David Eagleman Inkognito

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Inhaltsangabe zu „Inkognito“ von David Eagleman

Wissen Sie, wer die Entscheidungen in Ihrem Leben trifft? Sie oder Ihr Unterbewusstsein? Mit wem führen wir innere Dialoge? Wer tritt auf die Bremse, noch bevor wir ein Hindernis bewusst wahrgenommen haben? David Eagleman führt Sie mit grandioser Leichtigkeit durch die mysteriösen Tiefen Ihres Gehirns und lässt das, was Sie bislang für die Wirklichkeit gehalten haben, in einem völlig neuen Licht erscheinen.

Ein sehr anschauliches Buch über die Macht des Unterbewusstseins, das so viele unserer Handlungen bestimmt.

— FelixBrocker
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  • Die Gebrauchsanweisung für unser Gehirn

    Inkognito
    cfreyer

    cfreyer

    02. June 2016 um 16:19


    Wer wissen will, wie sein Gehirn tickt, der sollte dieses Buch lesen. Auf 336 Seiten erklärt der Neurowissenschaftler Eagleman fundiert und trotzdem kurzweilig, was in unserem Kopf vor sich geht, wenn wir Entscheidungen treffen.

  • "In jedem von uns ist auch ein anderer, den wir nicht kennen." (Carl Gustav Jung)

