David Foster Wallace Unendlicher Spaß

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Inhaltsangabe zu „Unendlicher Spaß“ von David Foster Wallace

Der 'Jahrhundertroman!' (Tages-Anzeiger) jetzt als einmalige limitierte Sonderausgabe 'Mit diesem Buch beginnt eine neue Zeitrechnung in der Literaturgeschichte.' Die Welt'›Unendlicher Spaß‹ vereint literarische Innovation und Lesbarkeit auf eigene, unerhörte, markerschütternde Weise.' Frankfurter Allgemeine Zeitung'Wallace schreibt gegen die Verseichung unserer Hirne und Herzen an.' KulturSpiegel

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  • David Foster Wallace | UNENDLICHER SPASS

    Unendlicher Spaß

    Bookster_HRO

    26. September 2017 um 15:09

    INHALT: Hal ist das Tennis-Wunderkind an der Enfield Tennis Acedemy nahe Boston. Sein Vater James Incandenza, Gründer dieser Academy, war nebenbei auch Hobby-Filmemacher und gehörte nach seinem Selbstmord posthum zur Crème de la Crème der experimentellen Filmkunstszene. In seinem umfangreichen Werk voller trashiger Aprèsgarde lässt sich auch ein Mehrteiler namens »Unendlicher Spaß« finden, den noch niemand in voller Länge gesehen hat, Incandenza selbst eingeschlossen. Es geht die Legende, der Film sei so lustig und unterhaltsam, dass, wer diesen Film sieht, in kürzester Zeit von ihm abhängig wird, sein Gehirn gegen einen halben Eimer Götterspeise eintauscht und zu einem sabbernden Pflegefall wird. Zu dieser Zeit sind die USA, Kanada und Mexiko zur »Organisation Nordamerikanischer Nationen« (O.N.A.N.) fusioniert, einem Staat, der sich dem Kapitalismus vollends unterworfen hat, deren Einwohner nur noch auf Nonstop-Entertainment und Betäubung aus sind, geführt von einem Trottel von Präsidenten. Eine Gruppe franko-kanadischer Seperatisten versucht nun, die ihnen verhassten Amerikaner auszurotten, indem sie den Film »Unendlicher Spaß« ins Hauptkabelnetz einspeisen und die unterhaltungssüchtigen Deppen auf das Niveau von Zweijährigen zurückzuschleudern – Ein ganzer Kontinent voller sabbernder Pflegefälle. Dazu muss erstmal die Masterkassette gefunden werden, von der es keine Kopien gibt. Die liegt aber mit ihrem Schöpfer sechs Fuß unter der Erde auf dem Gebiet der Enfield Tennis Academy und nur Sohnemann Hal weiß wo. Und auch der Geheimdienst der O.N.A.N. ist den Seperatisten schon auf der Spur. FORM: Diese Inhaltsangabe ist wirklich nur auf das allernötigste reduziert, denn es ist ein absoluter Wahnsinn, was in diesem Buch alles passiert. Ich glaube, in diesem Text kommen alle Wörter und Fremdwörter vor, die es gibt … und auch die, die es NICHT gibt. Das Buch platzt förmlich aus allen Nähten. David Foster Wallace schreibt wasserfallartig auf allerhöchstem Niveau mit einem Humor der seinesgleichen sucht. Es gibt Szenen, die an schräger Situationskomik und surrealer Phantasie kaum noch zu überbieten sind, voller Ideen, voller Witz, voller Herzblut. Hinzu kommt der schiere Umfang des Buches mit seinen anderthalb Kilo, die einem in jeder Leselage die Lektüre erschweren. Im Bücherschrank sieht es aus wie ein weißer Ziegelstein. Und das MUSS auch so sein: Das Buch WILL nicht bequem sein, es will anecken, auffallen, in Erinnerung bleiben; es ist ein Koloss in jeder Hinsicht. Wer UNENDLICHER SPASS auf einem 180-Gramm-Reader liest, verpasst die Hälfte. FAZIT: Ich weiß nicht, ob ich das Ding jemals wieder in die Hand nehmen werde, vergessen werde ich den ganzen Spaß jedenfalls nicht. Und ich weiß auch nicht genau, ob ich es weiterempfehlen kann, eher müsste ich davor warnen: Dieses Buch verlangt seinem Leser alle Kräfte ab, wer aber am Ball bleibt, wird reichlich belohnt. Sternenvergabe: Fünf Sterne – Meisterwerk! p.s.: Auf David Foster Wallace (1961-2008) wurde ich durch Jürgen von der Lippes Literatursendung WAS LIEST DU? aufmerksam, das muss an die zehn Jahre her sein. Damals wurde seine Kreuzfahrt-Reportage SCHRECKLICH AMÜSANT – ABER IN ZUKUNFT OHNE MICH vorgestellt, die ich daraufhin mit großem Genuss las. Es folgten Kurzgeschichten und sein Romandebüt DER BESEN IM SYSTEM, an dessen Inhalt ich mich kaum noch erinnere, wohl aber an den Humor, die irren Ideen und schrulligen Charaktere. Damals steckte ich Wallace in die Schublade [KLUG & WITZIG], dort hatte er dann Gesellschaft mit Hornby und Robbins und Konsorten. Spätestens mit der Nachricht über den Selbstmord Wallace‘, die Legenden um ihn, seine Krankheit und sein Werk und das darauf folgende Riesentamtam um die Übersetzung von INFINITE JEST ins Deutsche, bekam Wallace bei mir einen anderen Stellenwert: Also öffnete ich die Schublade, holte den nun toten kleinen David heraus und legte ihn in die Schublade [WICHTIG & RELEVANT] an die Seite von Pynchon und Joyce. Ich holte mir den Schinken direkt am Erscheinungstag und hatte von da an regelrecht Schiss vor dem Text. Mittlerweile war soviel von dem Buch an mein Ohr gedrungen, dass ich das Gefühl hatte, ich müsste noch warten, bis die Zeit für mich reif wäre. Dass das noch weitere sechs Jahre dauern würde, war mir damals nicht klar, jetzt bin ich aber froh darüber. Ich halte David Foster Wallace für einen der wichtigsten Schriftsteller der letzten Jahrzehnte. Er hat die amerikanische Literatur um Einiges vorangetrieben und bereichert. Sein letzter Roman DER BLEICHE KÖNIG, der unvollendet blieb, steht schon lesebereit in meinem Regal (mal sehen, wie lange noch), und auf seine Biographie und den Kinofilm freue ich mich auch schon. *** Diese und viele weitere Rezensionen könnt Ihr in meinem Blog Bookster HRO nachlesen. Ich freue mich über Euren Besuch ***

