David Arnold Mosquitoland

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Inhaltsangabe zu „Mosquitoland“ von David Arnold

I am a collection of oddities, a circus of neurons and electrons: my heart is the ringmaster, my soul is the trapeze artist, and the world is my audience. It sounds strange because it is, and it is, because I am strange. After the sudden collapse of her family, Mim Malone is dragged from her home in northern Ohio to the wastelands" of Mississippi, where she lives in a medicated milieu with her dad and new stepmom. Before the dust has a chance to settle, she learns her mother is sick back in Cleveland.§§So she ditches her new life and hops aboard a northbound Greyhound bus to her real home and her real mother, meeting a quirky cast of fellow travelers along the way. But when her thousand-mile journey takes a few turns she could never see coming, Mim must confront her own demons, redefining her notions of love, loyalty, and what it means to be sane.§§Told in an unforgettable, kaleidoscopic voice, Mosquitoland is a modern American odyssey, as hilarious as it is heartbreaking.

“Mosquitoland”ist alles andere als eine Eintagsfliege. Der Autor rüttelt mithilfe seiner Protagonistin am menschlichen Verstand.

— Nightingale78
Nightingale78

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  • "Mosquitoland" ist sonderbar, herzerreißend und alles andere als eine Eintagsfliege

    Mosquitoland
    Nightingale78

    Nightingale78

    21. June 2015 um 19:53

    Der PlotMim Malone ist nicht okay. Nein, das ist sie ganz und gar nicht. Seit kurzem muss sie, gegen ihren Willen, bei ihrem Vater und ihrer neuen Stiefmutter in Mississippi leben. Es reicht ihr, immer das zu tun, was ihr Vater und seine neue Frau für richtig halten. Sie will nicht Teil dieses neuen Lebens sein und lieber wissen, weshalb ihre Mutter so plötzlich aus ihrem Leben verschwunden ist. Wieso beantwortet sie ihre Briefe nicht mehr? Also steigt Mim einfach in den Greyhound-Bus Richtung Ohio, zu ihrer Mom. Während draußen die Landschaft vorbeifliegt, macht Mim einige unvergessliche Bekanntschaften – da ist die ältere Dame Arlene mit ihrer geheimnisvollen Box, der unheimliche Poncho-Man, der wunderbar sonderbare >hey, hey< Walt. Und sie trifft auf den äußerst attraktiven Beck, an den sie ihr Herz zu verlieren droht … Doch Mim kann weder die vergangenen Jahre vergessen, noch weiter vor der Zukunft davon laufen. Sie muss sich den wirklich entscheidenden Fragen in ihrem Leben stellen und ihre Vorstellungen von Liebe, Loyalität und was es bedeutet, wirklich bei sich zu sein, neu definieren. Meine Meinung Bei vielen Roadtrip Büchern im Jugendbuch Bereich geht es darum, wie ein junger Mensch das sichere Zuhause verlässt, mit dem Gedanken ein aufregendes Abenteuer zu erleben. Der Roadtrip von Mary Iris Malone aka Mim hingegen gestaltet sich komplizierter. Sie ist nämlich der Meinung, ihr Trip führt sie NACH Hause. Sie will zurück zu etwas, was einmal war und was sie jetzt durch die Entfernung zu ihrer Mutter glaubt, verloren zu haben. Sie möchte schnellstmöglich zu ihr und dadurch die Distanz zu ihrem Vater und ihrer Stiefmutter vergrößern, denn heimisch fühlt sie sich nicht.   “Home is hard. Harder than Reasons. It’s more a storage unit for your life and its collections. It’s more than an address, or even the house you grew up in. People say home is where the heart is, but I think maybe home is the heart. Not a place or a time, but an organ, pumping life into my life. There may be more mosquitos and stepmothers than I imagined, but it’s still my heart. My home.”   