    Inkognito
    R_Manthey

    R_Manthey

    10. July 2015 um 09:14

    Einst dachten wir, dass sich das ganze Universum um uns dreht. Doch dann mussten wir entdecken, dass wir nur ein unbedeutender Teil eines gigantischen Universums sind. Dann folgten noch viele andere Desillusionierungen. Von der jüngsten berichtet dieses faszinierende Buch. Unser Bewusstsein, so schreibt der Autor, macht nur einen kleinen Teil unserer Gehirntätigkeit aus. Schlimmer noch: Was wir als bewusste Entscheidungen empfinden, erweist sich oft bei näherer Überprüfung als Resultat im Dunkeln liegender Gehirnaktivität, auf die wir keinerlei Zugriff haben. Eagleman beschreibt in seinem Text die Erkenntnisse von über hundert Jahren neurowissenschaftlicher Forschung ohne dabei wie andere Autoren der Versuchung zu erliegen, uns zu erzählen, welche Gehirnregionen aktiv sind, wenn wir irgendetwas tun. Im Gegenteil, solche Erklärungsversuche empfindet er als Blödsinn, weil er das Gehirn nicht für eine Art lebenden Computer hält, bei dem man nur die entsprechenden Programme finden muss, um es zu verstehen. Unser Gehirn arbeitet viel komplexer und leider auch überraschend anders, als wir uns das vielleicht vorstellen. Und darüber berichtet Eaglemans Buch. Nachdem er im ersten Kapitel einige solcher Beispiele eindrucksvoll beschrieben hat, kommt er danach zu Sinnestäuschungen. Bei diesem Thema geht es ihm aber nicht darum, seine Leser zu beeindrucken, sondern um die Rolle und das Wechselspiel unserer Sinnesorgane und unseres Gehirns bei unserer Wahrnehmung. Wir sehen beispielsweise, so Eagleman, im Grunde nicht mit unseren Augen, sondern mit unserem Gehirn. Unsere Wahrnehmung funktioniert als Abgleich von eingehenden Daten mit den Erwartungen des Gehirns. So können Blinde, die nach einer Operation ihr Augenlicht zurückgewannen, in der Regel erst einmal nicht begreifen, was sie sehen, weil das Gehirn kein Muster zum Datenabgleich besitzt. Eagleman interpretiert diesen Datenabgleich als weiterführendes Prinzip und schreibt, dass wir uns unserer Umgebung erst wirklich bewusst werden, wenn die eingehenden Daten unseren Erwartungen widersprechen. Besonders verblüffend sind seine Ausführungen zu unserer zeitlichen Wahrnehmung. Unsere Sinne sind in erheblichem Umfang manipulierbar, ohne dass wir dies wirklich bemerken: "Trauen Sie Ihren Sinnen nicht. Nur weil Sie meinen oder wissen, dass etwas wahr ist, bedeutet das noch lange nicht, dass es sich tatsächlich so verhält." (S. 62/63) Im 3. Kapitel ("Geistige Abgründe") befasst sich der Autor danach mit Fähigkeiten, die wir nur durch Beobachten erlernen, aber nicht erklären können. Seine hier angeführten Beispiele zeigen, wie wir mit unserem Unterbewusstsein Vorgänge oder Situationen viel früher und besser verstehen als uns das bewusst jemals gelingen würde. Anschließend erklärt Eagleman im 4. Kapitel, dass "jedes Gehirn selbst bestimmt, was es wahrnimmt beziehungsweise wahrnehmen kann". Die Wirklichkeit ist also sehr viel subjektiver als gemeinhin angenommen (S.98). Völlig verblüffend ist in diesem Zusammenhang auch die von ihm als Beispiel demonstrierte Tatsache, dass unser Gehirn ein und dasselbe logische Problem unterschiedlich schnell und unterschiedlich gut lösen kann, je nachdem, in welchen Kontext es gestellt wird. Forschungen zur Entwicklung einer künstlichen Intelligenz stagnieren seit langem. Eagleman verweist in diesem Zusammenhang auf die gewaltige Zahl instinktiver Handlungen intelligenter Lebewesen, hinter denen komplexe Unterprogramme stehen, auf die wir keinen Zugriff haben. Das Gehirn funktioniert eben nicht wie ein Fließband, sondern erweist sich als komplexes System konkurrierender und diskutierender Routinen mit zahlreichen Rückkopplungsschleifen. Als Beispiel nennt er den erstmals von Kahneman und Tversky experimentell untersuchten Konflikt zwischen dem Drang nach unmittelbarer Belohnung und längerfristigen Interessen. Die im Gehirn offenbar gut funktionierende Mehrparteien-Demokratie hat auch noch den Vorteil, dass sich überschneidende Zuständigkeiten der verschiedenen Untersysteme dem Gehirn eine "kognitive Reserve" verschaffen, mit der Ausfälle kompensiert werden können. Die Rolle unseres Bewusstseins in diesem System erscheint dagegen eher kläglich. Es wird lediglich hinzugerufen, wenn die verschiedenen Routinen nicht weiter wissen. Im Übrigen gibt unser Bewusstsein auch gerne an, schreibt Eagleman, denn es erfindet im Nachhinein Erklärungsgeschichten für Vorgänge, die es nicht begreift. Eaglemans Beispiele sind entlarvend. In den letzten Kapiteln kommt der Autor dann ganz zwangsläufig zu ethischen Fragen, denn aus seinen Ausführungen ergibt sich schließlich die Frage, wie verantwortlich wir eigentlich für unser Handeln sind. Und natürlich diskutiert in diesem Zusammenhang auch das Problem des freien Willens. Erstmals hatte Benjamin Libet nachgewiesen, dass relativ lange bevor wir bewusst entscheiden ("Bewegen Sie Ihren Finger, wenn Sie den Impuls dazu verspüren!"), bereits eine Entscheidung physisch messbar ist. Fazit. Ein wirklich lehrreiches und die Sichtweise auf uns selbst veränderndes Buch. Es enthält viele eindrucksvolle Beispiele und ist für ein Sachbuch ungewöhnlich spannend geschrieben. Tatsächlich geht sein Inhalt viel tiefer als man das in einer kurzen Rezension beschreiben kann.

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  • Rezension zu "Inkognito" von David Eagleman

