David Foster Wallace Kurze Interviews mit fiesen Männern

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Inhaltsangabe zu „Kurze Interviews mit fiesen Männern“ von David Foster Wallace

Neue Erzählungen des gefeierten Autors von “Kleines Mädchen mit komischen Haaren” David Foster Wallace beschreibt in seinen Stories Figuren am Abgrund, allen voran die “fiesen” Männer. Sie dürfen in fiktiven Interviews ihre – vor allem sexuellen – Beziehungen zu Frauen ungeschminkt beschreiben. So entsteht ein Beziehungskosmos, in dem die Protagonisten ihre Ängste zu verbergen suchen oder ihre Höhenflüge selbstbewusst zur Schau stellen.

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  • Rezension zu "Kurze Interviews mit fiesen Männern" von David Foster Wallace

    Kurze Interviews mit fiesen Männern
    einMalTee

    einMalTee

    07. June 2011 um 12:19

    Wann ist ein Autor wirklich genial und eine wirkliche Ausnahme? Jonathan Franzen sagt selbst, David Foster Wallace sei ein Genie. Ohne Frage sind viele seiner Geschichten und sein Opus Magnus „Infinite Jest“ außerordentlich gute und neue Begegnungen in der Literaturwelt. Gibt es Kritikern dennoch gleich das Recht, alles von ihm per se zu loben und hervorzuheben? Ich bin mir da nicht so schlüssig. Zugleich bin ich ein großer Fan von DFW, seine Kurzgeschichten in „Kurze Interviews mit fiesen Männern“ schwanken zwischen Ironie, Groteske, Tragik, Gesellschaftskritik und teils auch Unverständlichem. Um insgesamt 23 kleine Episoden haben sich vier Übersetzer gestritten, allen voran Marcus Ingendaay, dem es jedoch nicht zuteil wurde „Infinite Jest“ ins Deutsche zu übertragen. Das zeigt, dass Wallace begehrt und beliebt ist und höchstwahrscheinlich nicht leicht ist zu übersetzen. Das zeigt am deutlichsten sicher bei „Tri-Stan: I(ch) sol(l) d(i)e Sissee Nar an Ecko verkauft ham“. Was soll das bedeuten? In der Geschichte geht es – soweit ich das beurteilen kann – um klare Kritik an der Medienindustrie, die vollgesprickt ist mit dreckigen Geschäften und unangenehmen Charakteren. Der Anspruch dies zu lesen ist allerdings sehr hoch und lässt mich an überschwenglichen Lobeshymnen zweifeln. Das Kernelement des Erzählungsbandes bilden die regelmäßig auftauchenden und titelgebenden Interviews mit diversen Männern. So gut wie alle berichten über ihr Sexualleben, ihre Maschen, wie sie Frauen anmachen und ins Bett bringen. Einige sind einfach nur schräg, wie derjenige, der beim sexuellen Höhepunkt seine Partnerin mit den Worten „Sieg den Kräften der demokratischen Freiheit“ anschreit. Doch auch andere außergewöhnlich gute Geschichten wie „Die depressive Person“ oder „Auf dem Totenbett, deine Hand haltend, bittet der Vater des jungen gefeierten Off-Broadway-Stückeschreibers um eine Gefälligkeit“ machen dieses Buch sehr lesenswert. Zum Lesen an sich sollte man sich doch viel Ruhe und Konzentration nehmen, sonst gehen schnell einige versteckte Pointen unter.

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  • Rezension zu "Kurze Interviews mit fiesen Männern" von David Foster Wallace

    Kurze Interviews mit fiesen Männern
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    06. January 2011 um 14:32

