David Bielmann Flucht eines Toten

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Inhaltsangabe zu „Flucht eines Toten“ von David Bielmann

"Es war eine weitere unsterbliche Melodie von Albert. Und doch war sie sterblich, denn mit ihm würde auch sie die Welt auf immer verlassen. Es war Alberts Todesmelodie, sein Requiem. Es war gut. Teuflisch gut."§Albert Leblanc führt ein trostloses Leben als Koch in der verrauchten Dorfbeiz von Rechthalten. Ständig wird er vom Wirt erniedrigt und von betrunkenen Gästen verhöhnt, Anerkennung erhält er kaum. Die einzigen Freuden in seinem Alltag sind das Gitarrenspiel, der Absinth und die Serviertochter Mona, die ihm als einzige etwas Sympathie entgegenbringt. §In einsamen Momenten hängt er immer öfter morbiden Gedanken nach. Er beschliesst, in vier Tagen all den Bosheiten ein Ende zu setzen. Albert macht sich an sein schauriges Werk ...§Ob sich heute in Rechthalten noch jemand an Albert Leblanc zu erinnern vermag? Wer seinerzeit regelmässig in die Wirtschaft pilgerte, wird sich womöglich noch ein Bild seiner schmächtigen Gestalt machen können. Es würde allerdings nicht erstaunen, wenn er vollends in Vergessenheit geraten wäre. Dies ist seine so verwegene wie tragische Geschichte.

Fazit: Ein ungewöhnlicher, gefühlvoller und sprachgewaltiger Roman mit einer außergewöhnlichen Geschichte und einem hervorragend gezeichneten Protagonisten.

— Bellexr
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  • Rezension zu "Flucht eines Toten" von David Bielmann

    Flucht eines Toten
    dreamer

    dreamer

    28. August 2012 um 18:17

    Die letzte Reise eines Toten... . Albert Leblanc hat alles andere als ein einfaches Leben. Er ist Koch in einem mittelmäßigen Gasthaus und ist täglich den Sticheleien betrunkener Gäste und seines Chefs ausgesetzt. Freude bringt dem jungen Mann nichts außer Absinth, dem Gitarrenspielen und seiner Kollegin Mona. Immer öfter hängt er in seinen Tagträumen nach die nicht gerade rosiger Natur sind und sein eines Tages fasst er einen unwiederruflichen Beschluss. Als er seinen Plan in die Tat umsetzt geht jedoch etwas schief und fortan scheint es als wäre Albert befreit von allen Ketten, denn jeder glaubt er wäre umgekommen. Doch kann sich ein Totgeglaubter wirklich für immer verstecken oder holt einem die Vergangenheit nicht doch immer ein? Die Reise des Toten beginnt, mit einigen Wendungen... . Meine Meinung Schon der Klappentext verspricht eine düstere und undurchschauliche Geschichte ebenso wie das Cover des Buches. Doch ob David Bielmann mit seiner Idee und seinem melancholischen Protagonisten überzeugen kann erfahrt ihr in den folgenden Absätzen. . Das Cover ist etwas ungewöhnlich, auch wenn es die Vergänglichkeit auf gewisse Weise sehr gut wiederspiegelt. Auch die Gitarre, die im Leben unseres Protagonisten eine große Rolle spielt, kommt nicht zu kurz, aber ich hätte bei diesem Cover auf jeden Fall mit etwas anderem gerechnet muss ich gestehen ;) . Von Beginn an ist der Schreibstil recht düster und wir wissen nicht mit was und auch mit wem wir es hier wirklich zu tun haben. Der Autor bzw der Verlag hat schon beim Klappentext mit Informationen gespart und das Geheimnisvolle zieht sich bis zum Ende des Buche hin. Alleine die raschen, aber wenigen, Sprünge in der Sicht der Charaktere hat mich am Schreibstil gestört, weil man nicht gleich weiß mit wem man es zu tun hat und das sorgt für Verwirrung. Auch das die Spannung in der Geschichte mit jedem Seitenfortschritt nachließ fand ich irgendwie schade, aber es reicht immer noch um das Buch in kurzer Zeit zu verschlingen. . Die Idee an sich ist aber keine schlechte. Wir bekommen es mit einem leicht depressiven Mann zu tun, der irgendwann keinen Ausweg mehr sieht und tut was er nun mal tut. Leider will nicht alles klappen und von da an geht es mit unserem Prota auf eine wirre Reise, die mehr als einmal eine schicksalshafte Wendung nimmt. . Der einzige Schwachpunkt, neben Kleinigkeiten am Schreibstil, sind die Charaktere, die wir leider binnen der doch wenigen Seiten nur bedingt kennenlernen. Auch Albert Leblanc bleibt uns ein Buch mit sieben Siegeln, das wir bis zum Ende nicht lüften können - ebenso wie die Wirtstochter, die nun mal auch keinen unwesentlichen Part des Buches einnimmt. . Fazit Düstre Story für Zwischendurch. Wer sich gern in das Hirn eines Verzweifelten versetzten möchte, hat es mit Albert keineswegs schwer, für Andere könnten seine Beweggründe und seine Einstellung jedoch ein nicht unerhebliches Leseproblem darstellen. Von mir gibt es für die düstere Flucht des Albert Leblanc 4 von 5 Wölkchen. . Mein herzlicher Dank geht an den Autor David Bielmann für die Unterstützung mit seinem Werk :)

