David Blatner

 4.4 Sterne bei 5 Bewertungen
Autor von Pi, Magie einer Zahl, Extremwelten und weiteren Büchern.

Alle Bücher von David Blatner

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Extremwelten

Extremwelten

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Erschienen am 01.03.2013
Adobe Photoshop CS/CS2 Breakthroughs

Adobe Photoshop CS/CS2 Breakthroughs

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Erschienen am 25.11.2005
DTP Survival Kit

DTP Survival Kit

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Erschienen am 01.01.1999
Adobe Indesign Cs2 How-Tos

Adobe Indesign Cs2 How-Tos

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Erschienen am 12.04.2006
Real World Photoshop 6

Real World Photoshop 6

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Erschienen am 01.03.2001
Spectrums

Spectrums

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Erschienen am 14.03.2013

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Rezension zu "Extremwelten" von David Blatner

Der Mensch "ist ebenso unfähig, das Nichts zu sehen, aus dem er stammt, wie das Unendliche, das...
HeikeGvor 5 Jahren

... ihn verschlingt (Blaise Pascal)
Eine "weiße Dame" auf Burg Wolfsegg, der Märchenkönig Ludwig II. im Starnberger See - es gibt viele Orte, an denen es angeblich noch spukt. Geistern hier tatsächlich die Seelen Verstorbener umher? Sind die Ereignisse in Spukhäusern etwa Aufzeichnungen der alten Gemäuer? Oder entspringen diese Wahrnehmungen vielleicht doch nur den Hirngespinsten von Spinnern? Zahlreiche Forscher sind heute der Auffassung, dass diese Begebenheiten aller Wahrscheinlichkeit nach auf schwer nachweisbare Infraschallwellen zurückzuführen sind. "Beispielsweise kann eine Schallwelle mit der richtigen Frequenz - rund 18 Hz - das menschliche Auge in Schwingung versetzen, was geheimnisvolle graue Erscheinungen im peripheren Sehen hervorrufen kann.", erläutert David Blatner. Vielleicht hatte ja Macbeth recht und Geister sind möglicherweise nur "ein Märchen ... voller Klang und Wut, das nichts bedeutet".

Von der Ahnung, dass wir in einer etwas "gedämpften Mittelwelt" leben, zeugen Schamanismus und unsere größten Mythen bereits seit Jahrtausenden. Sogar heute, wenn wir mit unseren technischen Möglichkeiten durch Mikroskope schauen, "finden wir Welten innerhalb von Welten, Reiche, die unsere alltäglichen physikalischen und biologischen Gesetze erklären, in denen aber erstaunlicherweise genau diese Gesetze nicht immer gelten. Beim Blick durch Teleskope - nicht nur bei sichtbarem Licht, sondern auch bei der unsichtbaren Flut von Röntgenstrahlen, Gammastrahlen und Mikrowellen, die wir auffangen können - entdecken wir ein Universum, das größer und seltsamer ist, als wir uns haben träumen lassen.", so David Blatner. Der US-amerikanische Autor vieler preisgekrönter Bücher befasst sich in seinem jüngsten Werk allerdings nicht mit Gespenstern und sonstigen parapsychischen Erscheinungen. Obwohl man einige seiner vorgestellten Phänomene, die mehr außerhalb als innerhalb des menschlichen Maßes liegen und eine ungeheure Bandbreite umfassen, durchaus dieser Kategorie zuordnen könnte. Ihm geht es um die Darstellung von Gegensätzen. Denn uns Menschen ist eines besonders eigen: Wir vergleichen und schaffen Dualitäten. Unsere Augen, Ohren, Tastrezeptoren, Nervenzellen und das Gehirn sind explizit dafür ausgerichtet, durch Abwägen und Gegenüberstellen unsere unfassbar komplexe Welt um uns herum zu verstehen, Schönheit zu erkennen und unsere Gesellschaft zu strukturieren. Blatner versucht daher in seinem Buch ein Größenempfinden für sechs Spektren zu vermitteln, mit denen jeder von uns täglich umgeht: Zahlen, Größe, Licht, Schall, Wärme und Zeit. Und dies gelingt ihm großartig.

