David Foster Wallace Der Planet Trillaphon in seinem Verhältnis zur Üblen Sache

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Inhaltsangabe zu „Der Planet Trillaphon in seinem Verhältnis zur Üblen Sache“ von David Foster Wallace

Eine frühe Erzählung von David Foster Wallace, erstmals 1984 in The Amherst Review, einer literarischen Studentenzeitschrift, erschienen. Mit erschreckender Offenheit und Formulierungen, die später in seinen Romanen und Erzählungen Eingang finden werden, erzählt der damals 22-jährige David Foster Wallace über einen Studenten, der an Depressionen erkrankt ist. Die starken Medikamente haben ihn auf einen anderen Planeten geschossen, doch scheint ein Leben dort immer noch das kleinere Übel – einen Weg zurück auf die Erde wird es niemals geben. David Foster Wallace kämpfte zeitlebens mit Depressionen und suchte nach Bildern, um zu beschreiben, was ihn quält. Eine schmerzhafte Erzählung, die die Krankheit in ihrer ganzen monströsen Ausweglosigkeit beschreibt und für Nichterkrankte verstehbar macht.

Originell aufgebaute, zugleich treffende Story über eine Depression.

— Second993
Second993

Innenbericht über das Gefühl, depressiv zu sein, und wie Topranil die üble Sache auf größte Distanz bringt.

— Beust
Beust

Ein ergreifender Blick auf die Empfindungen eines Menschen, der unter Depressionen leidet.

— Ein LovelyBooks-Nutzer
Ein LovelyBooks-Nutzer

Dieses Buch hat so viel schwarzen Humor, aber auch Traurigkeit. Es regt unglaublich zum Nachdenken an und lässt einen verstehen.

— BlueSargent
BlueSargent

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    Der Planet Trillaphon in seinem Verhältnis zur Üblen Sache
    Duffy

    Duffy

    09. June 2016 um 10:32

    Es wird viel Schindluder mit psychologischen Krankheitsbegriffen getrieben. Am meisten davon betroffen ist wohl die Depression mit ihrem unreflektierten Eingang in die Umgangssprache, obwohl 90% der Benutzer nur eine vage Ahnung davon haben, um was es dabei geht. Dadurch bleibt natürlich das wahre Ausmaß und die Schwere der Symptome weitgehend unbekannt und werden von oberflächlichem Gejammer wie "Ich habe eine Depression" oder "Sie/er hat eine depressive Ader" einfach sinnleer auf temporäre Gemütszustande und Launen reduziert.Da muss man Foster, der unter Depressionen litt, für diese Erzählung dankbar sein, in der ein 22jähriger Student, der daran erkrankt ist, darüber redet und die Entwicklung bis zum Abschuss mit Psychopharmaka auf den Planeten Trillaphon schildert. Er tut das schonungslos in einer klaren Sprache ohne wissenschaftliches Brimborium und Erklärungsversuche, einfach aus der Sicht des direkt Betroffenen. Der unvorstellbare Leidensweg wird umgangssprachlich nachgezeichnet, dass ihn eben jeder Nichtkranke und Nichwissenschaftler mühelos nachvollziehen kann. Man braucht sich nichts vorzustellen, um die Dimensionen dieser Krankheit klar zu sehen, der Autor liefert alle notwendigen Bilder. Er benötigt dafür gerade mal 50 Seiten, die den Leser betroffen und nachdenklich zurücklassen. Ein Crash-Kurs über die Krankheit, wie er besser und nachdrücklicher nicht sein könnte und eine außerordentliche literarische Leistung des Autors.Es handelt sich um eine frühe Erzählung von Wallace und KiWi hat gleich das englische Original mitgeliefert, sodass man sich auch von der großartigen Übersetzerkompetenz von Ulrich Blumenbach überzeugen kann.Ein schmales Buch mit großer Wirkung.

