David Adam

 3.8 Sterne bei 20 Bewertungen
Autor von Zwanghaft, Zwanghaft und weiteren Büchern.

Lebenslauf von David Adam

David Adam, Dr. rer. nat., Jg. 1972, ist Wissenschaftsjournalist und Redakteur bei 'Nature'. Vorher hat er lange als Wissenschaftskorrespondent für den 'Guardian' gearbeitet. Er hat Reportagen über die Arktis, die Antarktis, China und den Dschungel des Amazonas geschrieben und wurde von der Association of British Science Writers zum Autor des Jahres nominiert. David Adam lebt mit seiner Familie in London.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von David Adam

Cover des Buches Zwanghaft (ISBN:9783423260497)

Zwanghaft

 (8)
Erschienen am 01.03.2015
Cover des Buches Zwanghaft (ISBN:9783423348799)

Zwanghaft

 (8)
Erschienen am 24.06.2016
Cover des Buches Das Genie, das in uns steckt (ISBN:9783423261852)

Das Genie, das in uns steckt

 (0)
Erschienen am 20.04.2018
Cover des Buches Das Genie, das in uns steckt (ISBN:9783423433471)

Das Genie, das in uns steckt

 (0)
Erschienen am 20.04.2018
Cover des Buches Man Who Couldn't Stop (ISBN:9781447277682)

Man Who Couldn't Stop

 (0)
Erschienen am 12.02.2015

Neue Rezensionen zu David Adam

Neu
N

Rezension zu "Zwanghaft" von David Adam

Eine spannende Reise in den Kopf eines Mannes mit Zwangsgedanken
Neos43vor einem Monat

Ich saß vor knapp einem Jahr nach einem Abend in der Stadt bei einer Freundin im Wohnzimmer und sie versuchte mir zu schildern wie sie sich manchmal fühlte, welche Gedanken ihren Kopf heimsuchten, ihre Taten lenkten. Ich verstand sie leider nur ein Stück weit und konnte ihr nur bedingt folgen. Sie holte au dem Schlafzimmer dieses Buch und legte es mir wärmstens ans Herz.

Ich gebe zu ich habe ewig gebraucht um es zu lesen, wurde mehrmals unterbrochen durch andere Bücher und schlichtergreifend durch Phasen in denen ich nicht gelesen habe. Da ich aktuell aber viel auf der Arbeit Lese um die Zeit herum zu bekommen, grub ich es wieder aus und schaffte es, es fertig zu lesen.

Zum Glück - Denn was David Adam hier fertig gebracht hat, davor sollte man wirklich seinen Hut ziehen. Er leidet unter obsessiven Gedanken und er schafft es, dem Leser seine Angst mitzuteilen, klar zu machen, dass er weiß, wie lächerlich diese eigentlich ist, aureichend Beispiele anderer (teils viel schlimmerer) Fälle zu geben + bietet dem Leser einen verständlichen Exkurs in die Psychologie, die Lobotomie und erzählt von einer Vielzahl anderer falscher Annahmen und Behandlungen seiner psychischen Erkrankung.

Der Autor leidet an der panischen Angst, sich auf irgend eine Weise mit Aids zu infizieren und kämpft mit diesem Problem mehrere Jahrzehnte, bevor er sich eingesteht, dass er Hilfe braucht. Diesen Leidensweg und die anschließende Behandlung, bringt er dem Leser auf eine sehr sympathische Weise rüber.
Außerdem bekommt man diverse andere Fälle zu lesen, von einem Mädchen, dass durch ihre Gedanken gezwungen wird eine Wand zu Essen, oder einer Frau die panische Angst hat aus versehen etwas zu stehlen und deshalb alle Falten ihrer Kleider ständig auf vermeintliches Diebesgut untersucht.
Es werden auch einige große Köpfe ihrer Zeit analysiert und ihre Zwänge erklärt.
Und gegen Ende des Buches widmet Adam ein Kapitel der Lobotomie. Einer Behandlung des Gehirns, die in den 40er/50er Jahren in war und bei der man sich zwei Stäbe ins Hirn rammen und erhitzen lässt um so von obsessiven Gedanken oder Depressionen geheilt zu werden.
Im Großen und Ganzen eine absolute Leseempfehlung!

