David Constantine Wie es ist und war

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Inhaltsangabe zu „Wie es ist und war“ von David Constantine

Der Körper einer Frau, seit Jahrzehnten im Eis konserviert, bricht aus der Vergangenheit in die schon fünfzig Jahre währende Ehe der Mercers ein und bringt sie ins Wanken. Dem erfolgreichen Investmentberater Mr Silverman kommt seine Seele abhanden, aber niemand stört sich daran. Lou findet bei Owen Zugang zu der verblüffenden Schönheit der Natur, jenseits der ausgetretenen Pfade einer gewöhnlichen Liebesbeziehung.
Die Atmosphäre dieser Erzählungen nimmt sofort von uns Besitz. Der Alltag ist den Menschen bedrohlich geworden, sie sind isoliert, belastet von unausgeprochenen Bürden, und suchen Halt im Ungewissen. Was genau es ist, dem sie um jeden Preis ausweichen oder nachjagen wollen, bleibt meist ungesehen, in weiter Ferne – wie der konservierte Körper der Frau aus »In einem anderen Land«, der im schmelzenden Eis eines Schweizer Gletschers darauf wartet, entdeckt zu werden. Die Landschaft und die Natur aber bergen Möglichkeiten der Erlösung, Orte der Zuflucht und kleine Schätze, die Trost spenden können – wie das Stück Treibholz, das ein Strandgutsammler auswählt, um daraus seine Idee von Perfektion zu schnitzen.
Diese siebzehn ausgewählten Short Stories aus mehr als zwei Jahrzehnten zeigen, warum David Constantine als »vielleicht bester zeitgenössischer Autor dieses Genres« (The Reader) gesehen wird. Ihre verzaubernde, eindringliche Sprache ist zugleich aufrüttelnd und »stark genug, um zu helfen« (Giorgos Seferis).

Großatige, melancholische Erzählungen von einem Autor, den es zu entdecken gilt!

