David Foster Wallace Am Beispiel des Hummers

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Inhaltsangabe zu „Am Beispiel des Hummers“ von David Foster Wallace

»Es bleibt die Tatsache, dass sich der Hummer verzweifelt wehrt ...« Jedes Jahr findet im amerikanischen Bundesstaat Maine das Maine Lobster Festival statt, bei dem innerhalb von vier Tagen mehr als 9.000 kg frischer Hummer verspeist werden, gekocht im größten Topf der Welt. David Foster Wallace besuchte 2003 dieses Festival, um im Auftrag der Feinschmeckerzeitschrift Gourmet eine Reportage zu schreiben. Wie schon bei »Schrecklich amüsant«, der Beschreibung einer Kreuzfahrt, sind seine Beobachtungen so überraschend wie scharfsinnig. Die Wahl der Maine Seegöttin, ein Kochwettbewerb, ein Captain Blackbeard, der die Gäste am Strand erschreckt, eine große Parade und viele kleine Attraktionen für die Kinder – das ist das Rahmenprogramm, das um das große Fresszelt in Rockland, einem kleinen Ort in Maine, Anfang August geboten wird. Das Wichtigste aber: Hier gibt es Hummer satt, der im größten Hummerkochtopf der Welt vor den Augen der hungrigen Besucher seinem Siedepunkt entgegenkocht. David Foster Wallace geht dem Unbehagen beim Anblick der kochenden und vielleicht leidenden Hummer nach und stellt die Frage, ob der Hummer, der ganz offensichtlich versucht, dem heißen Wasser zu entkommen, nicht doch Schmerz empfindet, allen Beteuerungen der Festivalorganisatoren zum Trotz.

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  • Rezension zu "Am Beispiel des Hummers" von David Foster Wallace

    Am Beispiel des Hummers
    Tookalook

    Tookalook

    28. January 2012 um 11:35

    Im Jahre 2003 erhielt Wallace den Auftrag des Magazins “Gourmet – The Magazine of Good Living” zum “Maine Lobsterfestival” in Neuengland zu fahren und darüber zu berichten. Das, obwohl 1997 sein viel gelobtes Werk “Schrecklich amüsant – aber in Zukunft ohne mich.” in Amerika erschien, in dem er auf ironische und kritische Weise den Luxuskreuzfahrttourismus beschrieb. “Für Wallace war der Aufenthalt an Bord ein infernalisches Gepiesacktwerden von den teuflischen Erfindungen des organisierten Vergnügens.”, so die Zeit. Das Festival, das unter dem Motto “Leuchtturm, Lobster, gute Laune” läuft, zählt in diesem Jahr 100.000 verkaufte Tickets und 25.000 Pfund Hummer, die, nachdem sie im größten Hummer-Kochtopf der Welt waren, verkauft wurden. Anschließend auf Styroportellern gegessen, den Sitznachbarn mit Fett bespritzt und die Finger vollgesifft haben. Gut, dass hier kaum Servietten gibt! Wallace schafft es dieses “besonders tolle Gourmetfest” durch und durch in seine Einzelteile zu zerlegen und zu kommentieren. Mit seiner ausgesprochen amüsanten Fußnotentechnik schafft er es über mehrere Seiten, seinen eigenen Kommentar auf süffisante Art preiszugeben. Dabei scheut er sich nicht den Verleger anzugreifen, der die Fußnoten ja eh wieder löschen wird. “Humanismus auf Hummerbasis. Am Beispiel des Hummers.” Am Beispiel des Hummers ist ein Auftragsessay für das Gourmet-Magazine, das sich allerdings als kritische Analyse der amerikanischen, aber auch westlichen, Esskultur entpuppt. So beschreibt er nicht nur das Fest als solches sondern auch jedes Detail an und um Hummer. Hierbei scheut er sich auch nicht die Leser des Magazines selbst zu adressieren und ihr Verhalten kritisch zu hinterfragen. Der kritischste Part beginnt bei der Frage der Zubereitung und Behandlung der Hummer, die bekanntlich lebendig zubereitet werden und als Beispiel für unsere gesamte Nahrungswirtschaft dienen. Er sucht hier nach der Haltung hinter dem Verhalten bzw. wie wir den Konsum von Tieren rechtfertigen. Ein kurzes aber anregendes Buch! Das durch subtilen Humor Freude bereitet und im Nachgang zum Denken anregt. Genau das richtige für solche, die nicht nur gerne lesen sondern auch mal nachdenken wollen. Der Autor ist kein Vegetarier, somit ist das Buch auch kein Ratgeber für Vegetarismus. Meine Empfehlung! www.tookalook.de/literatur/david-foster-wallace-am-beispiel-des-hummers/

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  • Rezension zu "Am Beispiel des Hummers" von David Foster Wallace

    Am Beispiel des Hummers
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    15. December 2011 um 14:41

