Stadt der Diebe

von David Benioff 
4,5 Sterne bei560 Bewertungen
Stadt der Diebe
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Neue Kurzmeinungen

Rosa_Pantoffeltierchens avatar

Spannend...obwohl vorhersehbar mag man das Buch kaum noch aus der Hand legen. Die Kälte aus dem Roman geht nahtlos in einen über....

ArtepSonnes avatar

Packender Anti—Kriegs—Roman

Alle 560 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Stadt der Diebe"

Mit Stadt der Diebe gelang David Benioff ein modernes erzählerisches Meisterwerk, das Kritiker wie Leserschaft gleichermaßen in seinen Bann zog. Es ist ein fesselnder Abenteuerroman und zugleich die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft zwischen zwei jungen Männern, die eine schier unlösbare Aufgabe zu erfüllen haben: Im belagerten, ausgehungerten Leningrad sollen sie ein Dutzend Eier auftreiben.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783453407152
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:384 Seiten
Verlag:Heyne
Erscheinungsdatum:03.05.2010
Das aktuelle Hörbuch ist am 15.06.2009 bei Random House Audio erschienen.

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Rezensionen und Bewertungen

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    Kapitel7s avatar
    Kapitel7vor 4 Monaten
    Das Buch erinnert an einen Film

    Was mich zu der Geschichte gebracht hat, war die herrlich skurile Idee um die Eier, und ich wurde nicht enttäuscht. Das Buch erzählt eine spannende Story, die nie ihren Humor verliert. Man merkt es der Geschichte an, dass Benioff als Drehbuchautor arbeitet, an vielen Stellen fühlt sie sich an wie ein Hollywoodfilm. Die Stadt der Diebe ist ideal, wenn einem der Sinn nach etwas lockerem und unterhaltsamen steht.

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    HonestMagpies avatar
    HonestMagpievor einem Jahr
    Kurzmeinung: Wärme, Freundschaft und Humor neben der Kälte und Grausamkeit des Krieges - ein wunderbares Buch!
    Herzerwärmend in der Kälte des Krieges

    Hätten wir uns dieses Buch nicht als Lektüre in der Berufsschule ausgesucht, hätte ich es wahrscheinlich nie "freiwillig" gelesen, denn Krieg ist nicht gerade ein Thema, über das ich gerne lese. Es ist deprimierend, unangenehm und erschütternd. Doch dieser Roman hat mich wirklich gefesselt und trotz des ernsten Themas konnte es mich begeistern.

    Das lag vor allem an Benioffs tollem Schreibstil und an seinen liebevoll gestalteten Charakteren, die jede Menge Charme verströmen. Man erlebt alles aus der Sicht von Lew, einem 17-jährigen Jungen, der im besetzten Leningrad lebt. Zu Beginn des Romans wird die belagerte Stadt beschrieben, der tägliche Kampf ums Überleben, der Kampf gegen den Hunger. Auch Lew und seine Familie (die sich nicht mehr in der Stadt befindet) werden kurz beschrieben, sodass man einen guten Überblick über die Gegebenheiten erhält.

    Als Lew gefangen genommen wird, weil er einen toten deutschen Soldaten beraubt, lernt er im Gefängnis Kolja kennen - ein 20-jähriger russischer Soldat, der als Deserteur festgenommen wurde. Die beiden werden vom Oberst zu einer unfassbaren Aufgabe verdonnert: Sie müssen 12 Eier für die Hochzeitstorte seiner Tochter besorgen.

    Und so beginnt das Abenteuer der beiden jungen Männer. Ich fand es sehr interessant, wie sich das Verhältnis der beiden entwickelte und wie der Leser daran teilhaben durfte. Zuerst war Lew eher genervt von dem ewig gut gelaunten Kolja, und auch ich empfand sein Verhalten in einigen Situationen eher unangebracht. Trotzdem war Kolja von Anfang an ein großer Sympathieträger für mich, gerade wegen seiner recht unbekümmerten Art.

    Je mehr die beiden ungleichen Begleiter zusammen durchmachen, desto mehr freunden sie sich an. Diese Zuneigung und Freundschaft konnte ich beim Lesen richtig nachempfinden.