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  • Fragefreitag mit Jana Seelig & Buchverlosung zu "Minusgefühle" am 16.10.2015

    Minusgefühle - Mein Leben zwischen Hell und Dunkel
    Tasmetu

    Tasmetu

    Sprachgewaltig und kompromisslos ...  ... beschreibt Jana Seelig ihre Krankheit - Depression. Sie will nicht mehr nichts fühlen, sie will nicht immer wieder erklären, wie es sich anfühlt, sie will einfach nur wieder leben, die ganze Palette an Emotionen spüren. Sie beginnt, im Internet über ihre Krankheit zu schreiben und ist bald dafür bekannt, offen über Depression zu sprechen. Jetzt ist ihre lang erwartete Biographie endlich erschienen und wir laden euch ein, über das Buch zu diskutieren. Stellt eure Fragen an die Autorin und gewinnt mit etwas Glück eins von fünf Exemplaren von "Minusgefühle"! Mehr zum Buch: Jana Seelig hat im Netz herausgebrüllt, was es heißt, depressiv zu sein, und ist damit zu einer starken Stimme vieler Betroffener geworden. In »Minusgefühle« beschreibt sie ihre Niederlagen, ihre Chancen, ihre Traurigkeit und ihren ständigen Kampf gegen die Krankheit. Sie erzählt, was man fühlt, wenn man nichts fühlt. Davon, wie es ist, wenn man alles Mögliche versucht, um überhaupt etwas fühlen zu können: Alkohol, Sex, Drogen ― der Versuch, so viel es geht zu leben, kostet sie genau so viel Kraft wie die vielen Erklärungen für Nichtbetroffene. Sprachmächtig und kompromisslos schreibt sie über die Depression, die ein Teil ihres Lebens ist ― aber ihr Leben nicht mehr bestimmt. Mehr zur Autorin: Jana Seelig wurde 1988 in Gelnhausen geboren und ist Bloggerin der ersten Stunde. 2006 startete sie, inspiriert von der Serie „Sex and the City“, ihren ersten Webblog. Heute bloggt sie auf „I say Shotgun“ über Mode, Kosmetik, Lifestyle, Essen und ihren Wohnort Berlin. Ende 2014 zog sie das Interesse der Öffentlichkeit auf sich, als sie auf Twitter über ihre Depressionserkrankung schrieb. Seitdem ist sie regelmäßig zu Gast in Radio und TV-Sendungen. Zusammen mit dem Piper Verlag verlosen wir unter allen Fragestellern 5 Exemplare von "Minusgefühle"! Wenn ihr eines der Bücher gewinnen wollt, benutzt bitte den blauen "Jetzt bewerben"-Button und stellt darüber eure Frage. Wenn ihr nur eine Frage stellen möchtet, ohne euch für eines der Exemplare bewerben zu wollen, schreibt einfach einen neuen Beitrag. Wir wünschen euch einen interessanten Fragefreitag mit Jana Seelig! Minusgefühle auf Facebook: https://www.facebook.com/minusgefuehle?fref=nf Minusgefühle auf Twitter: https://twitter.com/minusgefuehle

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    • 143
  • 118 Gramm Schwermut