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  • Mehr unendlich als Spaß

    Unendlicher Spaß

    janmikael

    23. July 2016 um 16:19

    Der Film "The End of the Tour", in dem ein Redakteur des Rolling Stone Magazins David Foster Wallace auf seiner letzten Lesereise begleitet, hat mich auf den Autoren und dieses Buch aufmerksam gemacht. Gerade in der ersten Hälfte des Films sind die Dialoge zwischen Wallace und Lipsky (der Redakteur) faszinierend. Die Gedankenwelt von Wallace bleibt es bis zum Schluss und so kann man bei einem seiner Bücher, das zudem hochgelobt wird und auch noch den Titel "Unendlicher Spaß" trägt, wohl kaum falsch liegen. Weit gefehlt!Vorweg: Wallace hat natürlich richtig was drauf und was er abliefert, ist einerseits groß. Die vielen verschiedenen Figuren mit ihren eigenen Geschichten, denen er einer davon im Anhang z.B. knapp 20 weitere Seiten einer eigenen Filmografie widmet, besitzen eine unglaubliche Tiefe. Die vielen Fachbegriffe, mit denen er sich offenbar bestens auskennt, die vielen Bilder, die er erschafft, sind beeindruckend. Es gibt auch verschiedene Szenen wie eine Vater-Sohn-Anekdote um eine Matratze oder eine kurze Abhandlung über die TV- und Werbelandschhaft, die so treffend und pointiert ist, dass sie sich locker weglesen lässt. Auch einige Dialoge machen Spaß und werden in ihrer Unsinnigkeit auf die Spitze getrieben, wenn eine der Figuren sich während eines Telefonats bsp. die Fußnägel schneidet und in einer philosophischen Abhandlung über die Welt versucht die geschnittenen Fußnägel im Papierkorb zu versenken und sich dafür feiert, Doch ist dies gleichzeitig die Kehrseite. Einerseits stehen oft einfach nur Behauptungen der Erzählers über die Figuren im Raum, zum anderen sind die Bilder oft so grell, detailverliebt und erscheinen in einer Häufigkeit, dass sie kaum noch als ein solches haften bleiben. Stellvertretend seien die 388 Fußnoten genannt, die sich auf nicht weniger als 144 kleingedruckten Anhangs-Seiten erstrecken und das Buch wirken lassen als sei das Buch noch im Vollendungsprozess.Wer solche Details aber liebt und eine Erzählweise mag, die hauptsächlich auf der Stelle tritt und dabei auch mit vielen Abkürzungen und Fachbegriffen zurecht kommt, dem wird das Buch möglicherweise gefallen. Zurechtkommen muss man allerdings auch mit den etlichen Erzählsträngen und meistens hat man das Gefühl die jeweilige Person mehr aus der Vogelperspektive zu beobachten als ihr tatsächlich zu folgen. Und trotz der vielen Figuren, die trotz ihrer Macken und Gebrechen durchaus liebenswert sein könnten, fällt eine Identifikation mit ihnen schwer, so distanziert ist der Blick auf sie.Für jemanden, dem dann auch noch der Zugang zu Thema und Handlung gelingt (es geht wohl u.a. um Drogenabhängigkeit und falschen Ehrgeiz) und die verstreuten Prisen Humor herausschmeckt, mag es ein gutes Buch sein. Wem dieser Zugang verschlossen bleibt, der wird vom Titel enttäuscht sein, entpuppt sich das erhoffte Lesevergnügen doch eher als unendlich als ein Spaß.