    Wäre ich wirklich ein Leser der Zeitschrift "Gourmet" gewesen, wäre ich mir wohl verarscht vorgekommen, da es sich bei hierbei um ein eher exklusives Fachblatt handelt. David Foster Wallace soll eigentlich im Auftrag der Zeitschrift das "Maine Lobster Festival" in Rockland besuchen und einen Bericht darüber schreiben. Am Anfang funktioniert das auch sehr gut bis er auf die Hummer zu sprechen kommt und dann abschweift, um eine moralische Diskussion über das Tötungsverfahren des Hummers anzufangen. Durch Wallace lernen wir die ganze biologische Beschaffenheit des Hummers kennen. Er verfällt hier also in eine Art Sachbuchstil, was aber durchaus interessant sein kann, wenn man nicht unbedingt darauf Wert legt neue Rezepte vorgelegt zu bekommen. Am Ende kommt er dann zum Schluss, dass er, trotz der seiner Meinung nach schmerzhaften Tötung, nie auf das Essen von Fleisch verzichten würde. Über das Festival an sich erfährt man nicht viel, aber rein dem Erzählstil nach, würde ich sagen, dass er sich da nicht sonderlich wohl fühlt.

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  • Rezension zu "Am Beispiel des Hummers" von David Foster Wallace

    Am Beispiel des Hummers
    Mr. Rail

    Mr. Rail

    25. October 2011 um 11:22

    Man stelle sich folgende Ausgangssituation vor: Das renommierte kulinarische Fachmagazin „Gourmet“ beauftragt einen ebenso renommierten Schriftsteller (in diesem Falle den aufgehenden Stern am amerikanischen Literaturfirmament David Foster Wallace), eine Reportage über das größte Hummerfestival der Welt – das Maine Lobster Festival – zu schreiben. Natürlich verspricht sich der feinschmeckende Auftraggeber eine stilistisch wohlgeformte und einzigartige Lobeshymne auf diesen Tempel des modernen Lebensgefühls bei gleichzeitiger Hervorhebung der Vorzüge der Haute Cuisine [ot kɥiˈzin] . Und dies eben „Am Beispiel des Hummers“. All dies stelle man sich vor. Man stelle sich darüber hinaus den beauftragten Autor vor. David Foster Wallace hatte 1996 mit dem „Unendlichen Spaß„ einen Sensationserfolg aufs literarische Parkett gelegt und gehörte unumstritten zu den hoffnungsvollsten englischsprachigen Autoren. Trotzdem war es nicht ausschließlich die Kreativität, die sein treuer Lebensbegleiter war. Depression – die dunkle Seite der Phantasie – hatte ihn seit Jahren fest im Griff. Mal intensiver, mal mit ein wenig gelockertem Griff um die schreibende und fühlende Seele. Jedoch – sie war immer da…. immer…. Genau sieben Jahre später, als der Unendliche Spaß schon endlich zu werden schien, nahm David diesen Auftrag bereitwillig an und begab sich voller Tatendrang nach Maine. Sein Leben war im Lot und er stand kurz vor dern Pforten der Ehe mit der Malerin Karen Green. David Foster Wallace begann vor Ort mit seinen Recherchen – unvoreingenommen und fasziniert vom Thema. Es hummerte in ihm und sein Essay beginnt mit einer umfassenden Betrachtung zur kulinarhistorischen Geschichte des „Lobsters“. Er schildert den Aufstieg eines Armeleuteessens zur Gourmetlebensader und erläutert die wachsende regionale und globale Bedeutung des Hummer-Festivals in Maine. Er schildert die Vielzahl von Zubereitungsmethoden, durch die der Hummer erst zu dem wird, was sich sehnsüchtige Feinschmeckergaumen von ihm erwarten. All dies schreibt er virtuos und dezidiert… unvoreingenommen wie gesagt, bis zu jenem Punkt, der alles ändert. Im Angesicht des weltgrößten Hummerkochtopfs (The World Largest Lobster Cooker) beginnt das Werk zu kippen – genau an diesem Punkt beginnt der Autor das Objekt seines Essays mit anderen Augen zu betrachten und die neue Perspektive setzt bei einer elementar wichtigen Erkenntnis ein. Haben doch alle bekannten Zubereitungsmethoden der modernen Hummerküche eines gemeinsam: „Ein Detail, das offenbar so selbstverständlich ist, dass es in den meisten Kochbüchern nicht einmal erwähnt wird: Der Hummer kommt lebend in den Topf!“ Foster Wallace wäre nicht Foster Wallace, wenn sich nicht genau an dieser Stelle die Tür zu einer anderen Welt öffnen würde. Er reflektiert ungeschönt die abstrusen menschlichen Vermutungen über die angebliche Schmerzunempfindlichkeit anderer Lebewesen. Er analysiert systematisch alle Argumente, die uns den Weg öffnen, Tiere bei lebendigem Leib zu kochen und es stellen sich ihm (und dem nicht abgebrühten Leser) die Nackenhaare auf, wenn er den Todeskampf des verzweifelten Hummers beschreibt. Ein Artikel für das Gourmet-Magazin ist dies nicht mehr – kann es nicht mehr sein und wird es nie werden. Thema verfehlt, könnte man sagen. Jedoch nur, wenn man sich anderes vom amerikanischen Autor erwartet hatte! Nur dann, wenn man keine neue Erkenntnis erwartete – und die hat es gewaltig in sich! Bilder zur Rezension unter: http://literatwo.wordpress.com/2011/10/23/am-beispiel-des-hummers-david-foster-wallace/