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  • Rezension zu "Flucht eines Toten" von David Bielmann

    Flucht eines Toten
    Lydia255

    Lydia255

    14. August 2012 um 15:23

    Mit liebe zum Detail und auch einem zur Geschichte passendem Cover, fällt "Flucht eines Toten" einem Käufer schnell ins Auge. Das erfrischende Himmelblau im Kontrast zum Schwarz bietet überraschenderweise eine schöne Kombination. Auf dem Cover ist dieser schwarze Baum, der auf der linken Seite kahl ist und auf der rechten Seite seltsamerweise noch viele Blätter hat. Genau zwischen diesen "Seiten" erkennt man eine verkehrt herum skizzierte Gitarre und in der Nähe der Baumkrone befindet sich dann noch leicht "versteckt" ein schwarzes Plektrum. Die untere Hälfte ist komplett schwarz und bildet den Boden auf dem der Baum wächst und dort befindet sich ebenfalls in großen Buchstaben der Titel "Flucht eines Toten". Ich finde das alles sehr raffiniert und genial dargestellt und finde alles äußerst tiefgründig, weil es so perfekt zur Story passt - wie die Faust auf's Auge. ;) Albert Leblanc war ein einsamer junger Mann. 27 Jahre alt, immer noch Jungfrau und der festen Überzeugung, dass die Welt ungerecht ist und ihm nichts mehr bieten konnte. Er war ein Koch eines Gasthofes in einem kleinen Dorf und die Dorfbewohner machen sich mehr über ihn lustig, als ihn respektvoll zu begegnen. Er liebte seine Gitarre, liebte seinen Schluck Alkohol, besonders den Absinth und verbrachte seine Feierabende immer allein mit seinen beiden Leidenschaften. Eines Tages beschloss er schließlich Selbstmord zu begehen. Ihn hielt nichts mehr auf dieser Welt, er hatte es satt ein Versager genannt zu werden und der Tatsache entgegen zu sehen, dass er es tatsächlich zu nichts gebracht hat. Deshalb bereitete er alles für sein baldiges Ableben vor. Als er aber die nette und hübsche Kellnerin Mona ein wenig besser kennenlernte, packten ihn Zweifel... Doch sie war verheiratet und viel älter als er und er war niemand, der ihr was bieten konnte, er hatte also keine Chance. So entschied er sich dann doch für den Tod und verabschiedete sich vom Leben. Ist euch was an Alberts Nachnamen aufgefallen? "Leblanc" - Leb' lang. Der Autor hat viele solche tollen Eigentümlichkeiten und Genialitäten in seinem Schreibstil vorzuweisen. Die Geschichte wird größtenteils aus Alberts Perspektive, in Er-/Sie-Form und in Vergangenheit erzählt, hin und wieder ließt der Leser eine Szene aber auch aus de Sicht von Nebencharakteren. Die angewandte Sprache im Buch ist ernst, gehoben und elegant. Die Geschichte ist außerdem in zwei Teile aufgeteilt: 1. "Tod eines Lebenden" und 2. "Leben eines Toten". Jedes Kapitel fängt mit einer verschieden langen Reihe von Gitarren-Akkorden an, die eine bestimmte Melodie wiedergeben und die Stimmung von Albert verdeutlichen. Auch diese verändern sich mit der Zeit und zeigen Alberts Entwicklungen. Ich fand es einfach toll und originell. Die ersten hundert Seiten verlief alles sehr ruhig, langsam und müde, aber genau das stellt perfekt dar, wie Albert sich in seinem Alltag gefühlt hat. So wie sich alles später ändert, so ändert sich auch Alberts Stimmung, seine Gitarren-Akkorde und auch der Schreibstil - grandios. In diesem Genre ist dieses Buch auf jeden Fall etwas sehr Besonderes, das man nicht verpassen sollte, zu lesen. Ich lese allgemein viel öfter Jugendbücher im Bereich Fantasy und Romance, aber "Flucht eines Toten" hat mich ebenfalls definitiv mit seiner Eigenartigkeit (im besonderem Sinne) und Raffinesse überzeugt. Ich spiele selbst ein bisschen Gitarre und habe die eine oder andere Melodie aus dem Buch nachgespielt und damit noch ein bisschen besser Alberts Gefühlslage verstehen können. Die Geschichte zeigt außerdem auch, dass Menschen hin und wieder einfach mal aus ihrem Alltag raus kommen müssen, um das Leben und seine Vorzüge wieder neu wertschätzen zu lernen. Ich bedanke mich herzlichst beim Autor David Bielmann für ein wundervolles und tiefgründiges Buch! :) Fazit: 5 von 5 Punkten! Ein schöner Roman über einen Mann, der stirbt und dann das Leben wieder leben liebt. ;)

