David Ballantyne Sydney Bridge Upside Down

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Inhaltsangabe zu „Sydney Bridge Upside Down“ von David Ballantyne

Calliope Bay, ein Sommer in den sechziger Jahren: Der dreizehnjährige Harry stromert mit seinem Kumpel im alten Schlachthof herum, raucht, lauert seiner Cousine Caroline auf, ist ihr nacktes Herumtollen morgens durchs Haus tatsächlich nur kindliches Spiel? und wartet darauf, dass etwas passiert. Eine Teenageridylle? Harry erweist sich als unzuverlässiger Erzähler und unberechenbarer Charakter zwei Menschen kommen zu Tode, die Mutter hat, so scheint es, die Familie verlassen. Auch Harrys Vater ist nicht nur der freundliche, fürsorgliche Mann, für den man ihn zunächst hält. Was hat sich in jenem Sommer in Calliope Bay wirklich zugetragen?

Wer sich für Neuseeland interessiert, kommt an diesem Buch nicht vorbei.

— sydneysider47
sydneysider47

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    Sydney Bridge Upside Down
    sydneysider47

    sydneysider47

    17. April 2017 um 16:02

    Als Neuseeland im Jahr 2012 Gastland der Buchmesse in Frankfurt war und ich diese Buchmesse besuchte, wurde ich auf folgendes Buch aufmerksam gemacht:   Sydney Bridge Updside Down Autor: David Ballantyne. Da ich selbst schon Neuseeland besucht habe und mich das Buch interessierte, habe ich es gelesen.   Der Sommer, der in Harrys Leben alles veränderte – oder: die Handlung  Der Ich-Erzähler Harry ist 13 Jahre alt und lebt mit seinem Bruder Cal und seinem Vater in Calliope Bay, einem kleinen Ort in Neuseeland. Die Mutter ist in die Stadt gezogen – wann sie wiederkommt, ist unklar.  Während dieses Sommers, der einen drastischen Wendepunkt in Harrys Leben bringen wird, erforscht Harry mit seinem Freund Dibbs und auch Bruder Cal die Umgebung. Da gibt es beispielsweise eine stillgelegte Fleischfabrik. Dort ist es nicht ungefährlich, denn es gibt dunkle Stellen, Treppen, scharfe Kanten und mehr.  Immer wieder taucht das Nachbarskind Susan Prosser auf. Schlank ist sie, und sie erzählt von ihrem Papagei, der sprechen kann. Harry beneidet sie darum, dass sie Briefkontakt zu seiner (also Harrys) Mutter hat. Besonders gut leiden kann er sie nicht.  Eines Tages kommt Harrys Cousine Caroline zu Besuch. Sie ist älter als Harry, sie ist sehr hübsch – und es gibt nicht nur einen Mann, der mit ihr gern enger befreundet wäre. Auch Harry verliebt sich in sie. Zudringlich ist Wiggins, der Fleischer, und Harry möchte seine Cousine vor ihm schützen.  Immer wieder taucht Sam Phellps auf. Ein alter Mann mit einem vernarbten Gesicht. Er hat ein Pferd, namens „Sydney Bridge Upside Down“. Mit Gelegenheitsjobs hält er sich über Wasser und sorgt für sein Pferd. Viele wissen nicht, was sie von Sam Phellps halten sollen – auch nicht, als mehrere dramatische Ereignisse geschehen.   