— Buecherschmaus

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  • Wie es ist und war

    Wie es ist und war

    Wurm200

    05. February 2018 um 17:16

    David Constantine Wie es ist und war Kunstmann Autor: David Constantine, geb. 1944, ist britischer Autor, Dichter und Übersetzer. Er hat dreißig Jahre lang deutsche Sprache und Literatur in Durham und Oxford gelehrt, und von 2003 bis 2012 mit seiner Frau die Literaturzeitschrift Modern Poetry in Translation herausgegeben. Neben preisgekrönten Lyrik- und Short Story-Bänden und zwei Romanen hat Constantine Übersetzungen aus dem Deutschen veröffentlicht, u. a. von Goethe, Hölderlin, Kleist und Brecht. Constantine lebt in Oxford und Scilly. (Quelle:Kunstmann) Anmerkung: Da in diesem Buch 17 verschiedene Geschichten erzählt werden, werde ich an dieser Stelle nicht wie üblich eine kleine Inhaltsangabe schreiben. Das Buch besteht aus insgesamt 17 mehr oder weniger lange Erzählungen, die keine Kapitel, jedoch aber Absätze besitzen (einzige Ausnahme ist hier eine Erzählung kurz vor dem Ende, diese hat zwei Kapitel). Die Absätze sind stets mit einem “~” voneinander getrennt. Die Titel der Erzählungen sind immer sehr gut gewählt, sodass der Leser diesen in jeder der Erzählungen wiederfindet. Der Titel einer jeder Erzählung steht nicht nur zu Beginn einer neuen Erzählung, sondern zusätzlich auch noch auf der unteren linken Seite, der rechten Buchseite. So weiß man als Leser stets, wo man sich gerade im Buch befindet. Neben diesem Titel befinden sich auch die Seitenzahlen und das nicht wie üblich auf jeder Seite einzeln angegeben, sondern beide Seitenzahlen stehen nebeneinander mit einem “/” voneinander getrennt. Auch wenn die stetige Angabe des Titels die Möglichkeit schafft, auch nach längeren Pausen wieder ins Buch zu finden, so sollten große Pausen nach Möglichkeit ausgelassen werden. Die Geschichten sind nämlich nicht immer sofort zu verstehen und erfordern teilweise ein konzentriertes Lesen. Die Länge der einzelnen Erzählungen ist aber recht gut gewählt, sodass man schnell zum Ende einer Erzählung kommen kann. Dabei sollte man jedoch nicht einfach so durchs Buch hasten, sondern jede der Erzählungen auch auf sich wirken lassen. Die Erzählungen selbst beinhalten dabei oftmals etwas Trauriges, aber gleichzeitig auch etwas Schönes. Haben dazu oftmals noch die Ferne/Abgeschiedenheit aber auch Schönheit als Thema. Was beim Lesen eventuell zu Verwirrungen führen kann, ist die Tatsache das die Dialoge in dem Buch nicht durch “” gekennzeichnet sind. So muss man immer recht gut aufpassen, wer, was und wann gerade sagt (besonders beim direkten “Schlagabtausch” der Charaktere). Das Buch erfordert es nicht, von vorne bis hinten gelesen zu werden (auch wenn ich es nur empfehlen kann), sondern man kann sich seine gewünschte Erzählung heraussuchen (dank Inhaltsverzeichnis auch sehr leicht zu bewerkstelligen) und allein diese lesen. Cover: Das Hardcover des Buches ist mit Stoff überzogen und fühlt sich recht gut in den