Ich wusste, worauf ich mich einlasse. Und trotzdem wusste ich es irgendwie nicht. Der Klappentext verrät schon viel. Man weiß, dass einen keine leichte Geschichte erwartet. Trotzdem war ich auf vieles einfach nicht vorbereitet. Es passieren Dinge, die man eigentlich gar nicht aussprechen möchte. Mehr als einmal saß ich da und konnte einfach nicht glauben, dass ein Kind so etwas erleben musste. Immer wieder habe ich mich gefragt, wie Eltern oder überhaupt Menschen einem Kind so etwas antun können.
Noch schwerer wurde das alles, weil Dave Pelzer nicht irgendeine Geschichte erzählt. Er erzählt seine eigene Kindheit. Mit jeder Seite wurde mir das wieder bewusst und genau das hat dieses Buch für mich so erschütternd gemacht.
Der Schreibstil hat mir unglaublich gut gefallen. Alles ist aus der Sicht seines jüngeren Ichs geschrieben und man merkt sofort, dass Sprache und Gedanken zu einem Kind passen. Gerade das macht das Buch so eindringlich. Viele Dinge werden ganz selbstverständlich erzählt, obwohl sie alles andere als selbstverständlich sind. Für David war das sein Alltag. Für mich als Leserin war vieles kaum auszuhalten.
Am meisten beschäftigt hat mich der Hunger. Er zieht sich durch das ganze Buch und nimmt unglaublich viel Raum ein. Irgendwann habe ich bei jeder neuen Seite nur noch gehofft, dass David endlich etwas zu essen bekommt. Es ist erschreckend, wie sehr mich genau dieses Thema mitgenommen hat.
Mehr als einmal musste ich das Buch zur Seite legen. Nicht, weil ich nicht weiterlesen wollte, sondern weil ich das Gelesene erst einmal verarbeiten musste. Gleichzeitig war ich froh, dass man schon am Anfang erfährt, dass Lehrer und Polizei eingreifen. Dieses Wissen hat das Lesen ein kleines bisschen erträglicher gemacht.
Der Epilog hat mir zum Schluss noch etwas Hoffnung gegeben, ohne das Erlebte kleinzureden. Auch die Texte über Kindesmisshandlung sowie die Erinnerungen eines Lehrers und einer Sozialarbeiterin haben mich sehr berührt. Sie haben noch einmal gezeigt, wie wichtig es ist, hinzusehen und nicht wegzuschauen.
Dieses Buch hat mich sprachlos gemacht. Es hat mich traurig gemacht, wütend gemacht und an manchen Stellen einfach nur fassungslos zurückgelassen. Ich finde es unglaublich wichtig, dass es Bücher wie dieses gibt. Kindesmisshandlung passiert leider viel zu oft und genau deshalb muss darüber gesprochen werden. Dave Pelzer hat den Mut gehabt, seine Geschichte zu erzählen. Dafür empfinde ich großen Respekt





















