David Foenkinos Zum Glück Pauline

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Inhaltsangabe zu „Zum Glück Pauline“ von David Foenkinos

Etwas stimmt nicht im äußerlich perfekten Leben des Ich-Erzählers: Es plagen ihn rasende Rückenschmerzen. Als kein Arzt eine Erklärung findet und er sich bereits dem Tod geweiht glaubt, erklärt ihm eine Magnetfeldtherapeutin, dass die Ursache seines Leidens psychischer Natur sei. Und tatsächlich: Als er sein Leben genauer unter die Lupe nimmt, wird ihm bewusst, dass die Heile-Welt-Fassade so manchen Riss aufweist angefangen bei seiner nur vermeintlich glücklichen Ehe. Er krempelt sein Leben gründlich um und gibt der Liebe eine zweite Chance. Geistreich, beschwingt und mit heiterer Ironie erzählt David Foenkinos von der nicht immer leichten Suche nach Authentizität und vom Mut zum Neuanfang.

Eine französische Geschichte über Rückenschmerzen, die für all das Falsche im Leben des Protagonisten stehen. Sprachlich wunderschön!

— clickclackboum
clickclackboum

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  • Tolle ironische Wortwahl, die aber leider über die Längen der Geschichte nicht völlig hinweghilft...

    Zum Glück Pauline
    olivia

    olivia

    04. September 2014 um 16:22

    Dem Helden in David Foenkinos’ neuem Roman ist sofort klar, dass etwas nicht stimmt: rasende, unerklärliche Rückenschmerzen plagen ihn und gehen nicht mehr weg. Es beginnt, begleitet von Ängsten und quälenden Phantasien, die übliche medizinische Ursachenforschung, Notfallklinik, Orthopädie, Röntgenpraxis und immer warten, warten, warten. Aber auch die Kernspintomographie liefert nur nebulöse Resultate und vielleicht hat die seltsame Magnetfeldtherapeutin doch recht, es ist gar nichts Körperliches. Denn unser von Schmerzen heimgesuchter Erzähler mag ein Häuschen in einem Vorort von Paris haben, zwei nette Kinder, eine reizende Frau und einen anständigen Beruf in einem bedeutenden Architekturbüro, aber das ist alles nur Fassade. In der Firma wird er übel gemobbt, Élise, die Frau, will sich scheiden lassen, zu den Kindern hat er den Kontakt verloren und die Eltern haben ihn noch nie gemocht. Zeit, ein paar Knoten aufzulösen. In der Firma fängt unser Held als Erstes an, und zwar durchschlagend. Komisch, sensibel, mit Feingefühl und Ironie erzählt David Foenkinos davon, wie sein Protagonist sein ganzes Leben umkrempeln muss und dabei nicht nur eine neue Existenzgrundlage, sondern auch eine neue Liebe findet. Was soll ich sagen? Zunächst war ich absolut begeistert von der Geschichte, die sich um den Protagonisten herum rankt. Eine absolut treffende, wunderbar ausgesuchte Wortwahl, die mich durch die häufige Ironie ungemein anspricht. Von den Formulierungen her kann ich mir kaum etwas besseres wünschen. "Mal ehrlich, was gefällt dir an ihm?" "Die Art, wie er von meinen Backenzähnen spricht…". "Was mich betrifft, so kann ich im Flugzeug nicht schlafen. Ich brauche zum Schlafen ein Bett. Aber ich finde es faszinierend, dass es Leute gibt, die im Sitzen schlafen können. Mir erscheint das so abwegig wie im Liegen gehen." "Zu der Angst vor dem Untersuchungsergebnis gesellte sich die Angst, ein schlechter Patient zu sein. Kranke wollen immer beweisen, dass sie gute Kranke sind." Doch leider wurde das hohe Niveau des Anfangs in meinen Augen nicht dauerhaft gehalten. Die Geschichte wies in der Hälfte des Buches einige Längen auf, irgendwann stellte ich mir die Frage, wer denn nun eigentlich diese Pauline sei, die im Titel genannt ist. Denn lange Zeit war sie (namentlich) überhaupt nicht präsent. Zwar entwickelte sich die Geschichte um den armen, von Rückenschmerzen geplagten Protagonisten auf Dauer auf ganz interessante Weise - auch die Charaktere in seinem Umfeld sind wirklich ansprechend - aber ich wartete nur darauf, dass, nachdem der Start so gut geglückt war, es fast zwangsläufig zu einem Tiefpunkt kommen musste. Man hätte die Geschichte gut um 50 - 100 Seiten kürzen können, dann wäre sie sicherlich teilweise nicht ganz so langatmig erschienen. Doch trotz allem mag ich die Schreibweise dieses Autors, David Foenkinos, sehr. Seine Formulierungen überzeugen mich immer wieder und die gute Mischung aus Ironie und Feingefühl lässt mich nun weiter darüber nachdenken, doch noch ein anderes Buch von ihm zu lesen. "Nathalie küsst", was ich vor einiger Zeit gelesen habe, hat mir damals in jedem Falle sehr gefallen…. (Ansprechend finde ich den Titel "Das erotische Potential meiner Frau"….).