Händen an. Die Farben bestehen allein aus Blau und weiß. Auf der Vorderseite sehen wir einen weißen Bereich mit blauen Linien, der aussieht wie ein Fingerabdruck. Der Rest des Covers ist Blau mit horizontalen weißen Linien. In der Mitte befindet sich ein weiß umrandetes Rechteck, das mit blau gefüllt ist, indem sich der Titel des Buches befindet (die Umrandung lässt sich auch leicht mit den Fingern ertasten). Dieser Titel hebt sich durch seine weiße Farbe sehr gut ab. Die Innenseite des Covers ist ebenfalls blau und besitzen weiße Punkte, wodurch leicht der Eindruck eines mit Sternen behangener Himmel entsteht (dies würde auch recht gut zu den Erzählungen im Buch passen, die oftmals an schönen Orten in der Ferne/Einsamkeit spielen). Fazit: Ein Buch, in dem sich beim Lesen alles wieder findet, Ferne, Nähe, Trauer, Kummer, Sorge und mehr. Jeder der Erzählungen ist dabei in sich geschlossen und regt beim Leser selbst, zum Nachdenken an. Jede der 17 Erzählungen ist es dabei wert gelesen zu werden und wird dem Leser sicherlich in den Bann ziehen können. Von mir gibt es 5/5 Sterne. Klappentext: David Constantines Erzählungen sind einmalig: Zutiefst poetische, mal zarte, mal aufwühlende Bilder und eine klare, scharfe Beobachtung der archaischen Kräfte, die im Menschen und in der Natur wirken, zeugen von seinem untrüglichen Gespür für die Schönheit und Sonderbarkeit der Welt. Der Körper einer Frau, seit Jahrzehnten im Eis konserviert, bricht aus der Vergangenheit in die schon fünfzig Jahre währende Ehe der Mercers ein und bringt sie ins Wanken. Dem erfolgreichen Investmentberater Mr Silverman kommt seine Seele abhanden, aber niemand stört sich daran. Lou findet bei Owen Zugang zu der verblüffenden Schönheit der Natur, jenseits der ausgetretenen Pfade einer gewöhnlichen Liebesbeziehung. Die Atmosphäre dieser Erzählungen nimmt sofort von uns Besitz. Der Alltag ist den Menschen bedrohlich geworden, sie sind isoliert, belastet von unausgeprochenen Bürden, und suchen Halt im Ungewissen. Was genau es ist, dem sie um jeden Preis ausweichen oder nachjagen wollen, bleibt meist ungesehen, in weiter Ferne – wie der konservierte Körper der Frau aus »In einem anderen Land«, der im schmelzenden Eis eines Schweizer Gletschers darauf wartet, entdeckt zu werden. Die Landschaft und die Natur aber bergen Möglichkeiten der Erlösung, Orte der Zuflucht und kleine Schätze, die Trost spenden können – wie das Stück Treibholz, das ein Strandgutsammler auswählt, um daraus seine Idee von Perfektion zu schnitzen. Diese siebzehn ausgewählten Short Stories aus mehr als zwei Jahrzehnten zeigen, warum David Constantine als »vielleicht bester zeitgenössischer Autor dieses Genres« (The Reader) gesehen wird. Ihre verzaubernde, eindringliche Sprache ist zugleich aufrüttelnd und »stark genug, um zu helfen« (Giorgos Seferis). (Quelle: Kunstmann) Autor: David Constantine Titel: Wie es ist und war Verlag: Kunstmann Genre: Erzählungen Seiten: 320 Preis: 24,00 ISBN: 978-3-95614-198-0http://wurm200.blogspot.de/

