Dave Eggers Zeitoun

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Inhaltsangabe zu „Zeitoun“ von Dave Eggers

»›Zeitoun‹ gehört zum Interessan testen, Packendsten und Aufregendsten, das man gerade lesen kann.« FAZ Dave Eggers erzählt in seiner vielfach ausgezeichneten literarischen Reportage die Geschichte der amerikanisch-syrischen FamilieZeitoun, die nach dem Hurrikan Katrina unschuldig ins Visier der amerikanischen Terrorismusfahnder gerät. Nachdem Hurrikan Katrina im August 2005 New Orleans verwüstet hat, schickt der Familienvater Abdulrahman Zeitoun seine Frau und die vier Kinder nach Arizona und bleibt selbst in der Stadt. Mit seinem Kanu fährt er durch die überfluteten Straßen und hilft, wo er kann – bis er am 6. September ohne Angabe von Gründen verhaftet und unter unmenschlichen Bedingungen festgehalten wird. Erst nach langen Wochen erreicht die Familie ein Lebenszeichen, und sie beginnt, um Zeitouns Freilassung zu kämpfen.Drei Jahre hat Dave Eggers in enger Zusammenarbeit mit der Familie Zeitoun an diesem Buch gearbeitet und herausgekommen ist »ein grandioser Reportage-Roman« (SZ). »Dave Eggers hat den Job des Schriftstellers brillant gemacht, er hat ihn in gewisser Weise für unsere Zeit neu erfunden.« (Spiegel Online) »Eine überwältigende literarische Reportage« (Frankfurter Allgemeine Zeitung) »Ein großartiger Tatsachenroman, der ein unglaubliches Heldendrama aus dem überschwemmten New Orleans erzählt.« (Süddeutsche Zeitung)

Erschütternd

— Beust
Beust

Eine wahre und erschütternde Geschichte über Hurrikan Katrina und das Versagen des (Rechts-)Staats.

— Gulan
Gulan

Erschreckender Augenzeugenbericht!

— Buchwaerterin
Buchwaerterin

Eine unglaubliche Geschichte!

— smayrhofer
smayrhofer

Stöbern in Romane

Heimkehren

Intensiver Roman, der eine Familie über mehrere Generationen hinweg verfolgt

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  • Über die Inkompetenz der Staatsgewalt

    Zeitoun
    Duffy

    Duffy

    20. September 2016 um 10:32

    Dave Eggers hat mit seinem letzten Buch "The Circle" weltweit einen Bestseller gelandet, aber sein Meisterwerk hat er schon mit "Zeitoun" abgeliefert. Mit diesem Roman wurde das Genre des Tatsachenromans um ein Werk bereichert, das alle Ingredienzen hat, um übergreifend die Leserschaft zu begeistern.Es handelt sich um die Geschichte der Familie Zeitoun und das Leiden des Vaters und eingewanderten Syrers Abduhlraman vor und nach dem Wirbelsturm Katrina in New Orleans. Ausführlich und sorgfältig recherchiert und unter Mithilfe der gesamten Familie berichtet es vom Martyrium des Aduhlraman, der die Stadt während des Hurrikans nicht verlässt, seine Familie in Sicherheit weiß, auf seinen Besitz aufpasst und hilft, wo er nur kann. Als verdächtige Person mit islamischen Background wird er plötzlich verhaftet und unter menschenunwürdigen Bedingungen festgehalten und misshandelt. So wie ihm ergeht es Hunderten von in der Stadt Verbliebenen, die ohne Grund, ohne rechtlichen Beistand, richterliche Verfügung oder Anhörung und Anklageerhebung in "Gewahrsam" genommen werden. Es beginnt ein nervenaufreibender Kampf der Familie um die Freilassung von Zeitoun.So einen Plot könnte man gar nicht erfinden und die Tatsache, dass es sich hier um eine wahre Begebenheit handelt, lässt verzweifelte Wut und Ohnmacht aufkommen. Das also ist jederzeit möglich in den USA und es kommt einem bekannt vor, so und nicht anders spielt sich heute noch das Drama von Guantanamo ab. Die Staatsmacht als Vergewaltiger aller menschlichen Grundrechte.Eggers muss sich nicht besonders um Spannung bemühen, die liegt in der Natur der Sache und der Kampf gegen Bürokratie und Missbrauch der Gesetze kann so auch überall in der sogenannten "freien Welt" stattfinden. Auch in diesem Land, wer hätte nicht schon einmal Bekanntschaft mit den trägen Mühlen des Gesetzes gemacht?Doch im vorliegenden Buch geht es um mehr. es geht auch um den Kampf, an dieser Willkür nicht individuell zu zerbrechen. Da dürfte Zeitoun eher der Einzelfall sein, ein Einschnitt im Leben des Einzelnen von diesem Ausmaß ist kaum ohne langfristige Schäden zu ertragen. Aber auch in der Familie hinterlässt diese Zeit ihre Auswirkungen.Dave Eggers kann man nur danken, dass er diese Schilderung des Falles gewählt hat, denn so erreicht er eine größere Öffentlichkeit als es eine gewöhnliche Dokumentation geschafft hätte. So beklemmend dieses Buch auch ist, so großartig ist seine schriftstellerische Leistung. Und seine Motivation. Denn sämtliche Erlöse dieses Buches gehen an eine Stiftung, die sich um den Aufbau von New Orleans unter sozialen Gesichtspunkten kümmert. Die einzelnen Hilfsorganisationen sind im Anhang mit ihren Funktionen genannt. Transparent und für jeden nachvollziehbar. So umfassend kann ein literarisches Projekt sein. Nicht nur inhaltlich eine großartige Angelegenheit, sondern auch ein Beweis dafür, was das geschriebene Wort alles bewegen kann.