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  • Alles und noch mehr!

    Unendlicher Spaß

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    28. February 2016 um 19:23

    Boston, Jahr der Inkontinenzunterwäsche.  Zu einem großen Teil begleiten wir das junge Tenniswunder Hal Incadenza, drogensüchtig und beheimatet in der Enfield-Tennisakademie. Am Fuße des Hügels, auf dem die Akademie sitzt, liegt Ennet-House, eine Entzugsklinik für drogensüchtige, in der auch Don Gately ist.  Zwei Männer auf einem Felsvorsprung, der eine im Rollstuhl und Anhänger der A.F.R. (Assassins des Fauteuils Roulants) die für die Unabhängigkeit Québecs eintreten. Der andere ein Agent, der zur Tarnung als Frau verkleidet ist. Beide unterhalten sich über einen Film, so unterhaltsam, dass die Leute die ihn gucken unweigerlich alles Vergessen, was um Sie herum wichtig ist (Essen? Trinken? Schlafen? Unwichtig!). Diesen Film "Unendlicher Spaß" würden die A.F.R. gerne einsetzen und verbreiten um die Regierung der O.N.A.N. (Organisation Nordamerikanischer Nationen) die Abhängigkeit von Unterhaltung vor Augen zu führen. Noch nicht verwirrend genug? Nun dann gibt es da ja noch die junge Joelle van Dyne, die wir kennenlernen. Verschleiert (weil "rüde verunstaltet") und drogensüchtig, ist sie die Sprecherin einer mystischen Radiosendung in Boston. Jahr der Inkontinenzunterwäsche? A.F.R.? Québec? O.N.A.N.? Okay, okay kurze Aufklärung. In einer nicht allzu fernen Zukunft wird an Firmen das recht verkauft, die Jahre nach ihren Produkten zu bennen, um Steuerausfälle durch den Wegfall eines großteils des Staatsgebietes der O.N.A.N. (einem Zusammenschluss der Staaten Mexiko, Kanada, USA) zu kompensieren. Im kanadischen Grenzgebiet befindet sich nämlich nun eine riesige Müllhalde, sehr zum Ärger einiger Seperatistengruppen (wie der schon genannten A.F.R.). Die Handlungsstränge der oben genannten Personen (und vieler mehr) laufen vor dem Hintergrund der Ereignisse und Umstände zusammen. David F. Wallace verteilt einen Großteil seiner Biographie auf unterschiedliche Charaktere, jeder in sich absolut ausgereift. Obwohl als trauriges Buch mit finsterer Zukunftsaussicht geplant, entwickelt sich eine humoristische und sehr pointierte Darstellung der Verhältnisse.  David F. Wallace schafft es aus meiner Sicht, einen mehr als unterhaltsamen Roman über (jetzt kommt der Moment ...) 1500 Seiten nicht einmal langweilig zu gestalten. Jede Seite lohnt sich und am Ende des Buches stellt sich ein seltsamer Aha-Effekt ein. Ein riesiges Kompliment geht auch an den Übersetzer des Buches Ulrich Blumenbach! Meiner Meinung nach eine Empfehlung für alle Leute, die sich vor sprachlicher Hingabe und längerer Lesezeit eines Buches nicht scheuen und einen wirklich "Unendlichen Spaß" suchen.