Seine in sechs Kapitel untergliederten Ausführungen können als Wege des Staunens bezeichnet werden. Jedes der vorgestellten Spektren führt von "interessant" über "ehrfurchteinflößend" bis hin zu "wahrhaft schwindelerregend". Er beginnt mit den Zahlen, die zuweilen solch nette Namen wie Avogadro oder Googolplex haben können und stellt Gleichungen vor, bei deren Lösung wahrscheinlich Mister Spocks Augenbrauen nach oben gehen und es im Gehirn scheppert. Doch David Blatner behauptet kühn: Wenn "Sie sich eine Zahl vorstellen können, dann können Sie sich bald alles andere vorstellen." Alles andere sind dann solch Dinge wie ein Exkurs in diverse Größenskalen oder ein Ritt auf den unterschiedlichen "Wellenkämmen" des Lichts. Interessant zu wissen, dass wir zum Beispiel das Sehen der Farbe Magenta nur einem Anfall unseres Gehirns von "Kapier-ich-nicht" zu verdanken haben. Der Autor untersucht zudem - wie bereits eingangs erwähnt - unterschiedlichste Geisterphänomene, Verzeihung, natürlich Schallfrequenzspektren oder er "philosophiert" über Wärme- und Kühlprozesse. Übrigens: Messen Sie niemals zu lange mit einem Thermometer Ihre Körpertemperatur, denn letztere nimmt dabei um einen winzigen Betrag ab, da sich die Energie in das Instrument bewegt, bis beide (Körper und Thermometer) die gleiche Temperatur haben. Nicht, dass Sie noch als Ötzi II. in die Geschichte eingehen oder als Bose-Einstein-Kondensat, dem "heiligen Gral der Kälte", enden. Schlussendlich kommt der Autor dann noch zum größten Geheimnis unseres Universums, dem schwerer als das schlüpfrigste Objekt zu greifenden Rätsel der Zeit.

Fazit: "Es ist kaum vorstellbar, wie erstaunlich klein und scheinbar unbedeutend wir im Universum sind. Aber es ist auch kaum vorstellbar, wie erstaunlich riesig und über die Maßen bedeutend wir im Universum sind." David Blatner schubst uns auf unterhaltsame und verständliche Art und Weise aus der Mittelwelt zwischen groß und klein, kalt und warm, langsam und schnell heraus und öffnet ein Tor zum ganz großen, als auch unvorstellbar kleinen "Plan der Dinge". Ein Buch für all jene, denen Physik, Mathematik oder Chemie bis dato ein Gräuel war, aber auch für den bereits wissenschaftlich Interessierten, ja, vielleicht sogar Versierten. Denn zu entdecken gibt es auch für diese noch jede Menge Neues und Interessantes.

"Wir haben uns in der Vergangenheit getäuscht und werden uns vielleicht auch in Zukunft täuschen, neue Weiten und Schwierigkeiten werden sich vor uns auftun, und wir werden erkennen, dass das, was wir jetzt nicht wissen oder zu wissen glauben, nur ein winziger Teil eines noch größeren Ganzen ist." (Isaac Asimov, Science-Fiction-Autor)

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Rezension zu "Extremwelten" von David Blatner

Naturwissenschaft als Erlebnis
michael_lehmann-papevor 6 Jahren


 

Naturwissenschaftliche Zusammenhänge und Dinge verständlich darzustellen, das war bisher die große Stärke David Blatners. Eine Stärke, die er in diesem Buch nahtlos fortsetzt. Ein Buch, in dem er „Grenzgebiete der Physik“ vorstellt und erläutert, in dem er verdeutlicht, dass der bisherige Wissensstand und das, was der Mensch mit seinen Sinnen erfassen kann, tatsächlich nur einen winzigen, verschwindend geringen Teil dessen darstellt, „was ist“, was das Universum ausmacht und was es beinhaltet.

 

Extreme und „Ränder“ sind es, die Blatner wohlgeordnet einer näheren Betrachtung zuführt.

Zahlen, Größe, Licht, Schall, Wärme und Zeit, mithin jene Gebiete, auf denen seit Jahrhunderten bereits intensiv geforscht wird, in denen die besten Köpfe der Wissenschaft versuchen zu erfassen, was unsere Welt und dieses Universum ausmacht, sind die Oberbegriffe, mit denen Blatner sein Buch unterteilt.

 

All dies mit dem Ziel, „ein Größenempfinden“ zu vermitteln, für jene genannten sechs Spektren. Denn je feiner die Messgeräte, je differenzierter die Herangehensweise, desto stärker verwischen sich die zunächst einfachen Grenzen von Dualitäten und fasern sich auf in Spektren, ineinander fließende Bereiche von Beobachtungen und Messergebnisse. Ein Weg, das betont Blatner deutlich, zu dem es ganz grundlegend gehört, immer wieder die eigenen Perspektiven und Annahmen zu prüfen und nicht dabei zu verharren, „unseren Realitätssinn auf unser menschliches Maß zu gründen“, denn dieses Maß greift immens zu kurz.

 

Dies alles vollzieht Blatner im Übrigen in einer sehr verständlichen Sprache und vielfachen, griffigen und einfachen Beispielen, so dass auch der physikalische Laie gut mit den Inhalten des Buches zurechtkommt (auch wenn es bereits in der ersten Betrachtung der „Zahlen“ teilweise in durchaus abstrakte Regionen führt).

 

Auch wenn am Ende der Lektüre der Leser mit Demut Thomas Edison recht geben muss, „wir wissen noch nicht einmal ein Millionste von einem Prozent über irgendetwas“ (was ja an sich bereits eine durchaus wichtige Erkenntnis ist), auf dem Weg zu dieser Einsicht warten eine Vielzahl von Aha-Erlebnissen und sorgfältig vor Augen geführter, aktueller Ergebnisse der Wissenschaft.

 

Verständlich und „einleuchtend“ erläutert Blatner u.a., „wie man Licht macht“ als „Inkandeszenz“ und „Luminiszenz“ und wie die Wellenlänge die Farbe des Lichtes beeinflusst. Oder wie das „Streben nach absolut Null“ alles drum herum (samt dem Streben selbst) bizarr werden lässt. Ein Wert der, schlechterdings nicht erreichbar ist. Eine Barriere, wie es so manche gibt, eine „asymptotische Grenze“ mit einzigartigen Phänomenen in der Welt der „Ultrakälte“, wo das „Superkleine“ zu finden ist. Zumindest theoretisch. Es ist einfach spannend zu lesen, wie sich Atome verlangsamen und mit welchen Methoden dies erzeugt werden kann. Und wie „Supraleitfähigkeit“ als eines der Ergebnisse dieser Forschung dann mehr und mehr Einzug auch in die Alltagswelt und Nutztechnik des Menschen findet.

 

Noch intensiver wird das Empfinden bei der Lektüre, wenn Blatner sich der Zeit selbst zuwendet. Das es eben in einem der aktuellen Denkmodelle keine Gleichung gibt, die ein „Jetzt“ bestimmt, oder auch nur eine „Zukunft, die sich von der Vergangenheit unterscheidet“. Zeit „vergeht nicht“, „Zeit ist“ (Eternalismus). Was bedeutet das für den „freien Willen“, für eine „Offenheit der Zukunft“, die der Mensch grundsätzlich annimmt und daher auf „Entwicklung“ hin sich ausrichtet? Faszinierend ist hier der Gegensatz der Betrachtungsweise auf „atomarer Ebene“ (im Kleinsten) und auf „Makroebene“ (das Gesamte betrachtend). Je nach Betrachtungsebene drängt ein komplett anderes „Zeitempfinden“ in den Vordergrund. So dass „das Universum nicht nur eine einzige, sondern jede mögliche Geschichte hat“.

 

Trotz des gelungenen Bemühens um eine einfache Sprache und eine bildkräftige Darstellung, dies ist keine einfache Lektüre, die man „mal nebenbei“ sich zu Gemüte führt. Komplexe Zusammenhänge, Randbereiche der Physik, tiefe Einblicke in die Quantenphysik und andere Erklärungsmodelle benötigen eine konzentrierte, immer wieder innehaltende Lesehaltung. Die zu einem deutlichen Mehrwert an Wissen führt, welches Blatner fundiert und einprägsam darstellt.

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