David Eberhard Kinder an der Macht

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Inhaltsangabe zu „Kinder an der Macht“ von David Eberhard

Die Warnung aus dem Land des Erziehungsliberalismus: Schweden, lange Zeit weltweiter Vorreiter in Sachen Pädagogik, hat als erstes Land 1979 die körperliche Züchtigung verboten. Aber kann es sein, dass man dort und andernorts zu weit gegangen ist, was liberale Erziehung angeht? Allerdings, so David Eberhard, Psychiater und Vater von sechs Kindern. Obwohl die Eltern in Schweden vom Staat unterstützt würden wie kaum in einem anderen Land, wachse dort keine Generation von zufriedenen Bürgern heran, sondern eine Generation von Rotzlöffeln.

Sein provozierendes, kluges und unterhaltsames Buch hat bereits wenige Wochen nach Erscheinen in Schweden die Aufmerksamkeit der internationalen Presse auf sich gezogen. David Eberhards mal humorvolle, mal ätzend scharfe Standpauke ist längst überfällig. Dem vagen Unwohlsein, das viele von uns angesichts der heutigen Erziehungslandschaft befällt, gibt er endlich eine Stimme. Dabei geht es Eberhard nicht nur darum, ein Krisenszenario zu entwerfen. Er will auch Eltern unterstützen, damit diese sich wieder trauen, die Erziehung selbstbewusst und mit Führungsstärke in die Hand zu nehmen.

Eberhard macht uns auf eindringliche Weise deutlich, welche Auswirkungen eine allzu liberale Erziehung haben kann. Ein Muss für alle Eltern!

— Bibliothekswurm

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  • Das Ende der liberalen Erziehung wird eingeläutet

    Kinder an der Macht

    WinfriedStanzick

    28. April 2015 um 10:49

    Die liberale Erziehung, das Konzept der Kinder als Freunde der Erwachsenen, die Aufhebung des Unterschieds zwischen Erziehendem und „Zögling“, die Verweigerung der Übernahme von Verantwortung für ihre Kinder durch viele Erwachsene, die Helikopterperspektive insbesondere der gebildeten, von Abstiegsängsten geprägten Mittelschicht – all das ist schon seit einiger Zeit an sein Ende gekommen. Wenn man, dann wenn gerade niemand anders zuhört, mit Erzieherinnen und Grundschullehrerinnen spricht, dann bestätigen die meisten, dass es in den letzten zehn Jahren massive Veränderungen gegeben hat. Seien damals, so eine befreundete Pädagogin, in einer Gruppe oder Klasse vielleicht drei „schwierige“ Kinder gewesen, sei das Verhältnis nun gerade umgekehrt. Man müsse froh sein, wenn in einer Gruppe oder Klasse zwei oder drei Kinder seien, die sich normal verhalten. Der schwedische Psychiater David Eberhard, selbst Vater von sechs Kindern, zeigt in seinem hier vorliegenden Buch, warum nicht nur in seinem Heimatland Schweden, einst als Paradies der liberalen Erziehung hochgelobt, Eltern sich kaum noch trauen, in die Entwicklung und das Verhalten ihre Kinder einzugreifen. Gleichzeitig versuchen sie von früh an, ihren Kindern jegliche Steine aus dem Weg zu räumen, sie vor allen Problemen zu bewahren und ihnen alles abzunehmen, was sie auch, vielleicht unter Schwierigkeiten, aber immerhin, selbst tun  könnten. Das Ergebnis sind Kinder, die sich wie kleine Könige und Königinnen verhalten, auch in der Kita und in  der Schule. Kinder, die allen auf der Nase herumtanzen, weil sie so etwas wie erwachsene Autorität nie kennengelernt haben.   Kinder, die unter Garantie später vom Leben enttäuscht werden, weil man sie nie auf die Anforderungen der Gesellschaft vorbereitet hat. An vielen Beispielen decouvriert David Eberhard die Mythen dieses angeblich liberalen Erziehungsansatzes, der alles andere ist als frei. Denn er befähigt die Kinder nicht, zu selbstständigen, resilienten und lebensbejahenden Menschen heranzureifen, sondern lässt sie abhängig bleiben von einer lebenslangen „Versorgung“. Den heutigen Eltern, die sich aus durchaus verständlichen Gründen um das Wohl und Wehe ihrer Kindern sorgen, ruft er zu: Entspannen Sie sich! Indem Sie die meisten der sogenannten Experten ignorieren, werden Sie ruhigere, selbstsichere und bessere Eltern. Und die Kinder werden prima zurechtkommen.“

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  • Ein unterhaltsamer Ratgeber, der allerdings keine Ratschläge erteilt