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  • Mindfuck

    Unendlicher Spaß

    dominona

    17. October 2014 um 16:52

    Es ist auf jeden Fall ein beeindruckendes Buch und nein, man muss es nicht immer mit Vermutungen im Hinterkopf und Gedanken an die im Suizid endenden Depressionen des Autors verbinden, man kann es auch einfach lesen, weil es alleine von der Struktur her besonders ist. Zu Beginn kommt man durch die verschiedenen Personen und fehlenden Zusammenhänge leicht durcheinander, aber das Werk ist nicht umsonst massig, eben auch sehr komplex, aber wunderbar satirisch und als Kritik (weniger als Rache) an der Medien-, Konsum- und Drogengeilheit der Gesellschaft zu sehen. Der Fachjargon steht auf einer Stufe mit Ghetto-Slang, beides ist im jeweiligen Abschnitt Stilmittel. Eine kreative Masse an Zukunftsideen, für die der Übersetzer 6 Jahre gebraucht hat - nichts für nebenbei, sonst findet man den roten Faden nie.

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  • Eine spaßige Zukunft

    Unendlicher Spaß

    dfw2000

    14. September 2014 um 17:36

    In einer nicht näher datierten Zukunft haben sich die Staaten USA, Mexico und Kanada zur "Organisation of North American States", kurz O.N.A.N, zusammengeschlossen. Ein Teil des Grenzgebietes USA/Kanada wurde in eine riesige Müllkippe verwandelt. Um die fehlenden Steuereinnahmen aus diesem Bezirk zu kompensieren, werden die einzelnen Jahre markenrechtlich vermietet. Es heißt also nicht mehr 2012, sondern z. B "Jahr des Glad-Müllsacks", in welchem auch das Buch beginnt, aber enden tut es im "Jahr der Inkontinenz-Unterwäsche", in dem sich auch der Großteil der Handlung abspielt. Diese lässt sich kaum in eine Rezension packen. So viel sei preisgegeben: Hal Incandenza, Tennisspieler auf Platz 6 der O.N.A.N.-Junioren-Rangliste, außerdem noch ausgestattet mit einem beträchtlich hohen IQ, wohnt in der Bostoner "Enfield-Tennisakademie", die von seinem Vater gegründet wurde. Direkt nebenan liegt noch "Ennet House", ein Entziehungsheim für Drogensüchtige, mit dem Ex-Alkoholiker Don Gately als Betreuer, ausgerüstet mit einem abnormal großen Schädel und von beeindruckender Statur. Er verliebt sich um Seite 800 rum in Joelle van Dyne, nach einem missglückten Suizidversuch eingeliefert, die einst Hauptdarstellerin im titelgebenden Film des Vaters von Hal Incandenza war, James Incandenza. Dieser Film, "Unendlicher Spaß", beraubt jeden Menschen, der ihn sieht, seine Geistesverstandes, so dass er nur noch den Wunsch hat, ihn immer und immer wieder zu sehen, bis er verhungert und verdurstet. Das wollen radikale rollstuhlfahrende Separatisten aus Québec - die für die Unabhängigkeit ihrer Region kämpfen - als Waffe benutzen, damit die Amerikaner durch das vernichtet werden, was Grundbestandteil ihres Lebens ist: Die Unterhaltung. Damit wären erst einmal die wichtigsten inhaltlichen Zusammenhänge geklärt und ich kann zu meiner Kritik kommen. Auf und nach den ersten 200 Seiten wirkt das Buch unübersichtlich und langgezogen, so war zumindest mein Eindruck. Ich musste an dieser Stelle mehrmals widerstehen, es zur Seite zu legen. Aber nach einer Weile las man sich hinein, und auf Seite 1000 hätte es mich auch nicht gestört, wenn dieses Buch 10.000 Seiten gehabt hätte. Was DFW da vollbringt, ist ein wahres Wunder an Schreibkunst, und wer dieses Buch gelesen hat, bleibt danach noch sitzen, um sich zu sammeln. Zu komplex waren die Zusammenhänge (versuchen sie mal, eine logische Kette zwischen Michael Pemulis, Tony Krause und Don Gately zu bilden; es gelingt einem nur über Umwege) und zu sehr ist man noch vom Buch beeindruckt. Für mich ist es eines der besten Bücher, wenn nicht sogar das Beste, das ich je gelesen habe. Der Autor ist leider viel zu früh gestorben. Hier zeigt er sein ganzes Können. Jeder sollte sich die Zeit nehmen und es lesen: Danach sieht man so einiges anders.

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  • Lasst uns also fröhlich sein!