    Die Grausamkeiten des Kriegs und der Belagerung werden unverschönt beschrieben. Aber obwohl dieser ernste Hintergrund allgegenwärtig ist, empfand ich das Lesen dieses Buchs nicht als niederdrückend. Die Charaktere bringen viel Leben in die Geschichte; vor allem Kolja mit seinen unwitzigen Witzen. Außerdem empfand ich auch immer wieder Hoffnung und ein kurzes Aufatmen, wenn die beiden Protagonisten einer brenzligen Situation entkommen konnten.

    Ob die beiden Freunde es schaffen, ihre Mission zu erfüllen, solltet ihr unbedingt selbst nachlesen. Ich kann das Buch wirklich weiterempfehlen, denn es bietet neben der Kälte und Grausamkeit des Krieges auch Wärme, Freundschaft und Humor.

    >> http://honest-magpie.blogspot.de/2017/08/rezension-stadt-der-diebe-david-benioff.html

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    lievke14s avatar
    lievke14vor 3 Jahren
    Großartig!

    „Stadt der Diebe“ von David Benioff erzählt die anrührende Geschichte einer Freundschaft zwischen zwei Jugendlichen während der Belagerung Leningrads durch die Deutschen im 2. Weltkrieg.

    „Leningrad im Januar 1942: Weil er während der nächtlichen Ausgangssperre die Leiche eines deutschen Soldaten nach Essbarem durchsucht hat, wird der 17-jährige Lew sofort verhaftet - auf Plündern steht die Todesstrafe. Nach endlosen Stunden in einer kargen Gefängniszelle wird er allerdings nicht aufs Schafott, sondern zusammen mit seinem Mithäftling Kolja vor den Geheimdienstchef der Stadt geführt. Der stellt die beiden vor eine schier unlösbare Aufgabe - im Tausch gegen ihr Leben sollen sie innerhalb von sechs Tagen im ausgehungerten Leningrad zwölf Eier für die Hochzeitstorte seiner Tochter auftreiben.“ (Kurzbeschreibung)

    David Benioff ist mit diesem Buch ein Meisterwerk gelungen. Vor dem Hintergrund eines zerstörten Leningrad schickt er seine beiden Protagonisten auf eine aussichtslose und gefahrvolle „Reise“.  Die Jungen merken schnell, dass es in der ausgehungerten Stadt nichts zu holen gibt und dass der übermächtige Hunger Nächstenliebe und Menschlichkeit bei vielen ihrer Landsleute verdrängt hat. Bei ihrer Suche tappen sie von einer Gefahr in die nächste. Der unbedarfte und unerfahrene Lew fühlt sich zunächst von dem weltgewandten Kolja bevormundet und kann mit dessen lockerer Lebenseinstellung wenig anfangen. Die  permanente Gefahr und der tägliche Überlebenskampf befördern jedoch bald ungeahnte Stärken an die Oberfläche. Zwischen den zwei Jungen erwächst eine tiefe Freundschaft.

    Der Autor erzählt seine Geschichte in einer überaus nüchternen Schreibweise. Die Schrecken des Krieges werden ungeschönt und deutlich dargestellt. Benioff verzichtet dabei nicht auf brutale und grausame Szenen. Dennoch wird der ganze Schrecken immer wieder mit einem tragikkomischen Hauch überzogen, der zumeist von dem ewigen Schwerenöter Kolja ausgelöst wird. Mit Charme und groben Witz vermag er es immer wieder, seinen kleinen Freund aufzurichten.

    „Stadt der Diebe“ ist ein eindringlicher Appell gegen die Sinnlosigkeit des Krieges, der den Leser traurig und betroffen zurücklässt. Ein Buch, das man gelesen haben sollte!

