David Ebershoff

 4 Sterne bei 66 Bewertungen
Autor von Das dänische Mädchen, The Danish Girl und weiteren Büchern.

Lebenslauf von David Ebershoff

Erfolgreiche Transgender-Literatur: Der 1969 geborene US-amerikanische Autor hat an der Brown University und der University of Chicago studiert. Erste berufliche Erfahrungen sammelte er in der Verlagsbranche bei Random House und Modern Library. Sein Debütroman „The Danish Girl“ über die dänische, intersexuelle Malerin Lili Elbe, die sich als eine der ersten geschlechtsangleichenden Operationen unterzog, wurde ein durchschlagender Erfolg und erfreute sich mehrerer Auszeichnungen wie zum Beispiel der Rosenthal Foundation Award der American Academy of Arts and Letters oder der Lambda Literary Award in der Kategorie Transgender-Literatur. 2002 erschien die deutsche Übersetzung „Das dänische Mädchen“ und drei Jahre später folgte die Verfilmung mit Eddie Redmayne in der Hauptrolle. David Ebershoff unterrichtete Kreatives Schreiben an der New York University und der Princeton University. Aktuell lebt er in New York City und lehrt an der Columbia University.

Alle Bücher von David Ebershoff

Das dänische Mädchen

Das dänische Mädchen

 (53)
Erschienen am 21.12.2015
Der Duft der Orangen

Der Duft der Orangen

 (1)
Erschienen am 17.10.2005
The Danish Girl

The Danish Girl

 (9)
Erschienen am 01.02.2001
The 19th Wife

The 19th Wife

 (3)
Erschienen am 24.04.2014
The Rose City

The Rose City

 (0)
Erschienen am 01.05.2002
Pasadena

Pasadena

 (0)
Erschienen am 01.07.2003
Zustervrouwen / druk 1

Zustervrouwen / druk 1

 (0)
Erschienen am 15.10.2014
Pasadena

Pasadena

 (0)
Erschienen am 01.10.2002

Neue Rezensionen zu David Ebershoff

Neu
Livricieuxs avatar

Rezension zu "Das dänische Mädchen" von David Ebershoff

berührend
Livricieuxvor 7 Monaten

»Greta hatte niemals einen anderen Menschen geliebt als sie, das wusste Lili. Und jetzt – jetzt, da sogar ihre amtlichen Papiere sie als Lili Elbe auswiesen – empfand sie die Gewissheit, dass Greta sich nicht ändern würde. Und diese Gewissheit half ihr durch die einsamen Nächte im Krankenzimmer unter der schweren Decke und durch die Schmerzen, die sich wie ein Dieb an sie heranschlichen und über sie herfielen. Lili änderte sich immerzu, aber Greta nicht, nein, Greta niemals.« – S.310

Ich weiss, viele von euch plädieren dafür erst das Buch zu lesen und sich erst dann den Film anzugucken. Meistens halte ich das auch so, in diesem speziellen Fall aber ging diese ach so tolle Reihenfolge flöten. Um Ostern wurde nämlich der Film im TV gezeigt und als ich ein paar Tage später in der Bibliothek über das Buch stolperte, fackelte ich nicht lange und packte es ein. Belohnt wurde ich mit einer einmaligen Erzählstimme, die die Geschehnisse im Film wunderbar ergänzte.

Ein kleiner Moment
Seinen Anfang nimmt die Geschichte um Einar und Greta Wegener in Kopenhagen. Im Film heisst Greta übrigens Gerda, was auch der Realität entsprechen würde, David Ebershoff nimmt sich hier etwas künstlerische Freiheit heraus und benennt sie kurzerhand um. Auch in seinem Nachwort betont der Autor, dass die Geschichte zwar an das Leben von Lili Elbe angelehnt ist, dass aber vor allem die innersten Gedanken und Gefühle der Figuren ohne Vorstellungskraft und Fantasie nie so zu zeigen gewesen wären.

Einar und Greta leben ein aufregendes Künstlerleben, er malt Bilder von Dänischen Fjordlandschaften und sie widmet sich hauptsächlich Portraits. Und genau ein solches Portrait wird für Einar zum Moment der Offenbarung, als ihn seine Frau nämlich bittet, ihr einen Gefallen zu tun. Dieses kurze Modellsitzen in Seidenstrümpfen und Schuhen mit goldenen Schnallen erweckt Lili zum Leben. In diesem kleinen Moment wird eine Türe aufgestossen, eine lange gefühlte, sexuelle Verunsicherung wird langsam zur Gewissheit. Tief in seinem Inneren spürt Einar zwei Menschen unterschiedlichen Geschlechts, was ihn beinahe zu zerreissen droht. Und während Lili immer mehr Raum einnimmt, geht diese Entwicklung nicht spurlos an der Beziehung zu Greta vorüber. Diese spürt, dass sie in ihrem Mann etwas ausgelöst hat.

Eine grenzenlose Liebe und die Suche nach Identität
Einar geht es nicht ums Verkleiden, es ist kein Spiel, das merkt Greta ziemlich schnell. Für sie bedeutet dies allerdings, dass sie ihren Lebensgefährten, die Liebe ihres Lebens verlieren könnte. Und so gibt sie Einar die Freiheit zu sein und seine bis anhin versteckte oder unterdrückte Seite auszuleben, akzeptiert die Anwesenheit Lilis, ihre Suche nach Erfüllung und sich selbst.
Mit den Portraits von Lili erlangt Greta Berühmtheit und doch merkt sie von Bild zu Bild mehr, wie ihr Mann ganz in Lili aufgeht und immer mehr schwindet. Sogar seine eigene Malerei hat er aufgegeben.
Diese tiefe Liebe von Greta zu ihrem Mann hat mich sehr berührt, auch wenn die Ehe nach Lilis Geschlechtsumwandlung vom Dänischen König annulliert wurde und die beiden danach (zumindest in der Realität, in Buch und Film waltet auch hier die künstlerische Freiheit) getrennte Wege gingen.