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  • Zeitoun: die Katastrophe nach der Katastrophe #lblc2015 #Englisch-Lesechallenge

    Zeitoun
    Buchwaerterin

    Buchwaerterin

    12. March 2015 um 17:59

    Wie ihr wisst bin ich im letzten Jahr leider nicht so viel zum Lesen gekommen wie ich gerne wollte. Deshalb muss ich all die tollen Bücher, die ich zwar gekauft aber dann nicht gelesen habe jetzt “abarbeiten”. Als ob mir Lesen keine Freude machen würde und schwerst Arbeit wäre ; ) Nach "Sleepy Kittens" geht es jetzt also mit einem erwachseneren und vor allem ernsteren Buch weiter. “Zeitoun” von Dave Eggers erzählt nämlich eine Geschichte die so erschreckend ist, dass man sich wünscht das sie nicht wahr ist. Doch sie ist leider wahr. Dave Eggers veröffentlicht mit diesem Buch eine literarische Reportage, die Geschichte der amerikanisch-syrischen Familie Zeitoun, die nach dem Hurrikan Katrina unschuldig ins Visier der amerikanischen Terrorismusfahnder gerät. Nachdem Hurrikan Katrina im August 2005 New Orleans verwüstet hat, schickt der Familienvater Abdulrahman Zeitoun seine Frau und die vier Kinder nach Arizona und bleibt selbst in der Stadt um zu Helfen. Mit seinem Kanu fährt er durch die überfluteten Straßen und hilft, wo er kann. Er rettet eingesperrte Haustiere, hilft eingesperrten Nachbarn und meldet sich regelmäßig bei seiner Familie. Bis er am 6. September ohne Angabe von Gründen verhaftet und unter unmenschlichen Bedingungen festgehalten wird, weil er ins Raster passt: falsche Hautfarbe und Ethnie und Immigrant… Erst nach Wochen und mit Hilfe aussentshender erreicht die Familie ein Lebenszeichen und sie beginnt um Zeitouns Freilassung zu kämpfen. Ich kann Euch wirklich nur raten das buch zu lesen, denn es ist sehr gut geschrieben und vor allem durch seinen “normalen Sprachgebrauch” verständlich. Dave Eggers schafft es uns die Geschichte der Familie Zeitoun so eindringlich und überzeugend näher zu bringen, dass man sich irgendwann wünscht, dass es sich nicht um die Geschichte eines realen Ereignisses sondern um eine fiktive Story handelt. Doch “Zeitoun” ist keine dieser urbanen Legenden, sondern erzählt die traurige Wahrheit und führt dem Leser so vor Augen wie es in der heutigen USA immer noch zugeht. Eure Buchwärterin.

