David Foster Wallace Schrecklich amüsant - aber in Zukunft ohne mich

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Inhaltsangabe zu „Schrecklich amüsant - aber in Zukunft ohne mich“ von David Foster Wallace

Im Alter von 33 Jahren hat sich David Foster Wallace für eine Woche an Bord
der Zenith begeben, ist von Key West aus in See gestochen und hat in cleverem
Collagestil aufgeschrieben, was er gesehen, gehört, gerochen, gefühlt und
geschmeckt hat. Entstanden ist ein hochkomischer Bericht vom alltäglichen
Wahnsinn an Bord eines Luxusdampfers und eine ernüchternde Bestandsaufnahme
des American Way of Life insgesamt. Schrecklich amüsant – aber
in Zukunft ohne mich ist ein funkelndes Juwel moderner Reiseliteratur.
David Foster Wallace liefert einen haarsträubenden Erfahrungsbericht aus dem
Mikrokosmos eines Luxusliners: 'Ich habe erwachsene US-Bürger gehört,
erfolgreiche Geschäftsleute, die am Info-Counter wissen wollten, ob man beim
Schnorcheln nass wird, ob das Tontaubenschießen im Freien stattfindet,
ob die Crew mit an Bord schläft oder um welche Uhrzeit das Midnight-Buffet
eröffnet wird.'
'Ein ungeheures Sprachtalent.' Literaturen
'Ebenso klug wie brüllend komisch!' Der Standard
'Ein Juwel.' Titel-Magazin
'Bestes Animationsprogramm.' Brigitte
'Der Hammer! David Foster Wallace ist ein Megageheimtipp der amerikanischen
Literaturszene.' Harald Schmidt

Hochwertige Ausstattung: gebunden in edles Leinen, zweifarbig geprägt,
Lesebändchen,
Fadenheftung.

Ich habe mich köstlich amüsiert und bildhaftig David Foster Wallace auf einer Kreuzfahrt gesehen - geht nicht, gibts nicht.

— Stulka

Mal abgesehen von der exzessiven Verwendung von Fußnoten saukomisch! Habe Tränen gelacht!

— ichundelaine

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  • Gruselkabinett Kreuzfahrt

    Schrecklich amüsant - aber in Zukunft ohne mich

    dominona

    20. October 2014 um 09:17

    Eine einwöchige Luxuskreuzfahrt durch die Karibik sollte wunderschön sein. Foster Wallace entwickelt eine Art Kreuzfahrt-Psychologie und schildert mit einer Menge schwarzen Humors die Geschehnisse und noch so banalen Vorgänge auf dem Kreuzfahrtschiff. Der Autor bringt so manch unangenehme Wahrheit auf den Punkt und genau das macht ihn symphatisch. Ich wäre den Beschreibungen gerne noch länger gefolgt, aber auch eine Woche auf See geht irgendwann vorüber. Nur so viel: ich denke, ich werde keine solche Kreuzfahrt unternehmen.

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  • Zu Beginn lustig, lässt dann aber stark nach

    Schrecklich amüsant - aber in Zukunft ohne mich

    Eglfinger

    06. September 2013 um 20:00

    Inhalt: David Foster Wallace soll im Auftrag von Harper´s Magazine an einer siebentägigen Luxuskreuzfahrt teilnehmen und darüber berichten. Er soll Beobachtungen über seine Reisegenossen, das Leben an Bord, Landgänge und das Veranstaltungsprogramm anstellen und darüber schreiben. Über all die komischen Beobachtungen und die eigenen Abenteuer die er dabei erlebt, handelt dieses Buch. Meine Meinung: Das Buch ist genauso, wie ich mir eine solche Kreuzfahrt vorstelle. Zu Beginn spannend und lustig, wenn man seine Reisegenossen und ihre Marotten kennen lernt, sich auf die Organisation eines solchen Urlaubs einlässt und sich versucht an Bord zu arrangieren. Doch in der zweiten Hälfte ist man beim Lesen genauso unmotiviert wie man aufgrund der räumlichen Begrenzung eines solchen Schiffes auf diesem gefangen ist und man sich nichts sehnlicher wünscht, als das das Buch zu Ende geht, beziehungsweise die Reise zu Ende gehen soll, damit man sich neuem widmen kann. Am Anfang beschreibt der Autor seine Beobachtungen noch komisch. Er erzählt von seinen Reisegenossen, die doch tatsächlich fragen, ob man beim Schnorcheln nass wird, oder ob die Crew während der sieben Tage an Bord schlafen wird. Er erzählt auch auf komödiantische Weise über Eigenheiten des Schiffes wie der Unterdruck-Toilette, vor der er Angst hat, dass sie ihn aufgrund ihrer Stärke vielleicht versehentlich mit entsorgt. Doch in der zweiten Hälfte des Buches war ich von seinen Ausführungen einfach nur noch genervt. Selbst Geschichten, in denen er auf die noch spätere Pointe verweist fand ich nicht lustig, sondern albern. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass Wallace selber von seiner Reise genervt war und sich das Ende herbeigewünscht hat und nicht mehr richtig bei der Sache war. Was sich leider von Beginn bis zum Ende durchgezogen hat, waren die unheimlich vielen Fremdwörter, die er benutzt. Ich behaupte mal von mir, das ich durchaus belesen bin, aber hier waren so viel Fremdwörter dabei, die ich nachschlagen musste, dass sich bei mir der Eindruck manifestiert hat - um auch mal ein Fremdwort zu benutzen, dass Wallace sich als einen besseren Menschen als seine Reisegenossen gegenüber darzustellen versucht hat. Wer weiß denn bitte, was eine bovine Ausstrahlung ist? Hinzu kommt, dass die Lektüre von ständigen Fußnoten unterbrochen wird, obwohl die Geschichten in den Fußnoten insgeheim eigentlich die viel interessanteren und lustigeren sind. Es gibt auf 183 Seiten insgesamt 136 Fußnoten, die selber nochmal Fußnoten beinhalten und sich teilweise auf mehrere Seiten hinziehen, so dass man ständig hin- und her blättern muss. Mein Fazit: Ein zu Beginn sehr unterhaltsames Buch, was sich dann in der zweiten Hälfte sehr hinzieht. Wie Harald Schmidt, den ich durchaus schätze, es als "Ein grandioses Buch" zu bezeichnen, bin ich sehr weit entfernt. Von mir gibt es gerade noch ♥♥♥♡♡.