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  • Rezension zu "Flucht eines Toten" von David Bielmann

    Flucht eines Toten
    nana_what_else

    nana_what_else

    28. July 2012 um 22:40

     "Seine Bewegungen wurden schwerfälliger, doch schien ihm eine unbändige Kraft unter die Arme zu greifen, die ihn trotz der schattenhaften Umgebund zuversichtlich stimmte. Sodann wurde er von einem Sog erfasst, einem wunderbaren und schmeruhaften zugleich - er tauchte ein in das Reich eines B-Moll-Akkords, das von Wehmut beherrscht wurde." Ein klein wenig zum Inhalt: Albert Leblanc fristet ein tristes, farbloses Dasein. Von niemandem im Dorf Rechthalten geschätzt, im besten Fall geduldet, aber in keinem Fall geliebt oder sich geliebt fühlend, geht er jeden Tag zur Arbeit. Kocht für die Menschen, die ihm nur Spott entgegen bringen. Lebt für die wenigen Momente, in denen ihm die hübsche Kellnerin Mona zulächelt. Und für die Musik. Seine Musik. Bis er beschließt all dem ein Ende zu setzen. Und mit dem Ende beginnt Albert Leblancs Geschichte.. Idee: Ein gesellschaftskritischer Roman? Ein Krimi? Ein Plädoyer über die Kraft der Musik? Eine Liebesgeschichte? Tatsächlich ist es dem Autor David Bielmann gelungen, Aspekte all dieser Genre in seinen Roman einzubauen. Ein Roman, der nicht nur unterhält, sondern meiner Meinung nach, in seiner Entwicklung eine wichtige Botschaft vermittelt: Denn die Flucht des toten Albert wir immer mehr zu einer Flucht ins Leben.. Charaktere: Albert lernt man mit all seinen Ängsten, Sehnsüchten, Gedanken und Erinnerungen kennen. Wirkt er vorerst regelrecht depressiv, sozial isoliert, ängstlich und ein wenig unheimlich, so wächst der "tote" Albert einem zunehmend ans Herz. Neben Albert spielt definitiv die Musik die Protagonistin dieses Romans. Die überschaubare Anzahl an Nebenfiguren, die Albert in den verschiedenen Stationen seiner Reise begleiten, werden in ihren Eigenarten so beschrieben, dass man sich ein gutes Bild von ihnen machen kann, ohne sie aber wirklich intensiv kennen zu lernen.. Umsetzung: Die Geschichte wirkt ungeheuer vorhersehbar und zugleich kam es nie zu dem von mir erwartenden Ende, was für mich absolut FÜR den Roman spricht. Als Leser bekommt man immer wunderbar versteckte, und doch offensichtliche Hinweise zur Vergangenheit Alberts, die nie aufgeschlüsselt werden und den Leser doch zum nach-, mit-, und weiterdenken anregen :) Gerade die wunderbaren Details und Feinheiten haben "Flucht eines Toten" für mich zu einem ganz besonderen Buch gemacht. Beispielsweise ist der Roman in zwei Bücher geteilt: 1) Tod eines Lebenden 2) Leben eines Toten. Eine ganz wunderbare Idee, sagt diese Zweiteilung doch schon allerhand über die Entwicklung der Handlung aus. Auch die Namen der Charaktere wurden mit viel Bedacht gewählt. So ist Alberts Nachname nicht ohne Grund "Leblanc" und sein Pflegevater erfährt ebenfalls mit seinem Namen "Bernhard Brüllhart" eine passende Beschreibung. Vollkommen faszniert haben mich allerdings die Kapitelanfänge, die aus Akkorden bestehen und die Atmosphäre und Stimmung der einzelnen Kapitel bereits ein wenig vorwegnahmen beziehungsweise einleitend für Neugier sorgen. Da ich selbst Gitarre spiele, hab ich mir also bei jedem Kapitelanfang meine Gitarre gefischt :) Zudem findet man im Fließtext immer wieder Liedtexte, von den Beatles, Jimi Hendrix und anderen, die wie für die jeweiligen Szenen geschrieben zu sein scheinen. Noch nie habe ich ein Buch gelesen in dem Worte und Musik sich so wunderbar ergänzten - wie Musik vermittelt Alberts Leben (oder Sterben? oder Todsein?) auf einer weiteren Ebene - für mich eine absolut gelungene, originelle und in dieser Form unbekannte Umsetzungsform. Der einzige Makel: Manchmal hätte ich mir ein rasanteres Tempo, ein klein wenig mehr Spannung gewünscht. Gestaltung: Auch das Cover stammt aus dem Hause Bielemann. Während man sich als Leser in letzter Zeit oft über die vollkommen unpassenden Motive auf Büchern wundert, ist es Fabienne Bielmann, welche ein eigenes Graphik-Atelier (www.dimorph.ch) besitzt, gelungen, die Stimmung des Romans ihres Mannes auf einzigartige Weise gestalterisch umzusetzen. Soundtrack: Den eigentlichen Soundtrack zum Buch liefert das Buch selbst. Wie bereits erwähnt verflicht der Autor aber gekonnt aus dem englischen übersetzte Songtexte in die Erzählung.. Unter anderem: A Most Peculiar Man von Simon and Garfunkel :) Fazit: Ein wunderbar vielfältiger Roman, der nicht umsonst 2010 beim Literaturwettbewerb der Universität Freiburg den 1. Preis abgestaubt hat! 4 von 5 Sternen Mein bester Dank für die Bereitstellung eines Exemplares dieses wirklich außergewöhnlichen Romans, der mein Musikerherz so manches Mal höher schlagen ließ, geht an den WOA VERLAG Zürich und David Bielmann!