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    Buecherseele79s avatar
    Buecherseele79vor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Ein Buch das tief unter die Haut geht, eine Geschichte die man nicht aus der Hand legen kann.
    Stadt der Diebe von David Benioff

    Leningrad 1942- hier beginnt die Geschichte des 17jährigen Lew der mit ein paar Freunden in der Stadt geblieben ist um Nachts nach feindlichen Bombern Ausschau zu halten. Durch einen Diebstahl kommt er ins Gefängnis und lernt dort seinen Mithäftling Kolja kennen. Die beiden kommen zum obersten Befehlshaber der ihnen ein paar Tage gibt um ein paar Dutzend Eier zu finden- für die Hochzeitstorte seiner Tochter. Wenn sie es schaffen bekommen sie gute Lebensmittelrationen, wenn nicht- den Tod wegen Verrat. Und somit begibt sich das unterschiedliche Duo auf die Suche nach den Dutzend Eiern was zu dieser Zeit alles andere als leicht ist. Als sie in ihrer Stadt keine Eier auffinden können, beschließen sie Richtung feindliche Linien zu gehen um dort ihr Glück zu versuchen..... Die Geschichte liest sich sehr fliessend und spannend. Die anfänglichen Schikanen von beiden ist nett und erheiternd  zu lesen und Kolja muntert mit seinem sonnigen und unerschütterlichen Gemüt immer wieder auf. Und doch kann man die Augen nicht verschliessen was in der damaligen Zeit, unter Kriegsbeschuss der Nazis, vor sich gegangen ist. Dem Autor gelingt es unglaublich gut ein sehr authentisches und erdrückendes Bild von der damaligen Zeit zu machen. Ein täglicher Kampf gegen den Hunger, den Durst, die Kälte, den Verrat, des Aufgebens. Ein spannender, mitfühlender Roman für die Freundschaft und gegen das Verbrechen. Für mich eine absolute Leseempfehlung!

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    Valilus avatar
    Valiluvor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Eindrückliche Reise in das belagerte Leningrad zur Zeit des 2. Weltkriegs und dem Beginn einer Freundschaft unter besonderen Umständen.
    Der Hofhund

    Stadt der Diebe“ von David Benioff erzählt die Geschichte zweier junger Männer, die während der deutschen Belagerung Leningrads den Versuch unternehmen, ein Dutzend Eier aufzutreiben.

    Kolja und Lew treffen erstmalig im Gefängnis aufeinander, nachdem beide von russischen Soldaten aufgegriffen wurden. Obwohl Dieb und Deserteur fest mit ihrem Tod rechnen, erhalten sie noch eine zweite Chance - sofern es ihnen gelingt, innerhalb weniger Tage 12 Eier für eine Hochzeitstorte aufzutreiben. Da es im belagerten Leningrad schon lange keine Eier mehr gibt, machen sich die beiden auf den Weg zu einer Kolchose im nahe gelegenen Mga. Statt an ihr anvisiertes Ziel geraten Kolja und Lew jedoch bald in eine Partisanengruppe und von dort direkt in die Hände der deutschen Wehrmacht.

    Die Geschichte des Buches ist vor dem gegebenen Hintergrund sicherlich keine leichte Kost. An vielen Stellen werden die Grausamkeiten des Krieges eindrücklich dargestellt – Dinge, die uns heute so unvorstellbar weit weg erscheinen. Der Leser wird dabei direkt mit der Not einfacher Leute konfrontiert und findet sich in einer Zeit wieder, die Menschen dazu verleiten kann, barbarische Dinge zu vollbringen oder die Hoffnung ganz aufzugeben.


    Dem gegenüber stellt der Autor mit „Kolja“ einen aufgeweckten und vorlauten Literaturstudenten, der sein Selbstbewusstsein auch in brenzligen Situationen nicht verliert. Wie Kolja es mit seiner Art schafft, russische wie deutsche Soldaten um den Finger zu wickeln, ist nicht nur amüsant zu verfolgen, sondern erweist sich auch als wohltuende Abwechslung gegenüber all den nachdenklichen Eindrücken, die das Buch hinterlässt. Dass Kolja keinesfalls nur oberflächlich ist, wird durch seine regelmäßigen Ausflüchte in die Welt der Literatur deutlich, für die Kolja lebt und die auch ihn selbst am Leben zu halten scheint.

    In Lew konnte ich mich hingegen sehr gut hineinversetzen: Ein zurückhaltender Junge, der plötzlich mitten im Abenteuer seines Lebens steckt. Einem Abenteuer, nach dem es sich zwar lange gesehnt hat, sich darin jetzt aber furchtbar verloren und eigentlich fehl am Platz vorkommt.