Die vollständige Rezension könnt ihr auf meinem Blog Livricieux lesen. 

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Bris avatar

Rezension zu "Das dänische Mädchen" von David Ebershoff

Werden wer man ist
Brivor einem Jahr

Eine Zeit ist es nun schon her, dass ein Film ins Kino kam, der die Geschichte einer ganz ungewöhnlichen Frau erzählt: Lili Elbe nannte sie sich. Früher war sie Einar Wegener, Maler und mit seiner Frau Gerda (im Buch und Film heißt sie Greta, hier jedoch wird im laufenden ihr realer Name verwendet werden), ebenfalls Malerin, glücklich. Gemeinsam verließen Gerda und Lili 1930 Paris, damit Lili sich in Dresden einiger Operationen unterziehen konnte, um sozusagen eine Trans-Pionierin zu werden. Bald 100 Jahre ist das her und immer noch stecken wir in Geschlechter-Diskussionen fest, die sich um Stereotypen drehen. Da werden Verhaltensweisen in typisch weiblich oder männliche unterteilt, ungeachtet der Tatsache, dass wir eigentlich wissen sollten, dass es das eben nicht wirklich gibt. Aber vielleicht fehlt uns dazu die künstlerische Sichtweise, die Einar/Lili und Gerda hatten. Sie sahen, was noch nicht ist, sondern was sein kann. So entstehen Bilder, Geschichten - Kunst eben.

Einar Wegener und Gerda Gottlieb lernten sich während des Studiums kennen und lieben. Dass die Verbindung auch noch bestehen blieb, als Einar sich langsam aber sicher in Lili verwandelte, zeigt, dass Liebe sich nicht nur geschlechtsspezifisch erklären lässt. Der Mensch und sein ihm eigenes Wesen ist es, der fasziniert. Und wenn man jemanden so sehr liebt, dass man es sogar noch unterstützt, dass aus ihm eine sie werden kann, dann ist das wohl ein Haupttreffer. Für beide Seiten. Wobei in diesem speziellen Fall Gerda nicht ganz "unschuldig" an der Entwicklung Einars/Lilis war. Bat sie ihn doch, sich für ein Gemälde, das sie zu vollenden hatte, Frauenkleider anzuziehen, weil ihr das Modell fehlte.

Einar empfand immer mehr Gefallen an seiner anderen, seiner wahren Seite und wurde schlußendlich ganz zu Lili. So sehr, dass Lili sich selbst nicht als Künstlerin sah, die Kunst gehörte für sie zu Einar. Oder war sie, ihre Person nun selbst zur Kunst geworden? Bald hundert Jahre ist es her und klingt für uns Leser doch ungewöhnlich, wenn wir fundiert und eingängig davon erfahren dürfen, wie es Einar / Lili wohl in der Phase der Entscheidung und der Ich-Werdung erging.

David Ebershoff selbst hat sich eingehend über Lili Elbe informiert und war fasziniert von ihrer Geschichte. Zu der natürlich auch Gerda gehört - ohne sie hätte sich wohl alles zumindest anders entwickelt. Ebershoff hat aber auch einen Roman geschrieben und keine Biographie und so lesen wir hier die Geschichte der Lili Elbe, wie sie - in den Details - hätte sein mögen. Sprachlich flüssig, seiner Faszination folgend sehr genau und detailreich wurde diese Geschichte. Wer den zu Beginn angesprochenen Film zuerst angesehen hat und danach das Buch liest, wird vielleicht etwas enttäuscht oder verwundert sein. Ebershoff aber gelingt, was einem Film nie so richtig gelingen kann - er lotet das Innerste, das Menschlichste, die Zweifel und das Glück einer Verwandlung wie die des Einar Wegener in Lili Elbe bei den beiden beteiligten Personen - Gerda und Lili - einfühlsam und doch gründlich aus. Und genau deshalb ist dieses Buch unglaublich zeitgemäß und wichtig, weil es wertfrei aufzeigt, dass Liebe seit jeher nichts mit Geschlechterzugehörigkeit zu tun hat.



Kommentare: 9
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steffi5437s avatar

Rezension zu "Das dänische Mädchen" von David Ebershoff

Das dänische Mädchen von David Ebershoff
steffi5437vor 2 Jahren

Alles beginnt als der Landschaftsmaler Einar seiner Frau Greta, die ebenfalls Malerin ist, als Modell zur Verfügung steht! Einar muss Frauenkleider anziehen und verspürt in diesem Moment, dass er sich im Körper einer Frau zuhause fühlt!


Dieses Buch hat mich mitten ins Herz getroffen! Es beschreibt die bedingungslose Liebe einer Frau zu ihrem Mann, der im Körper einer Frau lebt und von seiner Frau Greta so geliebt und akzeptiert wird, wie er ist! Seine weibliche Seite heisst Lily und Lily schiebt sich im Laufe der Geschichte immer mehr in den Vordergrund!  
Ich konnte so sehr mit Lily mitfühlen, habe mit ihr gelitten und geweint!


Dieses Buch ist eine absolute Leseempfehlung und berührt die Seele!

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