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  • Großartige Erzählungen

    Wie es ist und war

    Buecherschmaus

    19. December 2017 um 10:03

    David Constantine ist ein britischer Autor Jahrgang 1944, der dreißig Jahre in Oxford und Durham gelehrt, deutsche Klassiker ins Englische übersetzt und anschließend fast zehn Jahre eine Literaturzeitschrift herausgegeben hat. Daneben entstanden ein Roman und zahlreiche Gedichte und Kurzgeschichten, von denen eine sogar recht prominent mit Tom Courtenay and Charlotte Rampling verfilmt wurde („45 years“)Warum kenne ich diesen Autor so gar nicht? Das liegt daran, dass von seinem Werk anscheinend mit Ausnahme eines Gedichtbandes bisher nichts ins Deutsche übersetzt wurde. Short Stories gelten hierzulande oft als schlecht verkäuflich. Und tatsächlich bin auch ich eher eine Anhängerin der längeren Form. Aber welch ein Versäumnis! Und wie verdienstvoll vom Verlag Antje Kunstmann, dies nun mit einer Sammlung von siebzehn Erzählungen nachzuholen.Sucht man nach gemeinsamen Motiven in diesen Geschichten, die immerhin in einer Zeitspanne von zwanzig Jahren entstanden, wird man dennoch recht bald fündig. Eine große Rolle spielt in allen von ihnen die Natur, die rauen Landschaften Nordenglands und Wales mit ihrer wilden Schönheit, ihren Mooren und immer wieder den Wasserlandschaften, sei es am Meer oder an Flüssen und Seen. Städte treten zurück, Manchester wird nur einmal als Herkunftsort erwähnt.Die Natur bietet den Figuren, die allesamt auffallend vereinzelt sind, auch wenn sie durchaus in Gemeinschaft leben mögen, eine Zuflucht, einen Trost, wenn sie auch niemals sanft und lieblich, sondern immer auch ein wenig bedrohlich daherkommt. Das Wasser ist das vorherrschende Element, sei es als aus geborstenen Leitungen quellendes und in eisiger Kälte gefrierendes, sei es als Wattenmeer mit tückischen Gezeiten oder als mächtiger Stausee, der einst ein ganzes Dorf und mit ihm das Wohnhaus des Dichters Shelley begrub. Der Dichter Shelley geistert durch eine Geschichte so wie Dante oder Calvino durch andere. Die Romantik behauptet ihren Platz in den Erzählungen und so mischt sich, wenn auch sehr dezent, auch ein wenig Mystisches hinein, wie ein Wunschbrunnen, das versunkene Dorf, Schiffsbrüche und Treibgut. Der Grundton ist ein sehr melancholischer.Worum es in allen Geschichten geht, ist die Trauer, frisch erlebte oder lang zurückreichende, und die Risse, die sich in den Beziehungen zwischen den Menschen auftun. Oder aber auch in den Menschen selbst.In der längsten der Erzählungen, „Eine Insel“ betitelt, lesen wir die Briefe eines Mannes – die Protagonisten sind bevorzugt Männer in bereits fortgeschrittenem Alter – an eine Frau, die ihn verlassen bzw. gar nicht erst erhört hat, über ihr Verhältnis erfahren wir weiter nichts. Der Mann hat sich im Herbst auf die Scilly-Island, eine Gruppe kleiner Inseln vor Cornwall, auf denen auch der Autor zeitweise wohnt, zurückgezogen, lebt dort in einer Hütte auf einem Campingplatz und erledigt anfallende Arbeiten gegen freies Logis. Es passiert nicht viel in diesen fünfzig Seiten und doch ist diese Geschichte in ihrer Intensität und leisen Dramatik so ergreifend, wie ich schon lange keine mehr gelesen habe.Dasselbe ließe sich über „Mr. Carlton“ sagen, eine Geschichte in der nach der Beerdigung seiner Frau der Witwer mit dem Auto gen Norden aufbricht, fort von seinen Kindern. Die Fahrt, die etwas von einer Flucht hat, deren Ursache oder Ziel im Dunkeln bleiben, endet zunächst in einem Stau. Ein Unfall, die Landung eines Rettungshubschraubers verhindert die Weiterfahrt. Mr. Carlton beobachtet ein älteres Ehepaar in seinem Haus nahe der Autobahn, spricht mit einem Mann, den seine Frau verlassen hat, und einer jungen Schwangeren, die sich fürchtet. Weiter nichts. Und doch ist auch diese Geschichte so intensiv und berührend, man kommt den Figuren so nah.Die verfilmte Geschichte „In einem anderen Land“, die auch der englischen Originalausgabe des Erzählungsbands den Titel verlieh, in Deutschland aber wegen des gleich betitelten Hemingway Romans wohl nicht namensgebend wurde, erzählt von einem älteren Ehepaar. Der Mann erhält einen Brief, der ihn tief erschüttert und die Beziehung zu seiner Frau, ja sein ganzes Leben in Frage stellt. Vor fünfzig Jahren war er mit seiner damaligen Liebe, der Deutschen Katja, nur ganz subtil erfährt man, dass sie Jüdin war, dass man sich zeitlich damals während der Naziherrschaft befindet, auf einer Alpenüberquerung. Katja stürzt in eine Gletscherspalte und bleibt verschollen. Nun hat man ihre Leiche nach all der Zeit durch abschmelzendes Gletschereis bergen können. Ein Ereignis, das den Mann zurückschleudert in seine Vergangenheit und durch seine Reaktion seine jetzige Ehefrau tief verletzt. David Constantine schaut genau hin auf seine Figuren, er tritt ihnen aber nie zu nahe. Er agiert vorsichtig, tastend, forschend. Die Erzählungen sind alle sehr leise, dezent und sensibel, haben mich aber vielleicht gerade dadurch sehr aufgewühlt.Es ist Mitte Dezember, meine Jahresbestenliste ist eigentlich schon verfasst. David Constantine hat es geschafft, sie nochmal durcheinander zu bringen. Ihm gebührt nun ein Platz ganz weit oben.Erwähnenswert ist vielleicht noch die außergewöhnlich schöne Gestaltung des Buches durch den Kunstmann Verlag. Feines Leinen in an das Wattenmeer der Erzählung „Eine Insel“ erinnernder grafischer Gestaltung, hochwertiges Papier und ein passendes Lesebändchen. Jeden Moment, in dem man es in der Hand hält, ein Genuss.

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