    Mir hat es sehr gut gefallen, dass der Autor den Leser nicht verschont und Grausamkeiten während der deutschen Belagerung anschaulich einfängt. Besonders, indem die Lebensumstände der „normalen“ Bevölkerung so hervorgehoben werden, wie es keiner Dokumentation und keinem Geschichtslehrbuch gelingt. Die Handlung um den schüchternen Lew und den vorlauten Kolja ist spannend zu verfolgen, wobei einige Stellen zum Durchatmen und Schmunzeln dem Buch einen Teil seiner Schwere nehmen.

    Bei mir hat das Buch auf jeden Fall einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Es regt zum Nachdenken an, indem es dem Leser einerseits aufzeigt, wie der Krieg die Menschen verändern kann und jeder seine ganz persönliche Überlebensstrategie entwickelt. Andererseits hält uns das Buch unseren eigenen Wohlstand vor Augen, in dem wir heute leben (dürfen).

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    Krimifee86s avatar
    Krimifee86vor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Ein tolles Buch, das mich sowohl zum Lachen als auch zum Weinen gebracht hat – Chapeau an den Autor!
    Jagd nach zwölf Eiern

    Klappentext: Leningrad im Januar 1942: Weil er während der nächtlichen Ausgangssperre die Leiche eines deutschen Soldaten nach Essbarem durchsucht hat, wird der 17-jährige Lew sofort verhaftet – auf Plündern steht die Todesstrafe. Nach endlosen Stunden in einer kargen Gefängniszelle wird er allerdings nicht aufs Schafott, sondern zusammen mit seinem Mithäftling Kolja vor den Geheimdienstchef der Stadt geführt. Der stellt die beiden vor eine schier unlösbare Aufgabe – im Tausch gegen ihr Leben sollen sie innerhalb von sechs Tagen im ausgehungerten Leningrad zwölf Eier für die Hochzeitstorte seiner Tochter auftreiben.
    Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, der den schüchternen, introvertierten Lew schicksalhaft an Kolja schweißt – einen schlitzohrigen, charmanten Frauenhelden und notorischen Lügner, der ihm ständig schmerzhaft bewusst macht, dass er selbst so gar nicht zum Abenteurer taugt. Als die beiden die Hoffnung, in Leningrad Eier zu finden, aufgeben müssen, fasst Kolja einen aberwitzigen Plan: Er will sich mit Lew zu einer Geflügelfarm jenseits der feindlichen Linien durchschlagen, in ein Dorf südlich von Leningrad. Ein selbstmörderisches Unterfangen, wären da nicht Koljas Kaltschnäuzigkeit, eine unerschrockene Partisanin namens Vika und Lews Schachtalent …

    Cover: Ich finde das Cover sehr gut gelungen. Zwar passt es überhaupt nicht zum Titel des Buches, wohl aber zum Inhalt. Und es macht irgendwie neugierig auf mehr, denn es mutet doch sehr fremdartig an. Ich jedenfalls wollte gerne wissen, was sich wohl für eine Geschichte hinter einem solchen Cover verbirgt.

    Schreibstil: Ich mochte den Schreibstil von David Benioff sehr gerne. Ganz besonders seine Charakterzeichnungen haben mir wahnsinnig gut gefallen, da jeder für sich etwas ganz Eigenes hat. Insbesondere natürlich der verrückte Kolja, der liebenswerte Angeber, den man manchmal am liebsten genau wie Lew in der Luft zerreißen möchte, den man aber auch irgendwie echt gerne mag. Aber auch eher Randpersonen wie Abendroth oder Sonja sind einfach toll und glaubhaft dargestellt und das hat mir wirklich imponiert.
    Die Geschichte an sich war gut und nachvollziehbar geschrieben, jedoch an so mancher Stelle hätte ein wenig mehr Spannung sein dürfen. Denn ich hatte nur selten das Gefühl unbedingt weiterlesen zu wollen, um zu wissen, was passiert.