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  • Rezension zu "Flucht eines Toten" von David Bielmann

    Flucht eines Toten
    Wonder_

    Wonder_

    22. July 2012 um 17:45

    Hinter "Flucht eines Toten" verbirgt sich eine Geschichte, die ich so nicht erwartet hätte. Sie hat mir gefallen, aber sie hat mich nicht umgehauen. Die Figuren und der besondere Schreibstil hingegen haben mich beeindruckt. In das Cover lässt sich sehr viel hineininterpretieren, was mir gut gefällt, auch wenn es mich optisch nicht unbedingt anspricht. Die Hauptfigur Albert Leblanc wirkt schnell sehr real, authentisch und greifbar. Seine Gefühle und Gedanken sind nachvollziehbar und gehen dem Leser nahe. Mir hat er sehr gut gefallen, wenn er mir auch nicht unbedingt sympathisch war. Die zahlreichen anderen Figuren waren genau im richtigen Maß ausgearbeitet, man erfährt über jede Figur genau so viel, wie man wissen muss. Die Story war nicht wirklich mein Fall. Besonders mit den vielen Gitarrenakkorden konnte ich gar nichts anfangen, aber ich bin was Musik angeht eben total talentfrei. Für jemanden, der sich damit auskennt, sind die Akkorde am Anfang der Kapitel aber ein sehr schönes Extra. Trotzdem konnte mich das Buch fesseln, denn man weiß nie, wie es weitergeht und was auf einen zukommt. Ich würde nicht sagen, dass die Geschichte dadurch sonderlich spannend ist, aber eine gewisse Neugier verspürt man das ganze Buch über, besonders da erst im Laufe der Handlung klar wird, warum das Buch "Flucht eines Toten" heißt. Der Verlauf der Geschichte hat mich im positiven Sinne überrascht und auch das Ende finde ich gut gelungen. Was mir nicht gefallen hat, kann ich nicht genau benennen, aber "Flucht eines Toten" ist auf jeden Fall kein Buch, das ich noch einmal lesen werde. Der Autor drückt sich sehr gewählt aus und das Buch ist nicht immer einfach zu lesen, aber man gewöhnt sich schnell daran. Gerade durch diese Ausdrucksweise versprüht das Buch einen ganz eigenen Charme.