    Jeder, für den in Kunstdingen Anstrengung und Unterhaltung keine Gegensätze sind, soll David Foster Wallace lesen. ...heißt es in der Rezension dieses Buchs in der FAZ - und ich kann mich dem bloß anschließen. David Foster Wallace zu lesen ist zwar sehr anstrengend und tut manchmal sogar ziemlich weh (wer die überlange Fußnote in "Eine depressive Person" gelesen hat, wird wissen, was ich damit meine), aber: Es lohnt sich wirklich! Zuerst jedoch: Was genau steht denn in diesem Buch mit dem geheimnisvollen Cover? Anders als es der Untertitel "Storys" suggerieren könnte, handelt es sich bei den Kurzen Interviews keineswegs um klassische "Short Stories", wie sie zum Beispiel Ernest Hemingway geschrieben hat und wie sie in der Nachkriegszeit in Deutschland weit verbreitet waren. Es sind vielmehr experimentelle Prosaskizzen, in denen auf einen klassischem Spannungsaufbau vollständig verzichtet wird. Die großen Themen sind die psychischen Probleme der Protagonisten und die Sexualität (wobei das allerdings nicht heißen soll, dass es nicht auch kürzere Geschichten gibt, die gar nichts damit zu tun haben). Da gibt es zum Beispiel einen Jungen, der gerade seinen dreizahnten Geburtstag feiert und sich vornimmt, vom Sprungturm zu springen. Eine erwachsene Frau, die seit ihrer Kindheit an einer psychischen Erkrankung leidet, die vor allem darin besteht, dass sie ihre Qual niemandem direkt mitteilen kann. Einen Mann, der jedes Mal, wenn er einen Orgasmus hat, "Sieg der demokratischen Partei" schreit, woran jede dauerhafte Beziehung mit einer Frau scheitert. Einen anderen, der seinen verstümmelten Arm als "Geheimwaffe" dazu benutzt, um - so sagt er selbst - "Mösen ohne Ende zu kriegen". Oder noch einen anderen, der seinem Gegenüber geduldig die Vorteile erläutert, die Opfer von sexuellem Missbrauch haben. Mit den letzten drei Beispielen wären wir übrigens schon bei den titelgebenden "Interviews mit fiesen Männern" angekommen, die mit ungefähr 130 Seiten mehr als ein Drittel des Buches ausmachen. Darin erzählen anonyme, nur mit einer Nummer versehene Männer einem namenlosen Gegenüber ihre Beziehungen zu Frauen. Da, wo eigentlich die Fragen und Bemerkungen des Gegenübers stehen sollten, ist jedoch meistens bloß ein rätselhaftes "F.", was aber nicht allzu sehr stört, da man sie sich ohnehin aus dem Kontext erschließen kann. Das Stilmittel, das David Foster Wallace in dem vorliegenden Erzählband wohl am häufigsten benutzt, ist die Wiederholung - oder besser: die Variation eines einzigen Themas oder einiger weniger (aber meistens genialer) Ideen über mehrere Seiten. Besonders deutlich wird das in dem Text mit dem Titel "Die depressive Person": Über mehr als dreißig Seiten hinweg werden in Schachtelsätzen und quälend langen Fußnoten die verzweifelten Gedanken der Protagonistin beschrieben. Ich habe für die Geschichte beinahe zwei Stunden gebraucht, weil ich mehr als einmal Lektüre abbrechen musste, und das nicht nur wegen Mangel an Konzentration, sondern auch weil der Inhalt so furchtbar ist. Ich bin mir bewusst, dass das vielleicht nicht die beste Werbung für die "Interviews" ist. Deshalb will ich auch sofort erwähnen, dass in dieser Art zu schreiben gleichzeitig der große Vorteil von DFW's Geschichten liegt: Durch die langen Sätze ist man dazu gezwungen, sich wirklich mit den Texten auseinanderzusetzten und sie ernst zu nehmen. Man kann sich so nicht einfach nach der Lektüre zurücklehnen und sagen: "Das ist doch sowieso bloß eine erfundene Geschichte." - Und natürlich sind auch nicht alle Geschichten zu anstrengend, vor allem die Interviews selbst und manche der kürzeren Geschichten können sehr unterhaltsam und teilweise auch lustig sein. Ähnlich wie mit den langen Sätzen in der Erzählung "Die depressive Person" verhält es sich auch mit dem experimentellen Charakter aller Geschichten: Der große Vorteil ist, dass man nun endlich einmal etwas völlig Neues zu lesen bekommt, problematisch ist aber, dass bei mir (und vielleicht auch bei anderen Lesern) nicht alle erzählerischen Tricks so funktionieren, wie es sich DFW vermutlich gedacht hat. Manchmal erscheint in meinem Kopf einfach nur ein dickes, fettes Fragezeichen nach der Lektüre eines Textes, weil ich mir sicher bin, irgendetwas Wichtiges übersehen zu haben. Wenn ich den Text aber nochmals lese, ändert das gar nichts, sondern verstärkt vielmehr dieses Gefühl noch. Ob das Buch besser oder schlechter ist als "Kleines Mädchen mit komischen Haaren", sein erster auf Deutsch erschienener Band mit Erzählungen, kann ich trotzdem nicht sagen, da es sich dabei um eine grundlegend andere Art von Prosa handelt. Ganz sicher sagen kann ich jedoch, dass die "Kurzen Interviews" als Einstieg in die Welt von David Foster Wallace weniger geeignet, nichtsdestotrotz aber sehr interessant und lesenswert sind.

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  • Rezension zu "Kurze Interviews mit fiesen Männern" von David Foster Wallace

    Kurze Interviews mit fiesen Männern
    mezzomix

    mezzomix

    16. September 2008 um 08:58

    Geniale Kurzgeschichten, die brilliant geschrieben aber nicht immer einfach zu lesen sind.