    Die Story: Die Story hat mir sehr gut gefallen, weil es einfach mal etwas anderes ist. Natürlich gibt es viele Geschichten über den Zweiten Weltkrieg, aus den unterschiedlichsten Sichten erzählt. Aber das hier war etwas Besonderes, denn zum einen kenne ich ansonsten kein Buch, das die Situation bei der russischen Bevölkerung während des Krieges beschreibt, zum anderen war die Idee, die Geschichte um die Suche nach 12 Eiern aufzubauen einfach genial. Denn die Suche nach 12 Eiern zieht sich zwar als roter Faden durch das Buch, führt aber vor allem dazu, dass man viele verschiedene Menschen und Situationen kennen gelernt, angefangen von Kannibalen über russische Mädchen bis hin zu Partisanen und Gefangenen. Dabei war es stets spannend zu verfolgen, wie Lew und Kolja, jeder auf seine eigene Weise versuchen die jeweilige Situation zu meistern und vor allem: zu überleben. Ein gut durchdachtes Buch, das, wenn ich es richtig verstehe sogar auf wahren Begebenheiten beruht.

    Fazit: Obwohl das Buch nur 380 Seiten hat und wirklich toll geschrieben ist, habe ich über eine Woche gebraucht, es zu beenden. Ich hatte auch zugegeben wenig Zeit, aber auch wenn das Buch spannend war, hatte ich oftmals dann nicht mehr die Muße, doch noch das nächste Kapitel zu lesen. Irgendetwas hat gefehlt, dass mich so richtig an das Buch gefesselt hat. Daher gibt es „nur“ vier Punkte, aber eine definitive Leseempfehlung.
    Und eine Frage, an alle, die das Buch gelesen haben: Basiert es auf einer wahren Geschichte oder nicht? Ich fand das alles ein wenig unklar…
    Und noch ein „PS“: Ich würde wahnsinnig gerne „Der Hofhund lesen“. Koljas ganzes Gerede darüber hat mich echt neugierig darauf gemacht…

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    Jim.Bergs avatar
    Jim.Bergvor 4 Jahren
    Die Tragödie des Krieges - in einer wunderschönen Erzählung

    Leningrad im Jahre 1942. 
    Das dritte Kriegsjahr ist bereits ins Land gezogen. Die von Hitler verhängte Belagerung zur Aushungerung der Bevölkerung ist im vollen Gange. Die Hungersnot treibt die Menschen zu Verzweiflungstaten. Tapetenleim und Sägemehl gehören fast zu den Grundnahrungsmitteln. Kannibalismus ist zu einer grausamen Überlebensstrategie geworden.
    Bombardements und Folter sind an der Tagesordnung. Der eisige russische Winter fordert seinen Tribut. Leningrad leidet.

    In Mitten dieser Tragödie, trifft der 17-jährige Lew, der Plünderung beschuldigt, während eines Gefängnisaufenthaltes auf den desertierten Soldaten Kolja. Beiden bietet sich die Chance einer sofortigen Hinrichtung zu entgehen. Dafür müssen sie eine scheinbar einfache, doch für die damaligen Verhältnisse fast unlösbare Aufgabe meistern. 
    Sie sollen ein Dutzend Eier für den obersten Befehlshaber besorgen.

    Fortan schildert der Autor die Bestrebungen der Beiden den Wunsch des Befehlshabers zu erfüllen um ihre Freiheit wieder zu erlangen.

    Grandiose Erzählweise. Tragisch, verstörend und doch mit einer erschreckenden Leichtigkeit geschildert. Unterschwelliger Humor und trotzdem sehr berührend. 
    Man schaudert. Man schmunzelt. Man fühlt sich mitgerissen. In jedem Fall ein sehr bewegendes Buch.

    Eine absolute Leseempfehlung.