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  • Amerikanische Vorurteile gengen islamische Bürger

    Zeitoun
    UteSeiberth

    UteSeiberth

    25. March 2014 um 11:19

    Der Autor Dave Eggers setzt in diesem Reportage-Roman einer eingewanderten syrischen Familie in Amerika ein Denkmal, in dem er die Schikanen für die Familie während des Hurrikans "Katrina" in New Orleans beschreibt. Zeitoun ist  aus Syrien eingewandert , ein praktizierender Muslim und ein vielseitiger Handwerker,der sich bald einen recht angesehenen Handwerksbetrieb aufgebaut hat.Während des Hurrikans 2005 schickt Zeitoun Frau und Kinder zu Verwandten und er versucht, die Schäden des Hurrikans zu beobachten und von Fall zu Fall Leuten zu helfen,die nicht rechtzeitg weggekommen sind.Ich finde es auch sehr sympathisch, dass er sich um die zurückgelassenen Hunde gekümmert und sie gefüttert hat.Er wird mit 3 Freunden plötzlich festgenommen,weil die Polizeit vermutet, sie hätten einen Einbruch begangen.Da aber Polizei und Gerichtsbarkeit zusammengebrochen sind,müssen sie in ein schreckliches Gefangenlager das an Guantanamo erinnert.Da er auch als Muslim nach 9/11  in Terrorverdacht kommt,verschlimmert sich seine Lage.Bis seine Frau dann endlich benachrichtigt wird und etwas unternehmen kann,vergeht viel Zeit. Die Schilderungen dieser Lagerhaft können einem an die Nieren gehen,aber es ist wichtig zu zeigen, was in turbulenten Zeiten Vorurteile gegen muslimische Mitbürger anrichten können.Man hält das in dem aufgeklärten Amerika eigentlich für unmöglich.

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  • homo homini lupus

    Zeitoun
    wandablue

    wandablue

    27. September 2013 um 22:13

    Ein Fels in der Brandung ist Abdulrahman Zeitoun für seine Familie und seine Nachbarn, besonders als Hurrikan Katrina die Stadt heimsucht. Zeitoun glaubt, Gott habe ihn dazu bestimmt, in dieser Situation nicht nur an sich zu denken: so bleibt er in der Stadt und hilft, wo er kann. Seine Ehefrau Kathy ist ausser sich vor Sorge, als er sich eines Tages nicht mehr meldet. Zu Recht, denn die sogenannte Obrigkeit hat ihn und andere Unschuldige ohne Grund weggesperrt und als aktiver Muslim hat Zeitoun nach 9/11 per se schlechte Karten. Die Armee errichtet auf dem Gelände der Überlandbus Gesellschaft Greyhound das Greyhound-Camp, ein grausames Guantánamo. Zuerst ist Zeitoun trotz allem zuversichtlich, doch allmählich kommen ihm Zweifel, ob er hier je wieder lebend wegkommt: denn niemand weiss, wo er ist. Die Vorgeschichte läßt sich leicht lesen, Adulrahmans Kindheit bei seiner Familie in Syrien, wie und weshalb er in die Staaten kommt und die konvertierte Kathy kennenlernt, heiratet, mit ihr eine Familie gründet und eine Fima aufbaut. Als die Flut kommt behauptet sich Zeitoun, sein Glaube hilft ihm ruhig und besonnen zu handeln. In diesem Teil des Buches herrscht Erzählcharakter vor, die Sätze sind lang, es ist beschaulich. Anders wird es als Zeitoun in in die Fänge der Staatgewalt gerät. Die Sätze sind nun knapper, wortkarg, reportageähnlicher. Und die Willkür der jedermann jederzeit ausgeliefert ist, wenn es „der Zufall“ so will, die sinnlose Gewalt und Unmenschlichkeit ist kaum zu ertragen, widerwillig blättere ich um, jeden Tag ein Dutzend Seiten und brauche ewig für das letzte Drittel. Wie widerwärtig das ist. Und wie widerwärtig, dass es eine wahre Begebenheit ist! Wie kann dieses Buch gewertet werden? Es ist gut geschrieben, manchmal ist es zäh, der Materie entsprechend, z.B. wenn geschildert wird, wie oft Kathy versucht ihren Mann zu erreichen und wenn sie verzweifelt ist, ist auch der Leser verzweifelt, weil der Autor es nicht erspart, jeden! Anruf zu erwähnen. Sie ruft an, es klingelt, sie ruft an ... Berechtigt auch das Anliegen, publik zu machen, wie häufig Muslime Anfeindungen und Übergriffen ausgesetzt sind, sobald ein Ausnahmezustand die Gesellschaft erschüttert. Doch im ersten Teil, als Kathy konvertiert, habe ich eine gerechte Auseinandersetzung mit dem christlichen Glauben vermisst. Hier positioniert sich das Buch sehr einseitig. Fazit: Eine nicht leicht zu schluckende Lektion in Sachen Willkür, Staatsmacht und Obrigkeit. Ich hoffe vage, dass Greyhound-Camp nicht überall sein könnte, aber sicher bin ich da nicht.