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  • Mittelmäßige Geschichte einer Midlife-Crisis

    Zum Glück Pauline
    JuliaB

    JuliaB

    28. January 2014 um 17:42

    Auf den ersten Blick scheint alles in Ordnung. David Foenkinos’ Protagonist ist anfangs vierzig, beruflich ganz erfolgreich, hat eine liebevolle Frau, zwei gut geratene Kinder und ein hübsches Häuschen in einer netten Gegend. Aber aus heiterem Himmel überfallen ihn quälende Rückenschmerzen. Er pilgert von Arzt zu Arzt, aber keiner findet eine Ursache für die stechenden Schmerzen. Und mit den körperlichen Beschwerden gerät auch seine bisher so wohlgeordnete Welt aus den Fugen. Eine wichtige Präsentation im Beruf wird zum Desaster, in der Ehe zeigen sich Risse, seine Kinder sind ihm fremd geworden... David Foenkinos schildert detailliert, wie sein namenloser Protagonist unaufhaltsam in eine Midlifecrisis abgleitet. Stück für Stück wird die heile Welt auseinandergebrochen, fällt die hübsche Fassade, mit der er seine Unsicherheit und Zweifel zu verdecken sucht. Im Beruf wird er von einem Konkurrenten gemobbt, traut sich aber nicht, sich zu wehren, weil der Kredit für das Haus ja abbezahlt werden muss. Seine Ehe ist eingeschlafen, man lebt nebeneinander her. Die Kinder sind ausgezogen und werden ihm immer fremder. Die Rückenschmerzen sind da nur das Symbol für all das, was ihn belastet, eine Abwehrreaktion des Körpers, der sich gegen die aufgestauten Belastungen wehrt und ihn aus dem gewohnten Trott reißt. Plötzlich muss der Protagonist aktiv werden, weil er nicht mehr einfach weitermachen kann wie bisher, und das fällt ihm zuerst unglaublich schwer. Etwas unglaubwürdig fand ich dann, wie leicht dieser Neustarts ablaufen. Beruflich, privat, überall eröffnen sich plötzlich neue Chancen, da hier schlittert der Protagonist ohne große Anstrengung einfach hinein, und am Schluss endet alles in Wohlgefallen: irgendwie ist das nur mäßig realistisch und erinnert plötzlich fatal an seichte Unterhaltung. Ebenfalls wie ein Kitschroman klingt der dämliche deutsche Titel, zudem hat er kaum etwas mit der Geschichte zu tun, denn besagte Pauline taucht erst ziemlich am Ende des Buches auf. Die Originalvariante „Je vais mieux“ (es geht mir besser) spielt sehr viel geschickter mit der Verflechtung der Rückenschmerzen und des psychischen Zustands der Hauptperson, mit ihren Bemühungen, die Fassade so lange wie möglich aufrecht zu erhalten, keine Schwäche zu zeigen, um seine Umwelt nicht zu beunruhigen. Schade, dass man da beim deutschen Titel den Blick derart plakativ auf die Liebesgeschichte richtet, denn das wird dieser unbarmherzigen Analyse einer Midlifecrisis nicht gerecht.

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  • Mehr Lebensneuanfang als Liebesgeschichte ...