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  • Rezension zu "Flucht eines Toten" von David Bielmann

    Flucht eines Toten
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    20. July 2012 um 14:05

    Kurzbeschreibung: Albert Leblanc führt ein trostloses Leben als Koch in der verrauchten Dorfbeiz von Rechthalten. Ständig wird er vom Wirt erniedrigt und von betrunkenen Gästen verhöhnt, Anerkennung erhält er kaum. Die wenigen Freuden in seinem Alltag sind das Gitarrenspiel, der Absinth - und die Serviertochter Mona, die ihm als einzige etwas Sympathie entgegenbringt. In einsamen Momenten hängt er immer öfter morbiden Gedanken nach. Er beschließt, in vier Tagen all den Bosheiten ein Ende zu setzen. Albert macht sich an sein schauriges Werk...Ob sich heute in Rechthalten noch jemand an Albert Leblanc zu erinnern vermag? Wer seinerzeit regelmäßig in die Wirtschaft pilgerte, wird sich womöglich noch ein Bild seiner schmächtigen Gestalt machen können. Es würde allerdings nicht erstaunen, wenn er vollends in Vergessenheit geraten wäre. Dies ist seine so verwegene wie tragische Geschichte. Zum Autor: David Bielmann, geboren 1984, lebt in Rechthalten. Er studierte Germanistik und Geschichte an der Universität Freiburg/Schweiz und unterrichtet an der Berufsfachschule Technik und Kunst in Freiburg. Rezension: Die Schweiz im Jahr 1967: In dem kleinen Ort Rechthalten arbeitet Albert Leblanc als Koch in einem Gasthaus. Der 27-jährige wird allerdings von jedem im Ort gehänselt und nicht ganz für voll genommen. Trost findet er nur bei seiner Gitarre und dem Alkohol. Einzig die Serviererin Mona hält zu ihm, in die Albert heimlich verliebt ist. Als ihm der Spott der Mitbürger zuviel wird, beschließt Albert, seinem Leben ein Ende zu setzen. Doch dies gestaltet sich schwieriger als erwartet, und Albert findet sich bald auf der Flucht vor seinem eigenen Tod wieder... Mit Flucht eines Toten ist dem Jungautor David Bielmann ein beeindruckendes und nachdenklich machendes Debüt gelungen. Gekonnt schildert er das Seelenleben des Albert Leblanc, der in seinem bisherigen Leben noch nichts Schönes erfahren durfte. Man leidet automatisch mit ihm mit, wenn er von seinem Chef und den Wirtshausbesuchern öffentlich verhöhnt wird und kann durchaus verstehen, dass ihm diese Verspottungen so über den Kopf wachsen, dass er keine andere Möglichkeit mehr sieht, als den Freitod zu wählen. Zwar hört sich die Handlung tragisch an, doch David Bielmann versteht es auch, hin und wieder etwas Humor und Sarkasmus mit in die Geschichte einfließen zu lassen. Und auch ein paar Lichtblicke darf Albert erleben: Im Zusammenspiel mit seiner Gitarre ist er ein wahrer Virtuose, der dadurch alles andere um sich herum vergisst und auch die heimliche Liebe zu Mona baut ihn sehr auf, die ihn hin und wieder in seinem Plan schwanken lässt. Als gut geschildert und beschrieben empfand ich die Szenen, die sich nach Alberts Tod in Rechthalten abspielen. Mona hält allen Leuten, die Albert zeitlebens verspottet haben, den Spiegel vor und bei seiner Beerdigung wird manchen bewusst, wie schwer es Albert im Leben hatte und dass die Bewohner daran nicht ganz unschuldig waren. Flucht eines Toten ist ein tragisches Beispiel dafür, wie sehr ein Mensch unter der Gehässigkeit und Gemeinheit seiner Umgebung leiden kann und welche Konsequenzen daraus entstehen können. In eindringlicher Sprache, die den 1960er Jahren durchaus angepasst ist, beschreibt David Bielmann den mitleidenswerten Charakter des Albert Leblanc, für den der Leser einfach nur Sympathie entgegenbringen muss. Fazit: Mit Flucht eines Toten gelingt dem Jungautor David Bielmann ein bemerkenswertes und eindringliches Debüt, das dank seiner bildhaften Sprache und seines außergewöhnlichen Protagonisten zu überzeugen weiß.