Kommentieren0
0
Teilen

Rezension zu "Zwanghaft" von David Adam

Wenn unerwünschte Gedanken die Kontrolle übernehmen
loveisfriendshipvor 3 Jahren

Jeder kennt sie, jeder hat sie - unerwünschte, irrationale und eigentlich im Widerspruch zum eigenen Selbstbild stehende Gedanken. Meistens messen wir ihnen nicht allzu viel Bedeutung bei und beachten sie nicht weiter, und kurz nachdem sie aufgekommen sind, sind sie auch schon wieder verschwunden. Doch was passiert mit Jemandem, der diese Gedanken nicht abschütteln kann? Bei dem sie sich einnisten? Der sie nicht mehr abschalten kann, bis sie quälend sein Leben bestimmen?

David Adam widmet sich in seinem Sachbuch "Zwanghaft" ohne Scheu einem in der Gesellschaft noch immer tabuisierten und mit Vorurteilen behafteten Thema - Zwangsstörungen. Besondere Glaubwürdigkeit verdankt sein authentischer und zuweilen erschreckender Bericht der Tatsache, dass er selbst seit Jahrzehnten an dieser psychischen Erkrankung leidet. Auf jeder Seite habe ich gemerkt, dass er weiß, wovon er schreibt. Spannend und auf Augenhöhe mit den Betroffenen verschafft er seinen Lesern einen allgemeinen Überblick, klärt über gängige Missverständnisse auf und beleuchtet mit einem kritischen Blick Hintergründe, wie etwa Theorien zur Entstehung, die Geschichte der Entdeckung, Behandlungsmethoden und das Bild in der Öffentlichkeit und den Medien, und hat mir dabei oftmals überraschende Erkenntnisse beschert. Mit seinem offenen und direkten Umgang nimmt Adam die oft mit Zwangsgedanken und -handlungen verbundene Scham.

Was sofort auffällt, ist die gute Verständlichkeit, auch für Menschen ohne wissenschaftlichen Hintergrund. Adam greift dieses schwierige und komplexe Thema in einem angenehmen Tonfall auf und stellt dabei, verwoben mit seiner eigenen Leidensgeschichte, diverse wissenschaftlichen Theorien aus allen möglichen Bereichen (z.B. der Evolution, Psychologie und Neurologie) und reale Fallbeispiele, die er allesamt anschaulich und gut komprimiert rüberbringt, vor. So habe ich einen umfassenden Einblick erhalten, doch teilweise waren es mir zu viele unterschiedliche Informationen auf einmal. Die weite Quellenauswahl schneidet Adam gleichzeitig nur oberflächlich und grob an.

Verbesserungsvorschläge habe ich für die Struktur des Inhalts. So fehlten mir manchmal logische Unterteilungen und ich konnte nicht genau sagen, warum Adam genau an der Stelle genau dieses Beispiel gibt. Insgesamt scheint der Aufbau etwas konfus und unschlüssig. Ich mag es bei Sachbüchern immer, wenn es am Ende nochmal einen Überblick in Form eines Glossars über die wichtigsten Begriffe gibt und man dank eines Stichwortverzeichnisses schnell was nachschlagen kann. Beides fehlte mir. Positiv im Anhang sind mir allerdings die weiteren Literaturempfehlungen und ein vorgefasster Kontakt-Vorschlag an Ärzte der OCD-UK für Menschen, die mit ihrer Zwangsstörung in Behandlung gehen möchten, aufgefallen.

