Der erste Satz: "Im Sommer 1963, als ich dreizehn war, stieß ich meinem Vater ein Davy-Crockett-Taschenmesser in die Brust."
Worum geht es?
William Sheppard war 13 als er seinem brutalen Vater ein Messer in die Brust stieß. 'Leider' überlebt sein Vater den Angriff und Will wird in eine Erziehungsanstalt nach Colorado geschickt. Die Anstalt stellt sich als Ranch heraus, auf der Wilpferde gezähmt werden um sie danach zu verkaufen. Die Aufseher - vorallem Frank Kroft - sind gnadenlos und gewalttätig, sodass alle ihnen schutzlos ausgeliefert sind. Doch Will findet auf der Ranch neue Freunde und gemeinsam machen sie sich gegenseitig Mut und schmieden Zukunftspläne. Vorallem der gutmütige Benny wächst ihm ans Herz und als auf einmal 8 Pferde verschwunden sind, muss ein Suchtrupp gebildet werden, welcher die Pferde wieder zurückbringt. Während des Ausflugs gerät der Suchtrupp in eine Katastrophe und das Rennen um Leben und Tod beginnt..
"Manche Geschichten wurzeln im Abenteuer, manche im Konflikt. Andere stammen aus dem Herzen, und die Schrecken und Freuden, die darin eingeschlossen sind, scheinen oft so unermesslich, dass man sich wahrhaft fragt, was aus den Kindern geworden ist, die wir einst waren." (S.12)
Das einzig negative ist, dass manchmal zu viel drumherum geredet wurde und das Geschehen zu sehr in Gesprächen untertauchte.
Dem Autor ist es erstaunlich gut gelungen, die Lebenssituation und die Gefühle von Will zu veranschaulichen. Die Kapitel sind nicht zu lang und nicht zu kurz, sodass man sich nicht davon abschrecken lässt. Man lacht und weint mit und hofft, dass Williams Leben trotz dieses schlechten Abschnittes sich trotzdem noch zum Guten wendet.
Buchtitel: Der Titel ist ein sogenannter 'Insider'. Auf der Rückseite wird nur erklärt, dass Will nach Colorado kommt, aber was es mit den Königen auf sich hat wird erst im Laufe der Geschichte klar.
Mein Fazit: Eine unglaubliche und überragende Geschichte über Fehler und Freundschaft. Ich würde dieses Buch jedem weiter empfehlen! :)
David E. Hilton

Lebenslauf
Alle Bücher von David E. Hilton
Wir sind die Könige von Colorado
Kings of Colorado
Neue Rezensionen zu David E. Hilton
Vor ein paar Tagen habe ich "Wir sind die Könige von Colorado" ausgelesen und brauchte diese Tage, um das Gelesene zu verdauen. Manche Szenen sind mir noch immer so vor Augen, dass ich das Gefühl habe, dass ich Teil des Stoffes gewesen bin...
Zum Inhalt:
Ein in die Jahre gekommener Mann erzählt, rückblickend auf sein Leben, wie er als Junge auf eine Art Erziehungs-Ranch nach Colorado gekommen ist, dort den unabwendbaren Dingen begegnet, die man wohl als Alltag in einem Jugendknast bezeichnen würde und wie er das alles überlebt hat.
Beurteilung:
Ich bin absichtlich nicht en detail gegangen bei der Beschreibung der Handlung, da ich absolut nichts vorweg nehmen möchte. Was ich in den Vordergrund meiner Bewertung stellen möchte ist die Art, wie der junge Autor seinen Roman aufgebaut hat und wie er mich dadurch immer mehr in den Bann ziehen konnte. Zu Beginn war ich ein wenig skeptisch, als ich im Klappentext las, dass es sich um den Debut-Roman eines jungen Autors handelt, der Roman jedoch aus der Sicht eines vom Leben gezeichneten Mannes erzählt wird.
Schon nach wenigen Augenblicken schafft der Autor es, den Leser auf die Reise in die Vergangenheit zu entführen, man hat das Gefühl, dass es eine Art Autobiographie ist und nicht etwa die Erzählung eines jungen Romanciers! Allein dafür möchte ich hier großes Lob aussprechen.