    Unendlicher Spaß

    The iron butterfly

    Wir schreiben das Jahr der Inkontinenz-Unterwäsche und begleiten die unterschiedlichsten Existenzen. Hal, Mario, Orin Incandenza, Joelle van Dynne, Gately, Marathe, Steeply, diverse Trainer, Tennisschüler, Insassen der Drogen-Entzugsanstalt, Aufseher und wer sie noch alle sein mögen. Ihnen allen gemein ist der Makel, ob Drogensucht, ob Verstümmelung, Behinderung oder ein erschreckendes Übermaß an Intelligenz bzw. ein Nichts im Oberstübchen. DFW dachte in Slowmotion und erschuf dadurch völlig neue Blickwinkel, er kehrte die oft absurdesten Gedanken, die übersehenswertesten Bruchstücke des Alltäglichstem um, machte sie groß, größer, plakativ. Es wurde alles offenbart, zum Ende hin beinahe schmerzhaft. Ich wurde "maximal beansprucht", sei es durch die seitenlangen Sätze, die sich wie Lianen durch einen Dschungel aus Sprachgewalt und Wortgebilden schlingen oder durch das physikalische Gewicht des Buches mit seinen 1545 Seiten (inklusive 135 Seiten an Fussnoten und Anmerkungen), die hauchdünnen Seiten bibelartig. Ein Lesefortschritt muss erarbeitet werden. Das verlangt DFW seinem Leser schlicht ab, er muss leiden, schwitzen, sich winden und entweder resignieren oder einsehen, dass die Erlösung nirgends lauert. Du liest es oder du lässt es. Nun ich habe es komplett gelesen, alles, auch die 135 Seiten Fussnoten und ergänzende Anmerkungen. Ich habe gelacht, war betroffen, manchmal angewidert, aber auch oft traurig berührt. Hal, er erschien mir irgendwann wie das Alter Ego von DFW oder Joelle, welch Traurigkeit unter dem Schleier verborgen. Da waren jedenfalls Sätze im Konglomerat aus Genialität, Weitsicht und Wahn verborgen, die wie Splitter in der Haut stecken bleiben. Wer oder was soll die wieder raus ziehen? Ich werde es vermutlich nie wieder lesen, aber ich werde es mit Sicherheit auch nie wieder vergessen. Anzumerken ist noch, welch übernatürliche Leistung der Übersetzer Ulrich Blumenbach vollbrachte. Staunend und erfurchtsvoll will ich ihm meine Hochachtung zollen.

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    • 5
  • Rezension zu "Unendlicher Spaß" von David Foster Wallace

    Unendlicher Spaß

    Oedipa Maas

    "Unendlicher Spaß" habe ich in einem - wenn auch etwas längerem - Atemzug gelesen. Keine Minute wollte ich es aus der Hand legen oder gar aufgeben. Bitter ist nur, dass es einen alleine zurücklässt und bis jetzt alle Bücher, die ich seither in die Hand genommen habe, mir irgendwie banal erschienen. Als wäre eine lange und intensive Beziehung zu Ende gegangen bin ich noch nicht bereit für eine neue. Ich glaube das nächste Buch, wird wohl "Infinite Jest" sein: die englische Taschenbuchausgabe ruiniert einem dafür auch nicht die Schultern beim durch-die-stadt-schleppen und lässt sich auch in der Badewanne lesen :) Für mich eines der ganz großen, eigenwilligen Bücher, ein intensives Erlebnis, ein Rausch!

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    • 2
  • Rezension zu "Unendlicher Spaß" von David Foster Wallace

