David Foenkinos Charlotte

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Inhaltsangabe zu „Charlotte“ von David Foenkinos

"Ein großartiges literarisches Monument" ELLE
„Das ist mein ganzes Leben“ – mit diesen Worten übergibt Charlotte einem Vertrauten kurz vor ihrem Tod einen Koffer voller Gemälde. Bilder, die ihre viel zu kurze Geschichte erzählen: von ihrer Kindheit im Berlin der 20er Jahre, dem frühen Tod der Mutter, dem Zugang zu Berlins Künstlerkreisen durch die neue Frau des Vaters, dem Studium an der Kunstakademie, dem Leben als Malerin. Und dann: Flucht vor den Nationalsozialisten nach Südfrankreich, Liebe, Hochzeit und schließlich Tod im KZ Auschwitz. Nur Charlottes Bilder überleben – und damit ihre Geschichte, die David Foenkinos anrührend erzählt. "Charlotte" ist das Porträt eines verheißungsvollen Lebens, das viel zu früh beendet wurde.
(4 CDs, Laufzeit: 4h 57)

Leben? Und Theater? Das ist eine Bildfolge, ihr Leben, was von der Malerin Charlotte Salomon der Nachwelt blieb. Hörenswert!

— Waschbaerin

Lieblingszitat: „Langsam wandelt sich die Gegenwart in Ewigkeit.“

— momkki

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  • Ein viel zu kurzes Leben

    Charlotte

    Waschbaerin

    05. November 2017 um 16:31

    Aufmerksam auf dieses Buch, bzw. Hörbuch "Charlotte" von David Foenkinos wurde ich durch dieses ausdrucksvolle Cover. Es ist ein Hörbuch der Extraklasse, einfühlsam gelesen von Devid Striesow. 1942 übergibt Charlotte Salomon einem Vertrauten einen Koffer voller Bilder. "Das ist mein ganzes Leben", sagt sie dabei. Es war ein viel zu kurzes Leben, das ihr vergönnt war und mit dem Tod im KZ Auschwitz endete. Charlotte war Tochter eines jüdischen Chirurgen, der seine erste Frau, eine Krankenschwester, im ersten Weltkrieg kennenlernte. Sie verlieben sich und heiraten. Dieser Ehe entstammte Charlotte. Das Kind wuchs im Berlin der 20er Jahre auf. Hatte sie eine glückliche Kindheit? Finanzielle Sorgen gab es jedenfalls nicht. Doch die Mutter wurde schwermütig, brauchte selbst Pflege und konnte ihrer Tochter Charlotte nicht zur Seite stehen. In einem unbeobachteten Moment stürzte sie sich aus dem Fenster in den Tod. Sie war nicht die erste Selbstmörderin in ihrer Familie. Auch ihre geliebte Schwester nahm sich in jungen Jahren das Leben, eine Tante, später ihre Mutter. Was mag dieser Verlust in dem Kind Charlotte bewirkt haben? Konnte sie diesen frühen Verlust später durch die Kunst verarbeiten?Der Vater heiratete erneut und die Stiefmutter, selbst Künstlerin, erkannte das Talent des Zeichnens bei Charlotte und ermutigte sie darin.Doch alles kam anders als gedacht. Die Nazis wurden größer und größer, bekamen immer mehr Zulauf und Charlottes Stiefmutter, eine Sängerin, bekam als Jüdin Auftrittsverbot. Auch Charlottes Vater hatte unter dem neuen Regime zu leiden. Es nützte ihm nichts dass er im ersten Weltkrieg kämpfte, in den letzten Jahren viele wissenschaftliche Abhandlungen schrieb und den medizinischen Fortschritt voran trieb. Er war Jude und das war genug. Trotz ihrer jüdischen Abstammung schaffte es Charlotte an der Kunstakademie zu studieren. Doch der Vater hatte die Gefahren zu spät erkannt, hat trotz seiner finanziellen Möglichkeiten Deutschland nicht rechtzeitig verlassen. Als es nicht mehr zu ignorieren ist was auf die Juden zukommt, war es zu spät. Er wurde verhaftet, kam aber später wieder frei.Charlotte gelang es nach Südfrankreich zu fliehen. Doch es gab genügend Menschen die glaubten, aus ihrem Leid noch eigene Vorteile schlagen zu können. Doch sie gab nicht auf, glaubte sich dort in Sicherheit. Doch das stellte sich als Irrtum heraus. Sie wurde verraten und verhaftet, nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. Welche Ironie des Schicksals! Ihre Eltern, die Charlotte überredeten nach Frankreich zu fliehen damit sie der Deportation entkommen würde, konnten in den Niederlanden untertauchen und haben den Krieg überlebt. David Foenkinos machte ein ganz eigenes Buch aus dieser Lebensgeschichte. Er besuchte die einzelnen Orte, an denen Charlotte lebte und bringt so dem Leser/Hörer die Künstlerin noch näher. Vor Charlottes Elternhaus in Berlin sind 3 Stolpersteine mit den Namen angebracht. Doch als er an der ehemaligen Wohnungstür der Familie Salomon klingelt, wird ihm die Tür vor der Nase zugeschlagen. Der Autor schafft es, den Hörer die Angst und Not fühlen zu lassen, in der Charlotte und ihre Eltern lebten. Allein schon das wäre Grund genug für alle Sternchen. Von mir gibt es eine absolute Empfehlung für dieses außergewöhnliche (Hör)Buch.

