 Sterne.

    Mehr
  • 'Los Angeles mit Burkas'

    Ein Hologramm für den König
    sabatayn76

    sabatayn76

    30. November 2013 um 20:21

    Inhalt: Alan Clay ist gescheitert: als Ehemann und als Vater, finanziell und beruflich. Nun versucht er sein Glück in Saudi-Arabien und soll dem saudischen König Abdullah eine neue IT-Technik, ein Hologramm, präsentieren. Hierfür fährt Alan tagtäglich in die Wüste, um in King Abdullah Economic City (KAEC) den König zu treffen und seiner Arbeit nachzugehen. Doch die Stadt existiert bisher nur auf dem Reißbrett, lediglich drei Gebäude wurden gebaut, der König ist ständig abwesend, und Alans primärer Ansprechpartner lässt sich verleugnen. Alan verbringt seine Zeit wartend und hofft von einem Tag zum anderen, dass sich an der Situation in KAEC etwas ändert. Mein Eindruck: Ich habe bereits 'Weit Gegangen' und 'Zeitoun' mit großer Begeisterung gelesen und war deshalb sehr gespannt auf 'Ein Hologramm für den König', zumal ich mich sehr für die arabische Welt interessiere. Leider fand ich 'Ein Hologramm für den König' eher enttäuschend. Der Roman liest sich durch die kurzen Sätze und den fast telegrammartigen Stil sehr schnell, obwohl ich das Buch sprachlich oft als abgehackt und etwas hölzern empfand. Auch inhaltlich konnte mich 'Ein Hologramm für den König' nicht recht begeistern. Immer wieder gab es Passagen, die ich zu weitläufig, uninteressant und unnötig fand. Alles in allem hatte ich den Eindruck, dass 'Ein Hologramm für den König' sehr ziellos und planlos war, wie eine Aneinanderreihung von Episoden, die jedoch kein komplexes und konsistentes Ganzes ergeben. Das Ende hat mich zudem etwas ratlos zurückgelassen: Wozu das Ganze? Was wollte mir der Autor sagen? Wieso wurden manche Dinge extrem ausgewalzt (z.B. das Lipom), während andere Dinge fast im Sande verliefen (z.B. die Konflikte / Probleme im Privatleben, Personen, die im Buch eine Rolle spielten und dann einfach abtauchten)? Mein Resümee: Obwohl ich Dave Eggers bisher sehr gern gelesen habe und seine beiden anderen Bücher vorbehaltlos empfehlen kann, muss ich leider sagen, dass 'Ein Hologramm für den König' kein Buch ist, das man lesen muss, und kein Buch ist, das ich empfehlen kann.

    Mehr
  • Buchempfehlungen: Jeden Monat, eine Buchempfehlung der anderen lesen - Abstimmung für November 2013

    Kanjuga

    Kanjuga

    Hallo Ihr Lieben, ihr wolltet es nicht anders, deswegen bin ich weiterhin eure Themeneröffnerin *freu* Worum geht es hier eigentlich? Nun, bestimmt kennt das jeder von euch: man steht vor seinem SuB (Stapel ungelesener Bücher, wahlweise auch Regal oder Berg ^^ ) und weiß einfach nicht, welches Buch man als nächstes lesen soll. Wir wollen uns bei diesem Problem gegenseitig helfen ;o) Die Idee: Jeder Teilnehmer nennt hier  maximal 10 Bücher, die er sich eventuell vorstellen könnte, im nächsten Monat zu lesen. Alle anderen Teilnehmer stimmen ab und wählen jeweils den Favoriten aus den bis zu 10 vorgeschlagenen Büchern aus. Das am häufigsten vorgeschlagene Buch wird dann versucht zu lesen. Gern aber natürlich auch mehr! Bitte schreibt einen Hauptbeitrag, in dem ihr die Bücher anhängt, die ihr zur Wahl stellen möchtet und schreibt hierin auch für jeden der anderen Teilnehmer eure Buchempfehlung rein. Als Vorlage könnt ihr euch einen der bereits vorhandenen Beiträge nehmen. Wer bisher noch nicht mitgemacht hat, kann natürlich jederzeit einsteigen (gerne auch "kurz vor knapp") - wir freuen uns immer über neue Gesichter. Und wer nur abstimmen möchte, darf das auch sehr gern tun :-) Die Teilnehmer trage ich immer hier im Startbeitrag in einer Liste ein und verlinke den jeweiligen Hauptbeitrag. Damit es übersichtlich bleibt, wird für jeden Monat ein neues Thema gestartet. Man kann sich also jeden Monat aufs neue überlegen, ob man mitmachen möchte oder nicht. Und es ist ja auch nicht schlimm, wenn es mit dem Buch dann doch nicht klappt. Wenn ihr dabei sein wollt, schreibt einfach hier einen Kommentar. Ihr könnt dort direkt schon eure 10 Bücher anhängen. Bei diesem Thema geht es um ein Buch, das dann im November 2013 gelesen werden sollte. Das Buch, das am 31. Oktober 23:59 Uhr die meisten Stimmen hat, sollte also DAS Buch für den November sein. Schön fände ich, wenn jeder am Ende des Monats berichtet, ob es mit dem Buch geklappt hat und wie es gefallen hat! Bei Fragen, einfach hier melden! Teilnehmer: SteffiFeffi Kanjuga Lizz LadySamira091062 Bluebell2004 Sommerleser Sunny Rose Lese-Krissi mamenu Lesewutz Mikki 78sunny Lilasan Nymphe Ajana LibriHolly Carina2302 somaya niob Daniliesing Si-Ne LaDragonia synic Bücher booklover_42 (nur abgestimmt) chatty68 Hier lang gehts zur Dezemberrunde!

