Cover des Buches Stadt der Diebe (ISBN: 9783641027780)Arizonas avatar
Rezension zu Stadt der Diebe von David Benioff

Über die Kraft der Freundschaft

von Arizona vor 7 Jahren

Review

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Arizonavor 7 Jahren
David Benioff, US-amerikanischer Schriftsteller, Drehbuchautor und Filmproduzent, hat 2008 seinen zweiten Roman „City of Thieves“ veröffentlicht. Er spielt im Jahre 1942, während der deutschen Belagerung von Leningrad. Im Vorwort bittet der Ich-Erzähler David seinen Großvater, ihm die Geschichte des Krieges zu erzählen, da er Schriftsteller ist und ein Essay über Leningrad schreiben möchte. Nun erzählt der Großvater über eine Woche im Winter 1942 - einer Woche, in der er zwei Deutsche ermordete, sowie seinen besten Freund und Davids Großmutter kennenlernte.

Aus dieser Geschichte formt David dann den hier vorliegenden Roman und erzählt, wie der 15-jährige Lew allein allen Widrigkeiten der Belagerung Leningrads trotzt, wie er in „Piter“, wie die Einheimischen ihre Stadt nennen (abgeleitet von St.Petersburg), versucht trotz Hunger, Kälte und Bomben zu überleben. Kurz darauf wird er von der russischen Armee wegen Diebstahls verhaftet. Er verbringt eine Nacht im Gefängnis, dort trifft er auf Kolja, einen Deserteur. Die beiden werden einem russischen Oberst vorgestellt, der sie für eine besondere Mission einteilt: Sie sollen ein Dutzend Eier für die Hochzeitstorte seiner Tochter auftreiben. So beginnt eine abenteuerliche Tour der beiden durch die verschneiten Wälder rund um Leningrad. Es geht sehr spannend und abenteuerlich zu, wobei jedoch auch die Greuel des Krieges deutlich werden. Benioff versteht es aber, besonders am Anfang, die Schrecken des Krieges sehr sanft zu beschreiben. Im Laufe des Buches nimmt die Brutalität jedoch etwas zu, aber so ein Krieg kann man auch nicht zu mild beschreiben, sonst wäre es nicht authentisch. Aber die beiden Personen Lew und vor allem Kolja strahlen soviel Herzlichkeit und Wärme aus, und auch der Humor kommt durch Kolja, der ein richtiger Filou ist, nicht zu kurz.

Die Geschichte ist übrigens nur eine „fiktionale“ Biographie, auch wenn im Vorwort angedeutet ist, dass es sich um die Geschichte von Benioffs eigenem Großvater handele. Mich hat das Buch sehr beeindruckt, da der Autor es schafft, trotz aller Schrecken doch eine schöne Stimmung aufkommen zu lassen. Im Prinzip geht es darum, wie die beiden zusammenhalten und wie stark die Kraft der Freundschaft ist. Daher trotz aller Kälte ein herzerwärmendes Buch! Und das Thema darf niemals in Vergessenheit geraten, daher auch heute noch sehr wichtig darüber zu schreiben und zu lesen.
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