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  • Rezension zu "Flucht eines Toten" von David Bielmann

    Flucht eines Toten
    Manja82

    Manja82

    19. July 2012 um 16:19

    Klappentext: Albert Leblanc führt ein trostloses Leben als Koch in der verrauchten Dorfbeiz von Rechthalten. Ständig wird er vom Wirt erniedrigt und von betrunkenen Gästen verhöhnt, Anerkennung erhält er kaum. Die einzigen Freuden in seinem Alltag sind das Gitarrenspiel, der Absinth und die Serviertochter Mona, die ihm als einzige etwas Sympathie entgegenbringt. In einsamen Momenten hängt er immer öfter morbiden Gedanken nach. Er beschließt, in vier Tagen all den Bosheiten ein Ende zu setzen. Albert macht sich an sein schauriges Werk ... Ob sich heute in Rechthalten noch jemand an Albert Leblanc zu erinnern vermag? Wer seinerzeit regelmäßig in die Wirtschaft pilgerte, wird sich womöglich noch ein Bild seiner schmächtigen Gestalt machen können. Es würde allerdings nicht erstaunen, wenn er vollends in Vergessenheit geraten wäre. Dies ist seine so verwegene wie tragische Geschichte. Meine Meinung: Rechthalten, ein kleiner Ort bei Freiburg in der Schweiz, im Jahre 1967. Albert Leblanc, gerade 20 Jahre alt, hat genug von seinem tristen und trostlosen Leben. Tag für Tag arbeitet er als Koch im Dorfwirtshaus, wo ihm aber keinerlei Respekt entgegengebracht wird. Allein die Kellnerin Mona scheint Albert zu mögen. Dessen einzige Leidenschaften sind seine Gitarre und der Absinth. So beschließt Albert nach Ablauf von 75 Stunden seinem öden Leben ein Ende zu setzen. Vorher möchte er aber noch so einige Dinge erledigen. Doch dann geht Alberts Versuch sich das Leben zu nehmen Schief, er überlebt und muss flüchten. Er beginnt ein Leben als „lebender Toter“, doch auch das birgt so seine Schwierigkeiten … „Flucht eines Toten“ ist David Bielmanns Debütroman. Mit ihm hat der Autor 2010 den 1. Preis beim Literaturwettbewerb der Uni Freiburg gewonnen. In seinem Roman schafft es der Autor ohne mahnend zu wirken dem Leser aufzuzeigen, wie verletzend unbedachte Äußerungen für andere doch sein können. Wenn man es dann bemerkt kann es aber für Reue bereits zu spät sein. Albert, der Protagonist des Buches, ist ein Außenseiter, keiner gibt sich mit ihm ab. Im Dorf nimmt ihn keiner wirklich ernst, man lästert eher über ihn. Dabei ist Albert eigentlich ein liebenswerter und hilfsbereiter junger Mann der sich nichts mehr wünscht als jemanden an seiner Seite zu haben, der ihm Wärme und Zuneigung gibt. Doch da es diesen jemand nicht gibt und Albert genug von den Äußerungen der anderen hat und er nicht länger nur der Depp sein möchte plant er seinen Tod. Er geht präzise dabei vor und nachdem er noch so einige Dinge erledigt hat verabschiedet er sich ganz still und heimlich von seinem Leben. Der Schreibstil des Autors ist anspruchsvoll, einfühlsam und eindringlich. Ab und zu bringt er auch etwas Humor mit in die Handlung ein. Die Stimmung im Buch ist von Beginn an traurig und deprimierend. Das Buch selber ist unterteilt in zwei Teile, „Tod eines Lebenden“ und „Leben eines Toten“. Im ersten Teil ist die Handlung eher dramatisch und steigt immer weiter an, während im zweiten Teil eher die Melancholie überwiegt. Geschildert wird die Handlung aus Sicht von Albert. So hat man als Leser direkten Draht zu seinen Gedanken und Gefühlen und leidet automatisch mit ihm mit. Fazit: „Flucht eines Toten“ von David Bielmann ist ein Roman, der zum Nachdenken anregt und berührt. Er glänzt mit einem sehr außergewöhnlichen Protagonisten, einer bildhaften eindringlichen Sprache und einer bis zum Schluss fesselnden Handlung. Absolut empfehlenswert!