Was mir darüber hinaus sehr gut gefallen hat ist die Intensität, mit der er den Leser gerade an den persönlichen Eindrücken des Jungen teilhaben lässt. Niemals zu ausschmückend, immer darauf bedacht, dass selbst nach so langer Zeit ein Mensch wahrscheinlich nicht alles zu Papier bringen kann, was das Herz ertragen musste hat man das Gefühl, dass man sich vorstellen kann, wie schwer es dem alten Mann gefallen sein muss, das Buch überhaupt zu schreiben! Wirklich erstaunlich.
Ende (kein Spoiler) Auch das Ende hat mir ganz fantastisch gefallen, da sowohl die Erzählung des Jungen als auch des Alten ein Finale erleben darf, ohne dass es in meinen Augen unglaubwürdig erscheint.
Fazit:
Das Buch hat mich sehr mitgenommen und stellenweise hab ich geflennt wie ein Schlosshund. Dennoch möchte ich an dieser Stelle noch einmal betonen, dass die Art und Weise des Autors gerade bei Szenen, die sehr ans Herz gehen, großes Fingerspitzengefühl beweist.
Das Buch wird der Leseprobe, die ich vor ein paar Jahren gelesen habe und so gut fand, absolut gerecht.
Die Geschichte fängt mit einem wirklich bedrückend dramatischen, ersten Satz an, woraufhin ich Fesselndes erwartet habe. - Das habe ich auch bekommen. Ich wurde nicht enttäuscht.
Will Sheppard wird Zeuge eines Autounfalls mit einem Anhänger, in dem eine weiße Stute transportiert wird. Das wunderschöne Pferd stirbt dabei und Will kann nichts tun. Die tote Stute lässt Erinnerungen in ihm wach werden, die er nie ganz verarbeitet hat. Weil ihn diese Situation, in der seine Vergangenheit wieder hochgekommen ist, nicht mehr loslässt, setzt er sich Zuhause entschlossen hin und beginnt das aufzuschreiben, was ihn schon seit Jahren quält...
Alles beginnt damit, dass der 13-jährige Will, nachdem er seinem Vater ein Messer in die Brust gestochen hat, auf eine Erziehungsranch in Colorado, die weit abgeschieden von der Zivilisation liegt, gebracht wird.
Zuerst sah es für Will so aus, als ob er dort nicht so schnell Anschluss finden würde, doch schon bald haben die 4 Jungs Will, Mickey, Benny und Coop zueinander gefunden, die fortan die besten Freunde sein sollten, und geglaubt haben, sie könnten dort in dieser Hölle, die "Könige von Colorado" sein...
Was das Vierergespann auf dieser Ranch alles durchmachen und sich gefallen lassen muss, was die Freunde alles erleben und welchen Ungeheuern sie sich stellen müssen - all das war so, ich weiß nicht, mir fehlen die Worte. So dramatisch, traurig und böse, aber vor allem unglaublich unfair. Ich habe mit den Charakteren mitgelitten wie selten bei einem Buch.
Für Will hatte ich gleich von Anfang an tiefe Sympathie und Verständnis empfunden, bei den anderen Jungs hat es auch nicht lange gedauert, bis sie mir ans Herz gewachsen sind.
Ich wollte die ganze Zeit, dass auch mal was Schönes auf dieser Ranch passiert. Aber bis auf die tiefe Freundschaft untereinander, die immer wieder so richtig schön in den verschiedensten Situationen beschrieben wurde, kann man kaum von etwas zusätzlich Positivem für die Freunde sprechen.
Oja! Positiv war auch noch die Hoffnung, die zwischendurch kurz aber doch wiederkehrend, zwischen den Zeilen herauszulesen war. Vielleicht hat es das sogar noch einen Ticken dramatischer gemacht, jedenfalls war das für mich einfach die richtige Mischung, um mich in die richtige emotionale Stimmung zu versetzen. Deswegen weiß ich, dass ich das Buch definitiv nicht so schnell vergessen werde.
Also das ist nur zum Ende hin eine schöne Geschichte, der ganze Rest ist mehr oder minder harte Kost. Wie Freundschaft und Hoffnung darin aber dargestellt und beschrieben wird, macht diese Lektüre unheimlich lesenswert!
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