David Foster Wallace Vergessenheit

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Inhaltsangabe zu „Vergessenheit“ von David Foster Wallace

Der Chronist unserer rasenden Depression.

Nach dem Tod von David Foster Wallace schrieb Richard Powers, er sei 'der Beste unserer Generation' gewesen. In diesem letzten Erzählungsband nimmt Wallace mit Schärfe und Witz die Deformationen des Menschen im Medienzeitalter aufs Korn. Und das mit großer Meisterschaft, egal, ob er von den üblen Folgen einer Schönheitsoperation erzählt oder vom Versuch eines Paares, in einem Schlaflabor zu ermitteln, wer durch sein Schnarchen wann wen vom Schlafen abhält.

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  • Rezension zu "Vergessenheit" von David Foster Wallace

    Vergessenheit

    Duffy

    22. November 2012 um 09:57

    Letzter Erzählband von Wallace, der nach seinem "Unenendlichen Spaß" auch bei uns in Deutschland endlich zu seiner Fangemeinde gekommen ist. Dass er in Amerika zu den ganz Großen gehörte, ist seinem teilweise ungewöhnlichen Stil zuzuschreiben. Ein wenig mühsam ist so manche Geschichte von ihm schon, wenn die Sätze über eine halbe Seite gehen. Aber lohnenswert allemal, wenn sich beim Lesen eine einmalige hintergründige Komik mit einem rabenschwarzen Sarkasmus kreuzt. Der wortverliebte Wallace kommt auch immer auf Themen, auf die sonst keiner kommt. Ein Mann, der Kunstwerke scheißt, das muss einem erstmal einfallen. Nichts ist dem Autoren heilig, um die Absurdität des menschlichen Daseins genüsslich darzustellen und sie wiederum der Lächerlichkeit öffentlich preiszugeben. Vielleicht ein guter Grund, auch die anderen Bücher des zu früh verstorbenen Autors zu lesen, ganz besonders empfohlen seine Erlebnisreise mit einem Kruezfahrtschiff.

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  • Rezension zu "Vergessenheit" von David Foster Wallace

    Vergessenheit

    Golondrina

    08. July 2012 um 12:13

    Ooohhh, gruselig. Ich erkläre nicht, wo ich das Buch gelesen habe, nur soviel: ich konnte nicht weg. Und keine Ausweichliteratur dabei. Sehnsuchtsvoll auf jeden Punkt am Satzende geschielt. Ich habe Mitleid mit dem Autor, denn was er sich hier von der Seele schrieb, scheint furchtbar gewesen zu sein. Verschlungene Schachtelsätze, deren Bedeutung sich mir auch beim dritten Lesen nicht erschlossen hat. Habe das im weiteren Verlauf auch aufgegeben. Nichts für sensible Gemüter, kann Depressionen verursachen!

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  • Rezension zu "Vergessenheit" von David Foster Wallace

    Vergessenheit

    damentennis

    11. January 2010 um 22:47

    man kann die dinge nie ohne ihre soziale wirkung sehen. das geht einfach nicht. sportjournalisten z.b. sind nicht nur menschen, die sportnachrichten schreiben, sondern meist auch schlecht gekleidet. sie tragen weiße adidas-t-shirts von der wm 2006, die sie in helle jeans stecken, dazu tragen sie turnschuhe. oder gemusterte wollpullover mit polohemd drunter, dunkelblaue leinensakkos und plastikrucksäcke mit aufschriften wie "travel spirit". das weiß man und daran muss man immer denken, wenn man sportjournalisten liest oder sieht oder spricht. david foster wallace ist kein sportjournalist, sondern tot. das tut nichts zur sache, tut es aber doch, weil man davon eben genausowenig abstrahieren kann, wie von der sportjournalistenkleidung. dfw, wie ich ihn jetzt abkürze, um zeit und lust zu sparen, war tot und auf einmal da, präsent, berühmt, geliebt, gefeiert. zufall. kein zufall. vielleicht zufall. egal: jetzt ist er da. und alle sind sich einig. der einzige mensch, den ich bislang etwas negatives über dfw habe schreiben lesen, war harry rowohlt. vielleicht ein erster wink. naja. jetzt stehe ich hier und soll über den tollsten und scharfsichtigsten etwas schreiben. das ist heikel. darum hole ich lieber das buch aus dem regal, wo es zwischen martin mosebach und wladimir kaminer in der, ähm, nicht ganz so exklusiven regalwohngegend steht, heraus und zitiere: "vordere", "wahren", "Tsunami", "Schnarchens", "Vaters", "heißblütige", "Einstellung", "Arbeiter". ein wort von jeder der ersten seiten, aber die worte sind ja egal, entscheidend sind die anführungszeichen. pro seite setzt dfw drei bis acht worte in "", warum, weiß ich nicht. das liest sich sehr pointiert, aber natürlich möchte man nichts pointiertes lesen. das ist so auffällig, dass man sich irgendwann darauf konzentriert, wie auf einen schluckauf oder einen tropfenden wasserhahn. und, ich werde redundant, man möchte sich nicht auf tropfende wasserhähne konzentrieren. jeder satz von dfw sagt alles aus, brennt nur so vor energie und sprengt seine eigenen rahmen, springt einen bedeutsam an, ist pickepackevoll mit von allem nur das beste. talent in allen poren und buchstaben, bissigkeit und präszision, jaja, das denke ich mir selber aus jetzt, könnte ich aber sicher auch so aus der "zeit" oder dem "spiegel" oder dem "playboy" abgeschrieben haben. schon klar. aber wenn ich jetzt schreiben würde, diese schreibe sei doch sehr prätentiös, dann wäre das frech und dumm, weil ich das nicht weiß und mich dann über dfw erheben würde, was ich auch nicht kann und will. stattdessen möchte ich das hier sagen: das ist alles amerikanisch in dem buch. college und so. amerikanische verhältnisse. die kenne ich nicht, da lebe ich nicht. und die werden ja so oft beschrieben oder kritisiert oder beides, ach ich weiß es doch auch nicht. das buch bekommt fünf sterne, schluss, aus, kaufempfehlung, sticker drauf und kapitulation. dfw kann nichts für die ganzen rezensionen, die jetzt überall stehen und ihn loben und ehren und ihn scheinbar auch nachvollziehen können. ich kann nichts dergleichen. ich kann das buch nach 35 hart erkämpften seiten nur wegstellen, in die strafecke, ab zu mosebach, und mein borniertes kleinbürgerleben weiterführen, als hätte dfw nie etwas geschrieben. und morgen gehe ich den nachbarn anzeigen, schimpfe auf die regierung bush junior und kümmere mich um den tropfenden wasserhahn. mit anführungsstrichen werde ich sparsamer sein.

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