    Zum Glück Pauline
    SharonBaker

    SharonBaker

    08. October 2013 um 19:18

    Rückenschmerzen sind was ganz schlimmes und so ist unsere Hauptfigur am Anfang dieses Romans mehr als unglücklich. Aber woran liegt es? Er geht zum Arzt und macht mehrere Untersuchungen, mit keinem anderen Ergebnis, als das er völlig gesund ist. Aber wie kann das sein! Auf Empfehlung von seinem Freund geht er zum Osteopathen, aber auch dieser kann nicht helfen. Also probiert er als nächstes eine Magnetfeldtherapeutin aus, diese sagt ganz klar zu ihm, das sie ihm ebenfalls nicht helfen kann und er doch einen Psychoanalytiker aufsuchen sollte. Unser leidender Patient ist ganz verzweifelt und je mehr er mit seinen Rückenschmerzen zu kämpfen hat, umso mehr bricht sein bisheriges Leben auseinander. Seine Tochter lebt mit einem älteren Mann zusammen, schwer zu verkraften. Sein Sohn ist in New York und studiert, mit 18 schon aus den Haus, was ist nur schief gelaufen. Seine Eltern geben ihm nicht das Gefühl geliebt zu sein und bemängeln ihn in einer Tour. Das Schlimme ist nur, er wehrt sich nicht. Das bringt wieder seine Frau auf den Plan, die nach dem Tod ihres Vaters, ihr Leben überdenkt und die Scheidung möchte. Das ist aber alles noch nicht genug, in seinem Beruf hat er noch einen fiesen Kollegen der in mobbt und das so geschickt, das er auf die Strafbank muss. Wir sehen, das da doch so einiges nicht stimmen kann und der Verdacht liegt da doch nahe, woher die Rückenschmerzen rühren. Jetzt bleibt nur noch die Frage, schafft unser Protagonist den Knoten zu lösen und alles wieder in eine vernünftige Bahn zu bringen, und seinen Rückenschmerzen zu besiegen? David Foenkinos neuster Streich und diesmal nimmt er sich eines Themas an, was uns alle betrifft. Hören wir auf unseren Körper und seine Signale! Unser Ich-Erzähler ist so einer, der alles in sich rein frisst und statt der Auseinandersetzung immer den Rückzug bevorzugt. Somit machte er am Anfang einen sehr leidigen und auch unsympathischen Eindruck. Man hat beim lesen manchmal das Bedürfnis ihn zu schütteln und möchte ihn ab und zu gern den Marschblasen. Aber wir alle kennen das doch auch, der Druck von außen ist so groß und unweigerlich verschliesst man sich. Nur leider kann der Körper da nicht alles verkraften und gibt eben doch Wahnsignale ab. Genau hier steigen wir ein und erleben eine Verwandlung in fünf Akten erzählt. Zuerst der Schmerz und der total Absturz, sein komplettes Leben löst sich auf und dann versucht er Schritt für Schritt sein Leben neu anzugreifen und Herr seiner Schmerzen zu werden. Der Schreibstil von diesem Autor ist einfach wunderbar und lässt sich so weg lesen, obwohl das Thema nicht unbedingt einfach ist. Er lässt seinen Protagonisten, sein Leben neu betrachten und dies beschreibt er so gefühlvoll mit nostalgischen Rückblenden. Dann nimmt er vieles mit Humor und Ironie auf die Schüppe und lässt einen manchmal mit melancholischen Gedanken zurück. Ich glaube jeder findet ein Stück von sich selbst in diesem Buch wieder und obwohl viele noch nicht in dem Alter sind, erkennt man sich selbst, oder seine Umgebung. Das Buch und seine Geschichte machen aber sogleich auch Mut, denn ein Neuanfang ist immer Möglich und man sollte einfach mehr auf seinen Körper hören. Das Einzige was mich ein bisschen gestört hat, war der Titel und meine Vorstellung dazu. Ich finde das dieser nicht ganz so gut gewählt war, denn ich hatte eigentlich eine Liebesgeschichte erwartet und das nicht erst in den letzten 50 Seiten. Das fand ich ein bisschen mager und dabei hatte ich mir soviel drunter vorgestellt. Trotzdem ein wunderbares Buch, zu unserer unbeständigen Zeit.

