Dave Zeltserman Killer (Pulp Master 37)

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Inhaltsangabe zu „Killer (Pulp Master 37)“ von Dave Zeltserman

Nach vierzehn Jahren Gefängnis wird Leonard March vorzeitig entlassen, weil er bei einem Deal mit dem Staatsanwalt gegen seinen Exboss Salvatore Lombard aussagt. Als die Presse Wind davon bekommt, dass March selbst 28 Auftragsmorde ausgeführt hat, wird die Situation prekär: Verwandte der Opfer bedrohen ihn und es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Schergen seines Exbosses Vergeltung üben. Doch bis dahin fügt sich March in sein neues, ödes Dasein als Reinigungskraft, ein alter, einsamer Mann, der auf den Tod wartet. Bis die attraktive Sophie auftaucht, die sich als Ghostwriter für seine Biographie ins Spiel bringt … Mit literarischer Finesse entwirft Zeltserman die brillante Charakterstudie eines Mannes — einst Topkiller der Bostoner Mafia — auf der Suche nach sich selbst.

Die Geschichte eines Auftragsmörders. Seine Vergangenheit und die Gegenwart ohne Aussicht auf eine Zukunft.

— Lesen_ist
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    Killer (Pulp Master 37)
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    31. May 2015 um 14:16

    Inhalt Nach vierzehn Jahren Gefängnis wird Leonard March vorzeitig entlassen, weil er bei einem Deal mit dem Staatsanwalt gegen seinen Exboss Salvatore Lombard aussagt. Als die Presse Wind davon bekommt, dass March selbst 28 Auftragsmorde ausgeführt hat, wird die Situation prekär: Verwandte der Opfer bedrohen ihn und es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Schergen seines Exbosses Vergeltung üben. Doch bis dahin fügt sich March in sein neues, ödes Dasein als Reinigungskraft, ein alter, einsamer Mann, der auf den Tod wartet. Bis die attraktive Sophie auftaucht, die sich als Ghostwriter für seine Biographie ins Spiel bringt. Meine Meinung Es war die liebe @DieLeserin die mich dazu veranlasst hat dieses Buch zu lesen. Sie war ganz begeistert, also ab auf die Wunschliste und jetzt auch endlich gelesen. Der einfache Titel sagt ziemlich viel aus über die Geschichte und dem Protagonisten. Die Geschichte fängt im Jahr 1993 an, als Leonard March einen Deal mit der Staatsanwaltschaft macht und seinen Boss ausliefert. March bekommt »nur« 14 Jahre Haft für das, wofür er verhaftet wurde. Er bekommt Straffreiheit für alles, was er danach gesteht. Das sind immerhin 28 Auftragsmorde zwischen 1965 und 1992. Im nächsten Kapitel sind wir in der Gegenwart von 2007. Nach 14 Jahren Haft wird Leonard March entlassen. Sein Fallmanager, Theo Ogden, hat ein kleines Apartment für ihn organisiert und einen Job als Reinigungskraft. Ogden rät ihm dazu, woanders hinzuziehen, um dem Mob und den Hinterbliebenen seiner Opfer aus dem Weg zu gehen. Doch diese Möglichkeit hat March nicht, er muss bleiben. Leonard March erzählt seine Geschichte selbst. Er geht zurück bis ins Jahr 1965 und erzählt, wie es überhaupt dazu gekommen ist, dass er für den Mafiaboss Lombard als Auftragskiller gearbeitet hat. Wir bekommen auch einen kleinen Einblick in seiner Kindheit und können somit ein Gesamtbild seines Charakters bekommen. Was er getan hat, ist nicht aus der Welt zu schaffen, auch wenn er nur widerliche Kriminelle getötet hat, er ist ein Killer. Sein Charakter nimmt Gestalt an und erzeugt ambivalente Gefühle. Einerseits ist man abgestoßen von seiner Kaltblütigkeit, andererseits empfindet man so etwas wie Mitleid, weil er keine große Wahl hatte, wie es scheint. Einmal in den Fängen des Mobs kann man sich nur mehr zwischen Befehle ausführen oder selbst sterben entscheiden. Die Details seines Geständnisses sind öffentlich geworden, alle wissen, wen er getötet hat. Sein Bild ist in den Medien, egal wo er hingeht, wird er erkannt. Das Apartment ist winzig, strotzt vor Schmutz. Geld hat er fast keines und muss seine Mittel streng einteilen. Bei seiner Arbeit bleibt er unbehelligt, bis auf den Wachmann, der ihm sowohl ängstlich als auch mit Verachtung begegnet. Aber an die Verachtung der Menschen muss er sich gewöhnen. Der Aufbau des Protagonisten ist wirklich gut gelungen, auch wenn man schlussendlich mit dem Charakter selbst nicht sympathisieren kann. Die Kapitel wechseln sich ab zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Er erzählt von diversen Aufträgen bis ins Jahr 1992. Manchmal erfahren wir den Grund für den Mord, meistens aber nicht. Es ist aber klar, dass seine Opfer keine Unschuldigen sind. Das erinnert mich schon ein bisschen an Dexter. Man fragt sich, ob es in den Genen liegt, dass der Mensch ohne Gewissensbisse töten kann. Wird er zum Killer durch seine Kindheit und seine Vergangenheit? Liegt es daran, dass es »nur« Verbrecher sind, die getötet werden? Bei Leonard March gibt es zum Teil eine Antwort auf diese Fragen. Der Spannungsbogen ist sehr subtil. Ein alter Mann, der fünfzehn Jahre älter aussieht als er ist, ein Mann, der nur mehr ein Schatten seiner selbst zu sein scheint. Abgemagert und grau geht er seiner monotonen Arbeit nach, isst in den billigsten Restaurants und leidet permanent unter Kopfschmerzen. Von ihm erwartet man nicht mehr viel. Er wartet scheinbar unbeteiligt auf seinen eigenen Tod. Und dann taucht Sophie auf, eine wunderschöne, etwas zu magere junge Frau und wickelt ihn um den Finger. Natürlich bleibt das Leben von March nicht eintönig und langweilig, dafür ist er viel zu bekannt und der Mob hat mit ihm eine offene Rechnung. Man weiß, dass noch irgendetwas kommen muss. Einem alten Mann traut man aber nicht mehr viel zu. Der Leser rechnet nicht damit, dass er unbehelligt sein langweiliges Leben auf Dauer so führen kann. Es kommen einige unerwartete Wendungen und Überraschungen bleiben nicht aus. Ich habe mit vielem gerechnet, aber was im letzten Kapitel passiert, hat mich dann doch ziemlich überrascht! Die Geschichte eines Auftragsmörders. Seine Vergangenheit und die Gegenwart ohne Aussicht auf eine Zukunft. Ein subtiler Spannungsaufbau führt zu einem unerwarteten Ende der Geschichte. Wir erfahren zwar, welche Verbrechen zu seiner Haftstrafe geführt haben, aber nicht wie es dazu kam, dass er geschnappt wurde. Es gibt nur Andeutungen und dieser Teil hat mir einfach gefehlt. Ein lesenswerter Thriller mit glaubwürdigem Einblick in das Leben eines Killers.

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