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  • Ein Fest!

    Charlotte

    momkki

    11. February 2017 um 08:25

    Charlotte Salomon ist eine Künstlerin, die post mortem für ihren eigenen künstlerischen Stil bekannt wird. Zu Lebzeiten ist sie ein wankelmütiger Mensch. Sie lebt, leidet und fühlt zwischen den Extremen: Verzweiflung und Verzückung. In dem Roman geht es um ihr Leben und erwachsen werden, sowie ihrer künstlerischen Entwicklung innerhalb der Fänge des Nationalsozialismus. Was hat sie geprägt!? Wie kamen ihre Kunstwerke und ihr Lebenswerk „Leben? Oder Theater“ zustande? Ergreifend beschreibt David Foenkinos ihren Leidensweg. Glückliche Umstände retten Charlotte von Jahr zu Jahr vor Nazis.  Doch schon bald ist ihr Glück vergangen und sie wird 1943 in einem KZ schwanger vergast. Fesselnd, packend, hoch interessant. Bis bald, momkki. www.zeilenfuchs.com

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  • [Rezension Hörbuch] Charlotte von David Foenkinos

    Charlotte

    Mone80

    30. December 2015 um 06:23

    Das Buch "Charlotte" ist mir schon mehrfach im Internet begegnet und die vielen positiven Stimmen machten mich immer mehr neugierig. Charlotte Salomon war eine junge, jüdische Künstlerin die durch ihre Bilder ihr kurzes Leben erzählt. Ihre Bilder haben das Grauen der Nazizeit und die Ermordung von Charlotte überlebt und David Foenkinos hat diesen Bildern Worte geschenkt. Die Bildfolge "Leben? und Theater?" ist heute im Besitz des Joods Historisch Museum in Amsterdam und sind wichtige Zeitzeugen. Wo soll ich nur Anfangen mit meiner Rezension, wo soll ich ein Ende finden? Und was soll ich schreiben? Mir ist es schon lange nicht mehr so schwer gefallen, Worte zu finden. Ihre Kindheit verbrachte Charlotte in Berlin in den 20 er Jahren. Sie bekommt die Anfänge des Hitler-Regimes und irgendwie scheint es so, als hätte sie es im Gefühl gehabt, dass das alles ein schlimmes Ende nehmen wird. 1935 darf sie, trotz ihrer Herkunft, an der Kunsthochschule studieren. Doch 1939 muss sie nach Südfrankreich fliehen. Dort fängt sie an zu malen. Sie malt, um nicht verrückt zu werden. In ihren Bildern lässt sie alles raus, verarbeitet Schicksalsschläge ihres Lebens, die Freitode ihrer Mutter und Großmutter, ihre Verzweiflung, ihre Vorahnung. Kurz vor ihrer Deportation nach Ausschwitz bringt sie ihre Bilder ihrem Arzt und Vertrauten. Er soll sie treuhänderisch für sie aufbewahren. Für Ottilie, die nach Amerika zurück gegangen ist, als sich die Lage zugespitzt hat. Ottilie hat Juden und jüdischen Waisenkindern ein zu Hause gegeben und war eine Vertraute von Charlotte. Mit warmen und einfühlsamen Worten hat David Foenkinos Charlottes Leben wieder aufleben lassen. Er erzählt, wie er auf die jüdische Künstlerin gekommen war und welche Gedanken er bei seiner Recherche hatte. Kann/Darf er dieses Buch schreiben? Darf er sich mit einbringen? Was er bei seinen Recherchen erlebt hat? Diese schmale Gradwanderung hat er perfekt gemeistert und eine intensive Biographie ist entstanden. David Foenkinos legt nicht nur viel Wärme und Gefühl in seine Worte, die oft sehr poetisch sind, er bringt Charlotte Salomon auch sehr viel Würde entgegen. Devid Striesow gelingt es diese Wärme und Gefühle einzufangen und dem Hörer weiterzugeben. Er liest dieses Buch großartig und perfekt. Ich war beim Hören des Hörbuchs oft sprachlos, geschockt und aufgewühlt. In mich gekehrt bin ich es immer noch, wenn ich an die Stunden zurückdenke, die ich mit diesem Hörbuch verbracht habe. Charlotte ist ein Hörbuch, welches lange in meinem Gedächtnis bleiben wird. Ein Hörbuch, welches mir ins Herz gegangen ist und dort einen festen Platz eingenommen hat.