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  • Rezension zu "Schrecklich amüsant - aber in Zukunft ohne mich" von David Foster Wallace

    Schrecklich amüsant - aber in Zukunft ohne mich

    abuelita

    03. October 2012 um 14:13

    Ich muss vorab sagen, dass ich bis dato weder an einer Kreuzfahrt teilgenommen habe und es hat mich auch nie sonderlich gereizt. Sicher, diese riesigen Luxusdampfer mal im Hafen zu bestaunen, das gehört dazu, aber selber? Darum hat mich wirklich interessiert, was der Autor dazu zu sagen hat. David Foster Wallace wurde damals eingeladen, an einer siebentägigen Karibik-Kreuzfahrt teilzunehmen und drüber zu schreiben. Tja, ich bin enttäuscht. Weder fand ich es sonderlich „klug „(Der Standard) und zum Brüllen komisch schon gar nicht. Sehr gestört haben mich die vielen, vielen Fußnoten, die oft über die halbe Seite und darüber hinausgingen und den Lesefluss doch störten. Es ist zwar ganz amüsant zu lesen, wie Foster Wallace hier peinlich genau versucht alles zu schildern und wie er mit viel Ironie und recht giftig die Mit-Passagiere, die Crew , den ganz normalen Wahnsinn an Bord eines solchen Schiffes beschreibt. Allerdings kann ich das alles nicht ganz ernst nehmen – wer selber die Hälfte der Zeit nur in der Kabine hockt, seine eigenen Macken (im Shirt zum Galadinner!) pflegt und hegt und sehr viel von seinen eigenen Ängsten und Befindlichkeiten erzählt…..der braucht sich auch nicht zu wundern, wenn den Leser dann irgendwann das große Gähnen überkommt….

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  • Rezension zu "Schrecklich amüsant - aber in Zukunft ohne mich" von David Foster Wallace

