David Fuchs

 4,1 Sterne bei 79 Bewertungen
Autor von Bevor wir verschwinden, Leichte Böden und weiteren Büchern.
Autorenbild von David Fuchs (© haymon verlag/fotowerk aichner)

Lebenslauf

David Fuchs, geboren 1981 in Linz, ist Autor und Palliativmediziner. Mit schnörkelloser Sprache lenkt er unseren Blick auf die Dinge, die sich zwischen und in uns abspielen. Sensibel zeichnet er uns in unseren menschlichsten Momenten: in unserer unfreiwilligen Komik, in unseren einschneidendsten Augenblicken, in unserer tiefsten Nähe zueinander. 2018 erschien mit „Bevor wir verschwinden“ bei Haymon sein Debütroman, der mehrfach ausgezeichnet wurde: 2016 mit dem FM4-Wortlaut für einen Auszug, 2018 stand er auf der Shortlist für den Österreichischen Buchpreis Debüt und errang den 2. Platz des Bloggerpreises „Das Debüt“. Darüber hinaus erhielt David Fuchs 2018 den Alois Vogel Literaturpreis. 2020 folgte sein neuer Roman „Leichte Böden“ (Haymon). Im Frühjahr 2021 erschien mit „Handbuch der Pflanzenkrankheiten“ (Haymon) sein erster Gedichtband. Für Auszüge daraus wurde er 2018 mit dem Feldkircher Lyrikpreis ausgezeichnet. In „Zwischen Mauern“ (Haymon, 2023) bringt David Fuchs Farbe in die schwarz-weiße Routine eines Pflegeheims.

Quelle: Haymon Verlag

Neue Bücher

Cover des Buches Bevor wir verschwinden (ISBN: 9783709979785)

Bevor wir verschwinden

Neu erschienen am 03.07.2024 als Taschenbuch bei Haymon Verlag.

Alle Bücher von David Fuchs

Cover des Buches Bevor wir verschwinden (ISBN: 9783709934333)

Bevor wir verschwinden

 (42)
Erschienen am 20.12.2022
Cover des Buches Leichte Böden (ISBN: 9783709934920)

Leichte Böden

 (22)
Erschienen am 27.02.2020
Cover des Buches Zwischen Mauern (ISBN: 9783709982037)

Zwischen Mauern

 (15)
Erschienen am 08.03.2024
Cover des Buches Bevor wir verschwinden (ISBN: 9783709979785)

Bevor wir verschwinden

 (0)
Erschienen am 03.07.2024
Cover des Buches Handbuch der Pflanzenkrankheiten (ISBN: 9783709981313)

Handbuch der Pflanzenkrankheiten

 (0)
Erschienen am 29.04.2021

Neue Rezensionen zu David Fuchs

Cover des Buches Zwischen Mauern (ISBN: 9783709982037)
herr_hygges avatar

Rezension zu "Zwischen Mauern" von David Fuchs

Zwischen Mauern
herr_hyggevor 8 Monaten

Die junge Bankangestellte Meta arbeitet während ihres Urlaubs ehrenamtlich als Sitzwache in einem Pflegeheim, das seine besten Tage lange hinter sich gelassen hat. Des Nachts sitzt sie am Bett von Herrn T., welcher lauthals zu schreien beginnt sobald er wach wird und alleine im Zimmer ist. Als Meta von Moses, dem Pfleger der die Nachtschichten übernimmt, die Wahrheit über Herr T. erfährt, fällt es ihr plötzlich nicht mehr so leicht die Nacht am Bett des pflegebedürftigen Mannes zu verbringen. Ständig stellt sie sich die Frage ob man einem Menschen der vor dem Ende seines Lebens steht die Hand halten soll, auch wenn er es aufgrund seiner Taten nicht verdient hat?