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  • Rezension zu "Zeitoun" von Dave Eggers

    Zeitoun
    sabatayn76

    sabatayn76

    12. July 2012 um 20:52

    'Die Schande würde ihn niemals loslassen.' Inhalt: Dave Eggers erzählt in 'Zeitoun' von einer muslimischen Familie, die im Jahre 2005 in New Orleans lebt und deren Leben durch den Hurrikan Katrina aus den Fugen gerät. Während die Ehefrau Kathy die Stadt mit ihren Kindern verlässt, hält der Familienvater Abdulrahman Zeitoun die Stellung, kümmert sich um Haus, Firma und diverse Mietshäuser, versorgt Menschen und Hunde in Not. Doch dann wird er verhaftet und ist sich eigentlich keines Verbrechens bewusst. Mein Eindruck: Bereits der Einstieg ins Buch ist hervorragend gelungen, der Leser erhält detaillierte Informationen über die Familie Zeitoun, ohne mit unnötigen Beschreibungen überladen zu werden, und die Protagonisten wachsen dem Leser sofort ans Herz. Zudem wird auf wenigen Seiten eine enorme Spannung aufgebaut, so dass man gar nicht anders kann, als immer weiter zu lesen. Auch sprachlich ist das Buch sehr empfehlenswert, zwar anspruchsvoll, jedoch stets flüssig lesbar. Sehr schön und spannend fand ich auch die Beleuchtung politischer Hintergründe und der weitreichenden Folgen des Hurrikans. Mein Resümee: Überzeugend, erschreckend, berührend. Eine absolute Leseempfehlung!

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  • Rezension zu "Zeitoun" von Dave Eggers

    Zeitoun
    sevda

    sevda

    25. December 2011 um 14:49

    Dies ist die Geschichte einer muslimischen Familie, die in den Vereinigten Staaten lebt. Es ist die Geschichte einer multikulturellen Ehe, die Geschichte der Migration, der Hoffnung und der Sehnsucht nach der Heimat! Dave Eggers gelingt es ein weiteres Mal, die Realität mit Worten einzufangen, dass man als Leserin das Gefühl hatte ganz nah dabei zu sein. Es gelingt ihm auch den Islam und das Leben mit ihm in einem Umfeld, in welchem es keine Selbstverständlichkeit ist, darzulegen. Die Religion und das Leben mit ihr so zu schildern ohne aufdringlich zu wirken. Die an den richtigen Stellen wiedergegebenen Koranverse runden dieses Gefühl noch weiter ab. Als Muslima habe ich nicht selten mit einem Lächeln weitergelesen, weil die Worte des Koran alles kurz und treffend formulierten, was der Autor in diesem Moment sagen wollte! Aber es ist auch die Geschichte einer Ohnmacht, einer Lähmung! Von Verrat und Enttäuschung! Auch ich frage mich nach der Lektüre dieses Buches wie die Frau des Protagonisten: Ist das alles wirklich geschehen? Ist das in den Vereinigten Staaten geschehen? In einem Land in dem die Menschen sich nicht selten damit rühmen im Land der Freiheiten zu leben.. In einem Land, dass sich rühmt für die Rechte anderer einzustehen, ohne dabei in ihre eigenen Reihen innerhalb ihrer eigenen Grenzen zu schauen???...So viele Dinge hätten getan werden können. So viele Menschen ließen es geschehen. Und noch erschreckender ist die Tatsache, dass diese Ereignisse immer noch da Draußen geschehen.... dass genau in diesem Moment zahlreiche Ungerechtigkeiten in einer so „Glänzenden“ Welt geschehen. Hinter einem Schleier der Blindheit! Dabei ist meist nur ein Mensch erforderlich, eine kleine Tat, um vor der Dunkelheit ins Licht zu treten. An zahlreichen Passagen der Lektüre dieses Buches habe ich mich gefragt, wieso tue ich mir das an? Wieso lese ich Dinge die mich so erschüttern? Aber im nächsten Augenblick habe ich mir diese Fragen auch schon beantwortet. Weil ich nicht wegschauen möchte!... Weil ich mich wenigstens durch die Kenntnisnahme des Leidens dieser Menschen nicht vor Ihrer Geschichte verschließen möchte. Nein! Dieses Buch sollte jeder lesen. Lesen und erzählen und wahrnehmen! Zumindest jeder, der die Wahrheit erträgt! Ich möchte an diese Stelle dem @kiwiverlag danken. Zum einen, weil sie ein Sprachrohr für das Leiden und Erlebnisse der Familie Zeitoun sind und zum Anderen dafür, dass sie uns Leserinnen die Gelegenheit geben, darüber zu schreiben! Danke!