    Schrecklich amüsant - aber in Zukunft ohne mich

    Mr. Rail

    14. August 2012 um 11:31

    David Foster Wallace und Auftragsarbeiten sind ein Kapitel für sich. Spätestens seit dem Buch „Am Beispiel des Hummers“ sollte man nun wirklich wissen, was passiert, wenn man das „Wunderkind“ der US-amerikanischen Literatur dazu bewegt, seine Eindrücke für ein Magazin zu Papier zu bringen. So wurde aus der eigentlich beabsichtigten Gourmet-Empfehlung „FÜR“ den Hummer ein quicklebendiges Manifest gegen das Lebendkochen dieser anscheinend schmerzunempfindlichen Tiere. Ihn im März 1995 auf ein Kreuzfahrtschiff zu entsenden, ihn zu einem Writer in Residence auf einem der modernsten Vergnügungsdampfer seiner Zeit zu machen und ihn dabei über das umfangreiche Verwöhnambiente an Bord schreiben zu lassen – nun – das war der ehrenwerte Ansatz des „Harpers Magazine“. Was daraus wurde: Die Mutter aller Kreuzfahrtbücher! „Schrecklich amüsant – aber in Zukunft ohne mich“. Wiederum ein Manifest, allerdings diesmal eines gegen die programmatische Entmündigung der Passagiere eines solchen Rundum-Sorglos-Erlebnisses unter dem Motto: „Your Pleasure is our Business“. Frei übersetzt: ”Sie haben nicht den Hauch einer Ahnung, was gut für sie ist – es ist unser Job, ihnen das beizubringen – also halten sie endlich die Schnauze und lassen uns Profis nur machen!“ Wer jemals ein Buch von David Foster Wallace gelesen hat, für den ist es keine Überraschung, dass der gekonnte Perspektivwechsel eines seiner wesentlichen Stilmittel darstellt. Unsere kleine Werkschau der Bücher dieses, schon zu Lebzeiten legendären, Schriftstellers dokumentiert dies eindringlich. Spätestens seit seiner bahnbrechenden Abschlussrede vor Studenten des Kenyon Colleges mit dem Titel „Das hier ist Wasser – Eine Anstiftung zum Denken“ hat er bewiesen, wie sehr der andere Blickwinkel die Wahrnehmung verändern kann – wie sehr der Perspektivwechsel Menschen verändern kann. Wohl seine größte Lebensleistung an diesem Tag im Innenhof einer Eliteschule! Doch folgen wir ihm doch einfach an Bord und überzeugen uns selbst davon, dass er diesmal gar keinen anderen Blickwinkel benötigt. Er muss nur aufmerksam beobachten und sich dabei stets vor Augen halten, wer er selbst ist: Ein agoraphobisch veranlagter Mensch, der die unkalkulierbare Weite unbekannter Orte verabscheut und sich eigentlich nur in seinen vier Wänden wohl fühlt; ein mündiger Erwachsener, der in der Selbstbestimmung seiner Wunsch- und Traumwelten die wahrte Entfaltung des Geistes erkennt und letztlich ein Einzelgänger, der jeglichem Herdentrieb der menschlichen Rasse standhaft entsagen konnte. Bisher…. An Bord der Zenith wird aus David Foster Wallace zuerst einmal eine Gebindenummer. Ein Eincheckbündel – zu einem Paket geschnürt mit artgleichen Passagieren. Plötzlich von allen Verpflichtungen entbunden wird er in die Passivität des reinen Genießens gedrängt. Gepäck darf nicht mehr selbst getragen werden, den Anweisungen des Personals ist Folge zu leisten und für Ruhe bleibt keine Zeit, da unmittelbar mit dem Betreten der Kabine die Unterhaltungswelle und das übliche Seenotrettungsprogramm ihre volle Wirkung entfalten. Und es funktioniert. David Foster Wallace beobachtet fortan die Herde der Mitreisenden: Ehemalige Individualtouristen, die sich das alles wirklich mal verdient haben – nun Teil einer amorphen Masse, in uniformen Bewegungen, Freizeitaktivitäten, Bekleidungsvarianten und gleichförmig am Fotoapparat hängend, um diese unvergesslichen Erlebnisse dauerhaft festzuhalten. Seine Schilderung des maritimen Bordalltags gleicht einer Überdosis sozialkritischer Realsatire. Seine Beobachtungen erreichen an Bord der Zenith ihren Höhepunkt, wenn er das Verhalten seiner Mitreisenden und des gezwungen lächelnden Servicepersonals in aller Klarheit aufs Korn nimmt. Touristenfragen wie: „Schläft die Crew auch an Bord?“ oder „Wird man beim Schnorcheln nass?“ bilden nur den Rahmen für den eigentlichen Wallace´schen Showdown. Er selbst bei einem abendlichen Galadinner – bekleidet mit einem T-Shirt auf dem ein Smoking aufgedruckt ist. Er ist Fehl am Platz und beginnt, die Menschen zu bewundern, die genau dies nicht empfinden. Wallace deckt die Mechanismen der Unterhaltungsmaschine an Bord schonungslos auf, wirft einen ungeschönten Blick auf die dunklen Seite einer solchen Reise: Personal unter schonungslosem Servicedruck und fremde Städte, in denen die Kreuzfahrt beim Landgang zum Kreuzzug mutiert. Wallace schreibt einzigartig locker und unterhaltend – zielsicher und pointiert, wobei er seinen Lesern die wichtigste aller Fragen im Hirn verankert: Kann man nur im Zustand vollkommener Entmündigung entspannen und genießen? Und dies alles ohne schlechtes Gewissen gegenüber all jenen, die sich hierfür den Allerwertesten aufreißen? Ich habe mich köstlich amüsiert und konnte mir gut vorstellen, in welche Fettnäpfe mein Lieblingsschriftsteller fast systematisch hineinplumpste. Ein Traumbuch für jeden, der Kreuzfahrten liebt und für diejenigen, die niemals einen Luxusliner betreten würden. Man muss eines mitbringen – man sollte nicht nur über andere, sondern auch über sich selbst herzhaft lachen können. Kommen wir am Ende des Artikels noch einmal zum Dress-Code zurück. Wir erinnern uns an David Foster Wallace und sein T-Shirt und vielleicht erinnern wir uns an die häufig gestellte Frage, was einen Menschen unabhängig von seinem Talent erst richtig populär macht. Die Simpsons haben diesem Buch eine eigene Episode gewidmet und wenn man ganz genau hinschaut, dann sieht man ebenjenen völlig falsch gekleideten Schriftsteller im Salon des Kreuzfahrtschiffs. Man sagt nicht umsonst: Wenn du es bis zu Bart Simpson schaffst, dann bist du in den USA echt berühmt. Ich denke, das hätte David sehr gefallen…. Illustrierter Artikel auf Literatwo: http://literatwo.wordpress.com/2012/07/12/david-foster-wallace-eine-kreuzfahrt-die-ist-lustig-oder/

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  • Rezension zu "Schrecklich amüsant - aber in Zukunft ohne mich" von David Foster Wallace