    Der Planet Trillaphon in seinem Verhältnis zur Üblen Sache
    FrankRudkoffsky

    FrankRudkoffsky

    30. August 2015 um 23:20

    Keine Frage, David Foster Wallace ist alles andere als ein literarisches Leichtgewicht. Auch buchstäblich nicht: Sein Mammutroman „Unendlicher Spaß“ bringt in der Hardcover-Version ganze 1,48 kg auf die Waage und ist damit nicht nur inhaltlich alles andere als leichte Lektüre. „Der Planet Trillaphon im Verhältnis zur Üblen Sache“, Wallaces erste publizierte Kurzgeschichte aus dem Jahr 1984, bringt es dagegen gerade einmal auf magere 118 Gramm und wirft damit die Frage auf, ob der geringe Textumfang eine Veröffentlichung als eigenständiges Buch rechtfertigt. Anstatt seine bislang in Deutschland unveröffentlichten Texte zu einem letzten Band zusammenzufassen, der die Vielfalt seines Wirkens und Könnens unter Beweis stellt, hat Kiepenheuer & Witsch ähnlich wie bei „Am Beispiel des Hummers“ oder „Das hier ist Wasser“ einen relativ kurzen Text mit kinderbuchgerechtem Schriftbild und einer nur für wenige Leser interessanten Englischfassung unverhältnismäßig aufgeblasen, um auch noch die letzten Krümel von Wallace als Kuchen zu verkaufen. Brauchte man für die unzähligen Fußnoten seines wichtigsten Romans beinahe eine Lupe, ließe sich dieses Büchlein auch mit ausgestrecktem Arm noch gut lesen. Von meiner Oma. Einzelgeschichten oder Essays wie eine Single zu veröffentlichen, ist nur dann eine gute Idee, wenn Inhalt und Preis in einem fairen Verhältnis zueinander stehen. Sechs Euro für eine bestenfalls zwanzigminütige Lektüre stehen jedoch weder in Relation zu den 17,99 € für 1552 Seiten unendlichen Spaßes noch zur Preisentwicklung auf dem E-Book-Markt; die digitale Variante der Kurzgeschichte ist großzügigerweise um einen ganzen Eurocent günstiger und damit fast ein Schnäppchen – zumindest für diejenigen, die ihre Kugelschreiber gerne im Ein-Euro-Shop kaufen. Einzeln, versteht sich. Diese Veröffentlichung ist leider symptomatisch für vieles, das derzeit bei den etablierten Verlagshäusern falsch läuft. Dass ich mich trotzdem für dumm verkaufen ließ, hat drei Gründe. Zum einen hat mich David Foster Wallace in „Unendlicher Spaß“ so stark beeindruckt wie kein Autor zuvor; er hat die Messlatte für mich nicht einfach bloß höher gehängt, sondern geradezu die Skala gesprengt. Zum anderen freue ich mich, wenn die herausragende Arbeit seines sympathischen Übersetzers Ulrich Blumenbach gewürdigt wird. Und lesenswert ist die Kurzgeschichte allemal: Im Ringen um Worte für das Unaussprechliche versucht Wallace, seine Depressionen mit offenem Visier zu bekämpfen. Schon in seinem opus magnum hat David Foster Wallace das Wesen seelischer Krankheiten so schmerzhaft präzise auf den Punkt gebracht wie kaum ein anderer. Nirgends schrieb Wallace so offen über seine persönlichen Abgründe wie in „Unendlicher Spaß“ – außer eben in jener ersten Kurzgeschichte, die er mit 22 im „The Amherst Review“ veröffentlichte und die kaum chiffriert seine eigene Krankengeschichte beschreibt. In „Der Planet Trillaphon im Verhältnis zur Üblen Sache“ begegnen wir Wallace als jungem Autor, der seinen einzigartigen Stil noch lange nicht gefunden hat. Dennoch ist in dieser frühen Kurzgeschichte bereits viel von dem zu finden, was Wallace knapp zehn Jahre später zu einem der brillantesten Schriftsteller seine Generation machte: Man bekommt eine erste Ahnung von der Präzision und dem tieftraurigen Humor, mit denen er seinen Schmerz zu sezieren versucht, wenn auch noch nicht mit derselben Meisterschaft wie in „Unendlicher Spaß“. Gerade jetzt, wo Depressionen nach dem Absturz der Gemanwings-Maschine dank aufgepeitschter Medienberichterstattung wieder zum gesellschaftlichen Stigma zu werden drohen, ist diese Kurzgeschichte eigentlich eine lohnenswerte Lektüre. Wenn ich jedoch anfinge, hier aus dem Text zu zitieren, stünde vermutlich bald das halbe Büchlein in diesem Eintrag. Schade eigentlich: Eine treffendere Beschreibung dieser Krankheit habe ich bislang nicht gelesen.

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