    Inkognito
    HeikeG

    HeikeG

    22. July 2012 um 11:34

    Erkenne dich selbst oder "There's someone in my head, but it's not me." (Pink Floyd) . "Der Mensch ist dem Menschen das Interessanteste und sollte ihn vielleicht ganz allein interessieren.", ist in Goethes "Wilhelm Meisters Lehrjahre" zu lesen. Seit der Antike beschäftigt homo sapiens sapiens sein eigenes Ich. Dazu wurde er philosophisch analysiert und "auf Herz und Nieren" untersucht. Man hat ihn verdrahtet, geröntgt, in Computertomografen geschoben und seziert. Jüngstes Ergebnis: die Entzifferung unserer eigenen Programmiersprache. Eigentlich, so meinte man, müsste damit auch das letzte Rätsel unseres so rätselhaften Ichs gelöst sein. Allerdings ist die Wissenschaft immer noch nicht dahinter gekommen, wie diese merkwürdige Rechensubstanz in unserem Schädel, die uns zu dem macht, was wir sind, tatsächlich funktioniert und woher diese flüchtigen und unfassbaren Gedanken kommen, die uns täglich durch den Kopf gehen. Sie haben weder Form noch Geruch noch irgendeine andere körperliche Gestalt. Und trotzdem basieren sie auf einer physischen Grundlage und hängen direkt vom Funktionieren dieses rätselhaften, anderthalb Kilogramm schweren Kontrollzentrums ab, als das unser "rosiger Wackelpudding" fungiert. . Eines scheint jedoch mittlerweile ziemlich sicher zu sein: Wir haben über die meisten unserer Handlungen, Gedanken und Empfindungen keinerlei bewusste Kontrolle. "Im undurchdringlichen Dickicht unserer Neuronen laufen eigenständige Programme ab. Unser Bewusstsein - das 'Ich' (...) - macht nur den kleinsten Teil dessen aus, was in unserem Gehirn abläuft.", erklärt David Eagleman. Da unser Gehirn ihm größtenteils den Zugang verweigert, kann man es eher mit einem blinden Passagier auf einem Ozeandampfer vergleichen, "der behauptet, das Schiff zu steuern, ohne auch nur von der Existenz des gewaltigen Maschinenraums im Inneren zu wissen." Blaise Pascal formulierte diese Kontroverse treffend: "Der Mensch ist gleichermaßen außerstande, das Nichts zu sehen, dem er entstammt, wie das All, das ihn umgibt." . Um diese erstaunliche Tatsache geht es in dem Buch des US-amerikanischen Neurowissenschaftlers und Schülers des legendären Biologen Francis Crick. Sind wir vielleicht doch mehr als nur ein Neuronenbündel, die Summe von einzelnen Bauteilen? Steuert das Gehirn unseren Laden wirklich inkognito? Und ist "in jedem von uns (...) auch ein anderer, den wir nicht kennen.", wie es Carl Gustav Jung schrieb? Eagleman führt den Leser auf äußerst unterhaltsame Art und Weise durch diese gewaltige und geheimnisvolle Fabrik, die im Hintergrund rattert. Mittels zahlreicher Fallbeispiele führt er vor, dass unser Bewusstsein tatsächlich nicht die Fäden in der Hand hält und das Geschehen bestenfalls als leises Flüstern registriert. Ganz nach dem Motto von Augustinus (354 - 430), der bekundetet: "Ich fasse selbst nicht ganz, was ich bin.", wirbelt David Eageman in seinem spritzigen, äußerst aufschlussreichen und interessanten Buch vermutliche Erkenntnisse gehörig durcheinander. . Auch wenn letztendlich ersichtlich wird, dass unsere Wahrnehmung nicht nur eine unvollständige bis falsche Rekonstruktion der Welt ist und wir nicht das sehen, was wir vor Augen haben, sondern nur dass, was uns unser Gehirn sagt, so verschaffen wir schon allein durch unseren Geist dem Gehirn Licht, das unweigerlich und lebenslang zum im Dunkeln sitzen verdammt ist. Nach der Lektüre jedenfalls muss die eingangs geäußerte Aufforderung "Erkenne dich selbst" in einem völlig neuen Licht betrachtet werden. "Zur Selbsterkenntnis gehört dann auch die Einsicht, dass unser bewusstes Ich im Schloss des Gehirns nur einen kleinen Raum bewohnt und kaum Einfluss auf die Realität hat, die das Gehirn präsentiert.", so der Autor. Und auch wenn unsere Wirklichkeit offensichtlich von unserer Biologie abhängt, haben wir diesen Zusammenhang noch lange nicht verstanden, obwohl wir die Bauteile bereits identifiziert haben. Denn wenn "unser Gehirn so einfach wäre, dass wir es verstehen könnten, dann wären wir nicht intelligent genug, um es zu verstehen." Eines ist jedoch unbestritten: Es ist das Erstaunlichste, was das Universum hervorgebracht hat.

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