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  • Rezension zu "Am Beispiel des Hummers" von David Foster Wallace

    Am Beispiel des Hummers
    einMalTee

    einMalTee

    26. August 2011 um 14:38

    Über die Größe und das unfassbare Können von David Foster Wallace muss man nicht mehr viele Worte verlieren. Er ist und bleibt unangetastet. Dieses kurze Buch „Am Beispiel des Hummers“ wird gerne und oft mit „Schrecklich amüsant – aber in Zukunft ohne mich“ verglichen. Das liegt auch nahe, da er in beiden Fällen von großen Magazinen beauftragt wird über Ereignisse zu berichten. Hier über ein Hummerfest, das Mal davor über Kreuzfahrten. Jedoch unterscheiden sich beide Schriften voneinander. Sowohl der stressige Urlaub auf hohen Gewässern als auch die Massenverspeisung von frisch gekochtem Hummer sieht DFW als pervers an. Mit wachen Augen, einem scharfen Verstand und einer immensen Beobachtungsgabe geht Foster Wallace mit einer Freundin und seinen Eltern über das Gelände des Main Lobster Festivals, wo Jahr für Jahr über 9.000 Kilogramm frischer Hummer in allen Formen und Verarbeitungsweisen verspeist werden. Seine Ablehnung lässt sich am Besten in diesen Zeilen erkennen: „Erst steht man in einer Schlang so lang wie vor Disneyland, und dann findet man sich in einer fußballfeldgroßen Camping-Kantine wieder, wo wildfremde Leute, Backe an Backe gedrängt, an endlosen Biertischen sitzen und in einem fort Schalen knacken, kauen und kleckern. Heiß ist es, und unter den schlappen Zeltplanen staut sich der Essensdunst und mancherlei Non-Food-Mief. Außerdem ist es laut, die Geräuschkulisse besteht überwiegend aus einem kollektiven Kauvorgang.“ Doch er flaniert nicht nur daher, probiert die Ware und schreibt das auf. In dem zweiten Teil des Essays beschäftigt er sich intensiv und wissenschaftlich mit der Frage, ob Hummer Schmerz empfinden, wenn die lebendig gekocht werden. Denn in Maine werden die Schalentiere in dem größten Topf gekocht: Hundert auf ein Mal. Auch in diesem Teil vernachlässigt er nicht den passenden, spitzfindigen Sprachton, wenn er sich in philosophische Fragen begibt. Und das ist der kleine aber feine Unterschied zu „Schrecklich amüsant...“. Die Kürze des Buches ist auch die Stärke. In kurzer Zeit hat der Leser das Anliegen des Autors erfasst und muss dies verarbeiten und zwanghaft auch ein wenig sein eigenes Denken und Essverhalten hinterfragen, ohne das DFW zum Fisch-/Fleischverzicht aufruft.

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  • Rezension zu "Am Beispiel des Hummers" von David Foster Wallace

    Am Beispiel des Hummers
    Jeami

    Jeami

    18. August 2009 um 15:13

    Inhalt: Alljährlich findet in Maine das Lobster Festival statt, ein Mega-Event mit einem Fresszelt, in dem mehr als fünfzigtausend Hummer über die Theke gehen. Diesmal befindet sich ein berühmt-berüchtigter Diskursterrorist unter den Gästen: David Foster Wallace. Das Ergebnis seines Besuchs ist dieses Buch, das die Frage verhandelt, wie sich das Interesse des Menschen an gekochtem Hummer und dem berechtigten Wunsch des Hummers, am Leben zu bleiben, zueinander verhalten. .......................................... Ich habe mir das schmale Büchlein gekauft, weil es bei meinem Buchhändler auslag und ich im Spiegel KW 33 einen Bericht über den Autor gelesen habe. David Foster Wallace litt wohl an Depressionen und hat sich 2008 im Alter von 46 Jahren umgebracht. ................................................ Zuerst denkt man das eine Geschichte über ein Hummerfestival irgendwo in Amerika nicht viel hergibt. Da hab ich mich mal richtig vertan! Der Autor hat einen messerscharfen Verstand und die Gabe den Finger ironisch in die Wunde unserer menschlichen Schwächen zu legen. Toll - so was hab ich noch nicht gelesen. Das war sicher nicht mein letztes Buch von ihm.

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