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  • Zum Glück Pauline

    Zum Glück Pauline
    Clari

    Clari

    14. July 2013 um 13:14

    Leben ist Glückssache! Der Icherzähler dieses hinreißenden Romans befindet sich in keiner guten Lage. Er lebt mit seiner Frau in Paris zu Beginn des 21. Jahrhunderts. Unerträgliche Rückenschmerzen plagen ihn und führen zu den wildesten Fantasien über die möglichen Ursachen. Seine Frau Élise und er sind zwanzig Jahre verheiratet und um die vierzig Jahre alt. Die Tochter ist kürzlich mit einem Freund zusammengezogen, und der Sohn, noch nicht einmal 18 Jahre alt, zieht ein Studium in den USA dem weiteren Verbleib im Elternhaus vor. Die Eltern sind geschockt über den Zustand des unwiederbringlichen Alleinseins. Darüber helfen die Freunde Édouard und Sylvie auch nicht hinweg. Der Icherzähler reflektiert unermüdlich seine Lage, die darauf schließen lässt, dass er hochgradig hypochondrisch und depressiv ist. Zu allem Übel hat er seinen Job als Architekt gerade verloren. Die Einsicht, wie es mit der Liebe zwischen ihm und Élise steht, macht ihn auch nicht gerade froh. “Manchmal, wenn ich mit ihr zwischen den Blumen umherspazierte, überkam uns die Vergangenheit. Dann gingen wir hinauf ins Schlafzimmer und waren für zwanzig Minuten noch mal zwanzig. Diese Momente waren unendlich kostbar.“ Wie sie ihm aus dem Fenster nachwinkt, oder wie sie beide, ihrer Jugend gedenkend, noch einmal kurz die Liebe erleben, das ist meisterhaft in der Beobachtung und Darstellung. Hier kehrt einer sein Inneres nach außen, und dem Leser werden Zustände vor Augen geführt, die man gut nachempfinden kann. Verlustängste, Zukunftssorgen, Einsamkeit und Verlorenheit kennzeichnen einen Mann, der mit einem sensiblen Gespür für das, was kommen mag, ausgestattet ist. Es kommt schließlich so viel zusammen, dass er wirklich am Leben verzweifeln könnte! Doch dann begegnet ihm Pauline...... Mit ausnehmender Feinsinnigkeit erweckt David Foenkinos seine Helden zum Leben. Man denkt unwillkürlich an Italo Svevo oder Marcel Proust, die zu dem vorliegenden Werk Pate gestanden haben könnten. Sie beschreiben ebenfalls neurotische Menschen mit ihren   Selbstzweifeln, Grübeleien, nostalgischen Erinnerungen an die Kindheit und mit der immer gleichen Unsicherheit beim Leiden am Leben. David Foenkinos, Jahrgang 1974, ist jedoch ein Autor ganz eigener Prägung. Er findet genau die passenden Worte für die wechselnden Gefühle und Stimmungslagen, denen sich der Icherzähler ausgeliefert sieht. Die beschriebenen Rückenschmerzen ziehen sich in ihrer Befindlichkeit durch den ganzen Roman und sind Synonym für das allgemeine Elend, in dem der Held steckt. Die Ängste vor den zahlreichen Untersuchungen und der anstehenden Diagnose für seine Beschwerden wachsen sich zur allgemeinen Panik über seinen Gesundheitszustand aus. Bald erweist es sich, dass die Rückenschmerzen psychosomatischen Ursprungs sind. Wir erleben nun mit, wie gleichsam in einer Art Metamorphose aus dem ängstlichen, zaghaften und zwanghaften Mann ein befreiter Mensch wird, der seine neuen Freiheiten zu nutzen weiß.  Foenkinos Erzählung pendelt zwischen Ernst, Nostalgie, Melancholie und Ironie. Er übertreibt gelegentlich, so dass die Traurigkeit, mit der unser Held seinen von Angst besetzten Netzen der Einbildung und Vergangenheit zu entkommen trachtet, herabgemildert wird. Damit bietet er die nötige Distanz, um die ganze Geschichte mit einem Hauch menschlich absurden Verhaltens zu würzen. Man trifft dieses ja in der Realität tatsächlich häufig an! Wieder einmal ein gelungener Roman von dem hoch geehrten Autor David Foenkinos!

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