    Unendlicher Spaß

    Herbstfeder

    28. August 2011 um 18:32

    Am Anfang war ich neugierig, was es mit diesem Werk auf sich hatte. Aber erst nachdem ich schon mehrere hundert Seiten gelesen hatte, begann ich mich für die Geschichte zu interessieren. Wenn ich deren Inhalt auf ein Wort zusammenfassen müsste würde dieses wohl „Drogen“ lauten. Es wird das Leben von Drogen-/Alkoholabhängigen (clean oder auch nicht) betrachtet, außerdem das Leben an der Tennisacademy Enfield (wo die Schüler ebenfalls gerne Drogen konsumieren). Zwar gibt es dann auch noch diesen Film, der so fesselnd ist, dass man bei dessen Betrachtung alle andern Bedürfnisse verliert (und folglich daran sterben kann) und der von Terroristen zu terroristischen Zwecken verwendet werden soll. Aber im weiteren Sinne kann man auch den wohl als „Droge“ betrachten. Am interessantesten fand ich daher die Familiengeschichte um die Incandenzas (inkl. Joelle v. D.). Der Roman ist sehr anstrengend zu lesen. Einerseits liegt das schon allein an den äußeren Eigenschaften des Buches: Es ist unhandlich und klein geschrieben und beinhaltet sage und schreibe 388 Fußnoten. Von diesen kann eine einzelne problemlos 10 Seiten lang sein - und das bei einer winzigen Schriftgröße. Auch das hin- und herblättern zwischen der Textstelle und der Fußnote/Endnote verhindert einen guten Lesefluss. Gerade beim Einstieg in den Roman ist der Schreibstil des Autors sehr gewöhnungsbedürftig. Der Text strotzt abwechselnd von Slang und Fremdworten. Wenn ein Kapitel aus der Sicht einer ungebildeten Figur erzählt wird, so tauchen zudem absichtlich falsch verwendete oder falsch geschriebene Worte auf (und zwar nicht nur in der direkten Rede, sondern im ganz normalen Erzähltext!). Gleiches gilt für Figuren mit Dialekt usw. Wer sich an sprachlichen Spielchen/ ungewöhnlichen Metaphern etc. erfreuen kann, wird hier viele erfreuliche Textstellen auffinden. Für mich war der Schreibstil, trotz einiger schöner Stellen, insgesamt jedoch nur lästig und konzentrationsraubend. Darüber hinaus ist sehr lange keine stringente Handlung zu erkennen. Es wird von allem ein wenig erzählt, es verliert sich in Details die für sich betrachtet recht interessant sind (z.B. der Einblick bei den Anonymen Alkoholikern), aber nichts zur übergeordneten Handlung beitragen. Spannung kommt praktisch zu keinem Zeitpunkt auf. Gegen Ende hofft der Leser dann aber doch, dass die Geschichte nun eine Art Auflösung oder Endpunkt oder ähnliches bietet. Diesbezüglich wird er enttäuscht. Das Ganze liest sich, als sei es einfach nicht zuende geschrieben worden. Etliche Fragen bleiben offen. Nichtsdestotrotz hatte dieser Roman „etwas“, das ich allerdings nicht prägnanter als „interessant“ beschreiben kann. Er unterscheidet sich von allem, was ich sonst gelesen habe, sowohl stilistisch wie auch inhaltlich. Aber ob man für dieses „etwas“ wirklich so viele Stunden Lesezeit opfern muss, sei einmal dahingestellt. Ich werde das Buch jedenfalls kein zweites Mal lesen, auch wenn ich daraus (inhaltlich) einiges für mich mitnehmen konnte.

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  • Rezension zu "Unendlicher Spaß" von David Foster Wallace

    Unendlicher Spaß

    tinsch

    16. August 2011 um 21:53

    Es ist vollbracht: Aus! Aus! Aus! ... die 1410 Seiten exklusive 134 Seiten Anhang/ Erweiterungen/ Anmerkungen (des Autors Selbst!) sind gelesen, verarbeitet und im wörtlichen Sinne im Langzeitgedächtnis unter "unendlicher Spaß" abgelegt. Nachdem ich fast ein ganzes Jahr gebraucht habe, dem Buch die "Karte umzudekorieren", vergingen die letzten 800 Seiten in den letzten 7 Tagen wie im Flug. Eine unglaubliche Sogwirkung erzielte das Buch in der zweiten Hälfte. Haptisch auf Papier biblischem Ausmaßes hat David Foster Wallace jedes auch nur denkbare Wort, ob umgangssprachlich, wissenschaftlich, medizinisch oder regional, verarbeitet. Ein Hoch auf den Übersetzer, dass der nicht zwischendurch mal gedacht hat "nö. keine Lust mehr!" Besonders die Genauigkeit der Beschreibungen von Passagen, Räumlichkeiten oder Personen und deren Geschichten visualisiert einen auch die unangenehmsten Situationen. Fazit: ich habe Lust bekommen, eine Runde Eschaton zu spielen, wobei ich nicht der Spielführer sein möchte. Des Weiteren suche ich einen fähigen Regisseur, der mir "Blutsschwester: Eine taffe Nonne" verfilmt. Ich weiß jetzt alles über Drogen und schmerzstillende Mittelchen und welche Auswirkungen die haben können. Ein Pharmazie-Studium könnte nicht umfangreicher sein. Auch hier gelten Schlagworte wie Misanthropie und negativer Fortschritt, denn Wallace verlegt 1996 seine Erzählung in die unsrige Gegenwart (ca. 2007 bis 2011) und schildert die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen der USA in den düstersten Farben: Unterhaltung als Massen(vernichtungs)medium, der Rückzug der Psyche aus der gesellschaftlichen hinein in eine pharmazeutisch erzeugte Lebenswelt, Negativismus.