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  • Rezension zu "Flucht eines Toten" von David Bielmann

    Flucht eines Toten
    Bellexr

    Bellexr

    09. July 2012 um 18:30

    Die Melodie seines Lebens . Rechthalten bei Freiburg/Schweiz im Jahr 1967: Der 27-jährige Albert Leblanc führt in dem kleinen Ort ein trostloses Leben. Als Koch in der Dorfkneipe arbeitend, ist er ständig dem Hohn und Spott seines Chefs wie auch der Wirtshausbesucher ausgesetzt, Anerkennung für seine mittlerweile recht guten Kochkünste erhält er nie. Seine Freizeit verbringt er nur mit seiner geliebten Gitarre und dem Absinth. Einzig die Serviertochter Mona ist freundlich zu ihm. Kein Wunder also, dass Albert immer öfter an den Tod denkt und schließlich ist der Tag gekommen, an dem er sich ein Ultimatum setzt: In 4 Tagen wird er seinem Leben ein Ende setzen, doch gestaltet sich dies schwieriger als gedacht. . Dies hört sich alles sehr düster und bedrückend, ja regelrecht depressiv an. Ist es aber ganz und gar nicht. David Bielmann ist mit „Flucht eines Toten“ ein wirklich außergewöhnlicher Roman gelungen. Bildhaft und eindringlich zeigt er einem die triste Welt des Albert Leblanc auf. Dieser ist ein liebenswürdiger, hilfsbereiter, gefühlvoller, verschüchterter und introvertierter junger Mann, der sich eigentlich nur ein wenig Wärme und Zuneigung von den Menschen wünscht, was ihm jedoch stets verwehrt wird. Für die Bewohner von Rechthalten ist Albert mehr oder weniger nur der Dorfdepp, den man verhöhnen und verspotten kann, nicht ernst nimmt und über den man Witze reißt, selbst wenn er anwesend ist. . Wen wundert’s, dass Albert irgendwann beschließt, aus dem Leben zu scheiden. Das Dorf zu verlassen und irgendwo anders einen Neustart zu wagen, dies traut er sich nicht, ist Albert doch noch nie viel weiter als bis Freiburg gekommen. Und somit plant der Koch präzise seinen eigenen Tod, erlebt viele Handlungen noch einmal ganz bewusst, verabschiedet sich ganz still und leise von seinem bisherigen trostlosen Leben. . Auf dieser Reise begleitet man Albert und noch darüber hinaus, denn das Buch heißt nicht umsonst „Flucht eines Toten“. Ohne dabei den mahnenden Zeigefinger zu erheben, führt David Bielmann einem vor Augen, wie sehr man mit unbedachten Äußerungen andere Menschen verletzten kann. Wie es für Reue zu spät sein kann, wenn man am Grab steht und erkennen muss, dass man eigentlich nie ein nettes Wort für denjenigen übrig hatte, ihn eigentlich nie wirklich wahr genommen hat. Aber daneben zeigt der Autor auch, wie kleine, freundliche Gesten einen Menschen aufbauen, ihm Hoffnung geben und ein Grund sein können, sein Leben nicht aufzugeben. Auch die Liebe darf Albert erleben, welche sich anfangs zart und vorsichtig entwickelt, mit der Zeit immer mehr reift und Albert so offenbart, dass es sich durchaus lohnen könnte, zu leben. . Dieses Wechselbad der Gefühle, welches Albert im Verlauf des Buches erleben muss, erzählt David Bielmann in einer wortgewandten, ruhigen, nachdenklichen, eindringlichen Sprache, die perfekt den etwas gediegenen 1960er Jahren angepasst ist. Ganz selten blitzt sogar ein sehr feinsinniger Humor auf. Durch diese wunderschöne Schreibweise löst die Geschichte die unterschiedlichsten Emotionen während des Lesens aus und lässt einen gebannt das tragische Leben von Albert Leblanc verfolgen, dem man eigentlich nur ein wenig Glück wünschen möchte. . Fazit: Ein ungewöhnlicher, gefühlvoller und sprachgewaltiger Roman mit einer außergewöhnlichen Geschichte und einem hervorragend gezeichneten Protagonisten.