    Schrecklich amüsant - aber in Zukunft ohne mich

    Clari

    29. June 2012 um 17:24

    Jedermanns Freud und Leid! Was für ein ergötzliches Buch! Allen jenen, die den Massentourismus verabscheuen, sei es ans Herz gelegt! Mit Witz, Ironie und Sarkasmus beschreibt David Foster Wallace eine Kreuzfahrt, die er im Auftrag von Harper’s Magazine angetreten hat. Er soll einen möglichst positiven Bericht abgeben, der nichts anderes als eine verkappte Werbung für die Schiffslinie sein soll. Wie er das Abenteuer seiner Reise angeht, das ist unübertroffen! Voller Staunen sieht er die Reinlichkeit, die Freundlichkeit, den Service und die vor Freude überbordenden Mitreisenden, die sich zu dem Massenabenteuer entschlossen haben. Man stelle sich einen Mann vor, der Stille liebt, der Individualist ist, der alle Gleichmacherei hasst, und der nun plötzlich in diesem Trubel landet. Mit beißendem Humor beobachtet er das "Volk", das sich diesem Spektakel ausliefert und auch noch Freude daran hat! Er kann es kaum fassen. Animateure sorgen die ganze Zeit dafür, dass niemand zur Besinnung kommt. Jeglicher freie Moment wird mit Spiel, Spaß und Wellness vollgepfropft und wehe, einer entzieht sich dem allgemeinen Freudentaumel. Das gibt es nicht! Man hat sich dem Programm zu fügen, und die meisten tun das ja auch. Nur unser Autor erlebt fast so etwas wie die Dantesche Hölle, als er sich in diesem Event wiederfindet. Auch geißelt er das "Professional Smile" der Bediensteten, das wie eingefroren wirkt. Es treibt ihn zur Verzweiflung, weil niemand sicher sein kann, was hinter dieser Dauerfassade der Freundlichkeit in Wirklichkeit lauert. Mit ausdauernder Komik trägt er seine Beobachtungen vor und bringt den Leser zum Lachen. Man amüsiert sich wahrhaftig großartig über die Erlebnisse eines, wie er es nennt, „agoraphobischen“ Individualisten, als der er sich selbst bezeichnet. Hinter dem Essay steckt eine ausnehmend kluge Kulturkritik, die mitreißend und amüsant zu lesen ist. David Foster Wallace ist ein begnadeter Schreiber. Wie er die Menschen und Situationen beobachtet und seine Gedanken dazu formuliert, zeigt einen kritischen, überlegenen und hintergründig denkenden Menschen. Seine Beobachtung über die Vermarktung des Menschen, mit der dieser möglicherweise keine Leere aufkommen lassen will, und die offensichtliche Angst vor dem Tod, dem die Teilnehmer einer solchen Massenreise zu entkommen trachten, ist denkwürdig. David Foster Wallace durchschaut alles und alle. Ihm entgeht die Freude, und er sieht den Überdruss und auch die Komik in allen diesen Erscheinungen. Doch das ist der Preis, den einer zahlt, wenn er zu kritischem Denken befähigt ist und ja ganz andere Ziele und Lebensvorgaben hat. Der früh durch Suizid geendete David Foster Wallace hat ein herausragendes Schreibtalent. Sein Tod 2008 wurde von Freunden und Bewunderern tief betrauert.

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  • Rezension zu "Schrecklich amüsant - aber in Zukunft ohne mich" von David Foster Wallace

    Schrecklich amüsant - aber in Zukunft ohne mich

    Marcus_Krug

    21. March 2012 um 13:27

    David Foster Wallace, hochgelobt, weil tot. Selbstmord. Der Titel war für mich sehr vielversprechend, und das schmale Bändchen schien ein guter Einstieg in "das Werk" des Autors zu sein. Aber alles, was mir zu diesem Buch einfällt, ist Seichtheit, Langeweile und grenzenlos unerträgliche Meckerei. Ich komme nicht umhin, hier zu gestehen, dass mir bei diesem Buch die Worte "Satire" oder "entlarvender Bericht" völlig abgehen. Da schreibt ein genervter Autor über etwas, was er von Anfang an nicht machen wollte - sehr tendeziös. Auch die Sache mit den Fußnoten (oh, wie kreativ, dieser DFW, der kluge Kopf, hat die Fußnote zurück in den Roman gebracht, wie innovativ) nervt gewaltig, weil es den Lesefluss unentwegt unterbricht, wenn man Fußnoten lesen muß, ohne die der Rest noch unverständlicher wird als bisher. Das ist das einzige Buch von DFW, und wird es vorerst auch bleiben. Nicht zu empfehlen!

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  • Wenn einer eine Reise tut ...