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    winter-chills avatar
    winter-chillvor 4 Jahren
    Hoffnung, Leid und Freundschaft

    Leningrad im Winter 1942: die Stadt wird von den deutschen Truppen belagert, es herrschen Kälte, Hunger und Not. Mittendrin in der umzingelten, ausgebombten Stadt befinden sich der 17 Jahre alte Lew und der 20 Jahre alte Kolja. Die zwei unterschiedlichen jungen Männer treffen im Gefängnis aufeinander, beide stehen kurz vor ihrer Hinrichtung, denn Kolja ist ein Deserteur und Lew wurde beim Plündern erwischt. Doch dann bekommen beide eine Chance auf Begnadigung, wenn sie eine schier unlösbare Aufgabe bewältigen: Im belagerten, ausgehungerten Leningrad sollen sie ein Dutzend Eier für die Hochzeitsfeier der Tochter des befehlshabenden Oberst auftreiben. „Die Stadt der Diebe“ ist ein sehr außergewöhnlicher Roman, der mir aus mehrerlei Gründen sehr gut gefallen hat. Da ist zum einen der Schreibstil: Benioffs Ton ist leicht und voller Humor, obwohl er eine tragische, brutale und sehr aufwühlende Geschichte erzählt. Wie er dieses Gräuel mit Humor und leise, ernste Momente mit unbeschwerten vermischt, ist einfach großartig. Die Charaktere sind extrem gut gezeichnet und selbst die Nebenfiguren hat Benioff so ausgearbeitet, dass sie einem sehr nah sind. Gelungen sind auch Stimmung und Szenario: man bekommt richtig Gänsehaut, wenn Kolja und Lew durch das zerbombte, klirrend kalte Leningrad streifen und kann das ganze Leid gar nicht richtig fassen. Nebenbei erfährt man einiges über den russischen Kriegswinter 1942 – aus Sicht der Russen. Klar, wer natürlich einen detailliert ausgearbeiteten historischen Roman über die Belagerung Leningrads lesen will, ist mit diesem Buch vielleicht falsch beraten. „Die Stadt der Diebe“ ist nur eine kleine Momentaufnahme aus jener Zeit und sagt aber dennoch so viel. Ein toller, empfehlenswerter Roman: Benioff erzählt  über Freundschaft und Liebe und über unfassbare Grausamkeiten, ohne dabei anklagend zu werden. Und am Ende ist so viel Hoffnung.

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    anni1320s avatar
    anni1320vor 5 Jahren
    Wunderbare Geschichte über eine ungleiche Freundschaft

    Leningrad im Jahr 1942: Der 17-jährige Lew versucht irgendwie den russischen Winter und die Nazibelagerung zu überleben. Durch Pech im Gefängnis gelandet, lernt er den Soldaten Kolja kennen und bekommt mit diesem eine nahezu unlösbare Aufgabe, deren Lösung aber ihr Leben retten kann: in der belagerten Stadt ein Dutzend Eier auftreiben. 

    Die eigentlich vollkommen verschiedenen jungen Männer raufen sich innerhalb kürzester Zeit zusammen und es entwickelt sich eine eigenwillige Freundschaft. Bei ihrer Suche nach den Eiern lernen sie verschiedenste Charaktere kennen und nehmen aktiv am Widerstand gegen die Nazis teil. 

    Die beiden Hauptfiguren sind einfach toll. Verschieden aber sehr gut charakterisiert und glaubhaft.
    Meiner Meinung nach kommt deren Freundschaft schon auf dem Cover sehr gut rüber. Die beiden gegen den Rest der Welt. 
    Auch die Stimmung des Krieges wird im Buch deutlich gemacht. Nichts wird beschönigt. So ziemlich jede Bevölkerungsgruppe und ihre verschiedenen Schicksale während des Krieges werden angerissen. Teilweise brutal, aber so war es nunmal im Krieg. 

    Ich fand das Buch einfach toll, eines der besten, die ich seit längerem gelesen habe und auf alle Fälle ist es ein empfehlenswerter Roman für jeden, der auch noch ein wenig geschichtlich interessiert ist. Aber auch ohne irgendwelches Hintergrundwissen ist die Story schlüssig und gut erzählt.
    Das Ende ist in keiner Weise unglaubwürdig und rundet das ganze Buch ab, indem es wieder auf das erste Kapitel Bezug nimmt und auch die letzten offenen Fragen zu Lews Schicksal klärt. 