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  • Rezension zu "Zeitoun" von Dave Eggers

    Zeitoun
    Clari

    Clari

    06. August 2011 um 19:59

    Chaos und Apokalypse! Zahlreiche Leser werden sich noch des blindwütigen Hurrikans mit Namen Katrina erinnern, der 2005 ganz New Orleans zerstörte. Er brachte Chaos und Untergang für viele Bewohner dieser schönen Stadt im Süden der Vereinigten Staaten. Unvorstellbar aber ist die Geschichte, die Dave Eggers nach einer wahren Begebenheit verfasst hat. Sie handelt von der Familie Zeitoun, die als wohlbestallte Handwerker ein ordentliches und auskömmliches Leben in der Stadt am Mississippi führte. Als sich die ersten Nachrichten über den anrollenden Hurrikan mehren, beschließt die junge Mutter Kathy mit ihren vier Kindern die Stadt zu verlassen und bei Verwandten in Phönix/ Arizona Unterkunft zu suchen. Die Familie Zeitouns ist groß, und einmal mehr lernt man den Zusammenhalt einer Großfamilie mit arabischen Wurzeln kennen. Der Familienvater selbst bleibt in der Stadt, um eigene Immobilien und den gut gehenden Malerbetrieb zu schützen. Auch kann er sich nicht vorstellen, wie groß das Unheil sein wird, das auf ihn zukommt. Vor Jahren ist Zeitoun aus Syrien nach Amerika eingewandert. Als tüchtiger, solider, und zuverlässiger Arbeiter ist er überall anerkannt. An seiner Frau Kathy hängt er in rührender Treue und bildet eine kameradschaftliche Arbeitsgemeinschaft mit ihr, die aus innerer Überzeugung zum Islamischen Glauben übergetreten ist. In spannendem Ton und mit realistischen Bildern schildert Dave Eggers, wie es Zeitoun inzwischen ergeht, und was er in der Zeit seines Alleinseins in der Stadt erlebt. Nachdem die Stadt total verwüstet ist, paddelt Zeitoun mit einem kleinen Kanu herum und hilft hier und da bei geschädigten Bürgern aus. Eines Tages und sehr unerwartet wird er aus seinem Haus heraus verhaftet und in ein berüchtigtes Gefangenenlager gebracht. Anfänglich noch überzeugt, dass es sich nur um einen Irrtum handeln kann, erfährt er sehr bald, dass auch Recht und Ordnung im allgemeinen Chaos untergegangen sind. Dave Eggers hat einen packenden und wahrheitsgetreuen Bericht über die Erfahrungen Zeitouns geschrieben. Neben den eindrucksvollen Bildern der zerstörten Stadt bekommt man eine Vorstellung von der Gewalt der heranrollenden Flut- und Sturmwelle, die zuletzt fast alles mit sich reißt und unter sich begräbt. Was aber Zeitoun als Gefangener erlebt, das belegt den Zustand einer Zivilisation, in der Vorurteile und Rechtlosigkeit zuweilen ganz und gar überhand nehmen können! Unbeschreiblich ist das Leid der Familie, und unbeschreiblich ist die Ungerechtigkeit, mit der Bürger arabischer Herkunft seit den Terrorangriffen auf das WTC mit schnellen vorab Verurteilungen in die Mühlen der Justiz geraten können. Unweigerlich teilt man die Wut, Angst, Not und die Gefühle der Ohnmacht aller zu Unrecht Misshandelten. Dave Eggers Verdienst ist es, die Schande dieser Verfolgungen aufgedeckt zu haben. Man kann den Bericht nicht aus der Hand legen, so spannend und eindringlich sind seine Schilderungen. Im Nachtrag werden zahlreiche soziale Hilfsorganisationen aufgeführt, die sich in Amerika als Korrektiv zum allgemeinen Recht gebildet haben. Rühmenswerter Weise gehen die Einnahmen aus dem Buch von Dave Eggers an eine Zeitoun Foundation, die sich dem Aufbau von New Orleans verschrieben hat und sich für die Achtung der Menschenrechte weltweit einsetzt.

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