Aus moralischer Sicht, können wie diese Frage eindeutig mit einem Ja beantworten, jeder verdient die gleiche Fürsorge. Aber wie ist es für das Pflegepersonal, sich aufopferungsvoll um jemanden zu kümmern, der in seinem Leben kein guter Mensch war?
Mit diesem Dilemma setzt sich David Fuchs in seinem neuen Roman "Zwischen Mauern" auseinander und das tut er auf sehr feinfühlige Weise. Jede seiner Figuren geht anders mit der Thematik um, was dem Leser unterschiedliche Blickwinkel beschert.

Für mich war es, trotz der schwere des Themas, ein hervorragendes Lesevergnügen. Dank des klaren Schreibstils flog ich förmlich über die Seiten und erlebte eine packende Geschichte, die mich zum nachdenken und weinen brachte. Ein beeindruckendes Buch.

Vielen herzlichen Dank an den @haymonverlag für das Rezensionsexemplar.

Cover des Buches Zwischen Mauern (ISBN: 9783709982037)
brenda_wolfs avatar

Rezension zu "Zwischen Mauern" von David Fuchs

Professionelle Pflege darf nicht werten
brenda_wolfvor 9 Monaten


„Zwischen Mauern“ erzählt von Meta, einer jungen Bankangestellten, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, in ihrer Freizeit ehrenamtlich in einem Pflegeheim Sitzwachen an den Betten von schwer pflegebedürftigen Menschen zu übernehmen. Ihr Patient ist Herr T. auf Zimmer Nummer 9, der nachts, sobald es dunkel wird zu schreien beginnt. Niemand weiß was dahinter steckt. Das Pflegeheim selbst ist in einem desolaten Zustand. Es ist in Auflösung begriffen, wird in absehbarer Zeit die Tore schließen. Das Pflegepersonal ist quasi nur noch eine Notbesetzung und für viel zu viele Patienten zuständig. Der Pfleger Moses liebt seinen Beruf, auch wenn ihm die Situation auf der Station psychisch und physisch überfordert, da sie das Erträgliche längst überschritten hat. Er ist in der Nachtwache alleine für zwei Stationen und 52 Patienten zuständig. Ein unhaltbarer Zustand. Die Heimatmosphäre ist sehr bedrückend.

Sechs Nächte begleiten wir Meta, die sich liebevoll und engagiert dem todkranken Herrn T. in den Nächten zuwendet, ihn beruhigt und auf ihn einwirkt. Sie versucht ihrem Patienten die letzten Tage so angenehm wie möglich zu gestalten. Sie liest ihm Märchen vor und singt Kinderlieder, die er zu mögen scheint. Doch dann erfährt Meta von dessen Vergangenheit. Das löst bei ihr einen inneren Konflikt aus. Die Frage ist: Muss man einem Menschen die Hand halten, wenn sich alles dem Ende zuneigt – einem Menschen, der es nicht verdient? Haben wir darüber zu entscheiden? Dürfen wir werten? Benötigt nicht auch er in seinen letzten Stunden Beistand? Wie bleibe ich trotz diesem Wissen professionell und kann ich meine Emotionen ausblenden? Ich bin der Meinung, professionelle Pflege darf nicht werten. Die hochsensible Meta unterhält sich mit der verstorbenen Else, die ihr immer wieder Mut zuspricht.

Das Buch ist flüssig geschrieben und leicht zu lesen. Es gliedert sich in 6 Kapitel mit kurzen Leseabschnitten. Leider konnte ich zur Protagonistin Meta keine reelle Verbindung aufbauen. Auch wenn sie sich liebevoll um Herrn T. kümmert, so hätte ich doch gerne mehr über ihren eigenen Hintergrund, ihre Beweggründe erfahren. Ich hatte mir da mehr erwartet. Die deprimierende Atmosphäre in dem Heim ist greifbar beschrieben. Nicht nur die Menschen sterben hier, auch das Heim geht seinem Ende zu. Der katastrophale Pflegenotstand wird deutlich thematisiert. Positiv, fand ich, dass sich Moses und der Arzt, trotz der trostlosen Situation, ihre Menschlichkeit erhalten haben.