Aber es ist nicht nur das Gefühl der Entwurzelung, welches an Protagonistin Mim nagt. Sie ist zum einen ihrem Vater gegenüber nachtragend, weil dieser zu schnell nach der Trennung von Mims Mutter, geheiratet hat. Zum anderen kämpft das junge Mädchen seit Jahren mit einer psychischen Erkrankung. Immer wieder muss sie sich die Frage stellen, welche Geschehnisse und Stimmen ihrer Krankheit zuzuordnen sind, und welche real sind. MOSQUITOLAND ist mein erstes Jugendbuch gewesen, in welchem psychische Erkrankung zentrales Thema ist. Ich war manchmal etwas verwirrt bei einigen Szenen, in denen Mims Umgebung sich durch ihre eigene Wahrnehmung plötzlich verändert. Zugleich hatte ich das Gefühl, das genau das die Intention von Autor David Arnold gewesen ist, um dem Leser Mims Welt bzw. ihren Verstand entsprechend zu übermitteln. Tatsächlich fühlte ich mich binnen kurzer Zeit immer besser in diese Figur hinein. Das lag mitunter auch an Arnolds Talent mit Worten umzugehen. Es gibt aber auch recht sonderbare Entwicklungen und kleine Leerläufe, die mich als Leser jedoch selten abschweifen ließen. Unerwähnt sollten auf keinen Fall die Brief-Passagen sein, denn sie sind tragend für die sehr überraschende Auflösung.   “I’m feeling reckless – or honest, maybe. Sometimes, it’s hard to tell the difference.”   Mim ist ein sagenhaft tolles Mädchen. Sie trägt viel Ballast auf dem Herzen und im Kopf mit sich, so viel steht fest. Mir wird noch lange in Erinnerung bleiben, wie es mir kalt den Rücken runterfuhr, während sie sich das erste Mal mit dem Lippenstift der Mutter dem >War-paint<-Ritual unterzog. Das war der Moment, in dem mir klar wurde, dass Mim wirklich nicht okay ist. Aber ihr trockener Humor, die sarkastischen Dialoge und ihr besserwisserisches Wesen, nahmen den recht tragischen Hintergründen zwischendurch die Schwere.   “You know–I think my best course of action is to just let the ridiculousness of that sentence marinate.”   Obwohl Mim eindeutig ein wichtiges Element des Romans ist, möchte ich die Erwähnung des restlichen Casts nicht versäumen. Es gibt tolle Figuren, auf Mims Reise – wie Arlene – die sie viel zu kurz begleitet. Es gibt zwielichtige Personen, die man ganz schnell wieder loswerden will. Und dann gibt es schillernde Figuren – wie Walt – der mit einer solchen Selbstverständlichkeit ein guter Freund für sie wird, dabei aber niemals aus seiner Welt heraustritt. Von Walt hätte ich gerne noch mehr erlebt, ihn gerne noch länger begleitet. Und natürlich muss Beck erwähnt werden, der ebenfalls auf der Suche nach Wahrheiten und sich selbst ist, und in Mim Gefühle weckt. Zu dritt waren sie für mich die drei Musketiere. Die Geschichte ist nicht vollkommen, aber im nachhinein passt diese Unvollkommenheit zum Rest des Buches und macht es dadurch so stimmig. Keine von David Arnolds Figuren in MOSQUITOLAND ist perfekt. Jeder hat seine eigenen Gespenster im Kopf. Den Stimmen und Problemen nicht aus dem Weg zu gehen, sondern den eigenen Weg – egal wie konfus und surreal er ist – zur Lösung zu finden. Es wird das Gute und Schlechte aufgezeigt, dass einem widerfährt, aber vor allem diese nicht definierbare Grauzone.   “Life can be a real son of a bitch sometimes, bringing things back around long after you’ve said good-bye.”   Fazit “Mosquitoland”ist alles andere als eine Eintagsfliege. Das YA-Debüt besticht durch sonderbare Figuren, herzzerreißende Begegnungen und schmerzhafte Offenbarungen. David Arnold rüttelt mithilfe seiner fabulös seltsamen Protagonistin, rau und sanft zugleich am menschlichen Verstand. Mim Malone ist vielleicht nicht okay, aber David Arnolds Debüt ist es absolut.

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