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  • Rezension zu "Unendlicher Spaß" von David Foster Wallace

    Unendlicher Spaß

    Tim-O

    03. August 2011 um 13:11

    Naja, hätte der Autor das Buch auf 300 Seiten gekürzt, wäre es ein recht gutes Buch geworden, doch so ist es lange Strecken eine Qual, sich durch die mehr als tausend Seiten zu arbeiten. Der Humor ist dabei auch nur manchmal witzig, meist bewegt er sich auf dem Niveau Pubertierender. Auch was manche als "Sprachgewalt" loben ist oft nichts anderes als verquaster, gekünstelter Satzbau, was das Lesen noch zusätzlich erschwert. Schade.

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  • Rezension zu "Unendlicher Spaß" von David Foster Wallace

    Unendlicher Spaß

    Tordis

    17. July 2011 um 11:47

    Zum 2.Mal dieses Jahres wage ich mich (ich lese nämlich noch) an dieses Großraumprojekt. Meine Muskeln werden es mir danken, wenn ich nun Tag für Tag die Papierkilos auf der Couch liegend auf meinem Bauch balanciere. Es wird mich, so dünkt mir, verdattert und erschöpft zurücklassen: Hab ich so was schon gelesen - per defintionem defintiv nicht. Ich hätte, wenn man mir so was beschrieben hätte, behauptet, dass so was gar nicht möglich sei. Für mich ist es tatsächlich ein opus magnum (und ich verweigere mich vehement wiederkehrenden widerlichen postmortalen Lobhudeleien so mancher Kritiker!), das mir viel Zeit stehlen wird, aber ich bin schon jetzt überzeugt, dass ich damit sehr gut leben kann. Nachtrag: gestern (2.8.11) gegen Mitternacht war ich durch, buchstäblich. Ich hab ein paar Nerven verloren, dafür viele neue Synapsenverbindungen im Hirnbereich Sprache und tolle Bauchmuskeln dazubekommen. Das war: Intellektuell höchst anspruchsvoll, eine Heidenlesearbeit, Kraftakt und Fremdwörtertraining in einem - und dennoch möchte ich diese Leseerfahrung auf keinen Fall missen.

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  • Rezension zu "Unendlicher Spaß" von David Foster Wallace