    Schrecklich amüsant - aber in Zukunft ohne mich

    Stefan83

    28. November 2011 um 09:38

    David Foster Wallace war, nicht zuletzt wegen dem postmodernen Epos „Infinite Jest“, einer der Autoren, an dem sich die Geister der Literaturkritik schieden. Während ein Großteil ihn als größtes Talent der amerikanischen Buchszene feierte und mit Thomas Pynchon oder James Joyce verglich, blieben Wallace' Werke für viele Leser schwer zugänglich, setzt doch ihre Lektüre mehr als nur eine gewisse Bildungsgrundlage sowie eine enorme Leseerfahrung voraus. Seine Bücher widersetzen sich dem oberflächlichen Lesegenuss, dem schnellen Kick, der mittlerweile zur Voraussetzung geworden zu sein scheint, um sich im grauen Mainstream einen Platz an der noch farbloseren Sonne zu sichern. Vielleicht gerade deswegen ein Grund, weshalb sein Tod als solch großer Verlust empfunden wurde und immer noch wird, hat doch kaum ein anderer Autor ein solches Gespür für den Jargon des Alltags erwiesen und mit gleicher Leichtigkeit die Errungenschaften der modernen Zivilisation seziert und entglorifiziert. Diese Leichtigkeit stand stets konträr zu seiner eigenen Biographie, war Wallace doch zeit seines Lebens Medikamentenabhängig und litt unter schweren Depressionen. Eine Kombination, welche zuletzt vermutlich zum Suizid geführt hat. Umso erstaunlicher, das er sich dennoch einen Platz in der Riege der witzigsten Autoren sichern konnte, was in erster Linie an „Schrecklich amüsant, aber in Zukunft ohne mich“ liegt. Inzwischen ein Klassiker des Reiseberichts-Genres, hat das Buch seinen Ursprung in einer Auftragsarbeit. Wallace wurde Mitte der neunziger Jahre vom „Harpers Magazine“ auf eine einwöchige Kreuzfahrt auf einem Megaliner geschickt, um über seine Erlebnisse an Bord einen Essay zu verfassen. Herausgekommen ist ein Buch, das der Leser mit einem Mindestmaß an Optimismus und nur bei schönsten Wetter angehen sollte, um nicht in die gleiche tief depressive Grundstimmung des Autors zu verfallen, der radikal, ironisch und oft das Absurde unterstreichend die schale Oberflächlichkeit der Tourismusindustrie bloßstellt, die dem Kreuzfahrtreisenden an jeder Ecke des Schiffs förmlich entgegenschreit. Da werden bitterbös die verschiedenen Touristentypen katalogisiert, wohlmeinende Unterhaltungsprogramme als grenzdebile Dauerveranstaltungen entlarvt. Selbst Nicht-Kreuzfahrer erkennen sich plötzlich in Wallace' Beschreibung wider, was ein Grund ist, warum dem Autor wegen diesem Buch immer wieder Kritik begegnet ist. Nur gemein. Niveaulos. Verbittert. Immer wieder tauchen Wörter dieser Kategorie in Rezensionen von Lesern auf, welche der Leseempfehlung von Harald Schmidt auf dem Buch gefolgt sind und schließlich feststellen mussten, das nicht hinter jeder Zeile ein Raabscher Schenkelklopfer lauert. Hierin liegt Wallace' Besonderheit. Wie bereits oben erwähnt, sollte beim Leser eine gewisse Bildung Voraussetzung, ein Gespür für die Zwischentöne vorhanden sein. Nur so entdeckt man inmitten der anarchistischen und abfälligen Bemerkungen die tiefere Botschaft des Buches. Und erhält damit gleichzeitig einen kleinen Einblick in die Seele des Autors. Nur so versteht man, dass es in diesem Werk nicht einfach nur um die Beschreibung einer Kreuzfahrt geht. Vielmehr ist dieser Essay eine Reflexion einer höchst komplexen Gesellschaft, welche für den Einzelnen so undurchschaubar geworden ist, dass er sich kopfüber in die Welt des Oberflächlichen und der Nichtigkeiten flüchten muss. Es ist der verzweifelte Blick auf eine gut situierte, teilweise sogar steinreiche Gesellschaftsschicht, die eigentlich furchtbar arm ist. Wallace zeigt sich hiervon maßlos bedrückt, hilflos und zutiefst unglücklich. Nur nach und nach dämmert es dem aufmerksamen Leser, dass, wenn der Autor davon spricht, dass es in Zukunft ohne ihn stattfinden wird, nicht nur das Thema Kreuzfahrt gemeint ist. „Schrecklich amüsant, aber in Zukunft ohne mich“ ist deshalb mehr als nur amüsante Reiseunterhaltung. Es ist eine gesellschaftskritische Realsatire, die sich auf intelligente Art und Weise mit dem „American Way of Life“ auseinandersetzt. Wer also in all den zum Teil langatmigen Schachtelsätzen, Neologismen und ausschweifenden Fußnoten nur die überheblichen Ergüsse eines arroganten Schreiberlings vermutet, gehört eventuell selbst zu dieser Kategorie oberflächlicher Menschen, welche Wallace am Ende so verzweifelt hat. Wer sich jedoch darauf einlässt und sich zudem ein bisschen mit der Biographie des Autors befasst hat, erkennt darin die Chronik eines angekündigten und wenige Jahre nach Abschluss des Manuskripts durchgeführten Suizids. Mit diesem Wissen ist das Lächeln, das sich immer wieder in unser Gesicht schleicht, stets ein zwiegespaltenes und bitteres, da die bodenlose Verzweiflung von Wallace' tief berührt. Insgesamt ist „Schrecklich amüsant, aber in Zukunft ohne mich“ ein lesenswerter Einstieg in die Welt des David Foster Wallace, der humorvoll unterhält, aber auch nachdenklich macht. Wenngleich mich während der Lektüre nie die große Begeisterung gepackt hat, so bleibt am Ende doch die Neugier auf weitere Werke aus Wallace' Feder. Was die Kreuzfahrtreisen angeht: Schon immer, aber auch in Zukunft, ohne mich.

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  • Rezension zu "Schrecklich amüsant - aber in Zukunft ohne mich" von David Foster Wallace

    Schrecklich amüsant - aber in Zukunft ohne mich

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    04. October 2011 um 14:49

    Leider nicht wirklich amüsant! Mein Freund hat mir dieses Buch zum Geburtstag geschenkt, weil er dachte, dass die Kombination aus meinem Hass gegenüber Kreuzfahrten und meiner Leidenschaft für Bücher von David Foster Wallace sicher interessant werden könnte. Auch ich habe mich sehr auf eine lustige und absurde Erzählung gefreut. Absurd war sie mit Sicherheit, aber leider nicht sonderlich lustig. Nur ein paar Mal (an einer Hand abzählbar) konnte ich mich zu einem Schmunzler hinreißen lassen, zu wenig für einen Roman, desen Titel eine Lachparade verspricht. David Foster Wallace beschreibt sehr genau die Gegebenheiten auf dem Kreuzfahrschiff, auf dem er ohne Begleitung eine Woche verbringen wird. Nicht nur seine "Einsamkeit", sondern auch seine leichte Agoraphobie machen seinen Aufenthalt absurd, da er es eher vorzieht in seiner Kabine seine Zeit zu verbringen. Von Zeit zu Zeit traut er sich dann aber doch zu den einzelnen Erlebnissen und nimmt wortwörtlich alles mit, was das Schiff zu bieten hat. Jemanden, der Kreuzfahrten liebt, wird die Beschreibung aber eher als Hommage vorkommen. Der Sarkasmus dahinter ist leider zu gut versteckt.