Ein gutes Buch – oder: meine Leseerfahrung  Normalerweise verzichte ich in meinen Rezensionen auf Zitate – aber der erste Satz des Romans, den der Verlag auch in seiner Produktbeschreibung zitiert, erzeugt Spannung, weckt das Interesse beim Leser und macht Andeutungen darüber, was die Leser bei der Lektüre des Buches erwartet:  "Am Rande der Welt lebte ein alter Mann, sein Pferd hieß Sydney Bridge Upside Down. Er hatte ein Gesicht voller Narben, und das Pferd war ein alter, lahmer Klepper, und ich beginne mit dem Mann und seinem Pferd, weil sie immer irgendwie dabei waren in jenem Sommer, als hier oben an der Küste die schrecklichen Dinge passierten."  Wow – was für ein fulminanter Anfang! Ich erfahre, dass das das Buch aus der Ich-Perspektive verfasst ist. Ich höre von einem Pferd, der dem Roman den Namen gab – und ich weiß sofort, dass das Buch in Neuseeland spielt und nicht in Australien. Das Wort „Sydney“ im Buchtitel hat nichts mit der gleichnamigen Stadt im australischen Bundesstaat New South Wales zu tun, sondern mit einem Pferd in Neuseeland.  Natürlich will ich auch wissen, um welche schrecklichen Dinge es sich handelt, die Harry erst einmal nur erwähnt. Deswegen lese ich das Buch weiter.  Ich mag den Schreibstil des Autors, ich mag zuerst auch Harry und Cal und Dibbs. Caroline, Harrys Vater und alle übrigen Personen sind nur Randfiguren in dem Buch.  Allerdings erscheint mir Harry während der Lektüre immer suspekter. Er deutet während seiner Erzählungen schlimme Dinge an, erklärt diese aber nicht immer sofort. Das ist aber vielleicht auch typisch für einen 13-jährigen Jungen Er sagt etwas, was er weiß, weil er es für einen Moment nicht für sich behalten kann. Will man als Zuhörer nähere Details wissen, bekommt man auf einmal keine weiteren Informationen mehr – sondern erst ziemlich spät.  Und der Leser merkt auch, dass einige der schlimmen Ereignisse nicht einfach so passiert sind – sie waren keine Zufälle, sondern geplant. Mehr darf ich nicht sagen, um nicht zuviel zu verraten. Am Schluss des Buches haben sich jedenfalls einige Dinge drastisch verändert.  Bis man aber als Leser zu dem Schluss kommt, packte mich bei der Lektüre doch ab und an etwas Langeweile – das lag an Dingen, die Harry erzählt und die ich persönlich nicht wichtig finde für die Handlung. Aus Sicht eines 13-jährigen Jungen mögen sie wichtig sein – meinen Lesefluss bremsten sie jedoch immer wieder.  Diese fehlende Spannung und das Vorwegnehmen von Ereignissen, die erst ziemlich spät genauer erklärt werden, veranlassen mich, dem Buch einen Stern abzuziehen. Aber ansonsten habe ich das Buch gerne gelesen. Denn es vermittelt mir auch ein Bild über das Leben einer Kleinstadt in Neuseeland in den 1960er-Jahren. Man lebte bescheiden, man lebte für sich – und man entdeckte seine nähere Umgebung.   Mein Fazit  Der neuseeländische Klassiker „Sydney Bridge Updside Down“ ist ein Buch in einem schönen Schreibstil, das das Leben eines 13-jährigen Jungen in einer neuseeländischen Kleinstadt in einem Sommer in den 1960er-Jahren zeigt.  Von mir gibt es 4 Sterne und eine Weiterempfehlung.  P.S.: Diese Rezension erschien in ähnlicher Form schon bei Ciao.de im Jahre 2014.