    Ganz eindeutig 5/5 Sternen :)

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    Arizonas avatar
    Arizonavor 5 Jahren
    Über die Kraft der Freundschaft

    David Benioff, US-amerikanischer Schriftsteller, Drehbuchautor und Filmproduzent, hat 2008 seinen zweiten Roman „City of Thieves“ veröffentlicht. Er spielt im Jahre 1942, während der deutschen Belagerung von Leningrad. Im Vorwort bittet der Ich-Erzähler David seinen Großvater, ihm die Geschichte des Krieges zu erzählen, da er Schriftsteller ist und ein Essay über Leningrad schreiben möchte. Nun erzählt der Großvater über eine Woche im Winter 1942 - einer Woche, in der er zwei Deutsche ermordete, sowie seinen besten Freund und Davids Großmutter kennenlernte.

    Aus dieser Geschichte formt David dann den hier vorliegenden Roman und erzählt, wie der 15-jährige Lew allein allen Widrigkeiten der Belagerung Leningrads trotzt, wie er in „Piter“, wie die Einheimischen ihre Stadt nennen (abgeleitet von St.Petersburg), versucht trotz Hunger, Kälte und Bomben zu überleben. Kurz darauf wird er von der russischen Armee wegen Diebstahls verhaftet. Er verbringt eine Nacht im Gefängnis, dort trifft er auf Kolja, einen Deserteur. Die beiden werden einem russischen Oberst vorgestellt, der sie für eine besondere Mission einteilt: Sie sollen ein Dutzend Eier für die Hochzeitstorte seiner Tochter auftreiben. So beginnt eine abenteuerliche Tour der beiden durch die verschneiten Wälder rund um Leningrad. Es geht sehr spannend und abenteuerlich zu, wobei jedoch auch die Greuel des Krieges deutlich werden. Benioff versteht es aber, besonders am Anfang, die Schrecken des Krieges sehr sanft zu beschreiben. Im Laufe des Buches nimmt die Brutalität jedoch etwas zu, aber so ein Krieg kann man auch nicht zu mild beschreiben, sonst wäre es nicht authentisch. Aber die beiden Personen Lew und vor allem Kolja strahlen soviel Herzlichkeit und Wärme aus, und auch der Humor kommt durch Kolja, der ein richtiger Filou ist, nicht zu kurz.

    Die Geschichte ist übrigens nur eine „fiktionale“ Biographie, auch wenn im Vorwort angedeutet ist, dass es sich um die Geschichte von Benioffs eigenem Großvater handele. Mich hat das Buch sehr beeindruckt, da der Autor es schafft, trotz aller Schrecken doch eine schöne Stimmung aufkommen zu lassen. Im Prinzip geht es darum, wie die beiden zusammenhalten und wie stark die Kraft der Freundschaft ist. Daher trotz aller Kälte ein herzerwärmendes Buch! Und das Thema darf niemals in Vergessenheit geraten, daher auch heute noch sehr wichtig darüber zu schreiben und zu lesen.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    vormis avatar
    Leider gibt es hier keine Bücher zu gewinnen, denn wir haben uns in einer Gruppe zum SUB-Abbau zusammen gefunden und haben das Buch zu Hause liegen. Wer es also auch noch bei sich rumsubben hat, kann sich uns gerne anschließen:-) Wir starten am 15. März
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    Weiß jemand ob das Buch 'Stadt der Diebe' von David Benioff autobiographisch ist?
    charlies avatar
    Letzter Beitrag von  charlievor 8 Jahren
    Diese Frage habe ich mir auch schon des öfteren gestellt! Guck dir vielleicht mal dieses Interview mit ihm an: https://www.youtube.com/watch?v=WZ-wym97OeE , da sagt er ganz deutlich, dass für ihn die Idee am Anfang stand dass es um zwei Jungs gehen sollte die auf der Suche nach Eiern in einer belagerten Stadt sind. Und auch in diesem Interview http://www.powells.com/authors/davidbenioff.html wird denke ich deutlich dass es sich nicht um ein Autobiographische Buch handelt, sondern dass der Satz "My Grandfather, The Kinfe Fighter, killed two germans before he was 18" einfach der erste Satz war der ihm für das Buch einfiel. Die ganze Details und die Geschichten (Die Sache dass es keine Tauben mehr gibt oder die Geschichte mit de Kannibalen) will er aus alten Tagebüchern und Gesprächen mit Zeitzeugen bezogen haben. Vielleicht war sein Großvater ja auch einfach nur eine kleine Inspiration?
    Zum Thema

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