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  • Rezension zu "Schrecklich amüsant - aber in Zukunft ohne mich" von David Foster Wallace

    Schrecklich amüsant - aber in Zukunft ohne mich

    Duffy

    06. August 2011 um 17:40

    Erstmal: Wer sich von Wallaces "Unendlichen Spaß" und den 1600 Seiten und der nicht gerade einfachen Schreibe abgeschreckt fühlte und erst gar nicht mehr den Versuch macht, etwas von diesem Autoren zu lesen, der bringt sich um ein saugroßes Vergnügen. Wallace machte eine siebentägige Karibikkreuzfahrt im Auftrag einer Zeitung und schrieb minutiös alles auf, was sich in dieser Vorhölle abspielt. Man kann davon ausgehen, dass es auch auf deutsche Verhältnisse 1:1 übertragbar ist. Mit einer außerordentlichen Beobachtungsgabe zeichnet der Autor diesen Horrortrip mit all seinen Nuancen nach. Wortgewaltig wie Wallace nun einmal war, findet er auch für alles die richtige Bezeichnung und das alles ist so gruselig komisch, dass es einem die Tränchen in die Äuglein treibt. Nicht nur für alle Kreuzfahrer, die es (nicht) werden wollen und für alle, die es schon immer gewusst haben, nein, für alle, die sich bei dieser Art von Reisebericht köstlich amüsieren wollen und danach die Frage stellen, wie man sich sowas nur antun kann. Super!

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  • Rezension zu "Schrecklich amüsant - aber in Zukunft ohne mich" von David Foster Wallace

    Schrecklich amüsant - aber in Zukunft ohne mich

    einMalTee

    01. August 2011 um 18:31

    Foster Wallace wird vom Harper's Magazine eingeladen auf einem Luxuskreuzer eine Woche durch die Karibik zu schippern. Er macht es, aber nur weil er dafür bezahlt wird. Herausgekommen ist ein zynischer und bitterböser Bericht über das perverse Geschäft der Megakreuzer auf der Hunderte bis Tausende Platz finden. Mit zwei analysierenden Augen und einem scharfen Verstand schlägt sich der Amerikaner beispielsweise durch verschiedenste Veranstaltungen auf dem Schiff, denn an alles ist gedacht: Führungen, Hypnotiseur-Abende, Tischtennistuniere, Kosmetik gegen Cellulite und einen hervorragenden Zimmerservice. Das Zimmermädchen Petra kommt immer, wenn DFW exakt eine halbe Stunde aus dem Zimmer ist, doch erwischen tut er sie nie, sie scheint ein Geist zu sein, der seine Kabine auf Hochglanz bringt. Am beeindruckendsten ist sie penible Beschreibung seines Bades, von dem er völlig begeistert ist. In den puren Genuss der Fahrt kommt er, als alle anderen Mitreisenden – die große Mehrheit über siebzig und als Paar auftretend – an Land gehen und er alleine den Kreuzer erkundet. Skurril ist, dass tatsächlich Mitreisende fragen, ob sie beim Schnorcheln nass werden oder ob die Besatzung auch an Board schläft. DFW hatte schon vor Beginn der Reise Skepsis vor dem Ausflug und dem dazugehörigen Programm und hat unverständlich gelesen, dass die reichen Reisenden (Presie von 2500 bis 4000 Dollar) gebeten waren für einen formellen Abend im Fünf-Sterne-Restaurant – in dem es wirklich alles in höchster Qualität gibt – ein Sakko mitzunehmen. Der Autor weigerte sich und bekam dafür an besagtem Abend mit abweisenden Blicken die Quittung dafür. Der geniale Schriftsteller besticht durch seinen ironischen Unterton und seine Ablehnung gegen solche Ausflüge. Dieses großartige Buch ist nicht nur Pflicht für alle DFW-Fans sondern auch für solche, die einen Trip auf dem Wasser planen und es vielleicht besser lassen. Das tausende Tonnen schwere Eisenmonstrum weckt Unverständnis beim Autor, der heilfroh ist, nach sieben Tagen aus dieser Scheinwelt wieder festen Boden unter den Füßen zu haben.

