Bereits im ersten Kapitel von Der Zauber der Wirklichkeit schildert Dawkins die Entdeckung der DNA-Doppelhelix so, dass James Watson und Francis Crick zunächst das Modell theoretisch entwickelten und Rosalind Franklins Röntgenbeugungsbilder erst anschließend dessen Vorhersagen bestätigten. Tatsächlich lieferten Franklins experimentelle Arbeiten die entscheidenden Daten, auf deren Grundlage Watson und Crick ihr Modell überhaupt entwickeln konnten. Dawkins’ Darstellung kehrt Ursache und Wirkung um und trägt damit zur Fortführung des Mythos bei, der Franklins zentrale Rolle in der Entdeckung der DNA-Struktur ausblendet. Ein Buch, das bereits in seinen ersten Seiten eine solch fundamentale Geschichtsfälschung wiederholt, verliert für mich jede Grundlage an Glaubwürdigkeit – ich habe es daraufhin sofort weggelegt.
Dave McKean
Lebenslauf
Quelle: Verlag / vlb
Alle Bücher von Dave McKean
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Tyger
Der Zauber der Wirklichkeit
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Der Zauber der Wirklichkeit
Ist das ein Kochbuch?
Neue Rezensionen zu Dave McKean
Worum geht’s?
Adam lebt mit seiner Familie in einem alternativen London, dessen Trennung zwischen Ober- und Unterschicht einen deutlichen Schnitt durch die Gesellschaft zieht. Nur mühsam kann sich die Familie über Wasser halten, auch wenn Adam als Botenjunge Tag für Tag sein Leben aufs Spiel setzt. Als er dabei in Gefahr gerät, kommt ihm im letzten Moment ein mysteriöses Wesen zur Hilfe – und bringt Adam dazu, die Welt retten zu wollen.
Meine Meinung
Bei diesem Buch war ich zunächst wirklich überzeugt davon, dass mir die Geschichte bis zum Schluss gefallen würde, da ich zu Beginn sehr leicht in die Handlung hineingekommen bin, den Schreibstil sehr angenehm zu lesen fand und definitiv mehr über das Leben im alternativen London dieser Geschichte wissen wollte.
Meine Begeisterung hat dann aber leider nicht ganz so lange angehalten, da mein Lesefluss nach dem ersten Drittel der Geschichte langsam aber sicher immer mehr ins Stocken kam. Darüber hinaus hatte ich das Gefühl, dass das eigentlich sehr spannende Worldbuilding ab einem gewissen Punkt nicht weiter ausgearbeitet wurde, was ich ebenfalls schade fand. Besonders deutlich wurde das für mich in der starken schwarz-weiß Charakterisierung (in Hinblick auf die Illustrationen ist das wortwörtlich zu verstehen) der Figuren und der Gesellschaft in diesem Buch allgemein, was man meiner Meinung nach insgesamt wesentlich nuancierter hätte darstellen können.
Der Spannungsbogen hat mir beim Lesen trotzdem ziemlich gut gefallen, da die vielen Ereignisse und die schnelle Abfolge neuer Gefahren durchaus keine Langeweile haben aufkommen lassen. Das hohe Erzähltempo hat zeitweise aber trotzdem ein wenig hektisch auf mich gewirkt, was der Tiefe der Geschichte definitiv nicht zuträglich war und Themen, die eigentlich zum Nachdenken anregen sollen zwar in den Raum geworfen, dabei allerdings keine tiefergehende Auseinandersetzung erlaubt hat.
Auch die Entwicklung des Protagonisten fand ich etwas zu hektisch abgehandelt, was ich angesichts seiner Rolle als Erzähler gleich doppelt so schade fand. Obwohl es sowohl innere Monologe, als auch Dialoge zwischen den Protagonisten gab, hatte ich am Ende noch immer nicht das Gefühl, Adam besonders gut zu kennen oder mich mit ihm identifizieren zu können. In meiner Jugend hätte das meine Lesemotivation sicherlich deutlich geschwächt, was ich bei den wichtigen Botschaften, die dieses Buch trotzdem transportieren kann wirklich ausgesprochen schade finde.
Fazit
Die Idee dieser Geschichte und die mystischen Elemente der Handlung fand ich grundsätzlich spannend, die Umsetzung war für meinen Geschmack dann aber doch ein wenig zu oberflächlich gehalten. Nichtsdestotrotz sind die Botschaften dieser Geschichte aber in jedem Fall wertvoll, weshalb ich den Grundgedanken des Buches definitiv wertschätzen möchte.
Dafür vergebe ich dreieinhalb Bücherstapel.
Dieses Buch war ein echter Überraschungshit für mich, denn ich hatte zuvor weder etwas von dem Autor noch vom dem Buch mitbekommen. Umso schöner war es völlig in die Handlung dieses Buches einzutauchen und mich von dem charmanten Zauber einzuhüllen.
"Tyger" ist ein ganz außergewöhnliches Buch, dass mir sehr viele (auch unbequeme und unschöne) Eindrücke geliefert hat, die zum Nachdenken anregen.
Dabei reißt einen schon der Anfang gleich mit. Hier trifft man auf Adam Alhambra, der in einem alternativen, dystopischen London lebt. Gewalt scheint an der Tagesordnung zu sein und Angst macht sich schon auf den ersten Seiten in Adam breit. Als er auf einem seiner Botengänge flüchten muss, trifft er auf ein ganz außergewöhnliches Tier - Tyger. Auch sie braucht Hilfe und so verbünden sich die beiden und geraten in ein fantastisches Abenteuer. Als auch noch Zadie hinzukommt ist das Trio auf seiner Mission komplett.
Man kommt, dank des lockeren Schreibstils sehr schnell in die Handlung des Buches rein. Vor allem das Setting fand ich unglaublich spannend und interessant. Hier erwartet einen eine völlig andere und unbekannte Gesellschaftsform, die einen auch emotional anspricht und zum Nachdenken anregt. Die vielen Illustrationen in dem Buch sind sehr stimmungsvoll und ausdrucksstark und untermalen die einzelnen Szenen einfach perfekt.
Mir kamen einige Aspekte in dem Buch etwas zu "heftig" rüber. Sowohl was den Rassismus, als auch die Gewaltbereitschaft und die Trennung zwischen Unter- und Oberschicht betrifft. Bei mir hat das Buch an einigen Stellen Unbehagen ausgelöst und das war auch der Grund weshalb ich es nicht in einem Rutsch durchgelesen, sondern mir etwas mehr Zeit gelassen habe. Und das obwohl die Kapitel eine angenehme und wirklich sehr lesefreundliche Länge haben.
Die Idee um Tyger fand ich unglaublich gut und gerade dieser mystische fantastische Aspekt hat mich besonders fasziniert. Vor allem das Ende fand ich nicht nur sehr passend, sondern auch sehr berührend und besonders.
Dieses Buch ist einfach außergewöhnlich und für junge Erwachsene eine anspruchsvolle Lektüre. "Tyger" ist weniger ein Buch zum "Durchlesen", sondern mehr zum Nachdenken und Reflektieren.
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