    Mehr
    • 287
  • Rezension zu "Ein Hologramm für den König" von Dave Eggers

    Ein Hologramm für den König
    goldfisch

    goldfisch

    14. February 2013 um 16:01

    Alan Clay ist ein amerikanischer Geschäftsmann, der einen Berg voller Schulden hat und sein Leben eigentlich nicht mehr so richtig im Griff hat.Dabei hatte er so gute Ideen. Fahrräder bauen,die richtig lange halten und günstig in China produziert werden.Dafür erntet er seit Jahren den Zorn seines Vaters, einem ehemaligen,überzeugten Gewerkschaftler.Doch nun wird,trotz Wirtschaftskrisen,alles gut.Allan ist in Dschidda, wo der König eine neue Stadt in am Meer plant.Alan kennt den Cousin des Königs und soll für seinen Arbeitgeber dort moderne Technik verkaufen. Die Zustände sind chaotisch. Es gibt kein Internet, die Hitze brennt und der König lässt auf sich warten.Alan wird von Zweifeln geplagt und ist trotzdem neugierig auf diese fremde Kultur. Dabei begibt er sich oft in brenzlige Situationen.Man kann beim Lesen Mitleid mit Alan haben und über ihn lachen. Manchmal bleibt ein Kloß im Hals zurück, denn die Hoffnung auf einen Auftrag, der Alan retten kann, schwindet mehr und mehr.Ein eindrucksvolles Buch, welches einen kritischen Blick auf die Globalisierung wirft und uns Einblicke in die Seele eines gescheiterten Menschen gibt.Nebenbei lernt man auch noch einiges über das Leben und die Menschen in Saudi Arabien.

    Mehr
  • Rezension zu "Ein Hologramm für den König" von Dave Eggers

    Ein Hologramm für den König
    Clari

    Clari

    06. February 2013 um 20:06

    Neue Technologien und ihre Auswirkungen auf unser Leben. Dem armen Alan Clay geht es schlecht. Ihn drücken Schulden, und er muss die Studiengebühren für seine Tochter aufbringen. Jetzt ist er 54 Jahre alt, geschieden und beruflich am Ende. Da ereilt ihn ein Auftrag, von dem er sich viel verspricht. Er soll für eine entstehende Stadt in der saudischen Wüste ein IT Zentrum erbauen. So reist er dort hin und muss feststellen, dass seine Leute in einem Zelt untergebracht sind. Es gibt keine ordentlichen technischen Verbindungen und der König, dem sie ihr Programm vorstellen sollen, lässt sich nicht blicken. Traurig, melancholisch und recht hoffnungslos sieht Alan seine Chancen für eine positive berufliche Entwicklung schwinden. Man stelle sich die Hitze und die Sandwüste vor, die sicher für Abenteuerreisende ihren Reiz haben mögen; doch die beruflichen Vorstellungen über ein Hightechzentrum in dieser öden, trockenen Gegend sind absolut gering einzuschätzen. In einem Zustand rechter Verzweiflung schaut ihn ein Kollege an, wie er meint, dass seine Tochter ihn anschauen würde, wenn er alt und klapprig sein wird... „ ...mit dem Blick auf einen Menschen, der mehr Last als Segen war, mehr Schaden als Nutzen, irrelevant und überflüssig für den Fortgang der Welt.“S.84 Doch noch kämpft Alan um seinen Erfolg und muss so allerhand Abenteuer und Liebesannäherungen, nicht nur zu seiner Freude, durchstehen. Dass er am Ende einen traurigen Helden gibt zeigt einmal mehr, wie sich persönliche Lebensgeschichten immer auch im Kontext von Wahrheit und Fiktion abspielen. Dave Eggers kennt sich aus in neuen Technologien mit rabiaten Wirtschaftsmethoden und zeigt uns, wie unter der Willkür wie auch immer gearteter Potentaten alle jene ausgebootet werden, die mit der Preisentwicklung heutiger Niedriglohnländer nicht mithalten können. Dave Eggers ist ein begnadeter Erzähler, der Realität mit Fantasie kombiniert und uns auf diese Weise vermittelt, wie die heutige Arbeits - und Wirtschaftswelt funktioniert. Wie in seinen früheren Romanen erleben wir erneut seine Fähigkeit, gesellschaftlich relevante Themen zu spannenden Romanen zu entwickeln. Sehr lesenswert!

    Mehr