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    • 2
  • coming-of-age auf hohem literarischem Niveau

    Sydney Bridge Upside Down
    Devona

    Devona

    17. November 2016 um 07:53

    Dieser völlig zu Recht als „einer der größten neuseeländischen Romane“ und „einzigartiger Klassiker der Weltliteratur“ bezeichnete Roman von David Ballantyne erschien bereits im Jahr 1968, der Autor selbst verstarb im Jahr 1986. Erstmals in Deutsch erschien das Buch 2012 bei Hoffmann und Campe. Ich habe mich eingangs auch für den dazugehörigen Klappentext entschieden, der meiner Meinung nach perfekt zum Buch passt, anders als die wesentlich kürzere Beschreibung der Taschenbuchausgabe von dtv. Aufmerksam auf den Roman wurde ich durch den ungewöhnlichen Titel. Wer nennt sein Pferd „Sydney Bridge Upside Down“? Und wieso? Darüber gibt das Buch keine Auskunft und hat man sich einmal in die Geschichte vertieft, stehen völlig andere Dinge im Vordergrund. Der alte Mann und sein Pferd sind die einzige verlässliche Konstante in einer Handlung, die vom Ferienidyll in den Ernst des Lebens abdriftet. Der alte Mann und das Pferd sind da – wie sie schon immer dagewesen sind und auch da bleiben werden. Der Ich-Erzähler Harry nimmt den Leser mit in einen Feriensommer im neuseeländischen Calliope Bay, der zunächst in bester Tom-Sawyer-und-Huckleberry-Finn-Manier beginnt, was den Leser an eigene Ferien in der Kindheit erinnern mag und einen einzigartigen Sog in die Geschichte hinein entwickelt. Da ist viel freie Zeit, in der Harry und sein Freund -verfolgt vom nervenden kleinen Bruder- über die Insel ziehen und die typischen Dummheiten 13-Jähriger veranstalten: heimlich rauchen, herum klettern in der alten und maroden Fleischfabrik. All die Dinge, die Erwachsene verbieten, die man aber trotzdem tut, weil man die unendliche Freiheit des Lebens und natürlich der Ferien auskosten will. Harry erzählt nicht chronologisch, er springt munter in der Zeit hin und her und langsam mischen sich all die Dinge in seine Ferienidyll-Erzählungen, die er wohl gar nicht erzählen wollte und die ihn spürbar psychisch belasten, denn des Öfteren überkommt ihn eine „große Wut und Unbeherrschtheit“. Die Mutter, die die Familie „über die Ferien“ in die ferne Stadt verlassen hat, der Vater, der ihr verzweifelt täglich schreibt, weil er die Hoffnung nicht aufgibt, dass sie zurückkehrt. Er ist eigentlich ein guter Vater: er liebt seine Söhne, spickt seine Erziehung aber aus Überforderung mit dem Weggehen der Frau und vielleicht auch, weil er es selber nie anders kannte, desöfteren mit einer kräftigen Tracht Prügel. Falls er die Jungen erwischt: er ist ein Krüppel und kann ihnen nur nachhinken. Das weiß auch Susan Prosser: die kleine Streberin aus der Nachbarschaft, die keiner mag, die den Jungen bei ihren Abenteuerausflügen gelegentlich hinterherspioniert und Harry damit erpresst, seiner Mutter zu schreiben, um ihr zu sagen, dass er seinen kleinen Bruder verprügelt hat. Oder vielleicht dem Vater für eine weitere Tracht Prügel für Harry. Die Ankunft des neuen Lehrers, den auf Anhieb keiner leiden mag und der die Kinder im nächsten Schuljahr unterrichten wird, erinnert Harry daran, dass der alte Lehrer der war, mit dem seine Mutter fortging. Der über die Ferien zu ihnen aufs Land verschickten Cousine Catherine ist er in unschuldiger, kindlicher Leidenschaft zugetan, bis er mitansehen muss, dass die Spiele, die Catherine mit Mr. Wiggs, einem unsympathischen Weiberheld, spielt, so gar nicht kindlich sind und weit, weit über das hinausgehen, was sie mit Harry und seinem Bruder morgens zu Hause spielt: nackt durch die Wohnung hüpfen und Blödsinn machen. Und während der alte Mann und Sdyney Bridge Upside Down immer unbeteiligt am Ort der Ereignisse zu sein scheinen, passieren die „schrecklichen Dinge“. Mit Susan Prosser und Mr. Wiggs. Harrys Erzählungen werden düsterer, abgründiger, der Leser wird genarrt: was erzählt der Junge? Die Wahrheit? Das, was er glaubt, es sei die Wahrheit? Oder doch nur handfeste Lügen? Erzählt er ALLES oder verschweigt er Dinge? Die Mutter schreibt einen letzten Brief, in dem sie ankündigt, nicht zurück zu kehren, was Harrys Seelenzustand nur noch mehr verschlimmert. David Ballantyne spielt grandios mit der Fantasie des Lesers, stürzt ihn in den Zwiespalt, in Harry nur ein harmloses Kind oder einen ausgemachten kleinen Halunken zu sehen. Der Autor tut dem Leser auch nicht den Gefallen, diesen Zwiespalt am Ende aufzulösen. Wie im Klappentext bereits angedeutet, ist „Sydney Bridge Upside Down“ ein „Märchen ohne Erlösung“. Dass der Leser sich von einem derartigen Ende nicht hilflos und veralbert zurück gelassen fühlt, sondern noch lange seinen Empfindungen nachspürt, unterscheidet in diesem Fall Weltliteratur von beliebiger Unterhaltungsliteratur. Dieser Roman ist ganz große Erzählkunst, denn was auch immer in diesem Sommer auf Calliope Bay gewesen sein mag: dem Leser ist klar, dass das wohl nur der alte Mann und sein Pferd wissen. Und vielleicht ist er sogar froh darüber und findet, dass die Wahrheit genau dort gut aufgehoben ist. Fazit: Coming-of-Age auf hohem literarischem Niveau, ein Roman der auf immer im Gedächtnis bleibt. Kann man nur weiter empfehlen. www.buchimpressionen.de