    Unendlicher Spaß

    Mr. Rail

    Hier liegen sie nun gestapelt, vorwurfsvoll schmollend neben mir.  “Die Karte meiner Träume” unter dem “Winter in Maine”, zwischen “Limit” aber über “2666” und scheinen miteinander zu kommunizieren. Sie lachen und wollen Recht behalten - sie schauen mich an als wollten sie sagen “Siehst Du - wenn Du auf “Unendlicher Spaß” verzichtet hättest, dann wären wir jetzt Teil Deines Lebens, unsere Bilder wären die Deinen" und sie fragen, "Na Raily, hat es sich gelohnt auf uns zu verzichten, uns zwei Monate lang zu ignorieren?” Und ich frage mich, ob sie Recht haben. Unendlicher Spaß ist die Geschichte einer modernen amerikanischen Gesellschaft, die unter einem Schleier aus Kommerz, Sucht, Ablenkung und Oberflächlichkeit versinkt, und in der sich das Individuum nur in tiefer versagensangstbedingter Depression oder durch Drogenabhängigkeit der brutalen Realität entziehen kann. Dieses Amerika ist nicht mehr imperialistisch - nein im Gegenteil - Experialismus ist die Maxime des Handelns. Eigene Territorien werden dem Nachbarn Kanada aufgezwungen, um dann aus diesen ehemaligen US-Gebieten riesige Mülldeponien entstehen zu lassen. Aktivistengruppen ersinnen einen einzigen, Erfolg versprechenden Plan um ihr Land zu befreien und den großen Nachbarn mit seinen eigenen Waffen endgültig zu besiegen. Der angehende Tennisprofi Hal Incandeza erlebt den zermürbenden Leistungsdruck in der vom Doping verseuchten Tennisakademie in Boston. Sein Bruder Orin ist vor diesem Druck geflohen und hat nach einer Affaire mit der schönsten Frau der Welt, Joelle, nie mehr rechten Boden unter die Füße bekommen. Ihr Vater James hat kurz vor seinem Selbstmord einen Film mit ebenjener Joelle produziert. Die Unterhaltungspatrone (so werden diese DVDs sehr passend bezeichnet) heißt “Unendlicher Spaß” und man sagt dem Film nach, dass er den Betrachter in eine tödlich endende Abhängigkeit versetzt. Seit James` Suizid gilt der Film als verschollen.  Die Kanadischen Freiheitskämpfer, durch misslungene Mutroben an Rollstühle gefesselt, setzen alle verfügbaren Hebel in Bewegung, um in den Besitz dieser Patrone zu gelangen und der amerikanischen Gesellschaft durch Veröffentlichung im Kabelnetz den unterhaltsamen letalen Fangschuss zu versetzten. Sie ziehen ihr Netz eng und enger, bis letztlich nur der direkte Zugriff auf die unmittelbar am Film Beteiligten und die Familie des Regisseurs zum Masterplan reift. Ja - ich frage mich am Ende des Buches, ob mein Stapel der ungelesenen Schätze Recht hat. Ich habe mir durch das Lesen des “Unendlichen Spaßes” quasi selbst die Patrone an den Kopf gesetzt, bin der Unterhaltung erlegen und habe anderen Werken dauerhaft entsagt. Ich versank in den Bildern, kann nicht mehr an Mikrowellengeräten vorbeigehen ohne darüber nachzudenken, wie man sich darin umbringen kann; denke bei Frauen mit Designer-Handtaschen an transplantierte Außenkunstherzen, die von einem Taschendieb gestohlen werden könnten; sehe in Rollstuhlfahrern potenzielle Anarchisten; lache bei dem Gedanken, dass es auf der Welt zu einem gegeben Zeitpunkt immer nur eine begrenzte Anzahl an Erektionen gibt; bekomme die Geschichte mit dem Besen einfach nicht mehr aus dem Kopf und ich weiß Schönheit jetzt wie folgt zu definieren: “…als hätte sich das Licht der ganzen Welt verdichtet und Gesichtsform angenommen.“ Ich bin der Sucht erlegen - ich kann das Buch nicht empfehlen, nur davor warnen. Man muss wissen auf was man sich einlässt und es dann mit jeder Faser des Geistes tun. Wenn man sich einlässt, dann erwartet den Leser von David Foster Wallace ein Meilenstein moderner Literatur. Ich bin auf Entzug und werde versuchen, bei meinen verschmähten Büchern Zuflucht zu finden - was ich jetzt brauche ist ein Marschflugkörper von einem Beruhigungsmittel...

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    • 5
  • Rezension zu "Unendlicher Spaß" von David Foster Wallace

    Unendlicher Spaß

    BlurOasis

    21. January 2011 um 19:52

    Ein in vielerlei Hinsicht unglaubliches Buch.Vielleicht das Manifest der Postmoderne,auf jeden Fall eines der witzigsten und trotzdem tiefsinnigsten Bücher überhaupt.Dieses Buch war das erste seit langem,wo ich wirklich auf eine Fortsetzung gespannt gewesen wäre.Dazu wird es leider nicht mehr kommen,doch dieses Buch hat einfach alles: Witz,gute Charaktere,eine Aussage und eine eigene Zukunftsvision. Brilliant.

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  • Rezension zu "Unendlicher Spaß" von David Foster Wallace

    Unendlicher Spaß

    Geisterhoernchen

    Grundgütiger! Ich werde es kein zweites Mal zur Hand nehmen!!!!!!

    • 2
  • Rezension zu "Unendlicher Spaß" von David Foster Wallace

    Unendlicher Spaß

    batzn

    03. September 2010 um 11:22

    Oh Mann, man bringe viel Zeit, Geduld, Unaufmerksamkeit, Gehirndurchzug und Sado-Maso- Veranlagung mit wenn man sich dieses Buch antun will. Mal abgesehen davon ,das dieser Wälzer auf das überschwenglichste von den sogenannten Kritikern gelobt wurde, der Kilopreis für Papier- in dem Moment wo ich mir das Buch kaufte- nicht so unglaublich hoch war, hätte ich ( und das ist noch nie passiert) diesen Sogenannten Stern am Himmel der amerikanischen Literatur, am liebsten in die Tonne getreten. Zugegeben, einige Passagen waren wirklich gut , humorvoll, witzig und gut zu lesen. Der Rest , man verzeihe mir, war Sch...., wems gefällt, für den is des Höchste wie wir in Bayern sagen. Sich 20 Seiten über das Aufschlagtraining von zu tiefst gestörten jugendlichen Möchtegern Gehirnakrobaten auslassen ist ....na ja. Meins wars nicht!

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