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  • Rezension zu "Flucht eines Toten" von David Bielmann

    Flucht eines Toten
    sarahsbuecherwelt

    sarahsbuecherwelt

    29. September 2011 um 11:22

    Viele junge Autoren versuchen bekannten Kollegen nachzueifern, oder sich einem Genre anzuschließen, welches gerade besonders angesagt ist. Der 27jährige David Bielmann ist hier eine Ausnahme. Das soll aber nicht heißen, dass man sich seinen Namen nicht merken muss. Im Gegenteil – Sein etwas anderer Roman gewann 2010 einen Literaturwettbewerb. Damit zeigt er, dass es sich lohnt eigene Wege zu beschreiten. Der Leser wird an die Seite von Albert Leblanc geführt. Sein Leben ist nicht unbedingt das, was man als Traumleben bezeichnen würde. Als Koch in einer kleinen Dorflokalität wird er ständig von seinem Chef tyrannisiert, die Gäste sind auch nicht gerade liebenswert. Anerkennung oder freundliche Worte gibt es nur selten. Aus diesem Grund verzieht er sich in eine Welt von Gitarrenspiel und Absinth. Trotz einiger Freuden mit der Serviertochter Mona kommen ihm irgendwann immer mehr Selbstmordgedanken, die er auch in die Tat umsetzt. Doch selbst da verhöhnt ihn das Schicksal. Der Selbstmord misslingt, aber zu seinem Glück wird er für tot erklärt. Damit beginnt ein ganz neues Leben für ihn. Von Menschen die versehentlich für tot erklärt wurden, hat man schon öfters was in den Medien gelesen. Warum diese ungewöhnliche, aber realistische Situation nicht für einen Roman aufgreifen. Mich konnte der Autor mit dieser Idee von Anfang an begeistern. Eine gute Idee allein reicht jedoch nicht. Die Umsetzung eines Werkes muss genauso stimmig sein. Meine anfänglichen Bedenken, ob ein so junger Autor, es schafft dieses heikle Thema gut umzusetzen, waren allerdings unbegründet. David Bielmann versteht mit Worten umzugehen. Von Anfang an achtet er auf eine abgerundete und logische Zusammensetzung der Zusammenhänge. Die Welt von Albert Leblanc ist so authentisch gestaltet, dass man selbst in eine depressive Grundstimmung entführt wird. Dabei achtet er jedoch stets darauf nicht zu dramatisch zu werden, sondern auch genügend Spannung und eine gewisse Portion Humor mit einzubauen. Diese gelungene Kombination, die den Leser mit genügend Abwechslung versorgt, um ihn durchgehend zu beschäftigen, ist alleine schon preisverdächtig. Nichtsdestotrotz benötigt der Leser trotzdem einige Zeit, um wirklich in die Handlung hineinzukommen. Zum einen sorgt dafür der gewöhnungsbedürftige Stil des Autors, und auf der anderen Seite der Protagonist selbst. Die Hauptfigur wird zwar authentisch und farbenfroh gestaltet, aber es benötigt etwas Zeit um seine Gedanken, seine Situation und somit seine Handlungen gänzlich zu begreifen. An den beschreibenden und doch sachlichen Stil gewöhnt sich der Leser genauso schnell, wie an das Leben der Figur. Er ist eben etwas gehobener als viele bei einem Roman erwarten würden. Nach 30 Seiten merkt man nichts mehr, außer der Tatsache, dass auf einmal die Geschichte aufhört. Bis zum Schluss schafft es David Bielmann zu fesseln und zu überzeugen. Bei einem solchen Thema ist dies nicht selbstverständlich und genau aus diesem Grund ist der 1. Platz für dieses Werk nur nachvollziehbar. Das Leben nach dem vermeintlichen Tod ist so konstruktiv und bemerkenswert, dass ich vor einer solchen Idee für einen Verlauf wirklich meinen Hut ziehe. Sie ist einmalig. Abgerundet wird dieses vielversprechende Werk durch das ansprechende Cover, welches einen Baum von seiner Kahlheit zur vollen Pracht mit eingebauter Gitarre zeigt. Kreativität, wie man sie im Buch wiederfinden kann.

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