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  • Rezension zu "Sydney Bridge Upside Down" von David Ballantyne

    Sydney Bridge Upside Down
    Clari

    Clari

    27. September 2012 um 17:57

    Leben am Rande der Welt. "Der dreizehnjährige Harry lebt in Calliope Bay, einem kleinen Ort am Rande der Welt". Mit diesem Satz beginnt im Klappentext die Geschichte des Icherzählers Harry, der mit seinem Vater und Bruder Cal in einem abgelegenen Ort in Neuseeland lebt. In diesem ruhigen Flecken der Erde lebt auch ein alter Mann mit seinem ebenso alten Klepper Sydney Bridge Upside Down. Der Mann heißt Sam Phelps. Hier geschieht selten Aufregendes. Man vertreibt sich die Zeit mit Spaß und Spiel, ein wenig Hausarbeit und dem Beobachten, was rund herum passiert. Die Buben, Harry, sein Bruder Cal und die Nachbarjungen, klettern in den umliegenden Felsen und in einer alten Fleischfabrik herum oder verlustieren sich am Meer. Die Mutter von Harry und Cal ist für den Sommer oder für länger in die Stadt gezogen,--ihre Söhne vermissen sie nicht! Eine willkommene Abwechslung bietet da der Besuch der hübschen Cousine Caroline. Harry ist Feuer und Flamme für sie, lässt es sich aber nicht anmerken. Man darf annehmen, dass der pubertierende Junge seine eigene Auffassung von der Liebe und ihren Reizen entwickelt. Seine Cousine ist ihm jedenfalls äußerst lieb und wert und sehr bald wird offenbar, dass er sie am liebsten für sich alleine hätte. Jeder Nachbar und Freund könnte da nur stören. Doch gelingt ihm das? Langeweile und Sehnsucht nach Abwechslung treibt die Jugend um. Die Freunde balgen sich gerne. Das ist nicht ganz ungefährlich in der Nähe der steil abfallenden Felsküste! Aus zahlreichen kleinen Episoden setzt sich eine Geschichte zusammen, in der es um die großen und kleinen Freuden des Lebens geht. Hier besteht die Welt aus erster Liebe, Spaß, Spiel und Eifersucht. Dass es dabei zuweilen riskant werden kann, zeigt sich, als Susan Prosser eines Tages in der alten Fleischfabrik tödlich verunglückt. Doch auch andere Gefahren drohen bei den wilden Spielen in der freien Natur und am Meer. In unterhaltsamer und unaufgeregter Manier beschreibt David Ballantyne in seinem Entwicklungsroman das Leben der Jungen und Mädchen als kurzweilig und von Abenteuern des Alltags bestimmt. Noch herrschen Schulferien und man kann sich den ganzen Tag herumtreiben und Unterhaltung der vielfältigsten Art suchen, ohne sich täglichen Aufgaben zu widmen. Der Autor fängt gekonnt die Atmosphäre eines Mikrokosmos ein, in der nichts Weltbewegendes geschieht. Doch sind die Alltagsnöte überall auf der Welt gleich: Freude, Gemeinsamkeit, Angst, Lust, Liebe, Feindschaft und Verlassenheitsängste sind die Grundfeiler menschlichen Zusammenlebens hier wie dort. Ballantynes Held Harry ist ein feiner und sensibler Kerl, der in seinen langen Selbstgesprächen zum Ausdruck bringt, wie verlassen er sich fühlt. Da gehen in seinen Träumen schon einmal die Pferde mit ihm durch! David Ballantyne gibt seinen Figuren in dieser verlassenen Gegend ein menschliches Gesicht, das man nicht so leicht vergisst. Man kann seinen Roman getrost in die Kategorie der Entwicklungsgeschichten und Abenteuerromane einreihen. Der Roman„Sydney Bridge Upside Down“ in der Übersetzung von Gregor Hens wird zu den großen Klassikern der Weltliteratur gezählt. Der Neuseeländische Autor David Ballantyne ist bereist 1986 verstorben.

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