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  • Rezension zu "Schrecklich amüsant - aber in Zukunft ohne mich" von David Foster Wallace

    Schrecklich amüsant - aber in Zukunft ohne mich

    Ailis

    14. July 2011 um 10:40

    Kreuzfahrten - viele von uns träumten schon davon und bekommen ein verklärt lächelndes Gesicht, wenn sie nur daran denken. Zu diesen Menschen zähle ich mich nicht! Meine Liebe für das Meer entfaltet sich vom Strand aus. Der Gedanke, von nichts als Wasser umgeben zu sein, so weit das Auge reicht, hat für mich eher etwas Bedrohliches. Und wenn ich an eine Kreuzfahrt denke, so sehe ich nicht nur die Möglichkeit, viel schöne Natur zu sehen zu bekommen - was ich durchaus als reizvoll empfinden kann -, sondern eher das Kreuzfahrtschiff als schwimmende Club-Anlage: rumhüpfende Animateure mit ins Gesicht gemeißeltem Frohsinn, die immer einen kessen Spruch auf den Lippen haben, Poolspielchen, Polonaisen und Showprogramme am Rande des guten Geschmacks. Oder wie David Foster Wallace es nennt: gut organisierter Ringelpietz. David Foster Wallace machte diese Reise für das Harper's Magazine im März 1995, aber sein Bericht hat nicht an Aktualität verloren, denn er hat gekonnt das eingefangen, was ich mal die Kreuzfahrt-Mentalität nennen will. Urlauber, die sich mal was Außergewöhnliches gönnen wollen und die immer wieder das Gefühl haben, sich dafür rechtfertigen zu müssen: "Das habe ich mir verdient, das waren schwere Monate!" oder "Wer so viel arbeitet, muss sich auch mal was gönnen!". Personal, dass den Gästen jeden Wunsch von den Augen abliest, selbst Wünsche, von denen der Gast selber noch gar nichts weiß. Ein Hotelbetrieb, der so sauber und ordentlich und so lückenlos durchorganisiert ist, dass die Gäste eine Woche lang keinen einzigen Finger krumm machen müssen. Wallace nennt das Ganze eine "schwimmende Hochzeitstorte" und meint damit sicher nicht nur die Optik. Seine Beschreibungen der Crew und seiner Mitreisenden schwankt zwischen tiefer Sympathie für liebenswerte Schrullen und freigelegtem Hass auf hochnäsige Reisende und Mitarbeiter, die ihm blöd kommen. Das mag man kritisieren, ich fand es herrlich erfrischend. Und dank David Foster Wallace kenne ich nun auch die eine Frage auf der Welt, die noch blöder ist als die des Sitznachbarn im Flugzeug, der fragt: "Fliegen sie auch nach Mallorca?". Und zwar: "Schläft die Crew auch an Bord?" - ich habe Tränen gelacht! Die Vorstellung, dass abends kleine Schlafbötchen aufs Wasser gelassen werden, die das riesige Kreuzfahrtschiff einrahmen und in denen die Mitarbeiter schlafen, lässt mich nicht mehr los. Besonders gefallen hat mir auch Wallaces Sprache. Sie ist unheimlich eloquent und erfinderisch, z.B. beschreibt er die Farbe eines Sakkos als "menstruales Rosa" oder bezeichnet den Klang des Nebelhorns als "durchbebenden Darmwind der Götter". Doch wer meint, alles in diesem Buch sei einfach nur witzig und flapsig, der irrt. Gerade Wallces Analysen des typischen Servicelächelns oder über die Last des sich immer verwöhnen Lassens, haben sehr viel Tiefgang und fördern interessante Erkenntnisse zutage. Und so hatte ich viel Freude an diesem Buch, zum einen, weil sich Vorurteile bestätigten - und ich stehe dazu, dass mir das gefällt - und zum anderen, weil David Foster Wallace ein Mitreisender gewesen wäre, an dem ich meine helle Freude gehabt hätte: gesegnet mit einem Humor, der von ironisch zu zynisch tendiert, aber auch geplagt mit einer gewissen Hilflosigkeit angesichts dieses ganzen Luxus, die ihn auch mal über sich selbst lachen lässt.

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  • Rezension zu "Schrecklich amüsant, aber in Zukunft ohne mich" von David Foster Wallace

    Schrecklich amüsant - aber in Zukunft ohne mich

    Holden

    18. February 2011 um 13:56

    Ein schreiend komischer Bericht über eine Kreuzfahrt mit viel Potential zum Fremdschämen, gleichzeitig mit klugen und selbstironischen Selbstbetrachtungen kombiniert.

  • Rezension zu "Schrecklich amüsant, aber in Zukunft ohne mich" von David Foster Wallace

    Schrecklich amüsant - aber in Zukunft ohne mich

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    27. October 2010 um 08:59

