David Albahari Götz und Meyer

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Inhaltsangabe zu „Götz und Meyer“ von David Albahari

Vom Winter 1941/42 bis zum folgenden Juni fuhren zwei Männer in einem Lastwagen jeden Tag von Belgrad nach Jajinci: Götz, der Fahrer, und Meyer, der Beifahrer. Hätten sie nicht unterwegs angehalten und das Ende des Auspuffs mit einer öffnung im Boden des Kastens verschraubt und wäre der Kasten nicht voller Juden gewesen, niemand hätte sich später dafür interessiert. Der Erzähler aber, ein Belgrader Lehrer, interessiert sich dafür, weil auf dem Lastwagen auch seine Verwandten waren. Er beginnt zu recherchieren, wühlt in Dokumenten, versucht zu begreifen. Je näher er dem Wissen kommt, desto ferner ist er; je mehr er sich Götz und Meyer vorzustellen sucht, desto schemenhafter werden ihre Gesichter.

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  • Rezension zu "Götz und Meyer" von David Albahari

    Götz und Meyer
    Hallogen

    Hallogen

    23. January 2011 um 20:53

    Bücher von David Albahari sind oft anstrengende Lektüre, weil es wie bei den anderen großen jüdischen Schriftstellern Serbiens (Aleksandar Tisma und Danilo Kis) um die Aufarbeitung und den Umgang mit der Erinnerung geht, weil versucht wird, so viel wie möglich festzuhalten, und niemand in der Lage ist, festzustellen, was nach dem Massenmord von Jasenovac und den hier beschriebenen Wahnsinnstaten der Deutschen bewahrenswert ist. Was die Lektüre aber ungemein erschwert, ist nicht so sehr die Trostlosigkeit, die viele dieser Werke (etwa "Das Buch Blam" oder "Garten, Asche") ausstrahlen, denn die ist mehr als verständlich, sondern die Art und Weise, in der es präsentiert wird: Wie auch "Tagelanger Schneefall", der Exil-Roman Albaharis, ist dieses Buch komplett ohne Absätze geschrieben. Das verleitet sehr schnell dazu, alles zu überfliegen. Man kommt kaum zum innezuhalten und reflektiert somit auch nicht, was man da liest. Es fiel mir immer dann auf, wenn ich nach einer Pause weitergelesen habe, und erst eine Weile brauchte, um die Stelle wiederzufinden. Das ist schade, denn Albahari zeigt hier einen Lehrer, der als einer von wenigen aus seiner Familie den Holocaust überlebte, und nun - fast fünf Jahrzehnte später - seinen Schülern klarmachen will, was es heißt, wenn man in ein Konzentrationslager aufbricht, und welche grausam-zynische Tötungsmechanismen die Deutschen auch hier ausprobierten. Diese Gaswagen, die alle Menschen im Frachtraum des Fahrzeugs mittels der Autoabgase töten, fuhren - von dem KZ aus - durch die Straßen der Stadt, während sich die Fahrer langweilten und vermutlich an zahllosen ahnungslosen Passanten vorbeifuhren. Ihm geht es vor allem um die Täter, um deren Schutzmechanismen, mit denen sie sich bemühten, sich nicht die Hände dreckig zu machen, während Zentimeter hinter ihnen bis zu 100 Menschen auf einmal starben. Dieser Genozid, der im Fall von Belgrad zirka 5.000 Frauen, Kinder und Alte betraf, ist angesichts der gewaltigen Opferzahlen des Zweiten Weltkriegs vielleicht übersehen worden, doch was es für einen einzelnen Menschen bedeutet, das zeigt Albahari hier in seinem gewohnten Stil zwischen Realität und Fiktion schwankend, und doch dichtet er nichts hinzu.

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