 Fazit: „Zwischen Mauern“ regt zum Nachdenken an. Man fragt sich unwillkürlich: Wie würde ich mich in dieser Situation verhalten.

Cover des Buches Zwischen Mauern (ISBN: 9783709982037)
awogflis avatar

Rezension zu "Zwischen Mauern" von David Fuchs

Pflegekrise live
awogflivor 9 Monaten

Der Autor David Fuchs kennt sich sehr gut aus im Gesundheitssystem, kein Wunder, arbeitet er doch noch immer als Palliativmediziner. Zudem kann er auch interessante und spannende Geschichten erzählen, was er in seinen beiden Vorgängerromanen Leichte Böden und Bevor wir verschwinden (Beide Bücher an der Rezi angehängt) hinlänglich bewiesen hat. Er zeichnet sich aus durch schnörkellose Sprache und bisher auch durch spannende Handlungen, neue Sichtweisen und Einblicke in das Thema Gesundheit, Krankheit und Gesundheitssystem und insbesondere durch tiefe, interessante Figurenentwicklungen.

Leider habe ich diesmal weder den spannenden Plot, dessen Fehlen ich ihm noch verziehen hätte, noch die tiefgehende Figurenanalyse bekommen. So bleiben leider nur interessante Einblicke in die Pflege, eine langweilige Handlung und Protagonisten, die farblos sind. Schade, das geht dann für mich leider nicht über Mittelmaß hinaus!

Dabei hätte die Geschichte durchaus Potenzial gehabt, denn Fuchs beschreibt insgesamt sechs Nächte auf einer heruntergewirtschafteten Pflegestation. Da gibt es den Pfleger Moses im Nachtdienst, der alle Dienste hintereinander abreißt, weil er anschließend auf Urlaub gehen will, oder seinen Job komplett an den Nagel hängen möchte, und in einer Nebenrolle die Pflegerin Angelika im Tagdienst, die immer die Übergaben macht. Eine weitere Protagonistin stellt die freiwillige Helferin Meta dar, die eigentlich in einer Bank arbeitet, sich für die Woche beurlauben hat lassen und aus welchen Motiven auch immer diese Arbeit im Nachtdienst probieren möchte. Der Bereitschaftsarzt Dr. Pomp, der schon pensionsmüde ist, zu viel trinkt und teilweise freiwillig die Aufgaben im Altenheim durchführt, sind im Prinzip das gesamte, zumindest geistig frische Personal in diesem Kammerspiel, das in einer völlig heruntergekommenen, teilweise schon aufgelassenen Pflegeeinrichtung stattfindet, die beim nächsten Todesfall endgültig liquidiert werden soll. Ach ja, zwei Figuren habe ich vergessen: den Geist der Frau E., die am ersten Tag gestorben ist und Meta heimsucht und den Pflegefall Herrn T., der auch kurz vor dem Sterben steht und nicht mehr viel von seiner Umwelt wahrnimmt. Beide sind eher Objekte denn handelnde Akteure in dieser Erzählung.

Zuerst möchte ich die Stärken des Romans hervorheben. Der Autor beschreibt sehr sachlich und exzellent den Stress, den Personalmangel, die desaströsen Zustände im Gebäude und die schwere Arbeit. Herr T. war, bevor er durch Krebs in die hilflose Lage seines Dahinsiechens kam, ein hoffnungsloser Frauenschläger, und der Autor diskutiert anhand der Figuren von Meta und Moses durch Dialoge und Beschreibungen im Nachtdienst sehr großartig folgende Fragen: Hat T. Fürsorge verdient? Wie ist das mit Professionalität, mit Abgrenzung, Empathie, Ekel und persönlichen Grenzen? Wie nimmt man sich bei solch einer Überforderung und dem permanenten Stresslevel überhaupt Pausen? Wie geht es mit den Bandscheiben bei so einem körperlich anstrengenden Beruf, bei dem die Leute auch permanent gehoben werden müssen? Wie stemmt man die hohe Verantwortung? Wie wird mit dem Tod umgegangen? Die Pflegesituation wird sehr gut dargestellt, auch pragmatisch sehr viele Fragen thematisiert, diskutiert und auch beantwortet.