    Die Zukunft muss tatsächlich ohne ein weiteres Genie auskommen. Nachdem sich David Foster Wallace im September 2008 das Leben nahm, steht für mich die Lektüre seines Reiseberichts "Schrecklich amüsant - aber in Zukunft ohne mich" unter keinem sehr guten Stern - zumal dies mein erster Foster ist. Der Rezensent kann nach dem Freitod des Autors die Lektüre nicht unbeeinflusst und unvoreingenommen verfolgen. Der real existierende Zynismus eines Begnadeten würde weit mehr als den Hauch eines wahren Lesegenusses versprechen, wäre dieser scharfsinnige Lebens-Beobachter noch am Leben. Viel zu oft lassen sich, mal zwischen den Zeilen, mal überdeutlich, überzogen negative Sichtweisen sowie der Hang zur Selbstzerstörung ohne jeden Zweifel herauslesen. Bereits auf Seite 18 nötigt Foster uns zu der zweifelhaften Erkenntnis, dass Kreuzfahrten generell etwas "unerträglich Trauriges umgibt". Eine derartige Pauschalisierung ist nicht intelligent, denn nicht wenige Zeitgenossen sehen dies völlig anders. Doch damit nicht genug, denn der Autor steigert sich in Verzweiflung, die er als Todessehnsucht definiert, "verbunden mit dem vernichtenden Gefühl der eigenen Bedeutungslosigkeit", hinter welcher er wiederum ein Versteck der Angst vor dem Sterben vermutet. Nun ja, spätestens an dieser Stelle mag ich, zumindest auf diesem Schiff, nicht mehr weiterfahren. Schließlich entschied ich mich, doch an Bord zu bleiben, denn lieber auf hoher See als im eigenen Selbstmitleid ersaufen. Ich sollte es nicht bereuen, denn letztlich überwiegt die literarische Qualität und das wahre Vergnügen, eine Reise aus einer kritischen Distanz heraus zu erleben. Wallace schreibt den Massentourismus auf hoher See und die damit verbundenen Szenarien an Bord der schwimmenden Vergnügungspaläste in Grund und Boden. Sein beißender Zynismus und seine detailreiche Beobachtungsgabe lassen uns das Diktat dieser gigantischen Verwöhnmaschinerie fast räumlich erfassbar erscheinen. Leider kann man auch hier den einen oder anderen Ausrutscher vermelden. Obwohl er selbst mit dem Vergleich nicht glücklich ist, meint er schreiben zu müssen, das "massenhafte, ängstliche Warten" an den Piers hätte etwas von Auschwitz. Hier driftet sein Zynismus ins Pathologische. Seltsam auch die Feststellung, dass für ihn der Ozean stets mit "Grauen und Tod" gleichzusetzen ist ... Der Lesefluss wird noch durch eine weitere Tatsache teils erheblich gestört, denn 136 Fußnoten auf nur 186 Seiten sind dann wirklich zu viel des Guten, zumal einige detaillierte Ausführungen bis zu fünf Seiten umfassen! Dennoch kann ich nur die höchste Bewertung abgeben, denn trotz aller Vorbehalte bleibt das Lesevergnügen nahezu ungetrübt, wobei ich mir hier jetzt widerspreche (s.o.), was gelegentlich vorkommt. Wenn sich ein kopflastiger Literaturkardinal auf einen Vergnügungsdampfer begibt, bleibt letztlich kein Auge trocken. Herrlich z.B. der Querschläger in Richtung der Über-Fünfzigjährigen, "denen die eigene Hinfälligkeit kein abstrakter Begriff mehr ist" oder die Forschungsarbeiten des Autors, was das Rätsel des unsichtbaren Zimmerservices betrifft. Nach einer ausgiebigen Testreihe war nämlich klar, dass die Kabine nach 29 Minuten Abwesenheit nicht in Ordnung gebracht, sehr wohl aber nach 31 Minuten Abwesenheit jeweils wieder auf Hochglanz gebracht wurde. Wallace entdeckte keinerlei Lichtschranken und/oder Kameras, so dass er dieses Rätsel zu lösen nicht imstande war. Ansonsten wird die "Nadir", ein 250 Millionen Dollar schweres Kreuzfahrtschiff, bis ins kleinste Kabinendetail beschrieben, wenn auch dem Autor aufgrund einiger ebenso vorlauten wie amüsanten Bemerkungen, die ich dem potentiellen Leser bewusst vorenthalten will, nicht überall Zugang gewährt wurde! Vielleicht findet er deswegen das Schiff auch nur "hübsch" und nicht "schön", denn das wäre ein Unterschied, wie er sagt ... Würde man das genossene literarische Vergnügen einseitig bewerten und verinnerlichen, käme für den jeweiligen Leser eine Kreuzfahrt wohl nie mehr in Betracht. Für mich selbst darf ich bekunden, dass selbstverständlich auch mich die Rückenflosse des Todes umkreist. Diese Tatsache vermag ich aber nicht mit einer albernen Schiffsreise in Verbindung zu bringen und wo Wallace Grauen und Tod sieht, sehe ich die Wiege des Lebens. Zwar hat mein Traum einer Karibiktour einige deftige Schrammen erhalten, letztlich aber das Haus meiner gesammelten Träume längst nicht verlassen. Ganz im Gegenteil. Allein die "schnieke Besatzung", "unermüdliche Service-Knechte", "Handtuch-Fachkräfte" oder "beflissene Fun-Manager" ganz bewusst zu beobachten, wäre mir ein absoluter Hochgenuss ... © Thomas Lawall - www.querblatt.com

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  • Rezension zu "Schrecklich amüsant - aber in Zukunft ohne mich" von David Foster Wallace

    Schrecklich amüsant - aber in Zukunft ohne mich

    Sarlascht

    Zugegeben, der Titel ist sehr verführerisch und hat auch mich dazu bewegt, das Buch zu lesen. Eine Meinung darüber sich zu bilden, fällt mir allerdings alles andere als leicht. Das erste Wort, welches mir einfällt, ist: seicht. Die Worte fließen vor sich hin, bleiben keine Sekunde kleben. Ich las und las und wusste eigentlich nicht genau, warum ich noch lese, ist es doch einfach nur langweilig. Einzig der Gedanke: "jetzt aber kommt was", welcher jede Seite begleitete, ließ mich durchhalten. Ab und an musste ich durchaus schmunzeln, aber der größte Teil war einfach nur ermüdend. Fazit: Das Buch ist beendet und schon habe ich vergessen, was ich da eigentlich genau las. Zusätzlich, Fußnoten in allen Ehren, aber 136 auf 183 Seiten, ist einfach zu viel.

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