Fazit: Seine Motivation dafür, ein Bewusstsein für dieses Problem zu schaffen, begründet David Adam an einer Stelle wie folgt: "Die Realität der Zwangsstörung ist für alle Beteiligten beängstigend. Aber sie ist nicht gefährlich. Doch sie kann gefährlich werden, vor allem für diejenigen, die glauben, dass es bei diesem Leiden allein um den Drang geht, sich die Hände zu waschen. Deswegen ist es nötig, aufzuzeigen, was eine Zwangsstörung ist und was sie nicht ist. Deswegen ist auf dem Umschlag dieses Buches kein Stück Seife zu sehen." - S.232
Dieses Vorhaben ist ihm gelungen. Nach dem Lesen kann ich, die ich mich vorher nicht ausgiebig damit auseinandergesetzt habe, sagen das Essentielle über dieses oft falsch verstandene, einseitig gesehene und unterschätzte Problem gelernt zu haben, sensibilisiert bin und bewusster damit umgehe. Dieses Buch ist bestens geeignet für einen interessanten Einstieg in dieses wichtige, ernst zu nehmende Thema.

Kommentieren0
1
Teilen

Rezension zu "Zwanghaft" von David Adam

Zwangsstörungen erklärt!
Bücherkrähevor 3 Jahren

Zwangsstörungen und Zwangsneurosen sind in der Gesellschaft inzwischen gängige Begriffe. Manch einer sagt sogar – an das englische Wort für Zwangsstörung OCD (obsessive-compulsive disorder) angelehnt – „Da kommt meine OCD durch“, wenn er den Bilderrahmen gerade rückt oder Geschirr sofort nach dem Essen abräumt. Genau solche Aussagen zeigen aber auch, dass die meisten nicht genau wissen, was man sich unter einer Zwangsstörung oder einer zwanghaften Persönlichkeitsstörung vorzustellen hat.

Mit diesen falschen Wahrnehmungen und Missverständnissen will David Adam aufräumen. Er selbst leidet seit Jahren an einer Zwangsstörung und geht damit im Buch ganz offen um. Er erklärt, dass jeder intrusive Gedanken hat, also solche, die einen verstören („Ich könnte jetzt auch einfach vor den Zug springen“, „Was passiert, wenn ich das Baby einfach fallen lasse?“, etc.), und auch die Zusammenhänge von Zwangsstörungen und anderen (Begleit-)Krankheiten wie Depressionen. Es ist erfrischend, wie Adam mit seiner eigenen Krankheit umgeht und sie den Lesern auf seine ganz eigene Art näher bringt.
Die wissenschaftlichen Erklärungen stützt er nicht nur mit seinen eigenen Erfahrungen, sondern auch mit echten Beispielen aus Geschichte, Literatur und Gesellschaft. Als Laie bzw. Nicht-Betroffener bekommt man eine gute Vorstellung davon, was die verschiedenen Krankheitsbilder ausmachen, die Adam im Laufe des Buches vorstellt.
Trotzdem ist die Sprache oft voll von Fachbegriffen, die in der Fülle verwirrend sein können und das Lesen sperrig machen. Wenn man sich allerdings die Zeit nimmt, wird die wissenschaftliche Sprache vertrauter, die Begriffe prägen sich ein. Wer allerdings eine leichte Sprache wie bei Matt Haig in Ziemlich gute Gründe, am Leben zu bleiben erwartet, wird leider enttäuscht.

Es ist bisher das beste Buch, das ich zum Thema Zwangsstörungen in die Hände bekommen habe, und ich denke, gerade Interessenten, die noch neu in dieser Thematik sind, sind mit diesem Buch sehr gut beraten. Neben der Fülle an Informationen, bereits in diesem Buch vermittelt werden, gibt es ein umfassendes Literaturverzeichnis sowie weiterführende Literaturhinweise.

Kommentieren0
6
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Community-Statistik

in 38 Bibliotheken

auf 7 Wunschlisten

von 1 Lesern aktuell gelesen

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks