David Chariandy

 4,5 Sterne bei 6 Bewertungen
Autor von Francis, Der karibische Dämon und weiteren Büchern.

Lebenslauf von David Chariandy

David Chariandy, Jahrgang 1969, wuchs in Toronto auf, heute lebt und unterrichtet er in Vancouver. Sein erster Roman, "Soucouyant", erhielt zahlreiche begeisterte Besprechungen und nicht weniger als elf Nominierungen für Literaturpreise. "Francis" ist sein zweiter Roman, der international hymnisch besprochen wurde, ebenso wie der bewegende Brief an seine Tochter "Was ich dir erzählen wollte".

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von David Chariandy

Cover des Buches Francis (ISBN: 9783546100168)

Francis

 (3)
Erschienen am 18.10.2021
Cover des Buches Der karibische Dämon (ISBN: 9783518420652)

Der karibische Dämon

 (2)
Erschienen am 05.03.2009

Neue Rezensionen zu David Chariandy

Cover des Buches Francis (ISBN: 9783546100168)
Dominikuss avatar

Rezension zu "Francis" von David Chariandy

Dramatik
Dominikusvor einem Jahr



Der Schriftsteller David Chariandy erzählt in seinem Roman „Francis“ das Aufwachsen der Brüder Francis und Michael.

Der Schauplatz ist ein heruntergekommenen Stadtteil von 

Toronto. Man erfährt von der Dramatik zweier Generationen in den 1980er Jahren bis in die Gegenwart.

Die alleinerziehende Mutter muss ihren Unterhalt als Putzfrau bestreiten. Die Jungen sind auf sich allein gestellt.


Der Autor versteht es gut die Situation authentisch herüber zu bringen. Da er den ähnlichen Hintergrund wie seine Figuren hat, hat er bestimmt einiges aus eigener Erfahrung erlebt.


Das Buch ist dünn, aber es hat eine gewisse Dichte. Man kann es nicht so einfach nebenbei lesen. Es ist eine ernste traurige Geschichte. 


Schon sein Brie Liebste Tochter hat mich beeindruckt. 

Ich werde gerne weitere Romane von David Chariandy lesen.









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Cover des Buches Liebste Tochter - Was ich dir erzählen wollte (ISBN: 9783548060743)
Dominikuss avatar

Rezension zu "Liebste Tochter - Was ich dir erzählen wollte" von David Chariandy

Brief an die Tochter
Dominikusvor einem Jahr



Der Schriftsteller David Chariandy schreibt in seinem Buch „Liebste Tochter – Was ich dir erzählen wollte“ einen Brief an seine 13jährige Tochter.


Der Autor ist in Kanada geboren. Seine Eltern sind Einwanderer aus Trinidad. Er erlebt immer wieder rassistische Angriffe.

Als er seine Tochter drei Jahre alt war, waren sie gemeinsam essen und erlebte einen dummen Spruch einer Frau. Ich stelle es mir schwer vor, dabei ruhig zu bleiben, wenn das Kind dabei ist.


In diesem Buch erzählt er realistisch und ruhig von seinen Erlebnissen und von seinen Vorfahren.


Diese Art hat mir gut gefallen und ich möchte das Buch unbedingt empfehlen.






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Cover des Buches Francis (ISBN: 9783546100168)
miss_mesmerizeds avatar

Rezension zu "Francis" von David Chariandy

David Chariandy - Francis
miss_mesmerizedvor einem Jahr

Michael und Francis wachsen mit ihrer Mutter in einem heruntergekommenen Stadtteil von Toronto auf. Den Vater haben die Brüder quasi nicht kennengelernt und die Heimat der Eltern auf einer der West Indies ist ihnen ebenfalls fremd. Dafür kennen sie jede Ecke von Scarborough – auch Scarbistan, Scarbirien oder Scarlem genannt wegen der bunt zusammengewürfelten Bewohner aus aller Herren Länder. Die Mutter bemüht sich, arbeitet als Putzfrau gleich in mehreren Jobs, um ihre zwei Söhne ordentlich großzuziehen. Zehn Jahre sind vergangen seit jenem unheilvollen Tag und plötzlich meldet sich Aisha wieder, die Michael seither nicht mehr gesehen hat. Er bittet sie zu kommen, damit sie über das reden können, worüber sie so lange geschwiegen haben. Der Besuch seiner ersten Liebe führt ihn gedanklich zurück in jene Zeit, als plötzlich alles kippte und aus seinem fürsorglichen großen Bruder ein wütender junger Mann wurde.

 

David Chariandy unterrichtet Literatur an der Simon Fraser University, auch als Autor ist er in seiner Heimat bekannt und wurde mit zahlreichen Preisen geehrt, auch sein Roman „Francis“ wurde mehrfach ausgezeichnet. Im Zentrum der Handlung steht das Aufwachsen in finanziell und sozial prekärem Umfeld gepaart mit Erfahrung von Rassismus. Es ist ein Umfeld, das literarisch nicht unbekannt ist, für europäische Leser man jedoch ausgerechnet Toronto, Kanada, unerwartet sein. Ein Land, das üblicherweise als Musterland für Immigration und das friedliche Zusammenleben unterschiedlicher Kulturen bei relativ hohem Lebensstandard gilt, ist für ein solches Setting nicht gerade typisch. Der Autor öffnet mit seinem Roman damit eine bislang verschlossene Tür.

 

„(...) je erwachsener Francis wurde, desto unzufriedener wurde er mit der Welt und dem ihm zugedachten Platz.“

 

Michael und Francis trennt gerade einmal ein Jahr und so wachsen sie zusammen auf. Obwohl kaum älter übernimmt Francis die Rolle des Beschützers, nicht nur die wenigen Monate Altersvorsprung, sondern vor allem sein untrügliches Gespür für Emotionen und eine brenzlige Atmosphäre schützen die beiden Jungs vor ernstzunehmenden Schwierigkeiten. Früh schon machen sie Bekanntschaft mit der Polizei, kommen jedoch unbeschadet aus den Konfrontationen heraus. In der Schule haben sie Chancen, die sie jedoch nicht nutzen und so rinnt ihnen die Zukunft, die vielleicht ein Entkommen ermöglicht hätte, durch die Finger.

 

Francis erkennt schneller als Michael, dass die Welt ihm nichts zu bieten hat und entwickelt eine Wut, die immer weniger kontrollierbar wird. Es beginnt eine Spirale, die sich unweigerlich dreht und in eine Richtung bewegt. Man ahnt, wie es ausgehen muss, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis es zur Eskalation kommt.

 

Die Handlung springt zwischen der Gegenwart und der Jugend der Protagonisten in den 80er Jahren. Die Elterngeneration hat mit der Emigration zwar nicht die Hoffnung auf eine bessere Zukunft, jedoch ihre eigenen Berufschancen aufgegeben. Für ihre Kinder arbeiten sie hart und kommen doch nicht weit. Obwohl die Mutter erschöpft und verzweifelt ist, kümmert sie sich engagiert und liebevoll um ihre Kinder, erzieht sie, versucht ihnen mitzugeben, was sie im Leben brauchen. Von außen wird sie jedoch wahrgenommen als alleinerziehende Mutter, die es zu nicht mehr als Putzfrau gebracht hat und irgendwann den Lebensmut verliert, dement und wohl auch alkoholabhängig wird.

 

Ein dichter Roman, der trotz der Kürze die Dramatik gleich zweier Generationen ausbreitet und verschiedene Facetten von Leid und Enttäuschung sprachlich unaufdringlich, aber pointiert ins Licht rückt. Eine für mich bis dato weitgehend unbekannte Seite des diesjährigen Gastlandes der Frankfurter Buchmesse, das offenkundig noch einige Überraschungen bereithält.

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