Leningrad im Winter 1942, die Stadt eingeschlossen und ausgehungert. Der siebzehnjährige Lew kommt wegen einer Lappalie in die Todeszelle und trifft dort den vorlauten Deserteur Kolja. Statt erschossen zu werden, sollen die beiden mitten im Hunger ein Dutzend Eier für eine Hochzeitstorte auftreiben, sonst droht der Tod. Von da an ziehen sie durch die zerstörte Stadt und hinter die feindlichen Linien.
Der Einstieg liest sich flott. Benioff hat ein Gespür für Tempo, und die frechen Wortgefechte zwischen Lew und Kolja haben anfangs Witz. Mit jeder weiteren Etappe aber wurde das Buch für mich zäher.
Das liegt vor allem an der Unglaubwürdigkeit. Da sind ausgehungerte, halb erfrorene Gestalten, die trotzdem tagelang durch Eiseskälte und Kriegsgebiet marschieren und eine abstruse Gefahr nach der anderen überstehen, von Kannibalen bis zu Scharfschützen. Dazu ist Sex beinahe ständig ein Thema, was den Figuren wenig Tiefe gibt und mit der Zeit ermüdet. So drastisch das Elend geschildert wird, erreicht hat es mich nie. Die Not blieb Kulisse, die Dringlichkeit der Eiersuche fremd.
Ein Buch, das mich nicht überzeugt hat und das ich nicht mehr kaufen würde





