So, und nun kommt das riesige ABER, das ich schon eingangs beschrieben habe. Die ganze Story hat mich viel zu wenig gepackt, die Figuren sind zu oberflächlich entwickelt, als dass ich mich als Leserin identifizieren konnte und da in der Handlung auch wenig passiert, klafft hier eine Lücke, die einfach nicht gefüllt wird. Nie wird wirklich auf die persönlichen Gründe eingegangen, warum Moses gerade jetzt das Handtuch werfen will, was Meta bewogen hat, freiwillig in die Pflege hineinzuschnuppern und welche tiefgreifenden Probleme und Krisen Herr Doktor Pomp erlebt. Nahezu alles Persönliche ist ausgeblendet, die Protagonisten werden total eindimensional nur in Hinblick auf ihre Arbeit dargestellt. Fast wie kleine Androiden. Das tut mir auch insofern für diesen Roman leid, gerade weil ich weiß, wieviel besser das der Autor kann.

Fazit: Wegen der Lücken in der Figurenbeschreibung, die sich nur auf die Arbeit bezieht und alle persönlichen Eigenschaften, Motivationen und Hintergründe der handelnden Personen im Ungewissen lässt, beziehungsweise ausblendet, als Roman leider nur mittelmäßig. Das ist für mich eher eine erweiterte Pflegereportage. Als solche natürlich sehr gut gemacht, aber zu wenig Substanz für eine längere Geschichte.

Gespräche aus der Community

Muss man einem Menschen die Hand halten, wenn sich alles dem Ende zuneigt – einem Menschen, der Schlimmes getan hat? Verdienen alle Menschen dieselbe Fürsorge, egal, was sie in ihrem Leben gemacht haben?

Der Autor nimmt an der Leserunde teil und freut sich auf eure Eindrücke!

322 BeiträgeVerlosung beendet
Antonellas avatar
Letzter Beitrag von  Antonellavor 9 Monaten

Der Schreibstil ist für mich etwas gewöhnungsbedürftig, aber nicht im negativen Sinne. Ich emfinde einerseits eine gewisse Distanz, vergleichbar einem unbeteiligten Beobachter, andererseits sind einzelne Szenen sehr intensiv beschrieben.

Die Athmosphäre in dem Pflegeheim ist in jeder Hinsicht bedrückend, andererseits gibt es immer wieder Szenen, die schon fast zärtlich und berührend sind. Pomp und Moses warten auf ihren einsamen Posten in mehrfacher Hinsicht auf ein Ende, nur für Meta ist es zunächst der Beginn etwas Neuem. Ihre Beweggründe sind mir bisher aber unklar.

Hallo liebe Leseratten,

ich möchte auch gerne mal ein Buch unter euch verlosen und freue mich auf eure Bewerbungen. 😊

Ich möchte gerne wissen, warum genau DU das Buch gewinnen solltest....

Ein paar Bedingungen habe ich: Keine privaten Profile, aktuelle Rezensionen sind vorhanden, nur aus/nach DE, bei Verlust auf dem Versandweg gibt es keinen Ersatz.

Noch wichtig: Eine zeitnahe Rezension nach dem Lesen ist natürlich Pflicht. 

24 BeiträgeVerlosung beendet
misery3103s avatar
Letzter Beitrag von  misery3103vor 6 Jahren
Das Buch ist gelesen. Hat mir ganz gut gefallen, auch wenn es gewöhnungsbedürftig geschrieben ist und mir auch ein bisschen die Emotionen fehlten. Hier meine Rezension ... und Danke noch mal! :-) https://www.lovelybooks.de/autor/David-Fuchs/Bevor-wir-verschwinden-1563234262-w/rezension/1744480625/

Zusätzliche Informationen

David Fuchs wurde am 17. Februar 1981 in Linz (Österreich) geboren.

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