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    • 2
  • Absolut angemessen in einer sehr einfühlsamen Weise eingelesen

    Charlotte

    WinfriedStanzick

    08. October 2015 um 12:39

    Charlotte Salomon, eine jüdische Künstlerin, die 1943 in Auschwitz vergast worden ist, ist lange von der Kunstwelt und Kunstkritik kaum beachtet worden. Dabei hätte sie neben Paula Modersohn-Becker, Marc Chagall und anderen in einem Atemzug genannt werden und zu einer der bedeutendsten Künstlerinnen de 20. Jahrhunderts gezählt werden können. Als der Schriftsteller David Foenkinos zum ersten Mal von ihr erfährt und ihre Bilder sieht, treibt die Lebensgeschichte dieser jungen Frau ihn um, sie raubt ihm nachts den Schlaf, wie er berichtet, und sie geistert durch viele seiner letzten und erfolgreichen Romane. „Die Vorstellung, was aus ihr hätte werden können, wäre sie nicht ihrer jüdischen Herkunft wegen von den Nazis ermordet worden, ist zum Verzweifeln.“ Jahrelange Recherchen führen schlussendlich zu einem Roman, mit dem Foenkinos erfolgreich versucht, diesem Leben und dieser Lebensgeschichte gerecht zu werden. Es ist ein Roman geworden, der aus relativ kurzen Sätzen besteht, nach denen er jedes Mal eine neue Zeile beginnt. So entsteht ein sehr dichtes und unter die Haut gehendes Leseerlebnis, das Charlotte Salomon dem Leser ganz nahe kommen lässt. Charlotte Salomon wird 1917 als Tochter jüdischer Eltern in Berlin geboren und wächst als einziges Kind einer bürgerlichen Familie auf, deren Geschichte vom Dunkel zahlreicher Suizide überschattet ist, die auch Charlotte eine tiefe Traurigkeit eingeprägt haben. Als sie neun Jahre alt nimmt sich die Mutter das Leben und Charlotte wird fortan von wechselnden Kindermädchen betreut, von denen  einzig das Fräulein Hase ihr Herz erreicht. Nach der Heirat des Vaters, eines angesehene Chirurgen mit der gefeierten Opernsängerin Paula Lindberg gehen eine Zeitlang berühmte Künstler und Wissenschaftler bei den Salomons ein  und aus. Doch die Machtergreifung der Nazis beendet das alles schlagartig. Der Vater verliert die Lehrbefugnis, die Stiefmutter ihre Engagements. Kurz vor dem Abitur muss Charlotte die Schule verlassen. Genau in dieser Zeit entdeckt sie ihre Begeisterung für die Malerei und findet in  ihr einen Weg, der düsteren Wirklichkeit zu entfliehen. Foenkinos beschreibt das so: "Künstler erreichen in ihrem Leben einen bestimmten Punkt. Einen Punkt, an dem sich eine innere Stimme zu Wort meldet. Etwas in ihnen breitet sich unaufhaltsam aus, wie Blutstropfen im Wasser." Als eine der letzten Jüdinnen wird sie 1935 an der Berliner Kunstakademie zugelassen, doch 1939 muss sie zu den Großeltern  nach Villefranche in Südfrankreich fliehen. Dort malt sie wie im Rausch einen Zyklus mit über tausend Gouachen expressionistischen Stils, in denen sie ihr ganzes Leben erzählt. „Leben? Oder Theater?“  betitelt sie dieses „Singspiel“, das sie 1942  mit den Worten „Das ist mein ganzes Leben“ einem Vertrauten übergibt. Das Versteck in Frankreich, wo sie gemeinsam mit ihrem Ehemann Alfred Nagel lebt, wird bald zum Verhängnis. Als die SS die schwangere Charlotte Salomon am 21. September 1943 abholt, ist sie 26 Jahre alt. Ihre Bilder sind heute im „Joods Historisch Museum“ in Amsteramm ausgestellt. Dort hat sie Davoid Foenkino vor vielen Jahren gesehen und hat sie später zur Grundlage seines Romans gemacht, der ihm lange stilistisch Kopfzerbrechen bereitete: "Ich spürte ständig das Verlangen, eine neue Zeile zu beginnen. Um durchatmen zu können. Irgendwann begriff ich, dass ich das Buch genau so schreiben muss". Jede Zeile ein Satz. Es ist ihm damit ein überaus lebendiges Porträt gelungen. In seinem literarischen Andenken meldet sich Foenkinos immer wieder selbst zu Wort und gibt Rechenschaft über seine Arbeit als Autor. Er überwindet Konzeptionen und gängige Normen für eine Biografie und schafft so ein eigenes Kunstwerk, das dem der Charlotte Salomon gerecht wird. Seine poetisch-reduzierte Sprache, seine hohe Emotionalität, seine Mischung von Tatsachen und Fiktion verschafft dem Leser ein einzigartiges Erlebnis. Die hohen Auflagen in Frankreich  und die Auszeichnungen, die das Buch erhalten hat kommen nicht von ungefähr. Ein ganz außergewöhnliches Buch, der hier in diesem Hörbuch von Devid Stresow dem Buch absolut angemessen in einer sehr einfühlsamen Weise und mit angenehmer Stimme akustisch in Szene gesetzt wird.

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