    Kinder an der Macht

    LilStar

    13. April 2015 um 21:19

    Als ehemalige Lehramtsstudentin, Pädagogin und Mutter war ich höchst interessiert, als ich von diesem heiß diskutiertem Buch las. David Eberhard, Psychiater, Buchautor und selbst Vater von sechs Kindern schreibt hier über erzieherische Missstände, die vor allem in seinem Heimatland Schweden vorherrschen. Aber auch andere Teile der Welt dürften sich hier in Auszügen wiederfinden, zeigt es sich doch schon daran, dass selbst die internationale Presse die Thematik der liberalen Erziehung immer wieder aufgreift. Vorweg: Dieses Buch ist keine wissenschaftliche Analyse, sondern eine wilde Mischung aus zahlreichen Theorien, Untersuchungen und Interpretationen selbiger. Der Autor wollte mit diesem Buch wohl vor allem Missstände aufzeigen und die Ursachen, die sich seiner Meinung nach dafür verantwortlich zeichnen. Lösungsvorschläge sucht man hier allerdings vergebens, mehr als ein Hinweis, dass dies oder jenes so nicht funktionieren kann, ist nicht drin. Zunächst erklärt Eberhard sehr überzeugt, dass das Wesen des Menschen zu 50 % genetisch bedingt sei und der Rest aus einer wilde Mischung aus Zufällen und der generellen Umgebung eines Kindes entstünde. Schön und gut dachte ich mir, aber wozu dann liberale Erziehung oder Erziehung generell anprangern, wenn man davon überzeugt ist, dass Erziehung eigentlich gar nichts bringt? Viel zu knapp wird erwähnt, dass Erziehung ja doch etwas ausmacht und was das ist. Trotz der Ansicht, dass es egal ist, wie Eltern ihr Kind erziehen, weil es eh von anderen Einflüssen geprägt werden wird, wird Eberhard nicht müde zu erklären, dass Kinder heutzutage viel zu sehr in Watte gepackt würden, dass sie nicht aus Zucker seien. Zu einem großen Teil kann ich seinen Ausführungen dazu sogar zustimmen, trotzdem fand ich viele seiner Aussagen viel zu widersprüchlich um mir wirklich klar darüber zu werden, was er jetzt eigentlich genau ausdrücken will. Ich hatte teils auch wirklich den erhobenen Zeigefinger vor Augen und die Worte meiner resoluten Oma “Früher war alles besser”. Denn so liest sich sein Buch. Als ob früher wirklich alles besser gewesen wäre als heute. Zugegeben, wenn man sich die heutige Erziehung so anschaut und sich klar macht, dass man von Jugendlichen auf der einen Seite viel zu viel erwartet und ihnen auf der anderen aber auch gar nichts mehr zutraut, dann war früher wirklich einiges besser. Früher durfte ich als Kind noch alleine draußen spielen, auf Bäume klettern und unbeaufsichtigt auf den Spielplatz. Mit mir wurde geschimpft wenn ich Unsinn gemacht habe und ich habe es meist auch verstanden. Heute traut man sich oftmals nicht zu mit Kindern zu schimpfen, denn das könnte ja Spätfolgen haben. Bilden wir uns ein. Oder nicht wir, aber zumindest viele heutige Eltern. Auch das draußen spielen, unbeaufsichtigt, kommt heute doch schon einer Aufsichtspflichtsverletzung gleich. Heute neigt man mehr zum überbehüten und lässt den Kindern zu wenig freien Raum um sich selbst zu entwickeln. Oftmals zumindest. So schlimm wie im Buch beschrieben finde ich es hier in Deutschland allerdings noch nicht. Entweder ist es in Schweden um einiges schlimmer oder der Autor überspitzt sehr, das kann ich nicht wirklich beurteilen. In Zügen hat er allerdings nicht ganz unrecht. Eberhard wiederholt sich in seinem Buch ständig. Er selbst schreibt dazu sogar »Wiederholung ist die Mutter des Wissens. Deshalb habe ich dieses Prinzip mein ganzes Buch hindurch praktiziert.« (S. 274) Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass trotz 300 Seiten Text wenig ausgesagt wird. Eberhard übt teils überspitzt und provozierend, teils humorvoll Kritik an einer Erziehung die nichts bringt, an Kindergarten und Schule und den Eltern, ohne sich jedoch selbst wirklich festzulegen oder irgendwelche konkreten Lösungsvorschläge zu präsentieren. Fazit Insgesamt fand ich Kinder an die Macht über kurze Strecken ganz unterhaltsam, nach den ersten Kapiteln hat man allerdings quasi schon alles gehört und liest nur noch um der Wiederholung Willen und in der Hoffnung vielleicht doch noch etwas neues zu entdecken oder einen Vorschlag für einen Lösungsansatz zu erhalten. Ich hatte das Gefühl, dass Eberhard einfach sehr von sich und seinen Ansichten überzeugt ist und daher gar nicht so sehr auf Wissenschaftlichkeit und Struktur fixiert war. Von mir gibt es dafür eine Wertung im mittleren Bereich.

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